Die britische Abolitionsbewegung und der parlamentarische Kampf um die Abschaffung des Sklavenhandels


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

33 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung und Forschungsüberblick

3 Die Anfänge der Abolitionsbewegung
3.1 Die Ursprünge: Quäker, Methodisten und Evangelikale
3.2 Die ersten Erfolge: Granville Sharp und der Fall Somerset

4 Der Kampf um die Beendigung des Sklavenhandels (1787-1792)
4.1 Die Gesellschaft zur Abschaffung des Sklavenhandels und Thomas Clarkson
4.2 William Wilberforce
4.3 1788: Der Beginn des parlamentarischen Kampfes: Der Dolben Act
4.4 1788-1792: Parlamentarische Initiativen und Massenagitation

5 Die lange Durststrecke (1793-1803)
5.1 Das „Jakobiner-Problem“
5.2 1793-1795: Stagnation und neue Taktiken
5.3 1796-1803: Die Durststrecke
5.4 1797-1799: ‚Nebenkriegsschauplätze’ I: Slave Carrying und Slave Trade Limitation Bill
5.5 1798-1802: ‚Nebenkriegsschauplätze’ II: Trinidad und die ‚neuen‘ karibischen Kolonien

6 Das endgültige Verbot des Sklavenhandels (1804-1807)
6.1 1804-1805: Aufbruchstimmung in den Reihen der Abolitionisten und der Einzug der irischen Abgeordneten in das Unterhaus
6.2 1805: Direkte und indirekte Initiativen für partielle Verbote des Sklavenhandels
6.3 1806: Foreign Slave Trade Bill
6.4 1806: The humble Address to the King
6.5 1806-1807: Das endgültige Verbot des britischen Sklavenhandels

7 Fazit

8 Quellen- und Literaturverzeichnis
8.1 Quellen
8.2 Literatur
8.3 Internetressourcen

2 Einleitung und Forschungsüberblick

Am 23. Februar des Jahres 1807 wurde das britische Unterhaus Zeuge eines denkwürdigen Augenblickes: Nachdem Sir Samuel Romilly (der Solicitor General[1] der Regierung) für die Beendigung des britischen Sklavenhandels geworben hatte, schloß er seinen Redebeitrag mit einem lang andauernden und emotionalen Tribut an den Abgeordneten William Wilberforce. Der so Geehrte – Wilberforce hatte beinahe 20 Jahre für den folgenden Moment (die Verabschiedung des Abolition Bill) gekämpft - wurde während der Rede von seinen Gefühlen überwältigt und begann – seinen Kopf in seine Hände gestützt – vor Freude und Glück zu weinen:

„Wilberforce was overcome by the power of Romilly’s concluding passages, and sat with his head in his hands, tears streaming down his face. As Romilly reached his final sentences the House broke into one of those scenes that is reserved for great occasion. Members stood and cheered him tumultuously.“[2]

Was war zwischen 1788 – dem Jahr, in dem mit dem Dolben Act erste Maßnahmen zur Regulierung des britischen Sklavenhandels ergriffen worden waren – und jenem (für das sonst als so zurückhaltend geltende House of Commons) außergewöhnlichen Februartag geschehen, welche Hintergrundvariablen waren für diese Entwicklung notwendig gewesen? Es ist das Ziel dieser Arbeit, diesen Zeitraum ereignisgeschichtlich darzustellen und gleichzeitig einen Blick auf die Motive, die Protagonisten und die kulturhistorischen Grundlagen sowie die politischen Hintergründe und Prozesse zu werfen.

Dies geschieht insbesondere im Kontext einer Forschungsdebatte, die sich um die Frage nach den eigentlichen Ursachen für das britische Verbot des Sklavenhandels (kurz Abolition) entspannte: Die klassische britische Historiographie des 19. Jahrhunderts betrachtete die Abolition des Sklavenhandels als eine der segensreichsten Großtaten des britischen Volkes.[3] Wenn auch die Geschichtsschreiber des beginnenden 20. Jahrhunderts (Reginald Coupland, Frank J. Klingsberg, u. a.) jenen Pathos vermissen ließen, deuten sie das britische Verbot des Sklavenhandels doch „als einen Sieg religiöser Idealisten und aufgeklärter Philanthropen über wirtschaftliche Interessen“[4].

Dieser Vorstellung widersetzte sich 1943/44 der marxistische Historiker Eric Williams.[5] Williams, der selbst auf den westindischen Inseln geboren worden war, interpretierte die Abolition im wesentlichen „als eine zwangsläufige Folge veränderter ökonomischer Rahmenbedingungen“[6]. Die Sklaverei sei deshalb (und nur deshalb) abgeschafft worden, weil die merkantilistische westindische Zuckerwirtschaft im Zuge der beginnenden industriellen Revolution in sich zusammengebrochen sei, die westindischen Plantagenbesitzer in der Folge dieses Prozesses an politischem Einfluß verloren hätten und die neue kapitalistische Elite (Industrielle und Kaufleute, kurz die Bourgeoisie) sich mit ihrem Wunsch nach Freihandel durchgesetzt habe.[7] Die faktisch nicht zu leugnende Massenbewegung (das sog. ‚Abolition-Movement‘) wird in diesem Kontext als eine „objektiv bloß ideologische Begleiterscheinung eines ökonomischen Wandlungsprozesses“[8] abgetan. Williams knüpfte mit dieser These paradoxerweise - können doch beide (als ‚Klassiker‘ des Kapitalismus bzw. als Mitbegründer der ‚bürgerlichen‘ werturteilsfreien Soziologie) als Antipoden Marx‘ gelten -[9] an wesentlich ältere Thesen Adam Smiths und Max Webers an.[10]

J. R. Ward, S. Drescher, u. a. haben jedoch zwischenzeitlich statistisch nachgewiesen, daß sich die westindische Zuckerwirtschaft mitnichten im Niedergang befunden habe sondern im Gegenteil im Zeitraum von 1783 bis 1807 trotz einzelner Krisen in ihrer Gesamtheit sogar gewachsen sei und ihr Niedergang (als Folge der Abolition) erst nach 1820 begonnen habe; Drescher geht sogar so weit, in der Beendigung des Sklavenhandels einen „Econozid“ („econocide“), einen bewußten Bruch mit einem gewinnträchtigen Wirtschaftssystem, zu sehen[11].

Da die gemeinsame Kernaussage der Thesen Williams, Webers und Smiths inzwischen also als faktisch widerlegt gilt, nehmen die meisten ‚neueren‘ Arbeiten einen mehr oder weniger vermittelnden Standpunkt (mit wechselnden Gewichtungen) zwischen beiden Positionen ein. Trotz der eindeutigen Ergebnisse von Drescher, Ward und deren Mitstreitern legen jedoch interessanterweise viele Autoren nach wie vor einen starken Schwerpunkt in ihren Erklärungsansätzen auf die wirtschaftshistorischen Aspekte, so daß das politische Moment in vielen Arbeiten stark in den Hintergrund gedrängt wird.

Diese Arbeit verfolgt daher auch das Ziel, im Zuge dieser Debatte eine eindeutige Gewichtung auf die Relevanz des ‚politischen‘ Faktors zu legen. Zu diesem Zweck wird nach einem einführenden Kapitel über die Wurzeln der Abolitionsbewegung in insgesamt drei (chronologisch gegliederten) Kapiteln der parlamentarische Kampf um die Beendigung des Sklavenhandels dargelegt werden. Dies geschieht deshalb, da sich bei einer detaillierten Betrachtung ein ‚Primat‘ der politischen gegenüber der wirtschaftlichen Faktoren erkennen läßt. So zeigt sich deutlich, daß der späte Erfolg keineswegs auf einer fortlaufenden Erosion der politischen Macht der westindischen Opposition gegen den Sklavenhandel beruhte, sondern daß vielmehr harte ‚politische‘ Arbeit vonnöten war, die einen komplizierten politischen Prozeß vorantrieb. Das am Ende stehende Schlußkapitel widmet sich daher der Aufgabe, die wichtigsten Argumente für diese Gewichtung der Faktoren zusammenzutragen und im Ergebnis festzuhalten.

3 Die Anfänge der Abolitionsbewegung

3.1 Die Ursprünge: Quäker, Methodisten und Evangelikale

Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts entwickelte sich in Großbritannien unter dem Schlagwort ‚Abolition-Movement‘ eine politische Bewegung zur Abschaffung des Sklavenhandels und der Sklaverei.

Die Wurzeln dieser Bewegung, die „weithin als eine der stärksten Massenbewegungen der neueren Geschichte“[12] gilt, liegen jedoch bereits in den religiösen Reformbewegungen des Vereinigten Königreiches des 17. und 18. Jahrhunderts, zu deren bekanntesten Vertretern die Quäker, die Methodisten und die Evangelikalen gezählt werden.[13] Allen Gruppierungen dieser „Erweckungsbewegung“, die sich innerhalb (Evangelikale) und außerhalb (Quäker und Methodisten) der anglikanischen Staatskirche formierten, war gemeinsam, daß sie in den überkommenen stark feudal geprägten Strukturen der anglikanischen Kirche und in deren Glaubensverständnis und Praxis keinen ausreichenden moralischen, sozialen und religiösen Rückhalt mehr finden konnten und daher eine neue „verinnerlichte“ Religiosität praktizierten. Gemeinsam war ihnen vor allem auch, daß sie (aus unterschiedlichen Gründen) die „durch die industrielle Revolution aus den Fugen geratenen Welt einer neuen Disziplin unterwerfen wollten“[14], daß sie für neue humanitäre Ideale und eine neue Ethik eintraten und eben aus diesem Grunde auch die Sklaverei ablehnten.[15] So traten beispielsweise die Quäker, die an die „fundamentale Gleichheit aller Christen“[16] glaubten und aus diesem Grund kirchliche und gesellschaftliche Strukturen ablehnten, 1727 in einer Resolution als erste Organisation überhaupt gegen Sklavenhandel und Sklaverei ein, ab 1758 drohten sie ihren Mitgliedern für den Fall der Verwicklung in Sklaverei oder Sklavenhandel sogar mit dem Ausschluß aus ihrer Glaubensgemeinschaft.[17] 1773 gründeten sie ein erstes Komitee zur Organisation der Öffentlichkeitsarbeit gegen den Sklavenhandel, den Vorgänger der 1887 gegründeten Gesellschaft zur Abschaffung des Sklavenhandels.[18] Als typisch für den humanistisch-moralischen Impetus der Abolitionsbewegung jener Tage kann sicherlich ein Zitat John Wesleys (dem Begründer der Methodistischen Kirche)[19] aus dem Jahre 1774 angesehen werden:

„Be you a man, not a wolf, a devourer of the human species! Be merciful, that you may obtain mercy! (...) Give liberty to whom liberty is due, that is, to every child of man, to every partaker of human nature. Let none serve you but by his own act and deed, by his own voluntary choice. Away with all whips, all chains, all compulsion! Be gentle toward all men; and see that you invariably do unto every one as you would he should do unto you.“[20]

3.2 Die ersten Erfolge: Granville Sharp und der Fall Somerset

Typisch für die Entstehungsphase der Abolitionsbewegung ist jedoch auch, daß sie ihre Wirkung hauptsächlich im Inneren der neuen Glaubensgemeinschaften entfaltete und trotz eines umfangreichen Schrifttums keine Breitenwirkung erzielen konnte. Den Übergang zu einer relevanten politischen Bewegung erreichten die (von Zeitgenossen oft als „fromm“ und „Heilige“ verspotteten) Abolitionisten[21] erst in den zwei Dekaden zwischen 1770 und 1790 in denen es zunehmend gelang die breite britische Öffentlichkeit mit dem Schicksal der Sklaven zu konfrontieren.[22] Als erster großer Erfolg der Abolitionsbewegung in dieser Richtung gilt der Fall Sommerset, den 1772 der Publizist Granville Sharp vor das King’s Bench brachte.

Granville Sharp (1735 – 1813), Sohn des Theologen Thomas Sharp und Enkel des Erzbischofs von York John Sharp, hatte zunächst nach einer Ausbildung bei einem quäkerischen Textilkaufmann und dem Selbststudium der griechischen und hebräischen Sprache eine Anstellung im britischen civil service gefunden.[23] 1765 wurde sein Leben durch einen Zufall verändert: Während eines Besuches bei seinem Bruder William (ein Mediziner, der sich karitativ engagierte und die Armen der Londoner City kostenlos behandelte) bemerkte er in der Schlange vor dessen Praxis einen schwer verletzten jungen Afrikaner namens Jonathan Strong. Wie sich später herausstellte, war Strong von seinem ‚Master‘ David Lisle mit dem Knauf seiner Pistole geschlagen und anschließend (in der Annahme des Todes des Sklaven) in die Gosse geworfen worden. Die beiden Brüder Sharp übernahmen die Pflege Strongs und nach zwei Jahren schien es, als ob dieser wieder genesen sei. Zwischenzeitlich hatte Lisle einen flüchtigen Blick auf den vermeintlich toten Strong erhaschen können. Lisle verkaufte kurze Zeit später Strong (ohne dessen Wissen) für £ 30 an den jamaikanischen Plantagenbesitzer James Kerr und arrangierte die Entführung Strongs. Strong wandte sich nun hilfesuchend an seine früheren Wohltäter und tatsächlich gelang es Granville Sharp den Fall vor den Lord Mayor of London[24] zu bringen. Dieser war wie Sharp der Meinung, daß Strong keinerlei Verbrechen begangen habe und deshalb auf freien Fuß zu setzen sei. Daraufhin versuchte Kerr Sharp zu verklagen, Lisle forderte ihn sogar zum Duell. Sharp gelang es, beide Forderungen auszusitzen und letzen Endes hatte keine der Streitparteien den Mut oder die finanziellen Mittel, den Fall gerichtlich auszutragen. Strong selbst verstarb bereits fünf Jahre später fünfundzwanzigjährig an den Folgen seiner Verletzung. Seit diesem Vorfall widmete Sharp seine Zeit und sein Geld dem Kampf gegen die Sklaverei, seine Hauptbeschäftigung galt dabei neben seiner publizistischen Tätigkeit[25] den juristischen Aspekten der Sklaverei: Es war in den 1760er und 1770er Jahren nicht unüblich, daß entflohene und wiederaufgegriffene Sklaven mit Gewalt in die Heimatkolonien ihrer Besitzer deportiert wurden, und Sharp versuchte einige Fälle, mit dem Ziel in einem Präzedenzfall ein entsprechendes Grundsatzurteil zu erwirken,[26] vor Gericht zu bringen.[27] Der Durchbruch gelang ihm schließlich mit dem Fall des afrikanischen Sklaven James Somerset[28]. Dieser hatte sich einstmals im Besitz von Charles Stewart, einem Zollbeamten aus Boston, befunden und war nach zweijähriger Flucht wieder aufgegriffen und - mit dem erklärten Ziel ihn wieder zu den West-Indischen Inseln zurück zu bringen - zwangsweise auf einem Schiff nach Jamaika festgesetzt worden.[29] In einem spektakulären Richterspruch, dem landesweit große Aufmerksamkeit zuteil wurde, urteilte 1772 der Vorsitzende Richter Lord Mansfield, daß der Status der Sklaverei aufgrund seiner Natur und seiner Scheußlichkeit nur durch positives, schriftlich fixiertes Recht legitimiert werden könne. Da eine solche Rechtsquelle im englischen Recht nicht existiere, müsse der Sklave freigelassen werden. Es sei vielmehr zu keiner Zeit in England einem Sklavenbesitzer erlaubt gewesen, einen Sklaven gewaltsam ins Ausland zu bringen, weil sich dieser seiner Verfügungsgewalt entzogen habe.[30]

Trotz dieser bahnbrechenden Urteilsbegründung traf Lord Manfields Urteil jedoch keine grundsätzliche Aussage über den Rechtsstatus der Sklaverei in Großbritannien und seinen Kolonien; es postulierte demzufolge auch nicht - wie vielfach unter Zeitzeugen erhofft bzw. in der Literatur angenommen - die Unrechtmäßigkeit der Sklaverei auf englischem Boden und brachte daher den entlaufenen Sklaven auch nicht die ersehnte Emanzipation. Gleichwohl verbot das Urteil fortan die Rückführung von Sklaven von Großbritannien zu den amerikanischen Kolonien gegen deren erklärten Willen und brachte den Abolitionisten die erhoffte öffentliche Aufmerksamkeit.[31]

Schützenhilfe erhielten die Abolitionisten in dieser frühen Phase ihrer Bewegung auch von einer neuen Wissenschaft, der sich etablierenden Nationalökonomie: 1776 dozierte der schottische Moralphilosoph Adam Smith (der als Gründervater der klassischen Nationalökonomie gilt)[32], daß die von freien Menschen verrichtete Arbeit letzten Endes immer effizienter als die von Sklaven sei;[33] daß die Erfahrung aller Zeiten und Nationen gezeigt habe, daß Arbeit von Sklaven, da diese naheliegenderweise keinerlei Eigeninteresse an der Qualität und Quantität ihrer Arbeitsleistung hätten, mithin die unproduktivste Form der Arbeitsteilung sei und obendrein noch jegliche Form von Innovation verhindere.[34] Eine Person, die kein Eigentum erwerben könne, könne kein anderes Interesse haben als möglichst viel zu essen und gleichzeitig möglichst wenig zu arbeiten. Obendrein verstärke die ständige Androhung von Gewalt und die schlechte Behandlung nur den Widerwillen der Sklaven und habe Schludrigkeit, Desinteresse, Verschwendung und im Extremfall sogar Sabotage zur Folge.

[...]


[1] Der Solicitor General ist der stellvertretende Generalstaatsanwalt Großbritanniens und als solcher Mitglied der königlichen Regierung. Im Gegensatz zum bundesdeutschen Generalbundesanwalt nehmen der Attorney General und der Solicitor General neben ihren judikativen auch exekutive Funktionen wahr und beraten beispielsweise die Regierung in juristischen Fragen. Vgl. weitergehend Solicitor General for England and Wales. In: Wikipedia (EN). [Veröffentlicht im Internet http://en.wikipedia.org/wiki/Solicitor_General_for_England_and_Wales, Stand: 01.07.2005] und Law Officers of the Crown. In: Wikipedia (EN). [Veröffentlicht im Internet: http://en.wikipedia.org/wiki/Law_Officers_of_the_Crown, Stand: 01.07.2005].

[2] Carey Brycchan: British Abolitionists, Kap. William Wilberforce. [Veröffentlicht im Internet: http://www.brycchancarey.com/abolition/, Stand: 03.04.2005]; für den vorangegangenen Absatz vgl. ebd.

[3] Vgl. Abolition of the Atlantic Slave Trade. In: Wikipedia (EN). [Veröffentlicht im Internet: http://en.wikipedia.org/wiki/Atlantic_slave_trade#Abolition_of_the_Atlantic_slave_trade, Stand: 26.06.2005].

[4] Albert Wirz: Sklaverei und kapitalistisches Weltsystem. Frankfurt am Main 1984, S. 186. Vgl. ebd. Couplands Hauptwerk ist unter dem Titel Reginald Coupland: The British anti-slavery movement. London 1933 erschienen; Klingsberg publizierte das seinige unter dem Titel: Frank J. Klingsberg: The Anti-Slavery Movement in England: A Study in English Humanitarianism. New Haven 1926.

[5] Die bibliographischen Angaben für Williams Hauptwerk lauten: Eric Williams: Capitalism and slavery. New York 1961.

[6] Wirz, Sklaverei, S. 190.

[7] Vgl. ebd., S. 190f.

[8] Helmut Berding: Die Ächtung des Sklavenhandels. 1814/15. In: HZ 219 (1974), S. 265-289, hier S. 272.

[9] Vgl. ebd., S. 270.

[10] Vgl. Wirz, Sklaverei, S. 191f. und Berding, Ächtung des Sklavenhandels, S. 270f. Smith dozierte 1776, daß die von freien Menschen verrichtete Lohnarbeit letzten Endes immer effizienter als die von Sklaven und daß die Sklaverei als Wirtschaftsform deshalb schlichtweg unrentabel sei. (Vgl. Adam Smith: Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen. Aus dem Englischen übertragen von Horst Claus Recktenwald. München 8. Aufl. 1999, S. 70); Max Weber interpretiert das Verbot des Sklavenhandels als das „Produkt vor allem der Verschiebung des Schwerpunktes der ökonomischen Weltherrschaft in Gebiete hinein, in welchen die Sklavenarbeit (...) unrentabel ist.“ Die religiösen Gemeinschaften der Neuzeit hätten zwar im Vergleich zur Antike einen etwas größeren Anteil besessen; „aber auch damals nicht den entscheidenden“. (Vgl. Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Tübingen 1922 (Grundriss der Sozialökonomik. Bd. 3), S. 429 (Zitate ebd.) und Berding, Ächtung des Sklavenhandels, S. 270f). Ein weiterer früher Verfechter der These ist Franz Hochstetter: Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/1807. Leipzig 1905.

[11] Vgl. J. R. Ward: The Profitability of Sugar Planting in the British West Indies, 1650-1834. In:

The Economic History Review. New Series. 31.2. (1978), S. 197-213, hier S. 207 [Veröffentlicht im Internet: http://links.jstor.org/sici?sici=0013-0117%28197805%292%3A31%3A2%3C197%3ATPOSPI%3E2.0.CO%3B2-Z, Stand 12.06.2005] sowie Wirz, Sklaverei, S. 191f. Vgl. weitergehend auch Seymour Drescher: Econocide : British slavery in the era of abolition. Pittsburgh 1977.

[12] Berding, Ächtung des Sklavenhandels, S. 271. Weitere Belege für diese These finden sich an entsprechender Stelle sowie unter Daniel Juli: Großbritannien - Wegbereiter der Abolition: [Veröffentlicht im Internet: http://www.geschichte.uni-hannover.de/fachgebiete/afrika/druck/abolition_d.html, Texte > 1. Die Anti-Sklaverei-Bewegung in Großbritannien, Stand: 27.01.2005].

[13] Vgl. Inge Kircheisen: Gegen Sklavenhandel und Sklaverei. Die britische Abolitionsbewegung im 18. Und 19. Jahrhundert. In: Geschichte lernen : Geschichtsunterricht heute (73) 2000, S. 36-42, hier S. 41 und Juli, GB - Wegbereiter der Abolition, 1. Kap.

[14] Juli, GB – Wegbereiter der Abolition, 1. Kap.

[15] Vgl. Juli, GB – Wegbereiter der Abolition, 1. Kap. und Kircheisen, Sklavenhandel und Sklaverei, S. 36.

[16] Kircheisen, Sklavenhandel und Sklaverei, S. 41.

[17] Vgl. ebd. und Wirz, Sklaverei, S. 188.

[18] Vgl. Juli, GB – Wegbereiter der Abolition, 1. Kap.

[19] Vgl. zur Biographie Wesleys: Brycchan, British Abolitionists, Kap. John Wesley.

[20] John Wesley: Thoughts upon Slavery. Published in the Year 1774. [Veröffentlicht im Internet: http://gbgm-umc.org/umw/wesley/thoughtsuponslavery.stm, Stand: 12.04.2005].

[21] Vgl. Wirz, Sklaverei, S. 188.

[22] Vgl. Kircheisen, Sklavenhandel und Sklaverei, S. 41 und 36 sowie Ralph A. Austen und Woodruff D. Smith: Images of Africa and British Slave-Trade abolition: The Transition to an Imperialist Ideology. 1787-1807. In: African Histrorical Studies. Vol 2. 1 (1969), S. 69-83, hier S. 70. [Veröffentlicht im Internet: http://links.jstor.org/sici?sici0001-9992%281969%292%3A1%3C69%3AIOAABS%3E2.0.CO%3B2-5, Stand: 03.01.2005].

[23] Vgl. Granville Sharp. In: Wikipedia (EN). [Veröffentlicht im Internet: http://en.wikipedia.org/wiki/Granville_Sharp, Stand: 03.04.2005] und Brycchan, British Abolitionists, Kap. Granville Sharp.

[24] Der ‚Lord Mayor of London‘ ist sinngemäß als der Bürgermeister der City of London (nicht zu verwechseln mit Greater London) zu bezeichnen. Da der Lord Mayor of London der höchste Würdenträger Londons nach der Queen ist und dieser bei seiner Amtseinführung persönliche Treue schwören muß, ist sein Amt in Unterschied zum deutschen Bürgermeisteramt vor allem zeremonieller Natur. Vgl. zu diesem Kontext: Lord Mayor of London. In: Wikipedia (DE). [Veröffentlicht im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Lord_Mayor_of_London, Stand: 07.05.2005].

[25] Neben unzähligen anderen Schriften und Büchern veröffentlichte Granville 1769 “A Representation of the injustice and dangerous tendency of admitting the least claim of private property in the persons of men, in England, etc. (bibliographische Angaben im Anhang)“, das als erstes großes Werk gegen die Sklaverei in Großbritannien gilt (Vgl. zu diesem Kontext Brycchan, British Abolitionists, Kap. Granville Sharp).

[26] Eine Besonderheit des angelsächsischen Rechtssystem ist das case-law (Präzedenzrecht). Da im angelsächsischen Recht traditionsgemäß wesentlich weniger Normen als im deutschen Rechtsraum durch schriftliche Gesetze fixiert sind (und vor allem waren) und viele Gesetze zudem allgemeiner formuliert sind, setzen angelsächsische Richter in Präzedenzfällen durch das sog. case-law selbst Recht. Diese Rechtssätze werden dann in aller Regel in nachfolgenden Richtersprüchen angewandt und gehen mit der Zeit in das common-law, das Gewohnheitsrecht, über. Aus diesem Grunde war es für Granville höchst interessant ein entsprechendes Grundsatzurteil zu erwirken, da dieses de-facto in geltendes Recht übergehen würde.

[27] Vgl. für den ganzen vorherigen Absatz (Biographie Granvilles und der Fall des Jonathan Strong) Brycchan, British Abolitionists, Kap. Granville Sharp. Es sind (laut Brycchan) mind. fünf Fälle (Mary Hylas, Thomas Lewis und noch drei weitere) überliefert, in denen Granville an den vorsichtigen Urteilen der jeweiligen Richter, die eben ein Grundsatzurteil vermeiden wollten und die Fälle jeweils in ihren spezifischen Details verhandelten und beurteilten, scheiterte (Vgl. ebd.).

[28] Oftmals wird in der Literatur auch ‘Somersett‘ verwendet.

[29] Vgl. Slave or free? [Veröffentlicht im Internet: http://www.nationalarchives.gov.uk/pathways/blackhistory/rights/slave_free.htm , Stand: 21.01.2005] und Brycchan, British Abolitionists, Kap. Granville.

[30] Vgl. die Gerichtsprotokolle unter The Somerset Case [Transcript]. [Veröffentlicht im Internet http://www.nationalarchives.gov.uk/pathways/blackhistory/rights/transcripts/somerset_case.htm, Stand: 21.01.2005].

[31] Vgl. The Somerset Case [Document]. [Veröffentlicht im Internet: http://www.nationalarchives.gov.uk/pathways/blackhistory/rights/docs/state_trials.htm , Stand: 21.01.2005], Slave or free sowie Kircheisen, Sklavenhandel und Sklaverei, S. 36. Vgl. ferner zu der Bedeutung des Urteils im britischen case-law die Anmerkungen in Fußnote 26 auf S. 6 dieser Arbeit. Vgl. ferner auch Turkessa Baldridge (u.a.): Slavery in Eighteenth Century England. Michigan 1999, Kapitel The Mansfield Case. [Veröffentlicht im Internet: http://www.umich.edu/~ece/student_projects/slavery, Stand: 05.04.2005] und Roger Anstey: The Atlantic Slave Trade an British abolition 1760-1810. Aldershot Neudruck 1992, S. 244f.

[32] Vgl. Klassische Nationalökonomie. In: Wikipedia (DE): [Veröffentlicht im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_National%C3%B6konomie, Stand 05.05.2005].

[33] Vgl. Smith, Wohlstand der Nationen, S. 70.

[34] Vgl. ebd., S. 319f.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Die britische Abolitionsbewegung und der parlamentarische Kampf um die Abschaffung des Sklavenhandels
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Hauptseminar: Die Sklaverei in der frühen Neuzeit
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
33
Katalognummer
V55871
ISBN (eBook)
9783638507134
ISBN (Buch)
9783638709309
Dateigröße
672 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Abolitionsbewegung, Kampf, Abschaffung, Sklavenhandels, Hauptseminar, Sklaverei, Neuzeit
Arbeit zitieren
Marcus Giebeler (Autor), 2003, Die britische Abolitionsbewegung und der parlamentarische Kampf um die Abschaffung des Sklavenhandels , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55871

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