Zu den Fachdisziplinen der Pflegewissenschaft gehört auch die Gesundheitswissenschaft mit dem Schwerpunkt gesund im Gegensatz zukrank.Es sollen die Aspekte hervorgehoben werden, die den Menschen in der Gesellschaft zu mehr Gesundheit und damit zu Wohlbefinden, Zufriedenheit und auch Arbeits- und Leistungsfähigkeit, sowohl im privaten als auch beruflichen Bereich befähigen.
Die Gesundheitswissenschaft befaßt sich mit entsprechenden Themenkomplexen aus der Gesundheitssoziologie, -psychologie, -pädagogik, -ökonomie mit Sozial-und Umweltmedizin.
Gesundheitswissenschaft kann somit auch als Multidisziplin verstanden werden. Public Health (öffentliche Gesundheit) gilt als Pendant aus den USA und flankiert den Wissensstand in Europa.
Die Gesundheitspflege wurde bereits bei Florence Nightingale schon erwähnt. Auch wurde Mitte des 19. Jahrhunderts ein Konzept zur öffentlichen Gesundheitspflege mit Möglichkeiten zur Förderung und Erhaltung von Gesundheit bezüglich Hygiene und Wohnbedingungen veröffentlicht, um Infektionskrankheiten zu verhüten (vgl. WALLER, SB 1, S 7). Die Gesundheitswissenschaft steht somit schon länger im Zenit von gesundheitsförderlichem Handeln.
Ein Teilgebiet der Gesundheitswissenschaften befaßt sich mit der Gesundheitsförderung, die angesichts der demographischen Entwicklung und unserer Leistungsgesellschaft immer mehr in den Vordergrund rückt, genauso wie Partizipation und Emanzipation durch die veränderten Bevölkerungsstrukturen. In Zeiten rasanter Weiterentwicklung und Veränderungen ist politischer und persönlicher Handlungsbedarf für Gesundheitsförderung gegeben. Durch diverse Veränderungen wie Geburtenrückgang, höhere Lebenserwartung, u.a. durch Fortschritte in der Medizin, und Vorruhestand hat sich die demographische Entwicklung verändert. Die Menschen werden älter.
In dieser Hausarbeit sollen unter Berücksichtigung der vorgegebenen Themenpunkte Zusammenhänge und Denkanstöße erörtert werden, wie Gesundheit im Alter gefördert werden kann, Behinderungen reduziert und der alternden Bevölkerung Wege zu Gesundheit, Unabhängigkeit, Selbständigkeit, Mobilität und Lebensfreude gezeigt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gesundheit, Krankheit und Altern
2.1 Definition von Gesundheit und Gesundheitsverständnis
2.2 Demographische Situation
2.3 Das Altern
2.3.1 Biologisch - physiologisches Altern
2.3.2 Psychologisches und soziales Altern
2.3.3 Bildung und Einkommen
3. Abgrenzung von Prävention und Gesundheitsförderung
4. Gesundheitsförderung im Alter nach der Ottawa - Charta
4.1 Die Personale Ebene
4.2 Die Verhaltensebene
4.3 Die Verhältnisebene
4.4 Gesundheitsressourcen
4.5 Gesundheitsrisiken
5. Möglichkeiten der Gesundheitsförderung
5.1 Gesundheitsaufklärung und Beratung
5.2 Gesundheitserziehung und Bildung
5.3 Gesundheitstraining und Gesundheitsselbsthilfe
6. Der „Setting“ - Ansatz
6.1 Projekt „Aktive Gesundheitsförderung im Alter“
7. Perspektive
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Gesundheitswissenschaft für die pflegerische Praxis, insbesondere unter dem Fokus der Gesundheitsförderung bei älteren Menschen, um den demographischen Herausforderungen durch gezielte Prävention und Stärkung von Ressourcen zu begegnen.
- Grundlagen von Gesundheit, Krankheit und Altern
- Differenzierung zwischen Prävention und Gesundheitsförderung
- Umsetzung der Ottawa-Charta im Kontext des Alterns
- Methoden der Gesundheitsaufklärung, Bildung und Selbsthilfe
- Analyse des Setting-Ansatzes anhand praktischer Modellprojekte
Auszug aus dem Buch
6. Der Setting - Ansatz
Ein Setting ist ein komplettes soziales System bzw. eine komplexe Organisation wie Schulen, Krankenhäuser, Betriebe, Kommunen. Ziel ist die Förderung kontext- und individuumbezogener Maßnahmen in unterschiedlichen Zielgruppen. Zusammengefasst nach der WHO von 1999 sollte:
• die Aufmerksamkeit verstärkt auf die Stellen konzentriert werden, wo Gesundheit gefördert und erhalten wird,
• den Maßnahmen deutlich erkennbare Grenzen gesetzt werden,
• es leicht gemacht werden, mögliche Partner zu finden,
• es die Möglichkeit bieten, zu beobachten und zu messen, wie sich Interventionen zum Vorteil der Gesundheit auswirken,
• es die Möglichkeit erhalten, Pilotversuche durchzuführen und einen nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel zu bewirken (vgl. WALLER, SB.6, S. 17).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Pflegewissenschaft und Gesundheitswissenschaft als Disziplinen, die den Menschen zu Wohlbefinden befähigen sollen.
2. Gesundheit, Krankheit und Altern: Darstellung der Begriffsbestimmungen, des multidimensionalen Gesundheits-Krankheitskontinuums sowie biologischer und psychosozialer Alterungsprozesse.
3. Abgrenzung von Prävention und Gesundheitsförderung: Abgrenzung der beiden Konzepte hinsichtlich ihrer Zielsetzung (Risikominimierung vs. Ressourcenstärkung).
4. Gesundheitsförderung im Alter nach der Ottawa - Charta: Untersuchung von Strategien der Ottawa-Charta auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen zur Stärkung der Autonomie im Alter.
5. Möglichkeiten der Gesundheitsförderung: Überblick über Methoden wie Aufklärung, Beratung, Bildung und das Training für ein gesundes Altern.
6. Der „Setting“ - Ansatz: Erläuterung des Setting-Konzepts und Vorstellung des Projekts „Aktive Gesundheitsförderung im Alter“ als Praxisbeispiel.
7. Perspektive: Schlussbetrachtung zum hohen Handlungsbedarf bei der Gesundheitsförderung im Alter und zur Bedeutung von professioneller Weiterbildung.
Schlüsselwörter
Gesundheitswissenschaft, Pflegewissenschaft, Gesundheitsförderung, Prävention, Ottawa-Charta, Alter, demographische Entwicklung, Salutogenese, Gesundheitsressourcen, Gesundheitstraining, Setting-Ansatz, Gesundheitsbildung, Empowerment, Eigenverantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle der Gesundheitswissenschaft für die Pflege und wie diese durch Gesundheitsförderung die Lebensqualität im Alter verbessern kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Alterungsprozess, die Ottawa-Charta, Gesundheitsressourcen und verschiedene pädagogische sowie soziale Interventionsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Zusammenhänge aufzuzeigen, wie Gesundheit im Alter aktiv gefördert, Behinderungen reduziert und die Selbstständigkeit der Menschen unterstützt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die theoretische Konzepte der Gesundheitswissenschaft mit praktischen Modellprojekten verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Alterns, die Unterscheidung zwischen Prävention und Gesundheitsförderung sowie spezifische Umsetzungsstrategien und Projekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Gesundheitsförderung, Setting-Ansatz, Ottawa-Charta und der Fokus auf das Alter.
Warum wird das Albertinen-Haus als Beispiel genannt?
Es dient als praktisches Modellprojekt für eine interdisziplinäre „Aktive Gesundheitsförderung im Alter“ unter Nutzung ambulanter und stationärer Vernetzung.
Welche Rolle spielt die Selbsthilfe bei der Gesundheitsförderung?
Selbsthilfegruppen werden als wichtiges Kernelement angesehen, da sie Eigeninitiative, sozialen Austausch und Partizipation fördern.
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- Margrit Selle (ehemals Bauer) (Author), 2005, Zur Bedeutung der Gesundheitswissenschaft für die Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55976