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Das Leben der Wiener Tschechen um 1900

Title: Das Leben der Wiener Tschechen um 1900

Seminar Paper , 2003 , 25 Pages , Grade: 1,50

Autor:in: Johannes Mattes (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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„Die Wiener Tschechen haben in einer so einzigartigen Weise das Antlitz Wiens mitgeformt und so auch das Bild Österreichs mitgestaltet, dass ich kaum ein anderes Beispiel auf diesem alten Kontinent kenne, das einem ähnlichen Integrationsprozess der Völker unterworfen wäre.“
Dr. Bruno Kreisky, am 28. März 1977.

Das der Arbeit vorangestellte Zitat von Dr. Bruno Kreisky weist auf den beträchtlichen Einfluss der Tschechischen Minderheit auf das Wien der Jahrhundertwende hin. Selbst wenn heute nur mehr weniges auf die einstige Bedeutung der Wiener Tschechen schließen lässt, leben sie in den Vorurteilen gegen Ausländer und in der sozialen Situation der türkischen und jugoslawischen Arbeitsmigranten weiter. Im Wien des 21. Jahrhunderts, wo das Ausländerwahlrecht auf Bezirksebene zur Debatte steht, gewinnt selbst die Geschichte der Wiener Tschechen eine bisher ungeahnte Aktualität. Auch der persönliche Zugang zur Thematik spielte bei unserer wissenschaftlichen Arbeit keine unbedeutende Rolle. Die Erforschung der Wiener Tschechen wurde nicht zuletzt für eines unserer Gruppenmitglieder zu einer Beschäftigung mit seiner eigenen Geschichte.
In der folgenden Arbeit möchten wir den Leser durch das Wien der Jahrhundertwende führen. Berufsstruktur, Wohnungsnot, Familienstrukturen und Nationalitätenkonflikt sind nur einige wichtige Anhaltspunkte, an welcher wir die Geschichte der Wiener Tschechen rekonstruieren wollen. Eine ausführliche Studie würde wohl den gebotenen Rahmen dieser Arbeit überschreiten und erscheint uns deshalb auch nicht als zielführend.
Beginnen möchten wir mit einem kurzen Abriss zur Entwicklung der tschechischen Zuwanderung, ein notweniger Einstieg, um die Problematik der Fragestellung in den nachfolgenden Kapiteln angemessener ausbreiten zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 PROLEGOMENA

2 DIE TSCHECHISCHE ZUWANDERUNG NACH WIEN

2.1 Dimension und Entwicklung der Immigration – „die Zahl als Schlüssel zum Problem“

2.2 Geographische Herkunft

2.3 Die Bevölkerungsstruktur der Einwanderer

2.4 Ursachen der Immigration

2.4.1 Push-Faktoren

2.4.2 Pull-Faktoren

2.5 Die räumliche Verteilung der Wiener Tschechen

3 WOHNVERHÄLTNISSE UND BERUFSTÄTIGKEIT

3.1 Wohnen der Zuwanderer in der Kaiserzeit

3.2 „Ziegelbehm“ und Schuster – Berufstätigkeit der Wiener Tschechen

4 NACHWORT

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschichte, Lebensbedingungen und den Integrationsprozess der tschechischen Minderheit im Wien um die Jahrhundertwende. Ziel ist es, durch die Analyse von Bevölkerungsdaten, sozioökonomischen Faktoren und Zeitzeugenberichten die Bedeutung dieser Einwanderungsgruppe für die Stadtentwicklung und das gesellschaftliche Bild der Donaumonarchie zu beleuchten.

  • Historische Entwicklung der tschechischen Einwanderung nach Wien.
  • Analyse der demographischen Struktur und der Beweggründe für die Migration (Push- und Pull-Faktoren).
  • Untersuchung der Wohnverhältnisse und der prekären sozialen Lage der Zuwanderer.
  • Darstellung der beruflichen Tätigkeiten und der Integration in den Wiener Arbeitsmarkt.
  • Reflexion über Assimilationsprozesse und das Zusammenleben der Nationalitäten.

Auszug aus dem Buch

3.1 Wohnen der Zuwanderer in der Kaiserzeit

Das geringe Einkommen und die Höhe der Miete tragen Schuld für die meist misslichen Wohnverhältnisse der Wiener Tschechen. Von staatlichen und kommunalen Unterstützungssystemen weitgehend ausgenommen, Mieterschutzgesetze waren damals nicht in Ansätzen vorhanden, wurden für Kleinwohnungen bereits vergleichsweise hohe Mieten entrichtet. Dem Hausherrn war es möglich jederzeit und ohne Bekanntgabe von Gründen den Mietern die Wohnung zu kündigen, welche in Folge innerhalb zweier Wochen geräumt sein musste. Kinderreiche Familien und insbesondere schwangere Frauen hatten Schwierigkeiten eine Wohnung zu finden, „da die Hausherren u.U. Mietzinsausfall, verstärkte Abnützung der Wohnung, Lärm und andere Unannehmlichleiten befürchteten.“

Trotz der nationalitätenpolitischen Konflikte im Wien der Jahrhundertwende finden wir nur wenige Hinweise, die auf eine spezielle Diskriminierung der Tschechischen Bevölkerung bei der Wohnungssuche schließen lassen. Die Tatsache, dass es eine Vielzahl von tschechischen Hausbesitzern, Gewerbetreibende und Hausmeister gab, die also über Wohnungen verfügten oder vermieteten, dürfte an der Verminderung des Problems beigetragen haben. Im Zuge der Volkszählungen von 1901 und 1911 existieren jedoch Berichte, welche den politischen Druck auf die tschechischsprachige Bevölkerung exakt wiedergeben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 PROLEGOMENA: Die Einleitung thematisiert die historische Bedeutung der tschechischen Minderheit und erläutert den persönlichen sowie wissenschaftlichen Zugang zum Forschungsthema.

2 DIE TSCHECHISCHE ZUWANDERUNG NACH WIEN: Dieses Kapitel analysiert die Dimensionen, geographischen Ursprünge und demographischen Strukturen der Einwanderer sowie die auslösenden Push- und Pull-Faktoren der Migration.

3 WOHNVERHÄLTNISSE UND BERUFSTÄTIGKEIT: Es wird die prekäre Wohnsituation in der Kaiserzeit beleuchtet und die berufliche Eingliederung der tschechischen Bevölkerung in den Wiener Arbeitsmarkt detailliert dargestellt.

4 NACHWORT: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und reflektiert über die rapide Assimilation sowie die langfristigen Auswirkungen der tschechischen Präsenz in Wien.

Schlüsselwörter

Wiener Tschechen, Jahrhundertwende, Migration, Integration, Assimilation, Donaumonarchie, Zuwanderung, Wohnverhältnisse, Bevölkerungsstruktur, Arbeitsmarkt, Böhmen, Mähren, Nationalitätenkonflikt, Sozialgeschichte, Demographie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der tschechischen Einwanderung nach Wien um das Jahr 1900 und deren Einfluss auf die Stadtgeschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit behandelt die Migrationsgründe, die soziale Bevölkerungsstruktur, die prekären Wohnverhältnisse und das Erwerbsleben der Wiener Tschechen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für den Integrationsprozess einer bedeutenden Minderheit im Kontext der gesellschaftlichen Umbrüche der Donaumonarchie zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von historischen Statistiken, Fachliteratur und ergänzende Zeitzeugenberichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Zuwanderungsdimensionen, Ursachenforschung und die detaillierte Analyse der Wohn- sowie Arbeitsbedingungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Migration, Assimilation, Donaumonarchie, Ziegelbehm und die soziale Segregation in Wien.

Warum war die Wohnsituation für tschechische Zuwanderer oft besonders schwierig?

Aufgrund fehlender Mieterschutzgesetze, geringer Einkommen und der Angst der Vermieter vor Mietzinsausfällen bei kinderreichen Familien war die Suche nach bezahlbarem Wohnraum äußerst prekär.

Was bedeutet der Begriff „Ziegelbehm“ in diesem Kontext?

Der Begriff bezieht sich auf die in großer Zahl in den Wiener Ziegelwerken beschäftigten tschechischen Arbeiter, deren Arbeits- und Lebensbedingungen oft extremen Belastungen ausgesetzt waren.

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Details

Title
Das Leben der Wiener Tschechen um 1900
College
University of Vienna
Grade
1,50
Author
Johannes Mattes (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V55904
ISBN (eBook)
9783638507387
ISBN (Book)
9783656620044
Language
German
Tags
Leben Wiener Tschechen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Mattes (Author), 2003, Das Leben der Wiener Tschechen um 1900, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55904
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