Nach einer Erörterung des Wohlfahrts-Regime-Konzeptes von Esping-Andersen und einer Gegenüberstellung der feministischen Kritik, mit Vorschlägen zur Klassifizierung von Wohlfahrtsstaaten nach Gendergesichtspunkten, sollen Deutschland und Schweden gegenübergestellt werden. Nach einer Analyse der Quantität und Qualität der Erwerbsintegration von Frauen, werden Anreize bzw. Fehlanreize der Wohlfahrtspolitik von Schweden und Deutschland diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Wohlfahrts-Regime
2.2 Feministische Kritik und Gender Regime
2.3 Wohlfahrtsstaat Schweden
2.4 Wohlfahrtsstaat Deutschland
3. Geschlechtergerechtigkeit des deutschen und schwedischen Arbeitsmarktes
3.1 Arbeitsmarktintegration
3.1.1 Beschäftigungsquoten
3.1.2 Arbeitslosigkeit
3.2 Qualität der Erwerbstätigkeit
3.2.1 Einkommensunterschiede
3.2.2 Geschlechtliche Segregation
3.2.3 Atypische Beschäftigung
4. Wohlfahrtsstaatliche Anreize und Resriktionen
4.1 Steuerpolitik
4.2 Mutterschutz und Elternzeit
4.3 Finanzielle Leistungen
4.4 Kinderbetreuung
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtsspezifische Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt im Kontext der unterschiedlichen Wohlfahrtsregime von Deutschland und Schweden. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche wohlfahrtsstaatlichen Faktoren, wie beispielsweise steuerliche Anreize oder Kinderbetreuungsangebote, die Erwerbsbeteiligung von Frauen beeinflussen und wie sich diese auf die Qualität der Beschäftigungsverhältnisse auswirken.
- Vergleich wohlfahrtsstaatlicher Modelle in Schweden und Deutschland
- Analyse der Arbeitsmarktintegration und Erwerbsquoten von Frauen
- Untersuchung der Qualität der Erwerbstätigkeit (Lohnunterschiede, Segregation, atypische Beschäftigung)
- Bewertung staatlicher Anreize durch Steuer- und Familienpolitik
- Zusammenhang zwischen Kinderbetreuungsinfrastruktur und Erwerbsverhalten
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Einkommensunterschiede
Die Betrachtung von Einkommensunterschieden ist methodisch schwierig, da sich Einkommensunterschiede im gesamtwirtschaftlichen Kontext nicht nur aus Entgeltdiskriminierung ergeben sondern auch durch unterschiedliche Ausbildung, Dauer der Unternehmenszugehörigkeit, Arbeitsinhalte und –verantwortung (vgl. Pfarr 2002: 34). Deshalb schlüsseln Wroblewski und Leitner Einkommensunterschiede nach Alter, Bildung und Beschäftigung im öffentlichen oder privaten Sektor auf. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle wird dabei als die prozentuale Differenz zwischen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen berechnet.
Im Gesamtbild gesehen, ist das Einkommen in Deutschland etwas ungleicher verteilt. Ins Auge fällt sofort, dass mit zunehmendem Alter die Lohndifferenz in Deutschland größer wird. Darin spiegelt sich zum einen, dass Frauen durch unterbrochene Erwerbsbiografien und strukturelle Benachteiligung über weniger Berufserfahrung, erlangte Fähigkeiten und Kenntnisse und Aufstiegsmöglichkeiten verfügen. Gleichzeitig ist allerdings auch das Bildungsniveau von Frauen seit den 70er Jahren gestiegen. Der Aufholprozess der Jüngeren spiegelt sich in diesen Zahlen wieder (Klenner/ Schäfer 2001: 36). Für Schweden liegen für diesen Zusammenhang keine Vergleichszahlen vor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel der Frauenrolle und thematisiert die Notwendigkeit einer höheren Frauenerwerbsquote zur Sicherung des Wohlfahrtsstaates in beiden Ländern.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel stellt das Wohlfahrtsregime-Konzept von Esping-Andersen vor und ergänzt es um die feministische Kritik sowie geschlechtsspezifische Typologien.
3. Geschlechtergerechtigkeit des deutschen und schwedischen Arbeitsmarktes: Hier werden quantitative und qualitative Indikatoren der Arbeitsmarktintegration verglichen, um den Grad der Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland und Schweden zu bestimmen.
4. Wohlfahrtsstaatliche Anreize und Resriktionen: Das Kapitel analysiert, wie familienpolitische Maßnahmen, Steuergesetzgebung und Kinderbetreuungsinfrastruktur das Erwerbsverhalten von Frauen direkt steuern.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass Schweden zwar eine bessere Integration erreicht, jedoch mit hoher geschlechtlicher Segregation erkauft, während Deutschland durch strukturelle Anreize das Ernährer-Modell begünstigt.
Schlüsselwörter
Wohlfahrtsstaat, Frauen, Arbeitsmarkt, Geschlechtergerechtigkeit, Schweden, Deutschland, Erwerbsintegration, Gender Gap, Teilzeitarbeit, Kinderbetreuung, Steuerpolitik, Vereinbarkeit, Familienpolitik, Segregation, Einkommensunterschiede.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Erwerbssituation von Frauen im Arbeitsmarkt sowie die Auswirkungen wohlfahrtsstaatlicher Rahmenbedingungen in Deutschland und Schweden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Arbeitsmarktintegration von Frauen, die Qualität der Erwerbstätigkeit, sowie staatliche familien- und steuerpolitische Anreize.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Unterschiede in der Frauenerwerbsbeteiligung zwischen Deutschland und Schweden zu erklären und die Effekte der jeweiligen Wohlfahrtssysteme darauf zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die auf der Auswertung bestehender Sekundärliteratur und statistischer Daten (Benchmarking) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Wohlfahrtsregime, eine empirische Analyse der Arbeitsmarktindikatoren sowie eine Untersuchung staatlicher Anreize wie Kinderbetreuung und Steuerrecht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wohlfahrtsstaat, Geschlechtergerechtigkeit, Erwerbsintegration, Gender Gap, Teilzeitarbeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind die prägenden Begriffe.
Warum ist das schwedische Modell der Kinderbetreuung für die Arbeit relevant?
Es dient als Kontrastpunkt zum deutschen System, da der schwedische Staat durch eine flächendeckende Betreuungsinfrastruktur die Erwerbstätigkeit von Frauen massiv fördert.
Welche Rolle spielt das "Ehegattensplitting" im Vergleich?
Das Ehegattensplitting wird als ein wesentlicher Anreiz in Deutschland identifiziert, der das Ein-Verdiener-Modell unterstützt und somit die Vollzeiterwerbstätigkeit von Frauen eher behindert.
Was bedeutet "geschlechtliche Segregation" im Kontext der Arbeit?
Damit ist die Konzentration von Frauen in bestimmten, oft schlechter bezahlten Dienstleistungsbranchen gemeint, die im schwedischen Modell besonders ausgeprägt ist.
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- Cynthia Dittmar (Author), 2005, Frauen in Arbeitsmarkt und Wohlfahrtsstaat. Vergleich zwischen Schweden und Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55677