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Was ist was: Problem einer Unterscheidung? Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Konvergenz politischer Informationssendungen im deutschen Fernsehen.

Title: Was ist was: Problem einer Unterscheidung? Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Konvergenz politischer Informationssendungen im deutschen Fernsehen.

Seminar Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dominik Stawski (Author)

Communications - Movies and Television
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1. Einleitung

Die aktuellen innenpolitischen Geschehnisse um die voraussichtliche Bundestagswahl im September nähren nicht nur die Hoffnung mancher Bürger auf „Besserung“, sondern treiben schon jetzt die Konjunktur zumindest einer deutschen „Branche“ an. Es geht um die politischen Informationssendungen bzw. Fernsehnachrichten, die traditionell gerade zu Wahlzeiten erheblich an Bedeutung gewinnen. Die Vermittlung von Information durch die Medien ist besonders während derartiger Partizipationsprozesse der Bürger gefordert, bildet sie doch eine Grundlage für die politische Meinungs- und Willensbildung und damit für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaftsordnung.

Berücksichtigt man, dass zumindest das öffentlich-rechtliche Fernsehen „die größte Reichweite, die höchste Glaubwürdigkeit und die größte zugesprochene Kompetenz für die Vermittlung von Informationen“ 2 im intermediären Vergleich besitzt, dann kann man die Bedeutung der entsprechenden Nachrichtenformate wohl kaum überschätzen. Aber das (Fernseh-)Bild wird getrübt: Denn nicht wenige wissenschaftliche Studien behaupten, dass „Politik […] offensichtlich immer seltener Gegenstand von Nachrichten [wird]“ 3 bzw. dass „Sensation wichtiger ist als politische Relevanz“ 4 . WOLFGANG DONSBACH und KATRIN BÜTTNER konstatieren, dass selbst das öffentlich-rechtliche ZDF innerhalb seiner Nachrichtenformate deutliche Boulevardisierungs-tendenzen offenbart und sich damit an die privaten Sender anpasst. 5 Auch die ARD bleibt von ähnlicher Kritik nicht gänzlich verschont. 6 Die Rede ist von der so genannten Konvergenzhypothese, nach der sich die Programme der öffentlich-rechtlichen und der privaten Anbieter immer weiter angleichen. Nicht umsonst gerät vor allem das Genre „politische Information“ ins Zentrum dieser Hypothese, schließlich bildet es unbestritten, wie oben exemplarisch dargestellt, einen essentiellen Bestandteil des verfassungsrechtlich gebotenen Grundversorgungsauftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der eindeutige Nachweis von Konvergenz, wobei bezüglich der Relevanz verschiedener Konvergenzformen im Folgenden noch differenziert werden muss, würde den öffentlich-rechtlichen Sendern ein erhebliches Legitimationsdefizit bescheren und sie womöglich ihrer gesonderten Gebührenfinanzierung berauben. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Konvergenzthese im Fokus der Wissenschaft

2.1 Zum Begriff der Konvergenz

2.2 Studien pro Konvergenz

2.3 Studien contra Konvergenz

2.4 Kritische Stellungnahme zu den Studien

3. Konvergenz aus Zuschauerperspektive

4. Medienpolitische Instrumentalisierung der Konvergenzthese

5. Resümee, Stellungnahme und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sogenannte Konvergenzhypothese, welche besagt, dass sich die Programmangebote von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern im deutschen Fernsehen immer weiter angleichen. Ziel ist es, den wissenschaftlichen Diskurs um diese These zu strukturieren, die empirische Studienlage kritisch zu hinterfragen und die medienpolitische Bedeutung dieses Phänomens für den Grundversorgungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einzuordnen.

  • Strukturierung der Konvergenzforschung und Definition des Konvergenzbegriffs.
  • Vergleichende Analyse wissenschaftlicher Positionen und empirischer Befunde.
  • Analyse der Konvergenzthematik aus der Perspektive der Fernsehzuschauer.
  • Untersuchung der medienpolitischen Instrumentalisierung der Konvergenzthese.
  • Bewertung der zukünftigen Herausforderungen für das duale Rundfunksystem.

Auszug aus dem Buch

2.1 Zum Begriff der Konvergenz

Unter Konvergenz versteht man im Allgemeinen den „Prozess einer Distanzverringerung […] zwischen zwei Beobachtungsobjekten innerhalb eines bestimmten Zeitraums“8. Schatz, Immer und Marcinkowski, die die Konvergenzthese im Jahr 1989 nach einer vergleichenden Struktur- und Inhaltsanalyse von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern in den vier Kabelpilotprojekten veröffentlichten9, definierten Konvergenz der Fernsehprogramme ursprünglich als einen strukturellen, inhaltlichen und qualitativen Angleichungsprozess der zuschauerstärksten Vollprogramme.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Forscher einen Prozess beidseitiger Annäherung beschreiben und nicht wie Merten einen gerichteten Konvergenzprozess seitens der öffentlich-rechtlichen Fernsehanbieter als untersuchungsleitend annehmen. Für die medienpolitische Sichtweise ist zweifelsohne neben den Richtungen von Konvergenzprozessen entscheidend, auf welcher Ebene derartige Entwicklungen zu beobachten sind.

Einerseits untersuchen Programmstrukturanalysen die Anteile und Sendeplätze verschiedener Genres und Sendungsformen am Gesamtprogramm, andererseits bietet sich eine Abstraktionsebene tiefer die Möglichkeit der Untersuchung bzw. des Vergleichs der inhaltlich-qualitativen Ebene einzelner Sendungen.10 In der medienpolitischen Diskussion eher nebensächlich behandelt wird die Untersuchung der präsentativen Ebene einzelner Sendungen, wobei sie z.B. im Hinblick auf die Zunahme filmischer Beiträge und damit verbunden auch von Gewaltdarstellungen in Informationssendungen vor allem medienpsychologisch relevant erscheint.11

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz politischer Fernsehnachrichten ein und stellt die Konvergenzhypothese vor, laut der sich öffentlich-rechtliche und private Programme immer weiter angleichen.

2. Die Konvergenzthese im Fokus der Wissenschaft: Das Kapitel definiert den Begriff der Konvergenz, präsentiert gegensätzliche wissenschaftliche Studien zu diesem Thema und schließt mit einer kritischen Reflexion der Forschungsmethoden ab.

3. Konvergenz aus Zuschauerperspektive: Dieser Abschnitt analysiert, inwieweit Konvergenzphänomene von Rezipienten wahrgenommen werden und beleuchtet die unterschiedlichen Akzeptanzwerte der verschiedenen Nachrichtenformate.

4. Medienpolitische Instrumentalisierung der Konvergenzthese: Hier wird untersucht, wie die Konvergenzhypothese von Politikern und Interessenvertretern als Argument in der Debatte um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dessen Gebührenfinanzierung genutzt wird.

5. Resümee, Stellungnahme und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, zeigt die Defizite der bisherigen Konvergenzforschung auf und wagt eine Prognose zur Zukunft des dualen Rundfunksystems.

Schlüsselwörter

Konvergenzthese, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, privates Fernsehen, Fernsehnachrichten, Programmstruktur, Boulevardisierung, Grundversorgungsauftrag, Medienpolitik, Zuschauerakzeptanz, Informationsqualität, duales Rundfunksystem, Programmangleichung, Meinungsbildung, Konvergenzforschung, Sendungsformat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit untersucht die sogenannte Konvergenzhypothese, die besagt, dass sich die Programmangebote von ARD, ZDF und privaten Sendern im Bereich der politischen Information immer weiter angleichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der wissenschaftlichen Definition der Konvergenz, der Analyse widersprüchlicher empirischer Studien, der Wahrnehmung durch Zuschauer sowie der medienpolitischen Debatte über die Legitimität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die unübersichtliche Forschungslage zur Konvergenz zu strukturieren und kritisch zu hinterfragen, um zu bewerten, ob und in welcher Form eine tatsächliche Angleichung der Fernsehprogramme stattfindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung zahlreicher bestehender Studien und empirischer Programmanalysen, um die Debatte kritisch zu würdigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die wissenschaftliche Debatte (pro/contra), die Zuschauerperspektive sowie die Untersuchung, wie Politiker die Konvergenzthese nutzen, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter Druck zu setzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Konvergenzthese, Grundversorgungsauftrag, Boulevardisierung, duales Rundfunksystem und Programmstruktur.

Warum ist die Unterscheidung zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern medienpolitisch so wichtig?

Die Legitimation der Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stützt sich maßgeblich auf einen spezifischen Programmauftrag, der sich von rein kommerziellen Formaten abgrenzen soll; eine zu starke Konvergenz gefährdet somit diese Existenzgrundlage.

Welches Fazit zieht der Autor zur Zukunft des dualen Rundfunksystems?

Der Autor prognostiziert, dass die Debatte um die Mischfinanzierung und den Funktionsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufgrund steigenden Konkurrenzdrucks und einer Verschärfung der politischen Diskussion anhalten wird.

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Details

Title
Was ist was: Problem einer Unterscheidung? Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Konvergenz politischer Informationssendungen im deutschen Fernsehen.
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt  (Journalistik)
Course
PS Medienlehre Rundfunk
Grade
1,0
Author
Dominik Stawski (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V55641
ISBN (eBook)
9783638505352
ISBN (Book)
9783656780861
Language
German
Tags
Problem Unterscheidung Eine Untersuchung Konvergenz Informationssendungen Fernsehen Medienlehre Rundfunk
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominik Stawski (Author), 2005, Was ist was: Problem einer Unterscheidung? Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Konvergenz politischer Informationssendungen im deutschen Fernsehen., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55641
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