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Religiöse Toleranz unter Friedrich II. von Preußen

Title: Religiöse Toleranz unter Friedrich II. von Preußen

Term Paper , 2006 , 30 Pages , Grade: gut

Autor:in: Andreas von Bezold (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Die religiöse Toleranz in Preußen unter Friedrich II. ist auch heute noch einer der bemerkenswerten Aspekte der Regierung dieses Königs, gerade im Vergleich mit der sonst üblichen Herrschaftspraxis im 18. Jahrhundert, das üblicherweise mit dem –nicht unumstrittenen- Begriff des „Zeitalters des Absolutismus“ charakterisiert wird. Folgt man dieser Terminologie, so kann man König Friedrich II. als Vertreter des „aufgeklärten Absolutismus“ bezeichnen. Charakteristisch für diese Form der Herrschaftsausübung ist es, dass der Anspruch auf Alleinherrschaft sich verband mit der Überzeugung, dem Wohl des Staates dienen zu müssen. Auch Friedrich sah folglich den Zweck seiner Herrschaft darin, den preußischen Staat zu erhalten und zu vergrößern und zum Wohlergehen seiner Untertanen beizutragen.
Persönlich hielt er religiöse Zeremonien und Gebräuche für lächerlich und hielt sich mit Spott über diesen - seiner Meinung nach- Aberglauben in Äußerungen gegenüber Gleichgesinnten nicht zurück. Da er jedoch der überwiegenden Masse seiner Untertanen nicht zutraute, für die Ideen der Aufklärung zugänglich zu sein, erachtete er die Religion zur Aufrechterhaltung von Moral und Ordnung für unabdingbar. Dabei räumte er der freien Religionsausübung und der Gewissensfreiheit höchsten Rang ein.
Drei entscheidende Fragen stellen sich in diesem Zusammenhang: Woher kommt diese Bereitschaft, einen jeden „nach seiner Fasson selig“ werden zu lassen, die Überzeugung, dass die Religionen alle
gleich seien? Konnte und wollte der König den Anspruch, in religiösen Dingen Toleranz zu üben, in der Praxis tatsächlich umsetzen? Und, vor allem, welchen praktischen Nutzen brachte diese tolerante Haltung für den preußischen Staat?
Ergebnis dieser Untersuchung der theoretischen und praktischen Seite der religiösen Toleranz in Preußen unter Friedrich II. wird daher eine Würdigung der Auswirkungen auf die Entwicklung Preußens sein, das erst unter der Regierung Friedrichs II. von einer Mittelmacht vergleichbar mit Sachsen oder Hannover zu einer der bedeutendsten Europäischen Mächte, vergleichbar mit dem Habsburgerreich, wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Religionsgemeinschaften in Preußen und im Deutschen Reich vom Westfälischen Frieden bis zum „aufgeklärten Absolutismus“ in der Zeit Friedrichs des Grossen

3. Die religiöse Toleranz Friedrich des Grossen

3.1 Friedrichs persönliche Einstellung zur Religion

3.2 Die Theorie: Religiöse Toleranz als Bestandteil des aufgeklärten Absolutismus

3.3 Die Praxis: Friedrichs Kirchenpolitik gegenüber den wichtigsten Religionsgemeinschaften in Preußen

3.3.1 Protestanten: Lutheraner und Reformierte

3.3.2 Katholiken

3.3.3 Juden

3.4 Die Politik Friedrichs gegenüber der katholischen Kirche in Schlesien als Beispiel von Theorie und Praxis der religiösen Toleranz

3.5 Die Auswirkungen der toleranten Religionspolitik auf die Entwicklung des preußischen Staates

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die religiöse Toleranz unter Friedrich II. von Preußen, wobei das primäre Ziel darin besteht, sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die praktische Umsetzung dieser Toleranz sowie deren Nutzen für den preußischen Staat zu analysieren und zu bewerten.

  • Die historische Einordnung der religiösen Verhältnisse in Preußen vor und während Friedrichs Herrschaft.
  • Die persönliche Einstellung Friedrichs II. zur Religion und deren Einfluss auf sein staatliches Handeln.
  • Die Analyse der preußischen Kirchenpolitik gegenüber verschiedenen Religionsgemeinschaften (Protestanten, Katholiken, Juden).
  • Die Untersuchung der Toleranzpolitik als Instrument der Staatsraison anhand des Beispiels Schlesien.
  • Die Bedeutung der Religionspolitik für die Integration neu gewonnener Territorien und den allgemeinen Aufstieg Preußens.

Auszug aus dem Buch

3.1 Friedrichs persönliche Einstellung zur Religion

Die religiöse Unterweisung spielte bei der Erziehung des Kronprinzen Friedrich eine große Rolle. Sein Vater, König Friedrich Wilhelm I., legte persönlich den Lehrplan für seinen Sohn fest. Das Ziel, Friedrich damit zu einem frommen und gottesfürchtigen Menschen zu machen, hat er damit jedoch zweifellos nicht erreicht. Friedrich hielt die Religion für unerlässlich, aber nur für die Masse der Bevölkerung, der er nicht zutraute, für die Ideen der Aufklärung zugänglich zu sein, und die seiner Meinung nach die Religion als Mittel zur Aufrechterhaltung von Moral und Ordnung brauchten. Für sich selber lehnte er religiöse Zeremonien als unsinnig und von Menschen für ihre Zwecke erdacht strikt ab. Er war kein Atheist, sondern ging von einem Schöpfergott aus, der aber, nachdem er die Welt erschaffen hatte, nun die Menschen gewähren ließ, ohne in den Weltenlauf einzugreifen. Daher kann man Friedrichs Gottesvorstellung eher als eine deistische bezeichnen.

Seine Ablehnung und Verachtung gegenüber den Erscheinungsformen des christlichen Glaubens brachte er wiederholt durch Spott und Ironie zum Ausdruck. Ein Beispiel unter vielen ist sein Schreiben an das Breslauer Domkapitel vom 17. Dezember 1743, in dem sich die Formulierung findet „Der heilige Geist und ich, wir haben gemeinsam beschlossen“.

Bei aller persönlichen Ablehnung von Kirche und Religion war Friedrich jedoch der festen Überzeugung, dass es ihm als Herrscher nicht zukam, über den Glauben Anderer bestimmen zu dürfen: „es geht den Staat nichts an, welche metaphysische Anschauung im Menschenhirn wohnt“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Relevanz der religiösen Toleranz unter Friedrich II. im Kontext des „aufgeklärten Absolutismus“ und stellt die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Motivation, Umsetzung und des praktischen Nutzens dieser Politik.

2. Die Religionsgemeinschaften in Preußen und im Deutschen Reich vom Westfälischen Frieden bis zum „aufgeklärten Absolutismus“ in der Zeit Friedrichs des Grossen: Dieses Kapitel beschreibt das historische Umfeld und die religionsrechtliche Ausgangslage in Brandenburg-Preußen, die bereits vor Friedrich II. eine Tradition der Aufnahme religiöser Flüchtlinge aufwies.

3. Die religiöse Toleranz Friedrich des Grossen: Dieses Hauptkapitel analysiert Friedrichs deistische Einstellung, seine Einordnung der Religion als Instrument der Staatsraison sowie die konkrete, teils spannungsreiche Kirchenpolitik gegenüber Protestanten, Katholiken und Juden.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die religiöse Toleranz ein wesentliches Instrument zur Steigerung der Bevölkerungszahl und zur erfolgreichen Integration unterschiedlich geprägter Territorien war, und ordnet sie als staatsmännische Klugheit im Sinne des aufgeklärten Absolutismus ein.

Schlüsselwörter

Friedrich II. von Preußen, Religiöse Toleranz, Aufgeklärter Absolutismus, Staatsraison, Religionspolitik, Kirchenpolitik, Preußen, Schlesien, Konfessionen, Peuplierung, Integration, Westfälischer Frieden, Minderheiten, Landesherrschaft, Aufklärung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der religiösen Toleranz unter König Friedrich II. von Preußen und untersucht, wie dieses Prinzip in einer Ära des Absolutismus praktiziert wurde und welchen Nutzen es für die Entwicklung des preußischen Staates hatte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen zählen die persönliche Religionsauffassung Friedrichs, die rechtlichen und historischen Rahmenbedingungen, die spezifische Kirchenpolitik gegenüber verschiedenen Konfessionen und die Bedeutung dieser Politik für die Integration neuer Gebiete.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Toleranz unter Friedrich II. weniger auf religiösem Idealismus als vielmehr auf machtpolitischen Erwägungen und der sogenannten Staatsraison beruhte, um Preußen zu stärken und auszubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die sich auf die Auswertung zeitgenössischer Quellen, wie etwa Friedrichs politische Testamente und Briefe, sowie auf eine fundierte Auseinandersetzung mit der einschlägigen Fachliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Friedrichs persönlichen Überzeugungen, der Theorie des aufgeklärten Absolutismus, der spezifischen Kirchenpolitik gegenüber Lutheranern, Reformierten, Katholiken und Juden sowie eine detaillierte Fallstudie zur Situation in Schlesien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie aufgeklärter Absolutismus, religiöse Toleranz, Staatsraison, preußische Kirchenpolitik und Peuplierung definiert.

Warum war die Toleranzpolitik gegenüber Katholiken in Schlesien besonders schwierig?

Sie war besonders komplex, da Friedrich auf eine katholische Kirche traf, die ihre Organisation und ihre Loyalität stark auf den Papst in Rom sowie das habsburgische Haus ausrichtete, was in direkten Widerspruch zu Friedrichs absolutistischem Souveränitätsanspruch stand.

Inwiefern beeinflusste das Ziel der „Peuplierung“ Friedrichs religiöse Haltung?

Das dringende Bestreben, das dünn besiedelte Land durch neue Siedler zu stärken, erforderte eine pragmatische Offenheit. Friedrich war jeder Untertan willkommen, unabhängig von seinem Glauben, was eine liberale Aufnahme von Einwanderern förderte.

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Details

Title
Religiöse Toleranz unter Friedrich II. von Preußen
College
University of Hagen
Course
Geschichte und Gegenwart Alteuropas
Grade
gut
Author
Andreas von Bezold (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V55654
ISBN (eBook)
9783638505475
ISBN (Book)
9783638664028
Language
German
Tags
Religiöse Toleranz Friedrich Preußen Geschichte Gegenwart Alteuropas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas von Bezold (Author), 2006, Religiöse Toleranz unter Friedrich II. von Preußen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55654
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