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Die Sprachkrise und Franz Kafkas Schweigen

Titre: Die Sprachkrise und Franz Kafkas Schweigen

Dossier / Travail de Séminaire , 2006 , 28 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Anneke Veltrup (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Die vorliegende Seminararbeit soll im Wesentlichen Kafkas Verhältnis zur Sprachkrise herausstellen. Kafkas Schweigen als direkte Reaktion auf die um die Jahrhundertwende virulent gewordene Sprachskepsis zu interpretieren ist durchaus problematisch, denn er zählt nicht zu den Propagandisten, die die Unzulänglichkeit sprachlichen Ausdrucks in theoretischen Abhandlungen darlegen.
Gegenstand dieser Arbeit wird es in einem ersten Schritt sein, die Sprachkrise als ein Phänomen um 1900 mit ihren Auswirkungen für das Individuum herauszustellen und so der Frage nachzugehen, ob die Sprachkrise als Teil einer größeren Sinnkrise zu verstehen ist. Auf diese Grundlage aufbauend gilt es dann die Aussagen der Hauptvertreter Friedrich Nietzsche, Fritz Mauthner und Hugo von Hofmannsthal in ihren unterschiedlichen Nuancierungen zu fokussieren, um abschließend die F rage nach Konsequenzen aus den zuvor aufgezeigten Postulaten, aber auch Überwindungsversuche aufzuzeigen, die exemplarisch durch Hugo Ball als Vater des Dadaismus am prägnantesten herausgestellt werden können.
Auch wenn Kafka nicht eindeutig als Vertreter der Sprachkrise bezeichnet werden kann, finden sich bei ihm durchaus sprachkritische Äußerungen. Aus dieser Widersprüchlichkeit ergibt sich dann auch die Fragestellung des zweiten Hauptteils, nämlich wie sich Kafkas Beziehung zur Sprachkrise beurteilen lässt. In diesem Zusammenhang gilt es zunächst Prag als seinen Lebensmittelpunkt und die ihn am stärksten prägende Stadt zu berücksichtigen. Entscheidender aber sind der für Kafkas Schreibstil charakteristische Prozesscharakter, sowie seine stets erneut auftretenden Schreibblockaden, um abschließend die ambivalente Bedeutung der Sprachzweifel auch im Hinblick auf Konstruktivität oder Destruktivität abzuwägen.
In der Schlussbetrachtung werden die vorangegangenen Überlegungen noch einmal im Hinblick auf die Moderne beleuchtet, um abschließend die Frage zu stellen, wie dauerhaft die Angst vor dem Sprachverlust ist, ob die Sprachkrise als Phänomen auch der neueren Moderne einzustufen ist. In diesem Zusammenhang finden unter anderem exemplarisch Peter Handke und Botho Strauss nähere Berücksichtigung, denn sie greifen durchaus sprachkritische Impulse auf.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Gegenstand und Zielsetzung dieser Arbeit

2. Die Sprachkrise als Phänomen um 1900

2.1. Friedrich Nietzsche

2.2. Fritz Mauthner

2.3. Hugo von Hofmannsthal

2.4. Konsequenzen und Überwindungsversuche

3. Franz Kafkas Schweigen: seine Beziehung zur Sprachkrise

3.1. Kafka und Prag

3.2. Der Prozesscharakter in Kafkas Schreibstil

3.3. Die ambivalente Bedeutung der Sprachkrise für Kafka

4. Schlussbetrachtung: Die Sprachkrise als Phänomen der Moderne?

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Franz Kafka zur sprachkritischen Skepsis der Jahrhundertwende. Ziel ist es zu analysieren, ob Kafkas Schreibblockaden und sein als „Schweigen“ bezeichneter Prozesscharakter als konstruktive oder destruktive Reaktion auf die fundamentale Sinn- und Sprachkrise der Moderne zu bewerten sind.

  • Die Sprachkrise als philosophisches Phänomen um 1900.
  • Die Positionen von Nietzsche, Mauthner und Hofmannsthal.
  • Der Einfluss des Prager Milieus auf Kafkas Sprachbewusstsein.
  • Die Analyse von Kafkas Schreibprozess und Schreibblockaden.
  • Die Bedeutung der Moderne für zeitgenössische Sprachkritik.

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Prozesscharakter in Kafkas Schreibstil

Kafkas schriftstellerische Arbeit ist geprägt von Unregelmäßigkeiten bedingt dadurch, dass Schreibakte für ihn weder planbar noch kontrollierbar sind. So zeigen sich Phasen enormer literarischer Tätigkeit, unterbrochen durch Zeiträume der Stagnation, in der seine Werke monatelang brachliegen. Auch verzichtet Kafka darauf, erste Fassungen eines Entwurfs durch direkte Korrekturen zu verändern, sondern setzt – zumeist nach langer Unterbrechung – neu an.

Demzufolge beherrscht Kafka sein Leben lang die Furcht vor dem Scheitern und die Angst vor der gänzlichen Unfähigkeit zu schreiben. Im November 1914 notiert Kafka in seinem Tagebuch: „Völliges Stocken der Arbeit“ „Ich bin an der endgültigen Grenze, vor der ich vielleicht wieder Jahre lang sitzen soll, um dann vielleicht wieder eine neue, wieder unfertige Geschichte anzufangen.“

Vermehrt in den Situationen der Schreibblockaden thematisieren Kafkas Briefe, in erster Linie aber die Tagebücher fast ausnahmslos das Motiv ‚Schreiben’ und geben Auskunft über die Relation von Schreibendem, Schreiben und Geschriebenem. Darüber hinaus finden sich zahlreiche, häufig variierte Schreibansätze, so dass das Tagebuch nicht mehr in seiner ursprünglichen Funktion privater Eintragungen gebraucht wird, sondern zum „Versuchslabor“, zum „Nährboden“ seiner Texte avanciert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gegenstand und Zielsetzung dieser Arbeit: Einführung in die Forschungsfrage zum Verhältnis von Kafka zur Sprachkrise und Erläuterung des methodischen Vorgehens.

2. Die Sprachkrise als Phänomen um 1900: Analyse der sprachphilosophischen Positionen von Nietzsche, Mauthner und Hofmannsthal sowie deren Auswirkungen auf das Individuum.

3. Franz Kafkas Schweigen: seine Beziehung zur Sprachkrise: Untersuchung der spezifischen Prager Einflüsse und der psychologischen Dimension von Kafkas Schreibblockaden.

4. Schlussbetrachtung: Die Sprachkrise als Phänomen der Moderne?: Kritische Reflexion der Sprachkrise im Kontext der späteren Moderne und Einbeziehung zeitgenössischer Autoren.

Schlüsselwörter

Sprachkrise, Franz Kafka, Sprachskepsis, Moderne, Sprachphilosophie, Schreibblockade, Schreibprozess, Friedrich Nietzsche, Fritz Mauthner, Hugo von Hofmannsthal, Identitätskrise, Erkenntniskritik, Literatur, Prag, Sprachbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Kafkas Verhältnis zur Sprachkrise um 1900 und analysiert, wie sein individueller Schreibprozess mit der zeitgenössischen Sprachskepsis verknüpft ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die erkenntnistheoretischen Zweifel an der Sprache, die Rolle von Sprachblockaden sowie die literarische Auseinandersetzung mit der Unzulänglichkeit sprachlichen Ausdrucks.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie sich Kafkas Beziehung zur Sprachkrise beurteilen lässt und ob sein „Schweigen“ als konstruktives oder destruktives Moment seines Schaffens zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die philosophische Grundlagen (Nietzsche, Mauthner) mit einer werk- und biografieimmanenten Interpretation kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sprachkrise um 1900 und die spezifische Untersuchung von Kafkas Schreibweise in Prag, inklusive seiner Tagebuchaufzeichnungen zu Schreibblockaden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Sprachkrise, Sprachskepsis, Schreibblockade, Identitätskrise, Prozesscharakter und Erkenntniskritik.

Welche Rolle spielt Prag für das Verständnis von Kafkas Werk?

Prag wird als „kulturelles Ghetto“ und Minoritätssituation beschrieben, die Kafka dazu zwang, eine eigene Form der Literatur fernab der großen Metropolen Berlin oder Wien zu finden.

Warum wird im Fazit auch auf Peter Handke und Botho Strauss verwiesen?

Diese Verweise verdeutlichen, dass die Sprachkrise kein auf 1900 begrenztes Ereignis blieb, sondern auch in der späteren Moderne ein zentrales Thema der Literatur blieb.

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Résumé des informations

Titre
Die Sprachkrise und Franz Kafkas Schweigen
Université
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Cours
Kafkas Kurzprosa und Erzählungen
Note
2,0
Auteur
Anneke Veltrup (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
28
N° de catalogue
V55585
ISBN (ebook)
9783638504911
ISBN (Livre)
9783656792031
Langue
allemand
mots-clé
Sprachkrise Franz Kafkas Schweigen Kafkas Kurzprosa Erzählungen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anneke Veltrup (Auteur), 2006, Die Sprachkrise und Franz Kafkas Schweigen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55585
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Extrait de  28  pages
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