Die Sozialisation des Kindes nach Parsons


Seminararbeit, 2006

31 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

Einleitung

1 Freuds Instanzenmodell
1.1 Das Ich
1.2 Das Über-Ich
1.2.1 Herkunft des Über-Ichs
1.2.2 Charakter des Über-Ichs
1.2.3 Aggression des Über-Ichs
1.2.4 Die Gliederung des Über-Ichs
1.2.5 Das Ich-Ideal
1.3 Das Gewissen

2 Die psychosexuelle Entwicklung des Kindes nach Freud

3 Freuds Beitrag zur Integration von Psychologie und Soziologie
3.1 Die orale Phase und der Prozess der Identifizierung
3.2 Objektwahl und Verinnerlichung
3.3 Geschlechtsrolle, Erotik und Inzesttabu
3.4 Nach-ödipale Objektbeziehungen
3.5 Parsons` Schlussfolgerung

4 Die Schulklasse als soziales System
4.1 Die Struktur der Schulklasse
4.2 Die Eigenart der Schulleistung
4.3 Familie und „Peer Group“ in Beziehung zur Schulklasse
4.4 Sozialisation und Selektion in der Grundschule
4.5 Differenzierung und Selektion in der Oberschule

Resümee

Literatur

Einleitung

Der Amerikaner Talcott Parsons integrierte als erster die Psychoanalyse in sein soziologisches Konzept. Dies war zu Beginn seiner Studien, in den 1950er Jahren sehr ungewöhnlich, besonders für die amerikanische Soziologie. Sein Anliegen war es, allgemeingültige Aussagen zu Treffen, die gleichsam für die Theorie der Persönlichkeit und für die Theorie der Sozialisation gelten. In der Vergangenheit war es nicht möglich, die beiden Wissenschaftsdisziplinen Psychologie und Soziologie zu vereinen. Auch eine übergreifende, verbindende Analyse, wie Parsons sie anstrebt, wurde bisher noch nicht durchgeführt. Dies liegt einerseits daran, dass sich Psychologen bis dato ausschließlich mit der Persönlichkeit des Individuums beschäftigt und die Bedeutung seiner Interaktion mit anderen Personen vernachlässigt haben. Andererseits haben sich Soziologen wie beispielsweise Emile Durkheim zu sehr auf das soziale System als solches konzentriert. Dabei haben sie nicht beachtet, dass es individuelle Persönlichkeiten sind, die durch Interaktion das soziale System bilden. Nach Ansicht von Parsons muss eine angemessene soziologische Analyse eines Systems die Probleme der Persönlichkeit unbedingt berücksichtigen. Er nähert sich diesem Thema über die Analyse des Phänomens der Verinnerlichung moralischer Werte im Über-Ich des Menschen.

Nach Ansicht von Parsons spielt die Schulklasse als soziales System neben dem Elternhaus eine entscheidende Rolle im Sozialisationsprozess des Menschen. Hinsichtlich der Schulklasse beschäftigte sich Parsons mit zwei grundlegenden Fragen. Zum Einen wollte er herausfinden, wie es das soziale System Schulklasse schafft, dass die Schüler die Bereitschaft und die Fähigkeit zur erfolgreichen Erfüllung ihrer späteren Erwachsenenrolle verinnerlichen. Zum anderen fragte er sich, wie es der Schulklasse gelingt, diese menschlichen Ressourcen innerhalb der Rollenstruktur der Erwachsenengesellschaft zu verteilen.

Die vorliegende Arbeit setzt sich zunächst mit dem Instanzenmodell, der Gewissensbildung, sowie der psychosexuellen Entwicklung des Kindes nach Freud auseinander. Diese Betrachtungen dienen als Grundlage für die Auseinandersetzung Parsons` mit der Relevanz der Freudschen Theorien für die Soziologie. Der letzte Teil dieser Arbeit widmet sich der Schulklasse in ihrer Funktion als sozialem System.

1 Freuds Instanzenmodell

Nach Sigmund Freud ist das Seelenleben des Menschen eine Funktion des „psychischen Apparates“, der aus „drei Instanzen“ besteht. Diese sind aus der Wechselwirkung zwischen Ererbtem und Erlebtem entstanden.

Laut Freud ist das Es die älteste und für das Leben wichtigste Instanz. Das Es vereint die Triebe in sich. Diese stammen aus somatischen Bereichen und finden im Es ihren ersten psychischen Ausdruck. Alle Triebe können auf zwei Grundtriebe zurückgeführt werden: den Eros und den Thanatos. Der Eros beabsichtigt Vereinigung, Thanatos zielt auf die Zerstörung der vom Eros gestifteten Einheiten ab. Durch die Mischung und Entmischung dieser beiden Triebe werden die Äußerungen des Seelenlebens bestimmt. Die Triebe wirken aber nicht nur auf das Es ein, sondern besetzen im Laufe der Entwicklung auch die Ich- und Über-Ich-Instanz.[1]

1.1 Das Ich

Aus der Rindenschicht des Es entwickelt sich unter dem Einfluss der Realität das Ich, eine zwischen Es und Außenwelt vermittelnde Instanz. Das Ich erfüllt die Aufgabe der Vermittlung und Sicherung, indem es die Außenwelt ständig beobachtet. Ohne das Ich würde das Es den Anforderungen der Realität im Streben nach sofortiger Triebbefriedigung („Lustprinzip“) erliegen. Das Ich entscheidet also unter Berücksichtigung der Außenwelt, ob eine Triebbefriedigung sofort erfolgen, verschoben oder gänzlich versagt werden soll. Zwischen Triebanspruch und Triebbefriedigung schaltet das Ich die Denktätigkeit ein („Realitätsprinzip“).[2] Das Ich kann Teile von sich selbst abspalten und hat dadurch die Fähigkeit, sich selbst zum Objekt seiner Bebachtung und Kritik zu machen. Einer dieser abgespalteten Ich-Anteile ist das Über-Ich. Der Einsatz des Über-Ichs ist eng mit dem Schicksal des Ödipuskomplexes verknüpft, so dass das Über-Ich als das Erbe dieser für die Kindheit so bedeutungsvollen Gefühlsbindungen erscheint.[3]

Der Junge steht von Anfang seiner Entwicklung an in Beziehung zu zwei Objekten. Auf der einen Seite besteht zur Mutter die Beziehung „einer Objektwahl nach dem Anlehnungstyp“, d.h. die Beziehung einer libidinösen, von der nährenden Mutterbrust auf die Person der Mutter übergreifenden Objektbesetzung[4].

Auf der anderen Seite steht der Junge in einer Identifizierungs-Beziehung zum Vater und nimmt ihn wegen seiner Stärke und Autorität zum Vorbild. Dennoch ist das Verhältnis zum Vater ambivalent, sowohl von Zärtlichkeit geprägt, als auch durch die aggressive, feindselige Haltung, die in dem Wunsch nach Beseitigung des Vaters gipfelt, wenn der Knabe in der „phallischen Phase“ seiner Libidoentwicklung die Mutter begehrt und den Vater als Hindernis zur Erfüllung dieses Begehrens wahrnimmt.

Laut Freud begegnen die Eltern den sexuellen Triebregungen des Jungen, indem sie ihm indirekt Strafe durch Verlust des Penis androhen. Unter dem Einfluss dieser Kastrationsdrohung, der das Kind aufgrund seiner Sexualentwicklung im Frühstadium Glauben schenkt, gibt es die vom Ich vollzogenen Objektbesetzungen auf und ersetzt sie stattdessen mit Identifizierung: Die Objektwahl greift unter Einwirkung der Außenwelt auf die Identifizierung zurück. Diese erstmalige Identifizierung mit der Elterninstanz führt zur Einsetzung des Über-Ichs.[5]

1.2 Das Über-Ich

Das Über-Ich ist einerseits das Ergebnis des „Erbes“ des Ödipuskomplexes, andererseits verdankt es seine Entstehung der gelungenen Identifizierung mit der Elterninstanz. Darüber hinaus ist es ein autonomer, sich dem Ich entgegenstellender Teil des Seelenapparates.

1.2.1 Herkunft des Über-Ichs

Nach Freud sind die Wünsche des Jungen, die Mutter haben und den Vater töten zu wollen, die ältesten und stärksten Gelüste des Menschen.

Im Totemismus gelten die Tötung des Vaters, der das Totemtier vertritt, und der Inzest als die ältesten Tabus. Laut Freud hat sich der Sohn aus Reue über den Vatermord diese Verbote freiwillig auferlegt. Diese beiden Tabus bedingten die Entstehung von Sittlichkeit und Moral des Menschen aus den nicht befriedigten aggressiven und inzestösen Triebregungen.[6]

1.2.2 Charakter des Über-Ichs

Das Über-Ich wird im Wesentlichen durch die frühen „Elternimagines“ bestimmt. Die subjektive Färbung des Über-Ichs verliert sich im Verlauf der individuellen Entwicklung durch die Einflüsse anderer idealer Vorbilder (wie Lehrer usw.), die die Eltern ablösen.

Die Autorität, Macht und Strenge der Eltern und anderer Erzieher setzt sich im Über-Ich als der „Rechtsnachfolger“ und „legitime Leiberbe“[7] der Elterninstanz fort.

1.2.3 Aggression des Über-Ichs

Diese Eigenschaften sind Teil des Über-Ichs, auch wenn die Eltern sich nicht autoritär gegenüber dem Kind verhalten haben. Die Ursache dafür liegt in den Triebumsetzungen bei der Entstehung des Über-Ichs durch Identifizierung.[8] Mit jeder Identifizierung vollzieht sich auch eine „Triebmischung“:

„Die von den Libidoobjekten der ödipalen Sexualphase ausgehenden Versagungen, die eine Nicht-Befriedigung der libidinösen Triebregungen mit sich bringen, bedingen eine „regressive Triebentmischung“ dieser Triebregungen.“[9] Die libidinösen Triebregungen sind also nicht mehr fähig, die destruktiven Teiltriebe an sich zu binden. Das Über-Ich übernimmt diese freigewordenen Aggressionstriebe und beeinflusst damit das Ich. Die Aggression des Über-Ichs ist mit der des Gewissens identisch.

1.2.4 Die Gliederung des Über-Ichs

Schon früh setzt Freud das Bestehen einer Instanz voraus, von der die Vorgänge der Abwehr und Verdrängung ausgehen. In seiner „Einführung des Narzissmus“ (1914) bezeichnet er diese Instanz als „Ich-Ideal“. Diesen Begriff verwendet er lange Zeit gleichbedeutend mit dem in der Abhandlung „Das Ich und das Es“(1923) genannten Begriff „Über-Ich“. Für Freud enthält das Über-Ich als oberste Instanz des Seelenapparates die Funktionen der Selbst-beobachtung, des Ich-Ideals und des Gewissens. Die Fähigkeit, sich selbst zu beobachten, dient als Voraussetzung für die Fähigkeit, sich auch selbst richten und strafen zu können. Somit dient die Selbstbeobachtung als Voraussetzung für die Gewissenstätigkeit.[10]

1.2.5 Das Ich-Ideal

Das Ich-Ideal beinhaltet die „durch Identifizierung introjizierten frühen Elternimagines der ödipalen Sexualphase und die Vorbilder der introjizierten Autoritäten, die im weiteren Verlauf der Individualitätsentwicklung an die Stelle der Eltern treten.“[11] Durch die Forderungen dieser Autoritäten werden die Triebe von ihren direkten Zielen abgelenkt und manifestieren sich im Ich-Ideal als Triebschicksale (Desexualisierung und Sublimierung der libidinösen und Introjektion der aggressiven Triebregungen).[12]

Diese resultieren aus dem positiven Ausgang des Ödipuskomplexes, mit dessen Bewältigung Sittlichkeit und Religion erworben werden. Im Ich-Ideal zeigen sich die an den Menschen gestellten moralischen Ansprüche, also „das, was uns von dem sogenannt Höheren im Menschen psychologisch greifbar geworden ist.“[13]

1.3 Das Gewissen

Das Gewissen ist teilweise ererbt, teilweise basiert es auf Erlebtem. Im Verlauf seiner Entstehung spielen die beiden biologischen Faktoren der Hilflosigkeit und Schwäche des Individuums und der zweiseitige Ansatzes der Sexualentwicklung, d.h. des Ödipuskomplexes, eine Rolle.[14]

Über-Ich und Gewissen basieren auf der Identifizierung mit der Elternautorität als Folge der unter der Kastrationsdrohung aufgegebenen Objektbesetzungen. Gleichzeitig vollzieht sich mit der Identifizierung eine Triebmischung. Dadurch werden einerseits die nicht befriedigten aggressiven Triebe ins Über-Ich introjiziert und zur Gewissensstrenge modifiziert. Andererseits werden die libidinösen Triebenergien verdrängt und aus Angst vor dem Über-Ich in Gewissensangst verwandelt. Das Ausmaß von Gewissensstrenge und Gewissensangst hängt von der Stärke der Triebe und deren Befriedigung ab. Werden die Triebe des Eros und des Thanatos nicht befriedigt und von ihren Zielen abgelenkt, so gehen sie als Bestandteile und Wirkkräfte in das Gewissen mit ein. Folglich ist „das Gewissen das Gebilde eines zweifachen ´Triebschicksals`: aus Triebverzicht fortdauernd.“[15] Das Gewissen resultiert somit aus dem Triebverzicht und stellt – im Gegensatz zur Sexualität – eine sich entwickelnde, nicht von Geburt an vorhandene Größe dar. Das Kleinkind hat noch kein Gewissen, daher gehorcht es nur seinen Lustimpulsen und ist noch ganz „Es“. Dieses Verhalten wird von der Liebe der Eltern maßgeblich beeinflusst.

Am Ende der ödipalen Sexualphase befürchtet das Kind den Verlust der elterlichen Liebe. Aufgrund seiner Schwäche fühlt es sich angewiesen auf die elterliche Liebe. Diese Realangst des Ichs, eine soziale Angst, ist der Vorläufer der eigentlichen Gewissensangst.

Das Gewissen als „die moralische Zensur“[16] des Ich-Ideals hat die Funktion, Verbote und Gebote auszusprechen. Damit bezieht das Gewissen Stellung gegenüber dem Über-Ich. Dieses trifft seine Entscheidungen aufgrund der Idealvorbilder. Damit erfüllt das Gewissen seine Verpflichtungen gegenüber den normativen Inhalten des Ich-Ideals. Darüber hinaus kontrolliert und zensiert das Gewissen alle Handlungsabsichten und -vollzüge des Ichs. Dabei nimmt es zwei gegensätzliche Positionen ein: entweder die bestätigend-gutheißende (das gute Gewissen) oder die richterlich-verurteilende (das böse Gewissen). Im ersten Fall stimmt die Handlungsweise des Ichs mit den Idealen überein, und diese Übereinstimmung zeigt sich als Gefühl der Gehobenheit. Beim richterlich-urteilenden Gewissen steht das aktuelle Verhalten des Ichs in einer Spannung zu den Forderungen des Gewissens. Dies kann zu Gewissensvorwürfen und Gewissensbissen führen, die nach der Tat als „Reue“ empfunden werden.[17]

2 Die psychosexuelle Entwicklung des Kindes nach Freud

Freud nennt die aus dem Es entstehenden Bedürfnisspannungen Triebe. Er versucht die vielen unterscheidbaren Triebe auf zwei Grundtriebe zu reduzieren: Eros und Thanatos. Eros, der Liebestrieb, bezweckt die Herstellung von Einheiten, auf Erhaltung und Bindung. Thanatos, der Destruktions- oder Todestrieb, zielt auf die Auflösung, Zerstörung ab, letztlich also darauf, „das Lebende in den anorganischen Zustand zu überführen.“[18] Aus der Kombination dieser beiden Grundtriebe ergeben sich die vielen verschiedenen Triebe, die den Menschen beeinflussen.

Folgt ein Mensch den Bedürfnissen und Tendenzen des Es, so führt er nach Freud ein Leben nach dem Lustprinzip. Das Ich hingegen verkörpert das Realitätsprinzip.[19]

Laut Freud entwickelt sich die Persönlichkeit in Phasen bzw. Stadien, von denen die psychosexuellen Entwicklungsphasen der frühen Kindheit die entscheidensten sind. Kommt es in einer dieser Phasen zur Nichtbewältigung und Fixierung, so wirkt sich dies auf das ganze Leben aus. Diese psychosexuellen Entwicklungsphasen durchläuft das Kind in der Regel bis zu seinem fünften oder sechsten Lebensjahr. Freud bezeichnet sie als oral, anal und urethral-phallisch.

Alle drei Phasen sind durch drei Merkmale gekennzeichnet: erstens durch die „Prävalenz einer bestimmten Triebqualität“, zweitens durch das „Überwiegen auch der physiologischen Funktion der dazugehörigen Körperöffnung“ und drittens durch eine jeweils „völlig andersartige Zentrierung des Weltbildes.“[20]

Während der oralen Phase steht entwicklungsmäßig der Mund, in der analen Phase der After und in der urethral-phallischen das Geschlechtsteil im Mittelpunkt. In jeder Phase müssen die drei phasenbestimmenden Komponenten zu einer funktionalen Einheit verschmelzen. Wenn diese Verschmelzung nicht gelingt, werden die phasenspezifischen Entwicklungsaufgaben nicht bewältigt. Dies führt zu Entwicklungsbeeinträchtigungen und schließlich zu Fehlentwicklungen. Fehlentwicklungen in einer Phase verhindern das normale Durchlaufen der nächsten Phase, daher sind die Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung umso größer, je früher die Fehlentwicklung eintritt. Darüber hinaus führen diese Fehlentwicklungen zu einem Ungleichgewicht der Instanzen.

Die durch die Fehlentwicklung hervorgerufenen Störungen stehen in Zusammenhang zu den einzelnen Entwicklungsphasen. Fehlentwicklungen äußern sich

1) als abwegige Charakterzüge (anal z.B. als Geiz, Pedanterie)
2) als Neurose in den bekannten verschiedenen Neurosestrukturen (anal z.B. als Zwangsneurose)
3) als Perversion (anal als Sadomasochismus)
4) als psychosomatische Krankheitsbilder (oral z.B. als Sucht oder Anorexie)
5) als Kriminalität (oral z.B. als Raub, Kleptomanie)
6) als Psychose (oral z.B. als manisch-depressives Zustandsbild).[21]

Versuchungs- und Versagungssituationen können bei einem Menschen mit einer nicht gesund entwickelten Persönlichkeitsstruktur zum Symptomausbruch führen. Die Schwere und Dauer der situativen Einwirkung sowie die besondere Qualität der Strukturlabilität entscheiden, ob es „zu einer Neurose, Perversion, Organsymptomatik, Psychose, Kriminalität, Verwahrlosung, Sucht usw. in ihren verschiedenen Spielarten und Kombinationen kommt, ebenfalls, ob sich dies nur als flüchtig-passagere Symptomatik äußert, oder es schon bald zu einer Chronifizierung neigenden Dauerform geschieht.“[22] Laut Freud müssen sich Jungen am Ende der dritten psychosexuellen Phase mit dem Ödipuskomplex auseinandersetzen, Mädchen mit dem Elektrakomplex.

Ein Kleinkind kann sich nur dann gesund im Sinn der Bewältigung der phasenspezifischen Aufgaben entwickeln, wenn sich seine Umwelt kindgerecht verhält; das heißt, wenn seine Grundbedürfnisse nach Liebe, Geborgenheit, Sicherheit, Beachtung, Anerkennung und Erfolg befriedigt werden.[23]

3 Freuds Beitrag zur Integration von Psychologie und Soziologie

Talcott Parsons lenkt bei der Betrachtung des Freudschen Werks sein Hauptaugenmerk auf zwei Schwerpunkte: die Orientierung der Persönlichkeit als System und die Beziehung des Individuums zu seiner sozialen Umwelt, besonders im Prozess der Persönlichkeits-entwicklung.

[...]


[1] Sindel 1984, S. 37.

[2] Sindel 1984, S. 38.

[3] Ebd.

[4] Ebd.

[5] Sindel 1984, S. 39.

[6] Sindel 1984, S. 40.

[7] Freud 1999/15, S. 68.

[8] Sindel 1984, S. 40.

[9] Ebd., S. 41.

[10] Ebd., S. 42.

[11] Sindel 1984, S. 42.

[12] Ebd.

[13] Freud 1999/15, S. 73.

[14] Sindel 1984, S. 46.

[15] Ebd., S. 47.

[16] Freud 1999/13, S. 265.

[17] Sindel 1984, S. 43.

[18] Freud 1953, S. 11.

[19] Myschker 1996, S. 86.

[20] Kemper 1969, S. 34-36.

[21] Kemper 1969, S. 37.

[22] Ebd., S. 38.

[23] Myschker 1996, S. 87.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Die Sozialisation des Kindes nach Parsons
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
31
Katalognummer
V55680
ISBN (eBook)
9783638505680
ISBN (Buch)
9783656795438
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialisation, Kindes, Parsons
Arbeit zitieren
Caroline Debelt (Autor), 2006, Die Sozialisation des Kindes nach Parsons, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55680

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