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Qualität im Journalismus

Title: Qualität im Journalismus

Term Paper , 2002 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sonja Lindenberg (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Presse und Rundfunk stehen in einem Konflikt: Einerseits müssen sie eine öffentliche Aufgabe1erfüllen, die der Allgemeinheit nutzen soll, andererseits sind sie eine Industrie und dienen wirtschaftlichen Interessen. Diese eingebaute Schizophrenie führt zu Differenzen in den Qualitätsansprüchen des Journalismus und der Ökonomie.
Als Diskussionspunkt stellt sich heraus, dass die verschiedenen Teilhabenden am System Journalismus2, wie zum Beispiel der Rezipient, der Journalist, der Publizistikwissenschaftler oder der Medienunternehmer divergierende Vorstellungen von dem haben, was Qualität ausmacht. Dadurch ergibt sich ein Spannungsverhältnis, denn die Zielausrichtungen weichen von einander ab. Matthias Karmasin sagt hierzu:
„Was der einen Qualität, da unterhaltsam und marktwirksam, ist der anderen Schund, der nur zur Maximierung des Anzeigenaufkommens produziert wird. Was dem einen Qualität, da sorgfältig recherchiert und elaboriert formuliert, ist dem anderen langweilig, eine Minoritätenveranstaltung und eine Verschwendung von Zeit und Geld.“(Karmasin, 1996a, 17)Qualität und Qualitätssicherung im Journalismus sind verbunden mit allgemeinen Fragen und Problemen der (Medien)Ökonomie3. Sie sind sogar als ein Problem des Wirtschaftens anzusehen.(vgl. Ruß-Mohl, 1996, 23) Qualität und Qualitätssicherung werden nicht mehr nur als Schutz der journalistischen Autonomie angesehen.
Auch Ulrich Saxer weist ausdrücklich auf den Zusammenhang mit elementaren ökonomischen Überlegungen hin, denen sich der Journalismus nicht länger verweigern kann, denn die Eigenrationalität des Markthandelns und -denkens präge journalistische Zielsetzungen und Aktivitäten mit (vgl. Saxer, 1992, 111). Die vorliegende Arbeit soll die Auswirkungen ökonomischer Bedingungen auf die Qualität im Journalismus analysieren. Besondere Beachtung erfahren hierbei der Wettbewerb und die Werbewirtschaft. Die Ebene der Rezipienten wird in den einzelnen Kapitel aufgegriffen, aber nicht gesondert behandelt. Orientieren wird sich die Betrachtung am privatwirtschaftlichen Pressewesen. Das Thema Qualitätssicherung wird explizit nur in Kapitel 5.1 behandelt, eine ausführlichere Behandlung kann in dieser Arbeit nicht erfolgen. Da in der Qualitätsdiskussion nicht „Äpfel mit Birnen“ und am ehesten Medienangebote desselben Marktsegments verglichen werden sollten (vgl. Ruß-Mohl, 1992, 85), erfolgt eine konkrete Darstellung am Beispiel der Wochenzeitungen Die Woche und Die Zeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff des qualitativen Journalismus

2.1 Qualitätsmaßstäbe im Journalismus

2.2 Qualitätsmaßstäbe in der Ökonomie

3. Qualität als Faktor im Wettbewerb

3.1 Informationen als Produkt

3.1.1 Mangelnde Qualitätstransparenz

3.1.2 Folgen der Qualitätsunkenntnis

3.1.3 Ökonomischer Wettbewerb und Qualität

3.1.4 Publizistischer Wettbewerb und Qualität

3.2 Auswirkungen auf das journalistische Produkt

3.2.1 Reduktion der Kosten zu Lasten der Qualität

3.2.2 Handlungsautonomie und Unternehmenswachstum

3.2.3 Produkte mit Massenattraktivität

4. Der zweite Absatzmarkt: Werbekunden

4.1 Die Verbundproduktion

4.1 Mischfinanzierung der Verlage: Primärorientierung am Anzeigenmarkt?

4.2 Qualitätseinbußen durch Primärorientierung

5. Fallbeispiel Die Woche und Die Zeit

5.1 Markenstrategien

5.2 Veränderte Qualitätsstandards in der Wochenpresse

5.3 Qualität contra Rentabilität

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Auswirkungen ökonomischer Bedingungen auf die Qualität im Journalismus. Dabei wird untersucht, wie sich Wettbewerbsdruck und die Orientierung am Werbemarkt auf journalistische Produkte auswirken und inwieweit ökonomische Logik und publizistische Qualitätsansprüche in Konflikt geraten.

  • Spannungsfeld zwischen publizistischer Qualität und ökonomischer Rentabilität
  • Rolle des Wettbewerbs und des Informationsparadoxons im Medienmarkt
  • Einfluss von Werbekunden und Primärorientierung auf die redaktionelle Berichterstattung
  • Bedeutung von Markenstrategien für Medienunternehmen
  • Analyse veränderter Qualitätsstandards am Beispiel von Wochenzeitungen

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Mangelnde Qualitätstransparenz

Dem Journalismus wird immer wieder mangelnde Qualitätstransparenz vorgeworfen, denn vor dem Kauf und vor dem Konsum kann die Qualität von Medienprodukten nicht beurteilt werden. Nach Jürgen Heinrich gilt hier das Informationsparadoxon:

„Man kann die Qualität von Informationen nicht beurteilen, bevor man sie konsumiert hat. Wenn man sie aber kaufen und konsumieren wollte, müßte man ihre Qualität vorher kennen. Wenn man aber die Qualität der Information kennt, braucht man sie nicht mehr zu kaufen.“ (Heinrich, 2001, 99)

Ein weiteres Problem ergibt sich dadurch, dass auch nach dem Konsum der Rezipient die Qualität nur schwer beurteilen kann. Armin Thurnher bestätigt dieses Problem in der journalistischen Praxis:

„Das Tückische daran ist, daß ein Medium von außen so aussieht wie das andere. Zwar schauen beide aus wie ‚Journalismus‘, im einen ist es drinnen, im anderen ist es nicht drinnen. Als Leser kann man sehr schwer unterscheiden zwischen einem Interview und einem, das keines ist, sondern in Wirklichkeit die Anbahnung eines Anzeigengeschäftes.“(Thurnher, 1999, 104)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des Konflikts zwischen der öffentlichen Aufgabe des Journalismus und wirtschaftlichen Interessen im Medienmarkt.

2. Zum Begriff des qualitativen Journalismus: Untersuchung der verschiedenen, teils widersprüchlichen Definitionen von Qualität aus journalistischer und ökonomischer Sicht.

3. Qualität als Faktor im Wettbewerb: Analyse der Probleme bei der Beurteilung journalistischer Produkte und der negativen Auswirkungen ökonomischen Wettbewerbs auf die Qualität.

4. Der zweite Absatzmarkt: Werbekunden: Untersuchung der Abhängigkeit journalistischer Medien von Anzeigenerlösen und deren Einfluss auf redaktionelle Entscheidungen.

5. Fallbeispiel Die Woche und Die Zeit: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf das konkrete Marktsegment der Wochenzeitungen und deren unterschiedliche Markenstrategien.

6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Erkenntnis, dass die Vereinbarkeit von publizistischem und ökonomischem Erfolg eine ständige Herausforderung für Verlage und Journalisten bleibt.

Schlüsselwörter

Qualitätsjournalismus, Medienökonomie, Wettbewerb, Informationsparadoxon, Werbemarkt, Markenstrategie, Wochenzeitung, Reichweite, Kostenwettbewerb, Redaktionelle Autonomie, Medienunternehmen, Qualitätssicherung, Rezipienten, Publizistische Qualität, Medienmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Spannungsfeld zwischen journalistischem Qualitätsanspruch und dem ökonomischen Druck, dem Medienunternehmen in einer marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaft ausgesetzt sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Definition journalistischer Qualität, die Marktbedingungen im Journalismus, der Einfluss von Anzeigenkunden sowie die Entwicklung von Markenstrategien bei Wochenzeitungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu analysieren, wie ökonomische Bedingungen – insbesondere Wettbewerb und Werbewirtschaft – die journalistische Produktqualität beeinflussen und ob diese Ziele vereinbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse medienökonomischer Theorien und verknüpft diese mit einer Fallstudie zum Wochenzeitungsmarkt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Informationsparadoxon, die Kostenstrukturen bei der Medienproduktion, den Einfluss von Werbekunden auf redaktionelle Inhalte sowie Markenstrategien am Beispiel von Die Woche und Die Zeit.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Medienökonomie, journalistische Qualität, Wettbewerb, Anzeigenmarkt, Markenstrategie und Medienmanagement.

Warum spielt das Thema "Qualitätstransparenz" eine so große Rolle?

Da Konsumenten die Qualität eines journalistischen Produkts erst nach dem Kauf beurteilen können, besteht ein "Informationsparadoxon", das den Markt für journalistische Qualität erschwert.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der "Woche"?

Die Einstellung der Wochenzeitung "Die Woche" wird als Resultat einer verfehlten Markenstrategie und mangelnder Akzeptanz am Werbemarkt gewertet, wobei betont wird, dass Sparmaßnahmen die Qualität weiter gefährdet hätten.

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Details

Title
Qualität im Journalismus
College
University of Applied Sciences Bremen  (Internationaler Studiengang für Fachjournalistik)
Course
Medientherie
Grade
1,0
Author
Sonja Lindenberg (Author)
Publication Year
2002
Pages
27
Catalog Number
V55706
ISBN (eBook)
9783638505925
ISBN (Book)
9783656801276
Language
German
Tags
Qualität Journalismus Medientherie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Lindenberg (Author), 2002, Qualität im Journalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55706
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