Kurzwortbildung - Entstehung, Typen, Funktionen


Hausarbeit, 2006

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurzwortbildung
2.1 Einführungen in die Kurzwortbildung
2.2 Typen der Kurzwortbildung
2.3 Funktionen von Kurzwörtern

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„ARD, ZDF, C&A[,] BRD, DDR und USA […] MfG - Mit freundlichen Grüssen [sic] […]“ (Kaiser 2001, s. Anhang).

Wer kennt diesen Song nicht? 1999 feierte die Hip-Hop-Gruppe Die Fantastischen Vier mit ihrem Hit MfG - Mit freundlichen Grüßen einen riesigen Erfolg: Ein Lied, dessen Text fast nur aus Akronymen besteht, wohlgemerkt von einer Gruppe, deren Name selbst auch noch eine Kurzform hat, nämlich FANTA 4.

Dieser Hit dürfte damals nicht nur Begeisterung bei den Jungendlichen ausgelöst haben, sondern auch wissenschaftliches Interesse bei dem einen oder anderen Sprachwissenschaftler geweckt haben. Schließlich ist es nicht nur faszinierend festzustellen, dass es möglich ist einen sich reimenden Text aus beinahe 50 Kurzwörtern zu bilden. Auch die Feststellung, dass es augenscheinlich viele Kurzwortformen gibt, die sich schon fast unauffällig in unserer Alltagssprache eingebürgert haben, ist ernüchternd.

Dennoch gab und gibt es immer noch Gegner der Kurzwortbildung:

„Sprachpfleger aber verurteilen und verurteilten den Gebrauch dieser Wortformen, weil sie in ihnen einen Verfall der deutschen Sprache sehen. Sie verdammen und beklagen immer wieder die Abkürzungsunsitte innerhalb der deutschen Sprache. Dabei übersehen sie, daß [sic] Abkürzungen, Kurzbezeichnungen oder Akronyme Raum und Zeit sparen, damit auch kostensparend [sic] sind.“ (Vieregge 1983, 209)

Man spricht bei diesem Phänomen sogar von ‚Abkürzungsunsitte’, ‚Abkürzungsseuche’ und sogar von ‚Wortverstümmelung’ (vgl. ebd.). Dabei werden jedoch vor allem die Vorteile, die die Kurzwortbildung mit sich bringt, oft übersehen.

Diese Arbeit gibt zunächst kurze Einführungen in Entstehung und Definitionen der Kurzwortbildung. Danach stellt sie Typen der Kurzwortbildung vor und beschäftigt sich danach mit der Frage nach der Funktion der Kurzwortformen.

2. Kurzwortbildung

2.1 Einführungen in die Kurzwortbildung

Zu Beginn dieser Arbeit soll erst einmal darauf hingewiesen werden, dass es einen Unterschied zwischen Kurzwörtern und Abkürzungen gibt.

„Kurzwörter dürfen nicht mit Abkürzungen verwechselt werden. Abkürzen ist nur eine Schreiberleichterung.“ (Gallmann/Sitta 2004, 88) Eine Abkürzung ist durch einen oder mehrere Punkte gekennzeichnet und wird hauptsächlich im schriftlichen Gebrauch angewandt. Beispiele hierfür sind: z.B., u.U., o.g., etc., Nr., Dr. oder usw. „Der Leser pflegt bei Abkürzungen jeweils im Kopf die volle Form des betreffenden Wortes wiederherzustellen, und beim lauten Lesen spricht er sie auch als Vollform aus“ (ebd., 88f.), also /d.h./ in einem Text wird beim Lesen nicht [de puŋkt ha puŋkt], sondern vollständig [das haist] ausgesprochen.

„Erst durch den weiter rationalisierenden Schritt des Fortfalls des Punktes kommt es dann zur Wortbildung“ (Vieregge 1983, 216) und somit zu einem Kurzwort. Eine kurze und einfache Definition von Kurzwort liefert die „Deutsche Grammatik“ von Gallmann und Sitta:

„[E]s wird nicht etwas hinzugefügt, sondern etwas weggenommen. Kurzwörter entstehen auf unterschiedlichste Weise. Ihr Nutzen liegt darin, dass mit ihnen handliche Ausdrücke für Produkte und Erscheinungen der heutigen Zeit geschaffen werden.“ (Gallmann/Sitta 2004, 88)

Das Phänomen der Kurzwortbildung ist keinesfalls erst kürzlich aufgetreten, obwohl vor allem in der heutigen Zeit eine häufigere Anwendung von Kurzwörtern zu beobachten ist.

„Wortbildungsmöglichkeiten […] verschiedenartigste[r] Bildung von Kurzwortformen oder sogenannten [sic] Abbreviationen […sind] in bezug [sic] auf ihre lexikalische Bedeutung primär keine Neuschöpfungen, sondern geben bekannte und schon sprachlich geprägte Inhalte in geraffter phonemischer Form wieder […]“ (Vieregge 1983, 208).

Besonders im 19. Jahrhundert, womöglich auch durch allgemeine Alphabetisierung im Rahmen der Schulpflicht, entwickelte sich ein verstärkter Trend zur Wortkürzung (vgl. Greule 1996, 202). Dennoch lassen sich im Lateinischen Kurzformen finden, die noch auf die Zeit der römischen Herrschaft zurückzuführen sind, wie z.B. das wohl berühmteste lateinische Kürzel SPQR, das für „S enatus Po pulusque R omanus“ (Vieregge 1983, 216) steht. Ein anderes lateinisches Kürzel ist „CCAA […] von C olonia C laudia A ra A grippina als Hinweis auf die zur Zeit des Kaisers Augustus gegründete Kolonie.“ (ebd.) Das wohl älteste und berühmteste Kurzwort dürfte „die Kreuzinschrift INRI als Abkürzung von I esus N azarenus R ex I udaeorum“ (ebd.) sein.

Heutzutage findet man überall die verschiedensten Kurzwortformen. Sie gehören zum Alltag und werden kaum noch als ‚Fremdformen’ angesehen, auch wenn nicht immer ganz klar ist, was sie eigentlich bedeuten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Kurzwortbildung - Entstehung, Typen, Funktionen
Hochschule
Universität des Saarlandes
Veranstaltung
Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
12
Katalognummer
V55859
ISBN (eBook)
9783638507066
ISBN (Buch)
9783638752176
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kurzwortbildung, Entstehung, Typen, Funktionen, Einführung, Arbeiten
Arbeit zitieren
Eva Sammel (Autor), 2006, Kurzwortbildung - Entstehung, Typen, Funktionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55859

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