Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Trinkwasserversorgung in Deutschland. Dabei beschreibt der Autor die Entstehung und Förderung von Grundwasser, ebenso wie die Trinkwasserversorgung aus Oberflächengewässern an zwei Beispielen aus Bayern und Nordrhein-Westfalen. Gesetzliche Vorgaben, wie die EU-Wasserrahmenrichtlinie und technische Informationen zur Wasserversorgung werden kurz erörtert.
Neben dem Problem der Wasserreinhaltung finden auch allgemeine Angaben zum Wasserverbrauch in Deutschland Erwähnung.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Trinkwasser?
2. Der Ursprung des Trinkwassers in der BRD
2.1 Genese und Beschaffenheit des Grundwassers
2.1.1 Grundwassergenese
2.1.2 Beschaffenheit des Grundwassers
2.1.3 Anthropogene Belastungen des Grundwassers – Beispiel Nitrat, Atrazin und Simazin
2.2 Grundwässer in Deutschand
2.2.1 Ostbayern
2.2.2 Die Münsterländer Bucht
2.3 Die Wasserrahmenrichtlinie
3. Die Gewinnung von Trinkwasser aus Grundwasser
3.1 Organisation der Trinkwasserversorgung
3.1.1 Die Wasserversorgung Bayerischer Wald
3.1.2 Wasserversorgung aus den Halterner Sanden
3.2 Trinkwasseraufbereitung
4. Fakten zum Wasserverbrauch
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Trinkwasserversorgung in der Bundesrepublik Deutschland mit dem Fokus auf die Herkunft, Entstehung und Beschaffenheit des Grundwassers sowie dessen Verteilung, Nutzung und die organisatorischen Rahmenbedingungen der Versorgung.
- Hydrogeologische Grundlagen der Grundwasserbildung und Beschaffenheit
- Einfluss anthropogener Schadstoffe wie Nitrat und Pflanzenschutzmittel
- Regionale Fallbeispiele: Ostbayern und die Münsterländer Bucht
- Die Rolle der EU-Wasserrahmenrichtlinie für die Bewirtschaftung
- Technische Aspekte der Wassergewinnung und -aufbereitung
- Entwicklung des Wasserverbrauchs und Paradigmenwechsel in der Versorgung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Grundwassergenese
Die Entstehung von Grundwasser beginnt mit dem Fallen von Niederschlägen. Erreichen die Niederschläge den Boden, kann das Wasser, jeweils in Abhängigkeit von der Beschaffenheit des Bodens, der Bodentemperatur und der Vegetationsdichte entweder an der Bodenoberfläche abfließen oder im Boden versickern. Vor allem die Temperatur ist der Grund, warum der größte Teil der Grundwasserneubildung in Deutschland im Winter stattfindet.
Versickert das Wasser im Boden, so durchdringt es als erstes die ungesättigte Zone oder Sickerwasserzone, bevor es schließlich über den Kapillarsaum die Grundwasseroberfläche erreicht. Während in der ungesättigten Zone der Porenraum nicht vollständig mit Wasser erfüllt ist und sich auch noch Luft in den Poren befindet, sind diese in der Grundwasserzone vollständig mit Wasser gefüllt. Dies ist ein wesentliches Merkmal des Grundwassers. Etwas unscharf ist der Begriff Sättigungszone für die Grundwasserzone, da auch der untere Teil des Kapillarsaumes bereits mit Wasser gesättigt sein kann. Wie jede Wasseroberfläche ist auch die Grundwasseroberfläche eben. Andere Bezeichnungen sind Grundwasserspiegel oder Grundwasseroberkante. Grundwasser ist nicht zu verwechseln mit dem Kapillar-, Adsorptions- und Sickerwasser, das allgemein oft als Bodenwasser bezeichnet wird.
Die grundwasserführende Schicht wird als Aquifer (lat. aqua=Wasser und ferre=tragen) bezeichnet. Ein Aquifer muss ein Gestein mit Porenraum oder offenen Klüften sein. Am besten sind hierfür Lockergesteine wie Sand und Kies geeignet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist Trinkwasser?: Das Kapitel definiert den Begriff Trinkwasser basierend auf der Trinkwasserverordnung und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Der Ursprung des Trinkwassers in der BRD: Es werden die hydrogeologischen Grundlagen, regionale Unterschiede der Grundwasservorkommen und die Auswirkungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie beschrieben.
3. Die Gewinnung von Trinkwasser aus Grundwasser: Hier werden technische Verfahren der Wassergewinnung, verschiedene Brunnentypen und Ansätze zur Wasseraufbereitung anhand von Beispielen verdeutlicht.
4. Fakten zum Wasserverbrauch: Das Kapitel analysiert den sinkenden Wasserverbrauch in Deutschland und diskutiert den Paradigmenwechsel hin zu einer nachfrageorientierten Versorgung.
Schlüsselwörter
Trinkwasser, Grundwasser, Grundwasserneubildung, Aquifer, Wasserrahmenrichtlinie, Wasserversorgung, Trinkwasseraufbereitung, Wasserverbrauch, Nitratbelastung, Hydrogeologie, Trinkwasserschutzgebiete, Wasserhärte, Gelsenwasser AG, Wasserversorgung Bayerischer Wald
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über die Trinkwasserversorgung in Deutschland, wobei der Schwerpunkt auf der Herkunft, der Beschaffenheit und der technischen Gewinnung von Grundwasser liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen die Hydrogeologie, die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten (wie Landwirtschaft) auf die Wasserqualität sowie organisatorische und regulatorische Aspekte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist eine Untersuchung der Trinkwasserversorgung hinsichtlich Herkunft, Entstehung, Beschaffenheit sowie der Verteilung und Nutzung der Ressourcen in Deutschland.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse, ergänzt durch regionales Datenmaterial, Kartenmaterial zu Grundwasservorkommen und Fallbeispiele aus der Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Grundwassergenese, regionale Fallstudien (Ostbayern/Münsterland), die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sowie technische Verfahren der Gewinnung und Aufbereitung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Grundwasser, Wasserrahmenrichtlinie, Aquifer, Trinkwasseraufbereitung, Wasserverbrauch und Nitratbelastung.
Wie wirkt sich die Landwirtschaft auf die Grundwasserqualität aus?
Durch den Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln (wie Atrazin oder Nitrat) kann es zu anthropogenen Belastungen kommen, die eine aufwendigere Aufbereitung oder die Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten notwendig machen.
Warum sinkt der Wasserverbrauch in deutschen Haushalten?
Der Rückgang ist unter anderem auf wassersparende Technologien in Haushaltsgeräten, den sparsameren Umgang der Industrie sowie die vermehrte Nutzung von Regenwasser zurückzuführen.
- Arbeit zitieren
- Matthias Lehner (Autor:in), 2006, Die Trinkwasserversorgung in der BRD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55594