In der vorliegenden möchte Arbeit wird im ersten Teil kurz die Theorie Kienpointners in Bezug auf seine Argumentationsanalyse vorgestellt und dies mit anschaulichen Beispielen, die teilweise aus den Ausführungen Kienpointners stammen, illustriert. Dabei wird ich vorerst das zugrundeliegende elementare Argumentationsmuster Kienpointners beschrieben und im Anschluss jeder einzelne Argumentationstyp dargestellt. Dieser Theorieteil ist notwendig, um im zweiten Teil die verwendeten Argumentationstypen kategorisieren zu können.
Im zweiten Teil werde ich eine beobachtete und transkribierte Diskussion Jugendlicher auf die verwendeten Argumente untersuchen. Hierbei interessiert mich, ob die von mir aufgezeichneten Jugendlichen bestimmte Argumentationstypen häufiger benutzen oder ob es Typen gibt, die gar nicht verwendet werden.
Gliederung
1. Einleitung
2. Alltagslogische Aspekte der Argumentation nach Manfred Kienpointner
2.1. Elementares Argumentationsmuster
2.2. Muster der Alltagsargumentation
2.2.1. Definitionsmuster
2.2.2. Art-Gattung-Muster
2.2.3. Teil-Ganzes-Muster
2.2.4. Vergleichsmuster
2.2.5. Gegensatzmuster
2.2.6. Ursache-Wirkung-Muster
2.2.7. Beispiele: Verallgemeinern und Illustrieren
2.2.8. Autoritätenmuster
2.2.9. Analogienmuster
3. Praktischer Teil
3.1. Das Korpus
3.2. Analyse des Korpus
4. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel der Arbeit ist es, die Argumentationsmuster Jugendlicher in einer Diskussion zum Thema Alkoholkonsum unter Rückgriff auf die theoretischen Grundlagen von Manfred Kienpointner zu analysieren, um herauszufinden, welche Argumentationstypen bevorzugt oder gar nicht verwendet werden.
- Einführung in die alltagslogischen Argumentationsmuster nach Kienpointner
- Systematische Beschreibung elementarer und komplexer Argumentationstypen
- Empirische Untersuchung einer transkribierten Gruppendiskussion von Jugendlichen
- Kategorisierung der in der Diskussion verwendeten Argumentationsstrukturen
- Reflexion über die Anwendbarkeit theoretischer Modelle auf jugendliches Argumentationsverhalten
Auszug aus dem Buch
2.2.1. Definitionsmuster
Die Grundlage dieses Musters ist, dass es eine Äquivalenz bezüglich des Inhalts zwischen Definition und Definiertem gibt. Was also für die Definition gilt, gilt auch für das Definierte.
Wer „tolerant“ ist, ist in Fragen der religiösen, politischen oder anderen Überzeugungen bereit, eine andere Anschauung, Einstellung, andere Sitten, Gewohnheiten und anderes gelten zu lassen. Rechts- und Linksradikale sind in den o.g. Bereichen nicht uneingeschränkt bereit andere Überzeugungen gelten zu lassen. Demnach sind Rechts- und Linksradikale nicht tolerant.
Problematisch bei dieser Art von Argumentation ist, dass die Beteiligten häufig nicht die gleiche Definitionsgrundlage haben. Hier sollten verlässliche Quellen wie Duden, Fremdwörterbücher oder wissenschaftliche Definitionen zur Hilfe gezogen werden, um eine gemeinsame Basis für die Fortsetzung der Diskussion zu gewährleisten.
Ist dieses sichergestellt sollte geprüft werden, ob die Definition eindeutig ist, also ohne Einschränkungen gültig. Sind diese Voraussetzungen gegeben, ist ein auf Definitionen begründetes Argument sehr wirksam.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der theoretischen Grundlage nach Kienpointner und Darlegung des methodischen Vorgehens für den zweiten Teil der Arbeit, in dem eine Diskussion Jugendlicher analysiert wird.
2. Alltagslogische Aspekte der Argumentation nach Manfred Kienpointner: Detaillierte theoretische Erläuterung des elementaren Argumentationsmusters und der neun Großklassen der Alltagsargumentation inklusive praktischer Beispiele.
3. Praktischer Teil: Beschreibung des empirischen Korpus, bestehend aus einer transkribierten Gruppendiskussion von Jugendlichen, sowie deren anschließende kriteriengeleitete Analyse anhand der zuvor eingeführten Argumentationstypen.
4. Schlussfolgerung: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach Jugendliche primär auf Illustrationen und Verallgemeinerungen zurückgreifen, während komplexere Muster wie das Definitions- oder Analogienmuster kaum Anwendung finden.
Schlüsselwörter
Argumentationsanalyse, Manfred Kienpointner, Alltagslogik, Argumentationsmuster, Jugendsprache, Gruppendiskussion, Definitionsmuster, Art-Gattung-Muster, Vergleichsmuster, Gegensatzmuster, Ursache-Wirkung-Muster, Autoritätenmuster, Argumentationsstruktur, Fachdidaktik Deutsch, Alkoholkonsum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Jugendliche argumentieren, indem sie eine geführte Gruppendiskussion analysiert und diese mit der Argumentationstypologie von Manfred Kienpointner abgleicht.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Alltagslogik nach Kienpointner sowie die empirische Anwendung dieser Theorie auf ein Korpus von Jugendlichen ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Identifizierung von Schwerpunkten und Defiziten in der Verwendung spezifischer Argumentationstypen bei Jugendlichen während einer kontroversen Diskussion.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine qualitative Analyse von Transkriptausschnitten durchgeführt, bei der die Äußerungen der Probanden den theoretischen Argumentationsmustern Kienpointners zugeordnet werden.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der neun Argumentationsmuster und die praktische Überprüfung dieser Muster anhand des Transkripts der Gruppendiskussion.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?
Argumentationsanalyse, Alltagslogik, Kienpointner, Jugendliche, Diskursanalyse, Argumentationstypen und Fachdidaktik.
Warum finden sich in der Analyse der Jugendlichen kaum Definitionsmuster?
Der Autor führt dies darauf zurück, dass Definitionsmuster verlässliche Quellen oder wissenschaftliche Definitionen erfordern, über die Jugendliche in ihrer Entwicklungsphase oft noch nicht in ausreichendem Maße verfügen.
Welche Rolle spielen Verallgemeinerungen und Illustrationen in der jugendlichen Argumentation?
Diese Muster stellen laut Untersuchung die überzeugendsten Argumentationsformen für die Jugendlichen dar, da sie auf bereits erlebten Situationen und gemeinsamen Erfahrungen basieren.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die beobachtete Diskussion?
Die Arbeit schlussfolgert, dass die Argumentation der Jugendlichen von ihrer laufenden persönlichen Entwicklung geprägt ist und sich deutlich von der erwarteten Argumentationsweise Erwachsener abhebt.
- Quote paper
- Stephanie Meyer (Author), 2006, Die Argumentationsstruktur Jugendlicher untersucht anhand der Argumentationstypologie Kienpointners, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55971