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Zu "Der Magnetiseur" - E.T.A. Hoffmanns Warnung vor dem Magnetismus und ein Spiegelbild seiner Epoche

Titel: Zu "Der Magnetiseur" - E.T.A. Hoffmanns Warnung vor dem Magnetismus und ein Spiegelbild seiner Epoche

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 22 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Kirsten Rackow (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Interesse E.T.A. Hoffmanns am Magnetismus ist unbestritten. Die auf Suggestion und hypnotischen Schlaf beruhende Methode, entdeckt von dem Arzt Franz Anton Meßmer, die sich generell großem Interesse in der europäischen Romantik erfreute, spielt in fast allen seinen Erzählungen eine Rolle.
Die Erzählung, "Der Magnetiseur", die kein gutes Ende nimmt, handelt von dem Magnetiseur Alban, der sich durch besondere Fähigkeiten auszeichnet und etwa Träume für sich nutzbar macht um Macht über eine Familie zu erhalten. Der knappe Inhalt der Erzählung, die 1814 in der Erzählsammlung "Phantasiestücke in Callots Manier" erschien, und dessen Sinn Hoffmann verschleierte, wie Jaques Callot seine Zeichnungen, verweist bereits auf eine kritische Einstellung gegenüber hypnotischen Methoden seinerseits. Doch Hoffmann, der gern die Tiefen des Unbewussten erforscht, hat Bedeutungsvielfalt geschaffen und die Thematik des Magnetismus genutzt um einen breiteren Interpretations- Spielraum zu schaffen. So versucht die Analyse die Schichten zu entblättern und in die Tiefen der Erzählung zu blicken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Magnetismus in der Romantik

2. „Der Magnetiseur“

2.1. Der Handlungsablauf

3. „Der „Magnetiseur “ in Callots Manier

3.1. Verschleierung der Wirklichkeit

3.2. Bedeutungsvielfalt

4. Hoffmann und der Magnetismus

4. 1. Der Blick der Magnetiseure

4. 2. Magnetismus als Herrschaftsinstrument

4. 3. Instrumentalisierung des Traumzustandes

4. 4. Das Okkulte als Füllmasse einer Leerstelle

5. „Der Magnetiseur“, Spiegelbild einer Epoche

5. 1. Romantik und Aufklärung

5. 2. Eine brüchige Gesellschaft

6. Schlussbemerkung

7. Bibliographie:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Magnetiseur“ vor dem Hintergrund der romantischen Faszination für psychische Phänomene und analysiert dabei kritisch das Machtverhältnis zwischen Magnetiseur und Somnambulen sowie die Spiegelung zeitgenössischer gesellschaftlicher Brüche in der Erzählstruktur.

  • Die literarische Verarbeitung des Mesmerismus in der Romantik.
  • Strukturanalysen in der Tradition von Jaques Callot.
  • Die Instrumentalisierung des Unbewussten als Herrschaftsinstrument.
  • Das Spannungsfeld zwischen Aufklärung und romantischer Weltdeutung.
  • Hoffmann als Diagnostiker einer krisengeprägten Epoche.

Auszug aus dem Buch

4. 2. Magnetismus als Herrschaftsinstrument

Vom Major hieß es noch, „er könne das Feuer besprechen, und Krankheiten durch das Auflegen der Hände, ja durch den bloßen Blick heilen[...]“64 Alban macht sich über den Anspruch des Magnetismus, Menschen zu heilen, lustig:

„Es musste gerade ein Arzt sein, der zuerst von meinem Geheimnisse zur Welt sprach[...] um eine ganz untergeordnete Tendenz als den einzigen Zweck der Wirkung aufzustellen, denn so wurde der Schleier gewebt den blöden Augen der Ungeweihten nicht durchdringen. – Ist es denn nicht lächerlich zu glauben, die Natur habe uns den wunderbaren Talisman, der uns zum König der Geister macht, anvertraut, um Zahnweh oder Kopfschmerz oder was weiß ich sonst zu heilen?“65

Durch seine Fähigkeiten begreift sich Alban als über den anderen Menschen stehend. Albans Wille zur Macht sei „die rauschhafte Erhöhung zum zweiten Gott“66, was Alans folgende Worte verdeutlichen:

„Der Fokus indem sich alles Geistige sammelt, ist Gott! Je mehr Strahlen sich zur Feuerpyramide sammeln – desto näher ist der Focus! – Wie breiten sich diese Strahlen aus – sie umfassen das organische Leben der ganzen Natur, und es ist der Schimmer des Geistigen, der uns in Pflanze und Tier unsere durch dieselbe Kraft belebten Genossen erkennen läßt. – Das Streben nach jener Herrschaft ist das Streben nach dem Göttlichen, und das Gefühl der Macht steigert in dem Verhältnis seiner Stärke den Grad seiner Seeligkeit. Der Inbegriff alles Seeligkeit ist im Fokus!“67

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Erzählung und Erläuterung des analytischen Aufbaus.

1. Magnetismus in der Romantik: Darstellung der historischen Entwicklung des Magnetismus als Modethema und der Bedeutung des Traums in der Romantik.

2. „Der Magnetiseur“: Vorstellung der Erzählung sowie Analyse des Handlungsablaufs unter Einbeziehung der Rahmenhandlung.

3. „Der „Magnetiseur “ in Callots Manier: Untersuchung der narrativen Struktur und der Verschleierung der Wirklichkeit in Anlehnung an Callot.

4. Hoffmann und der Magnetismus: Analyse der kritischen Auseinandersetzung Hoffmanns mit dem Magnetismus, insbesondere hinsichtlich Macht und Manipulation.

5. „Der Magnetiseur“, Spiegelbild einer Epoche: Deutung der Erzählung als Abbild gesellschaftlicher Umbrüche und des Konflikts zwischen Aufklärung und Romantik.

6. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Bewertung der Aktualität und der Deutungsvielfalt des Werkes.

7. Bibliographie:: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Der Magnetiseur, Romantik, Mesmerismus, Magnetismus, Somnambulismus, Machtinstrument, Jaques Callot, Unbewusstes, Psyche, Aufklärung, Gesellschaftskritik, Traumtheorie, Literaturwissenschaft, Herrschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Erzählung „Der Magnetiseur“ von E.T.A. Hoffmann im Kontext der romantischen Auseinandersetzung mit dem Mesmerismus.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die Machtverhältnisse durch hypnotische Beeinflussung, die literarische Struktur in Anlehnung an Callot und die gesellschaftskritische Deutung des Textes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hoffmann den Magnetismus als potenziell gefährliches Herrschaftsinstrument kritisiert und warum die Erzählung als Spiegelbild seiner Epoche verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Analyse folgt einer literaturwissenschaftlichen Untersuchung, die sich auf Textanalyse, strukturelle Einordnung (Callots Manier) und die Interpretation historischer Kontexte stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Erzählstruktur, der Rolle des Magnetismus als Machtinstrument sowie die Interpretation der familiären und gesellschaftlichen Krise im Text.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Magnetismus, Romantik, Manipulation, Unbewusstes, Herrschaft und Hoffmanns kritische Distanz zu den Phänomenen seiner Zeit.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Magnetiseurs Alban?

Alban wird als Inkarnation des Bösen und als jemand interpretiert, der seine Macht als Arzt missbraucht, um geistige Fremdbestimmung auszuüben.

Welche Bedeutung hat das „Serapiontische Prinzip“ für diese Analyse?

Es dient als theoretischer Rahmen, um zu verstehen, wie Hoffmann die Grenzen zwischen Realität und Traum bewusst verwischt, um die Leser in den Interpretationsprozess einzubinden.

Warum spielt die Wahl des Schlosses als Handlungsort eine Rolle?

Das barocke Schloss wird als Symbol für eine untergehende, alte Gesellschaftsordnung gedeutet, die den Herausforderungen der Moderne und neuen Mächten schutzlos ausgeliefert ist.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zu "Der Magnetiseur" - E.T.A. Hoffmanns Warnung vor dem Magnetismus und ein Spiegelbild seiner Epoche
Hochschule
Universität Paderborn
Veranstaltung
Europäische Romantik
Note
2,3
Autor
Kirsten Rackow (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V55975
ISBN (eBook)
9783638507905
ISBN (Buch)
9783638664264
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Magnetiseur Hoffmanns Warnung Magnetismus Spiegelbild Epoche Europäische Romantik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kirsten Rackow (Autor:in), 2005, Zu "Der Magnetiseur" - E.T.A. Hoffmanns Warnung vor dem Magnetismus und ein Spiegelbild seiner Epoche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55975
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Leseprobe aus  22  Seiten
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