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Die Bedeutung der Politikvermittlung für die Bundesregierung

Title: Die Bedeutung der Politikvermittlung für die Bundesregierung

Seminar Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Haack (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Ein kurzer Blick in die Medien reicht aus, um mit Sicherheit sagen zu können, dass politische Angelegenheiten immer stärker in der Öffentlichkeit präsentiert und verhandelt werden. Fast kein Tag vergeht mehr, ohne dass neue Statements aus den Reihen der Bundesregierung in den Medien Wellen schlagen. Als bestes Beispiel kann man hier das explosionsartige Anwachsen und kaum noch überschaubare Angebot politischer Talkshows sehen. Ungeachtet der inhaltlichen Qualität dieser Sendungen haben sie heutzutage beachtlichen Einfluss auf die Öffentliche Meinung und damit auf das Ansehen und die Sympathie der politischen Akteure. Der Tatbestand, dass Medien heute in den Vermittlungsrollen der modernen Gesellschaft eine Schlüsselrolle spielen, rechtfertigt es von einer „Mediengesellschaft“ zu sprechen. Gerade der Wahlkampf 2005 hat gezeigt, wie wichtig es ist die parteipolitische Agenda auf die Stimmung in der Bevölkerung anzupassen und positiv zu vermitteln.
Welchen Stellenwert aber nimmt eine professionelle Darstellung der eigenen politischen Entscheidungen für die Bundesregierung neben dem eigentlichen Regieren ein. Ist die erfolgreiche Darstellung der Politik in den Medien zu einem fundamentalen Bestandteil des Regierens in Deutschland geworden? Dabei soll in erster Linie geklärt werden in welcher Weise politische Akteure ihre Absichten formulieren und in der Öffentlichkeit präsentieren und wie die Wirkungen dieses medialen Vermittlungsprozesses rückwirkend auch das politische System verändern. Um die Frage schlüssig beantworten zu können, werde ich zunächst den zentralen Begriff der Politikvermittlung definieren und von anderen Begriffen, wie etwa der Wahlkampfwerbung abgrenzen. Anschließend wird die Frage in den historischen Kontext eingeordnet, um Parallelen und Veränderungen in der politischen Kommunikation heraus zu arbeiten.
Dies bildet den Rahmen für die darauf folgende Darstellung des Regierens in einer Mediendemokratie und den Strategien der Politikvermittlung in bestimmten Politikfeldern am Beispiel der Rot-Grünen Regierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Das abschließende Fazit stellt die wesentlichen Ergebnisse dieser Arbeit noch einmal zusammenfassend dar und wird sie vor dem Hintergrund demokratie-theoretischer Überlegungen bewerten.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition der zentralen Begriffe

3. Wandel der Kommunikationskultur

4. Regieren in der Mediendemokratie

4.1. Formen der Politikvermittlung

5. Strategien der Politikvermittlung unter Kanzler Schröder

5.1. Die Vermittlung der Umweltpolitik der rot-grünen Regierung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Stellenwert der Politikvermittlung für die Bundesregierung und analysiert, inwieweit die professionelle mediale Darstellung von Entscheidungen zu einem fundamentalen Bestandteil des Regierens in der deutschen Mediendemokratie geworden ist.

  • Struktureller Wandel der politischen Kommunikationskultur in Deutschland
  • Die Rolle der Bundesregierung als Moderator in der Mediendemokratie
  • Systematische Einordnung der Formen der Politikvermittlung
  • Strategien der Regierungskommunikation am Beispiel der Ära Schröder
  • Der Einfluss medialer Logiken auf politische Entscheidungsprozesse

Auszug aus dem Buch

4. Regieren in der Mediendemokratie

In demokratischen Systemen wird Macht vom Volk zeitlich begrenzt auf politisches Personal delegiert. Macht ist somit eine flexible und kontrollierbare Größe geworden, denn am Ende einer Legislaturperiode müssen sich die politischen Akteure wieder um die Gunst der Wähler bemühen. Das die öffentliche Meinung und Debatte als wichtigste demokratische Ressource anzusehen ist, sahen schon die Gründerväter Amerikas: „All government rest on opinion“14. Sarcinelli umschreibt dieses Prinzip als „Legitimation durch Kommunikation“, das inzwischen für alle relevanten gesellschaftlichen Akteure gilt.15

Politik als Schauspiel und als inszeniertes Spektakel ist Gegenstand der politikwissenschaftlichen Debatte, seit über die Frage einer der Politik angemessenen Kommunikation reflektiert wird.16 Dabei stehen heutige Regierungen vor dem Dilemma, dass sie durch eine fortschreitende Globalisierung und wirtschaftliche Rationalisierung einerseits unpopuläre Entscheidungen treffen müssen, so wie beim Umbau der sozialen Sicherungssysteme, andererseits wollen sie ihre politische Macht erhalten. Somit ist über die reine Sachkompetenz hinaus die kommunikative Kompetenz eine zentrale Leistungsanforderung des Regierens geworden17. Der moderne demokratische Staat muss als Partner der Bürger/innen die Legalität seiner Entscheidungen durch rechtsstaatliche Verfahren sichern und ihre Legitimität durch Öffentlichkeitsarbeit erringen.

Dabei ist die Kernfunktion des Regierens immer noch die autoritative Wertsetzung durch das Herstellen kollektiv bindender Entscheidungen.18 Regieren kann somit als Interdependenzmanagement verstanden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Politikvermittlung ein und skizziert die Fragestellung, wie mediale Vermittlungsprozesse das politische System in Deutschland beeinflussen.

2. Definition der zentralen Begriffe: In diesem Kapitel wird der Begriff der Politikvermittlung definiert und von anderen Konzepten wie der allgemeinen politischen Kommunikation oder Wahlkampfwerbung abgegrenzt.

3. Wandel der Kommunikationskultur: Das Kapitel beschreibt die historische Entwicklung der deutschen Medienlandschaft, vom Ursprung der Tageszeitungen bis zur modernen Diversifizierung durch das Internet und das Privatfernsehen.

4. Regieren in der Mediendemokratie: Hier wird analysiert, wie moderne Regierungen unter dem Druck medialer Allgegenwart kommunikative Kompetenz als wesentliche Leistungsanforderung nutzen müssen.

4.1. Formen der Politikvermittlung: Dieses Unterkapitel kategorisiert verschiedene Strategien wie Öffentlichkeitsarbeit, politische Werbung und Partizipationsmodelle.

5. Strategien der Politikvermittlung unter Kanzler Schröder: Der Fokus liegt hier auf der praktischen Umsetzung von Kommunikationsstrategien während der Ära Schröder und dem Aufstieg des "Medienkanzlers".

5.1. Die Vermittlung der Umweltpolitik der rot-grünen Regierung: Anhand der Einführung der Ökosteuer wird exemplarisch aufgezeigt, welche Herausforderungen bei der Vermittlung kontroverser Politikfelder entstehen.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Politikvermittlung eine unverzichtbare Voraussetzung für problemorientiertes Handeln und den Erhalt demokratischer Legitimation darstellt.

Schlüsselwörter

Politikvermittlung, Bundesregierung, Mediendemokratie, politische Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Regierungsführung, Agenda Setting, Medienkanzler, Rot-Grüne Regierung, Ökosteuer, Demokratische Legitimation, Massenmedien, Kommunikationsmanagement, Spin Doctors, Diskursinszenierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Politikvermittlung als integraler Bestandteil des modernen Regierens in der deutschen Mediengesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Wandlungsprozesse der Medienlandschaft, die Anforderungen an politische Akteure in der Mediendemokratie sowie die Kommunikationsstrategien der Bundesregierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie politische Akteure ihre Absichten formulieren, in der Öffentlichkeit präsentieren und wie diese Prozesse rückwirkend das politische System verändern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse und die Untersuchung konkreter Fallbeispiele, wie etwa der rot-grünen Umweltpolitik unter Gerhard Schröder.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Rahmenbedingungen, die historischen Entwicklungen der Kommunikationskultur sowie die konkreten Strategien der Politikvermittlung in der Ära Schröder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Politikvermittlung, Mediendemokratie, Öffentlichkeitsarbeit, Regierungsführung und politische Legitimation.

Wie unterscheidet sich die Politikvermittlung der Regierung Schröder von ihrem Vorgänger Helmut Kohl?

Im Gegensatz zu Kohl, der weniger Wert auf eine breite Öffentlichkeitsarbeit legte, setzte Schröder auf ein professionelles Corporate Design und eine aktive Präsenz in den Medien, weshalb er als "Medienkanzler" bezeichnet wurde.

Welche Rolle spielt die Ökosteuer in der Argumentation?

Die Ökosteuer dient als Fallbeispiel für ein Vermittlungsproblem, bei dem die Regierung trotz massiver Kritik und medialer Dramatisierung durch Privatsender gezwungen war, ihre Kommunikationsstrategie zur Vermittlung ihrer Ziele anzupassen.

Warum wird die Politikvermittlung als "Interdependenzmanagement" bezeichnet?

Weil Regieren heute bedeutet, zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Systemen zu moderieren und dabei eine Balance zwischen eigenen politischen Zielen und der Rückkoppelung mit der öffentlichen Meinung zu finden.

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Details

Title
Die Bedeutung der Politikvermittlung für die Bundesregierung
College
http://www.uni-jena.de/  (Politikwissenschaft)
Course
Proseminar Bundesregierung
Grade
1,7
Author
Sebastian Haack (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V55622
ISBN (eBook)
9783638505215
ISBN (Book)
9783656801115
Language
German
Tags
Bedeutung Politikvermittlung Bundesregierung Proseminar Bundesregierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Haack (Author), 2006, Die Bedeutung der Politikvermittlung für die Bundesregierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55622
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