Hitler und die Weimarer Republik


Seminararbeit, 2002
19 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Entstehung der Weimarer Republik
2.1. Die Republik als Notlösung und der Vertrag von Versailles

3. Die Parteien der Weimarer Republik

4. Die ersten Veränderungen der Regierungsfrage

5. Der erste Schritt in Richtung Rechts: Die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten

6.Hitlerputsch 8/9.11.1923
6.1. Beteiligte Personen
6.2. Vorgeschichte und Ziele des Putsches
6.3. Der Putsch
6.3.1. Der Marsch zur Feldherrenhalle: Eine Anlehnung an den Marsch auf Rom
6.4 Konsequenzen und Wirkung des Putsches

7. Adolf Hitler (1889-1945), deutscher Reichskanzler (1933-1945) und Führer des Nationalsozialismus
7.1. Der Werdegang von Adolf Hitler (1889-1918)
7.2. Die Persönlichkeit Adolf Hitlers

8. Hitler kam nicht nur durch die Wahl an die Macht
8.1. Die Krisejahre der Weimarer Republik als Grundlage Hitlers Machtausbau
8.2. Wer verhalf Hitler zur Macht?
8.2.1. Hindenburg (1847-1934)
8.2.2 Kurt von Schleicher (1882-1934)
8.2.3. Franz von Papen(1879-1969)
8.2.4. Brüning (1885-1970)
8.3. Welche Positionen nahmen die Personen Hindenburg, Brüning, Schleicher und Papen bei der Machtkonstitution Adolf Hitlers ein?
8.4. Abschließende Bemerkungen

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit mit dem Titel „Hitler und die Weimarer Republik“ versucht zunächst einen kurzen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Weimarer Republik zu gegeben. Danach soll eine Vorstellung der wichtigsten Personen erfolgen, die unmittelbar damit in Beziehung standen. Der Kernpunkt dieser Arbeit soll sich auf die Frage konzentrieren, ob und ggfs. wie das System und die Struktur der Weimarer Republik Adolf Hitler den Weg zur Macht geebnet haben.

In diesem Kontext stehend wird im Verlauf der Arbeit auch den Fragen nachgegangen, ob es Personen gegeben hat, die ihn unterschätzten oder unterstützten und was dazu geführt hat, dass er ein ganzes Volk in seinen Bann ziehen konnte. Hierbei wird geklärt, welche Besonderheiten Hitler als Person aufwies, die ihn von anderen unterschied und die ihm einen derartigen Erfolg ermöglichten.

2. Entstehung der Weimarer Republik

2.1. Die Republik als Notlösung und der Vertrag von Versailles

Die erste deutsche Republik wurde nicht von einer breiten Bevölkerungsschicht von außen erkämpft oder langfristig geplant; sie wurde als eine Art improvisierte Notlösung geschaffen, sie war eine Folge des verlorenen ersten Weltkrieges.

Nachdem Deutschland den Krieg verloren hatte, tagte am 18.Januar 1919 in Paris die Friedenskonferenz, die notwendig war, um den Frieden auf der ganzen Welt wieder herzustellen..

Als oberstes Entscheidungsgremium trafen, die Regierungschefs und die Außenminister der vier Großmächte USA, Großbritannien, Frankreich und Italien sowie zwei Vertreter Japans zusammen.

Auf dieser Konferenz stellte US-Präsident Wilson ein 14 Punkte Programm für den Weltfrieden und die Neuordnung Europas vor. Ein Bestandteil dieses Programms war der Völkerbund[1], welcher für Wilson oberste Priorität besaß. Mit dem Völkerbund wollte er die Grundlage des Rechts und einen friedlichen Ausgleich zwischen den Völkern schaffen.

Am 7.Mai 1919 wurde Deutschland in Versailles der fertige Vertrag (Versailler Vertrag)2 vorgelegt, der wohl mehr schockierte als man erwartet hatte. Einige der Punkte waren die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht, Reduzierung der Armee auf 100000 Mann und Reparationszahlungen. Die Summe wurde auf 269 Milliarden Goldmark festgesetzt, diese Summe sollte in Geld und Sachleistungen abgeleistet werden.

Am 22. Juni 1919, einen Tag vor Ablauf des Ultimatums, erklärte sich die neue Reichsregierung bereit, die Friedensbedingungen anzunehmen, mit dem Vorbehalt, dass man damit aber keine Anerkennung der deutschen Kriegsschuld aussprechen werde.

Am 11. Februar 1919 wählte die Nationalversammlung Friedrich Ebert zum ersten Reichspräsidenten. Dieser beauftragte noch am gleichen Tag den SPD- Abgeordneten Scheidemann mit der Kabinettsbildung und am 13. Februar entstand dann eine Koalition aus Mehrheitssozialdemokraten, Demokraten und Zentrum: die „Weimarer Koalition“

Anzumerken ist, dass die Republik sich nur schwer mit den Friedensbedingungen abfinden konnte und daher die Stabilisierung der inneren Ordnung nur langsam eintrat.

3. Die Parteien der Weimarer Republik

In der Weimarer Republik ergab sich ein vielschichtiges Parteiensystem, dass sich wie folgt zusammensetzte:

Die Zentrumspartei organisierte sich zu einer konstanten Gruppe aus dem Vorläufer der katholischen Fraktion 1852. Unter der Führung des Zentrums bildete sich ein Anti-Bismark-Block, in dem föderalistische, altdeutsche Konservative aus den Volkschichten Katholizismus, christliche Bauernvereine und Arbeitergewerkschaften zusammenkamen. Die Geschichte der Zentrumspartei ist von einem kontinuierlichem Verlauf gekennzeichnet.

Ähnliche Berührungspunkte gab es bei der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands), denn beide Parteien, Zentrum und die SPD entstanden in Oppositionsstellung zum Bismarckschen Staate. Das Programm der SPD umfasste eine Neuordnung der inneren Verhältnisse durch eine demokratische Republik. Das Ziel der SPD lag immer in der Stabilisierung der Republik. Eine dritte Komponente der Weimarer Koalition bildete die DDP (Deutsche Demokratische Partei). Neben der Sozialdemokratie und dem deutschen Katholizismus stand das liberale Bürgertum. Sie bekannten sich zur Republik und versuchten die alte Nationalliberale- und die Fortschrittspartei zu verschmelzen. Die DVP (Deutsche Volkspartei) war nach dem Krieg ebenfalls eine Partei des deutschen Bürgertums. Ihre Struktur wies eindeutig auf die Vorherrschaft des industriellen Bürgertums hin. Die DVP konnte zahlreiche Industrielle zu ihren Fraktionsmitgliedern zählen (Stinnes, Vögler, Kalle). In der DNVP (Deutschnationale Volkspartei) sammelten sich hingegen Anhänger der ehemals konservativen Vorkriegsparteien: Deutsch-Konservative, Freikonservative, Völkisch und Christlichsoziale. Ihr Programm sah die Bekämpfung der Republik und der Demokratie sowie die Elemenierung sozialistisch-kommunistischen Tendenzen vor. Die NSDAP ( Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) stellte weitgehend eine Protestbewegung dar. Der Protest richtete sich gegen die Novemberrevolution, den Parlamentarismus und die Niederlage von Versailles. Den ersten Aufschwung gelang der NSDAP in den wirtschaftlich und politisch schwierigen Jahren 1923/24, sie stagnierte dann und erlebte 1929 einen neuen Aufstieg.. Die KPD (Kommunistische Partei Deutschland) war zunächst lediglich eine Splitterpartei. Sie setzte sich vor allem für die Rechte der Arbeiter ein (z.B. die Einführung der 6-Stunden –Schicht für Bergarbeiter). Sie bildete ein Kampfverband gegen den Faschismus und die Gewerkschaften. Ebenso wie die NSDAP konnte auch die KPD im laufe der Zeit eine wachsende Zahl an Wählerstimmen gewinnen (gegen 1928 ca. 1,3 Mio.)

4. Die ersten Veränderungen der Regierungsfrage

Das erste Debakel für die Parteien der Weimarer Koalition ereignete sich mit den Reichstagswahlen vom 6.6.1920.SPD und DDP erlitten schwere Verluste (SPD –16,2%, DDP-10,2%), während die Oppositionsparteien DNVP, DVP und USPD außerordentlich starke Stimmengewinne verbuchen konnten (DNVP +4,8%, DVP + 9,5%, USPD +10,3%); die KPD brachte es hingegen nur auf 2,1% der Stimmen. Mit der Juniwahl verlor die „Weimarer Koalition“ auf der Ebene des Reiches ihre parlamentarische Mehrheit, während sie anfangs noch über 78% der Mandate (331 von 423) verfügte, so behaupteten jetzt SPD, Zentrum und DDP nur noch über 44,6% der Sitze (205 von 459)3.

Am 13.August 1923 bildete sich ein neue Regierung, eine „Große Koalition“ (SPD, DDP, Z, DVP), Gustav Stresemanns übernahm in dieser Koalition das Amt des Reichskanzlers. Vor dem Novemberputsch 1923 war die NSDAP regional weitgehend auf Bayern beschränkt, politisch war sie eine von zahlreichen Organisationen der extremen nationalistischen Rechten und arbeitete eng mit 6 Völkischen Gruppen und Wehrverbänden zusammen. Ihre Propaganda und Aktivitäten waren in dieser Zeit ganz auf den Putschgedanken ausgelegt. Im Herbst 1923 blickte die nationalistische Rechte erwartungsvoller denn je nach Bayern, denn dort geriet die stark rechtsorientierte Regierung unter zunehmenden Druck von weiter rechts stehenden Kräften, den völkischen, nationalistischen und parlamentarischen Organisationen, die unter der Schirmherrschaft Ludendorffs und Adolf Hitlers standen.

5. Der erste Schritt in Richtung Rechts: Die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten

Reichspräsident Friedrich Ebert starb im Alter von nur 54 Jahren am 28.Februar 1925, wenige Monate vor Ablauf seiner Amtszeit

Die politische Rechte suchte nach einem Kandidaten von höchster Popularität; sie fand ihn in Hindenburg3. Der 78jährige Generalfeldmarschall, der nie in der Politik tätig war, kandidierte für die im „Reichsblock“ zusammengeschlossenen Rechtsparteien. Mit den auf ihn fallenden 14,6 Mio. Stimmen erzielte Hindenburg am 26.April eine knappe Mehrheit. Zunächst erwies sich Hindenburg als eine Enttäuschung für die Rechten, da er nicht einen direkten Rechtskurs einschlug. Mit der Präsidentschaft Hindenburgs begann ein „Stiller Verfassungsschwindel“, denn er konnte aufgrund der schwachen parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse seine persönlichen und politischen Präferenzen einbringen.

Hindenburgs Ziel war von Beginn an eine Beteiligung der DNVP an der Regierung und das Fernhalten der SPD. Der Artikel 484, welcher die Republik in Krisenzeiten überhaupt erst politikfähig machte, wurde von Hindenburg als eine uneingeschränkte Diktaturgewalt genutzt.

[...]


[1] Der Völkerbund: Die von 1920-46 bestehende internat. Organisation der Staaten; angeregt durch Vorstellungen über eine allg. Friedensorganisation nach den Haagerkonferenzen und dem Vorschlag des US-Präsidenten Wilson in seinem 14 Punkteplan vom 8.1.1918.

2 Vgl. Kolb, Eberhard: Die Weimarer Republik. München³, 1993.

3 Vgl. Kolb, Eberhardt :

3 Vgl.: Maser, Werner: Hindenburg .Eine politische Biographie, Originalausgabe, Rastatt, 1989.

4 Artikel 48: Der Reichspräsident hatte das Recht, den Reichstag aufzulösen und im Falle eines Notstandes über eine „Reserveverfassung für schlechte Zeiten“ zu verfügen: Gestützt auf den Artikel 48 der Reichsverfassung konnte er mit Gewalt (Reichswehr)vorgehen. Zu diesem Zweck durfte er die Grundrechte außer Kraft setzen. Der Reichspräsident konnte ohne die Zustimmung des Reichstages agieren.( Bis 1925 erließ Friedrich Ebert 135 Verordnungen nach Artikel 48 der Verfassung. Vgl.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Hitler und die Weimarer Republik
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Fachbereich Geschichte)
Veranstaltung
Seminar: Die Weimarer Republik
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
19
Katalognummer
V5589
ISBN (eBook)
9783638134231
Dateigröße
631 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hat das System der Weimarer Republik Hitler den weg zur Macht geebnet?
Arbeit zitieren
Dipl.-Soz.-Wiss. Nicole König (Autor), 2002, Hitler und die Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5589

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