In meiner Hausarbeit setze ich mich mit Hobbes und mit seiner Staatsphilosophie auseinander. In diesem Zusammenhang werde ich zum einen Hobbes implizite und explizite Theorie der internationalen Politik, zum anderen Hobbes und den Realismus (bzw. die Hobbesianische Tradition) betrachten.
Bei den Betrachtungen werde ich auf die für Hobbes typischen und wichtigen Begrifflichkeiten, wie auf den Naturzustand und auch Naturrecht und Naturgesetz verweisen. Für die Betrachtung hobbesscher Staatsphilosophie ist natürlich auch die Betrachtung seines Menschenbildes von besonderer Bedeutung. Im Verlauf meiner Hausarbeit werde ich auch darauf eingehen. Abschließend werde ich mich darum bemühen, die Frage, ob sich mit Hobbes die Forderung nach einem Welt-Leviathan begründen lässt, zu beantworten.
Hobbes Staatsphilosophie ermöglicht eine Betrachtung der internationalen Beziehungen.
An dieser Stelle schließt sich die Frage nach der Begründung eines Welt-Leviathans an.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. Thomas Hobbes
3. HOBBES MENSCHENBILD
4. DER NATURZUSTAND
4.1 Naturrecht (jus naturale)
4.2 Naturgesetz (lex naturale)
5. Der Staat
6. Leviathan, der Hobbessche Friedensstaat
7. Begründung eines Welt-Leviathans
8. Schlussbemerkungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Staatsphilosophie von Thomas Hobbes auseinander, wobei der Fokus insbesondere auf der Übertragung seiner Thesen auf die internationale Politik und den Realismus liegt. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, ob sich die Forderung nach einem Welt-Leviathan auf Basis der hobbesianischen Theorie begründen lässt.
- Analyse des hobbesianischen Menschenbildes und seiner psychologischen Grundlagen.
- Untersuchung des Naturzustands als theoretisches Konstrukt der Anarchie und des Krieges.
- Erläuterung der vertragstheoretischen Staatsbegründung durch den Gesellschaftsvertrag.
- Diskussion des Realismus und der Frage nach einer globalen Souveränität (Welt-Leviathan).
Auszug aus dem Buch
DER NATURZUSTAND
Hobbes vertritt in seiner Staatsphilosophie die These vom Naturzustand des Menschen, der einerseits durch die Gleichheit unter Menschen und andererseits durch die Abwesenheit staatlicher Führung gekennzeichnet ist. Es herrscht also ein anarchischer Zustand, in dem keine allgemeine, alle im Zaum haltende Macht vorhanden ist. Diesen Zustand setzt er mit dem eines Krieges, eines Krieges aller gegen alle, gleich.
Dabei handelt es sich, nach seinem Verständnis von Krieg, nicht erst um einen solchen, wenn die Waffen sprechen, sondern bereits, wenn zu einem Zeitpunkt, in dem allein die Bereitschaft zu einem solchen besteht.
(...) so besteht das Wesen des Krieges nicht in tatsächlichen Kampfhandlungen, sondern in der bekannten Bereitschaft dazu während der ganzen Zeit, in der man sich des Gegenteils nicht sicher sein kann.
Hobbes führt bei seinen Betrachtungen an, dass der Mensch bereits vor dem Staate, also vor der Bildung eines solchen, gewesen ist. Aus genau diesem Grund stehen ihm deshalb Grundrechte zu, deren Einschränkung durch staatliche Gewalt unmöglich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der hobbesianischen Staatsphilosophie sowie die Zielsetzung der Untersuchung im Kontext des Realismus.
Thomas Hobbes: Biografischer Abriss und Einordnung seines Werkes unter dem Einfluss der zeitgenössischen Kriegswirren.
HOBBES MENSCHENBILD: Darstellung der relativen Gleichheit der menschlichen Fähigkeiten und der daraus resultierenden Konkurrenz.
DER NATURZUSTAND: Analyse des anarchischen Zustands des „Krieges aller gegen alle“ als Resultat aus Misstrauen und Selbsterhaltungstrieb.
Naturrecht (jus naturale): Definition des Rechts eines jeden, alle notwendigen Mittel zum Überleben einzusetzen.
Naturgesetz (lex naturale): Erklärung der vernunftbasierten Vorschriften, die zur Friedenssuche anhalten.
Der Staat: Herleitung der staatlichen Ordnung durch den Gesellschaftsvertrag als Ausweg aus der Unsicherheit.
Leviathan, der Hobbessche Friedensstaat: Charakterisierung der absoluten Macht als notwendiges Instrument zur Friedenssicherung.
Begründung eines Welt-Leviathans: Kritische Prüfung, ob das hobbesianische Modell zur Legitimation einer globalen staatlichen Ordnung taugt.
Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Erkenntnisse über die Zweckhaftigkeit staatlicher Herrschaft und die Grenzen rationaler Weltordnungsmodelle.
Schlüsselwörter
Thomas Hobbes, Staatsphilosophie, Leviathan, Naturzustand, Krieg aller gegen alle, Gesellschaftsvertrag, Souveränität, Realismus, Internationale Politik, Menschenbild, Sicherheit, Machtgleichgewicht, Vernunft, Anarchie, Rechtsphilosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Staatsphilosophie von Thomas Hobbes und untersucht, wie sein Menschenbild und seine Theorie des Naturzustandes als Basis für die Staatsbildung dienen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte des Naturzustands, des Gesellschaftsvertrags, der Souveränität sowie die Anwendung dieser Theorien auf die internationale Politik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob sich die Idee eines „Welt-Leviathans“ auf Basis der hobbesianischen Philosophie logisch begründen lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen politikwissenschaftlichen, theoretischen Ansatz, der auf der Analyse von Hobbes' Hauptwerk „Leviathan“ und der fachspezifischen Sekundärliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Entwicklung vom anarchischen Naturzustand über das Naturrecht und die Naturgesetze hin zur Errichtung des Staates als Friedensgarant.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Souveränität, Machtgleichgewicht und Realismus.
Warum lehnt Hobbes die Souveränitätsteilung ab?
Hobbes argumentiert, dass die absolute Macht in einer Hand (Souverän) liegen muss, um wirksam Sicherheit zu gewährleisten und den Rückfall in den anarchischen Naturzustand zu verhindern.
Kann man nach Hobbes einen Welt-Leviathan begründen?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass eine Begründung schwierig ist, da Staaten kaum freiwillig auf ihre Souveränität verzichten würden und der Leidensdruck im internationalen System bisher nicht ausreicht.
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- Anna Eckert (Author), 2001, Hobbes Staatsphilosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5586