Durch die Verfilmungen von John Ronald Reuel Tolkiens Hauptwerk The Lord of the Rings durch Peter Jackson in den Jahren 2001 bis 2003 in drei über dreistündigen Filmen ist die Popularität Tolkiens Werke noch größer geworden als sie schon zur Zeit ihrer Veröffentlichung und vor allem in den sechziger Jahren waren. Es löste einen sehr großen Mittelerde-Boom aus. Nicht nur Bücher folgten, auch Computerspiele, Musik und conventions auf denen sich die Fans von Mittelerde treffen. Nach der Bibel ist The Lord of the Rings das meistverkaufte Buch des 20. Jahrhunderts. Allerdings ist eine Umsetzung von The Lord of the Rings im Englischunterricht hier sehr zwiespältig, da dieses Werk mit einem Umfang von über 1200 Seiten den Rahmen, den der Lehrplan für die 10. Klasse an Realschulen für den Literaturunterricht vorsieht, deutlich übersteigen würde. Neben dem Hauptwerk gibt es allerdings auch weniger umfangreichere Bücher von Tolkien, die sich deshalb eher für den Einsatz im Englischunterricht eignen. Beispiele hierfür sind The Hobbit, Farmer Giles of Ham oder auch Roverandom. Der Einsatz des Ersteren im Unterricht soll das Thema dieser Arbeit sein, da es doch sozusagen als Vorgeschichte zu The Lord of the Rings für Jugendliche recht interessant sein kann. Ausgehend vom Lehrplan an bayerischen Realschulen soll der Einsatz von Literatur und insbesondere von fantasy literature im Englischunterricht deutlich gemacht werden. Neben einer Sachanalyse von The Hobbit soll ebenfalls eine didaktische Analyse Teil dieser Arbeit sein, um einige mögliche Umsetzungen für den Englischunterricht zu zeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Literatur im Englischunterricht
2.1. Lehrplanvorgaben
2.2 Funktion der Literatur im Englischunterricht
2.3. Fantasy literature im Englischunterricht
2.3.1 Definition von fantasy literature
2.3.2. Verwendung von fantasy literature im Unterricht
3. Sachanalyse von The Hobbit
3.1. Entstehung von The Hobbit und Aufbau des Romans
3.2. Personenkonstellation und Charakteristiken der wichtigsten Personen
3.2.1. Bilbo Baggins
3.2.2. Gandalf
3.2.3 Thorin Oakenshield
3.2.4. Gollum
3.2.5. Smaug
4. Didaktische Analyse
4.1. Didaktische Relevanz
4.2. Unterrichtsvorschläge
4.3. Schreiben einer Fortsetzung von The Hobbit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einsatz von J.R.R. Tolkiens Roman "The Hobbit" als literarische Ganzschrift im Englischunterricht der 10. Jahrgangsstufe an bayerischen Realschulen, um die Motivation der Schüler zu steigern und gleichzeitig lehrplankonforme Lernziele zu erreichen.
- Lehrplananforderungen für den Englischunterricht in der 10. Klasse
- Didaktische Funktion und Mehrwert von Fantasy-Literatur im Unterricht
- Sachanalytische Untersuchung von Handlung, Struktur und Charakteren in "The Hobbit"
- Methodische Ansätze für die Behandlung einer Ganzschrift im Unterricht
- Projektorientierte Unterrichtsgestaltung durch das Schreiben einer eigenen Fortsetzung
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Bilbo Baggins
“Bilbo Baggins of Bag End was as conventional a hobbit as any other [...] and [...] eschewed adventures in all his distasteful forms.”24 Er erscheint voller Unsinn und fast schon als Clown zu Beginn der Reise zu sein, so wie Tolkien die moderne englische Gesellschaft gesehen hat. Seine “Tookishness” (Tolkien 26.), also der Abenteuerdrang und die Neugierde seiner Verwandtschaft mütterlicherseits, kommt aber immer mehr hervor und das Biedere der väterlichen Seite tritt immer mehr zurück. Er scheint nicht feige zu sein ist aber auch kein Drachentöter. “He is admittedly a bourgeois.”25 Dies ist der Grund, weshalb er für Gandalf “the chosen and selected burglar” (Tolkien 22.) ist. Bilbo will im Grunde gar nicht an dem Unternehmen teilnehmen. Gandalf zwingt ihn durch Tricks an der Reise teilzunehmen. So schließt sich Bilbo “[...] without [...] hat, [...] pocket-handkerchief [...], and ] [...] money” (Tolkien 30.) der Gesellschaft an. Zu Beginn braucht er immer die Hilfe der Zwerge und vor allem Gandalfs um sich aus Schwierigkeiten zu befreien, was man vor allem bei dem Zusammentreffen mit den Trollen sieht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit begründet die Wahl von Tolkiens "The Hobbit" für den Englischunterricht aufgrund der hohen Schülerpopularität und der Eignung als literarische Ganzschrift.
2. Literatur im Englischunterricht: Es werden die lehrplanmäßigen Ziele erläutert und die didaktische Bedeutung von Fantasy-Literatur sowie deren Unterteilung in verschiedene Gattungen dargelegt.
3. Sachanalyse von The Hobbit: Dieser Teil befasst sich mit der Entstehungsgeschichte, der narrativen Struktur sowie der detaillierten Charakterisierung der zentralen Romanfiguren.
4. Didaktische Analyse: Hier werden methodische Ansätze für den Unterricht, wie die Arbeit mit "Reading logs" oder ein umfangreiches Schreibprojekt zur Fortsetzung der Geschichte, praxisnah dargestellt.
Schlüsselwörter
Englischunterricht, Literaturdidaktik, J.R.R. Tolkien, The Hobbit, Fantasy-Literatur, Ganzschrift, Realschule, Lehrplan, Bilbo Baggins, Leseverstehen, Projektunterricht, literarische Analyse, Schreibförderung, Lesemotivation, Fremdsprachenerwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit analysiert, inwiefern sich J.R.R. Tolkiens Roman "The Hobbit" als Ganzschrift für den Englischunterricht an Realschulen der 10. Jahrgangsstufe eignet.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die didaktische Einbindung von Fantasy-Literatur, die pädagogische Funktion von Literatur im Fremdsprachenunterricht und die praktische methodische Umsetzung im Klassenzimmer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein populärer literarischer Stoff genutzt werden kann, um lehrplanrelevante Kompetenzen wie Leseverstehen und produktives Schreiben zu fördern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Verfasser stützt sich auf eine Kombination aus fachdidaktischer Literaturanalyse und sachanalytischer Textuntersuchung des Romans.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Sachanalyse von Figuren und Handlung sowie einen didaktischen Teil, der konkrete Unterrichtsmodelle vorstellt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Literaturdidaktik, Fantasy-Literatur, Ganzschrift, Lesemotivation und schülerzentrierter Projektunterricht beschreiben.
Warum wird Bilbo Baggins nicht als klassischer Held eingestuft?
Bilbo zeichnet sich durch Güte und Verstand aus, während er heroische Klischees wie Kampfgeist oder Gewalt ablehnt, was ihn zu einer Identifikationsfigur für Schüler macht.
Wie sollte laut dem Autor ein Schreibprojekt in der Klasse gestaltet werden?
Der Autor empfiehlt einen strukturierten Prozess, der mit einem "Brainstorming" beginnt, in Gruppenarbeit erfolgt und durch den Lehrer als Moderator begleitet wird.
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- Burkhard Werner (Author), 2006, J.R.R. Tolkiens 'The Hobbit' als Beispiel für fantasy literature im Englischunterricht der 10. Jahrgangsstufe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55652