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Sozialisationstheoretischer Zugang zur Ursache rechtsextremer Einstellungen

Titel: Sozialisationstheoretischer Zugang zur Ursache rechtsextremer Einstellungen

Hausarbeit , 2002 , 13 Seiten , Note: 1,2

Autor:in: Felix Hessmann (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

"Keine Lust mit Dreck zu reden will Türken/ nur in Särgen seh′n/ purer Hass, purer Hass" , so tönt es von Seiten einer rechtsextremen Skinhead - Band. Und da der künstlerische Anspruch offensichtlich recht gering ist, muss man sich fragen, wen diese Musik denn ansprechen kann und warum. Es gilt dann auch zu erwägen, inwieweit rechtsextremistische Potentiale nur eine Sache einer rechten Subkultur sind, oder ob sie, wie BKA-Präsident Zachert 1993 sagte, "aus der Mitte der Gesellschaft" kämen und sich darin ein "latenter Rassismus" spiegele.
Die vorgelegte Arbeit wird sich im weiteren Sinne damit befassen: Es geht um den sozialisationstheorethischen Zugang zu rechtsextremen Einstellungen. Dazu wird auf vorhandene Literatur zu den Themen Autoritarismus und Rechtsextremismus zurückgegriffen.
Zunächst werden hierbei die für wichtig erachteten Begriffe geklärt, dann individualpsychologischen Faktoren der Sozialisation zu erläutert, auf die Besonderheit in den neuen Bundesländer eingegangen um mit einer kritischen Sicht auf eine politische Maßnahme zu schließen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Latenter Rassismus aus der Mitte

2. Klärung dreier wichtiger Begriffe

2.1 Sozialisationstheorie

2.2 Autoritäre und rechtsextreme Einstellungen

3. Adornos „Studien zum autoritären Charakter“

3.1 Das Projekt

3.2 Kennzeichen autoritärer Persönlichkeiten

3.3 Zur Sozialisation der Autoritären

4. Ursachen rechtsextremer Einstellungen aus heutiger Sicht

4.1 Beziehungserfahrungen und Normenentwicklung

4.2 Die Rolle der Jugendzeit

5. Die Besonderheit in den neuen Bundesländern

5.1 Zahlen und Umfragen

5.2 Rechtsextreme Orientierungen und Erziehung in der DDR

6. Kritik und Zusammenfassung

6.1 Schwächen des sozialisationstheorethischen Ansatzes

6.2 Zusammenfassung

7. Das Aktionsprogramm „für Toleranz und Demokratie“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht rechtsextreme Einstellungen aus einem sozialisationstheoretischen Blickwinkel. Ziel ist es, den Ursprung dieser Orientierungen in der frühkindlichen Entwicklung und in den familialen Sozialisationsbedingungen zu analysieren, um ein tieferes Verständnis für die psychologischen Mechanismen hinter autoritären Charakterstrukturen zu gewinnen.

  • Analyse der sozialisationstheoretischen Grundlagen zur Entstehung autoritärer Persönlichkeiten.
  • Untersuchung der Bedeutung von Beziehungserfahrungen und emotionaler Bindung für die Persönlichkeitsentwicklung.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Sozialisation in der DDR im Kontext rechtsextremer Einstellungen.
  • Bewertung politischer Maßnahmen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus vor dem Hintergrund sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse.

Auszug aus dem Buch

3.3 Zur Sozialisation der Autoritären

Die Ursachen dieser Merkmale liegen im Wesentlichen in der Ich-Schwäche des Autoritätsgebundenen, die ihre Ursache in einer als „traumatisch“ erlebten familialen Sozialisation hat. Daher muss er alles ablehnen was seine Sicherheit gefährden könnte oder innere Konflikte auslösen könnte, etwa Phantasie oder Sexualität. „So normal sie sich gebärden und im Sinne eines gewissen praktischen Wesens tatsächlich auch sind“, schreibt Horkheimer, „so tief beschädigt scheinen sie zugleich.“

So neigen sie dazu ihre Eltern zu idealistisch darzustellen, obgleich sie von ihnen in ihrer Kindheit durch Mangel an Zuwendung und schwere körperliche Strafen gezwungen worden sind, sich ihnen „bedingungslos zu unterwerfen“. Elterliche Autorität wurde von ihnen als Bedrohung und vorallem als unberechenbar erlebt. Aus Furcht vor Strafe haben sie lehrnt sich ihnen anzupassen, also die Entscheidung über 'gut' und 'böse' als Recht des Starken wahrzunehmen. Um den „irrationalen Zug“ dieser Beziehung auszuhalten, verändert das Individuum hierbei seine Haltung so, dass es Genuss an Gefolgschaft findet – Horkheimer spricht daher auch von einem „sadomasochistischen Charakter“. Letztendlich wird die Herausbildung eines autonomen Gewissens, im Sinne eines selbständigen Über-Ichs, blockiert und die Abhängigkeit zu „äußeren Instanzen“, also Autoritäten, die im Kindesalter durch den Vater repräsentiert werden, manifestiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Latenter Rassismus aus der Mitte: Einführung in die Thematik der rechtsextremen Einstellungen, die nicht nur Randphänomene sind, sondern oft aus der Mitte der Gesellschaft kommen.

2. Klärung dreier wichtiger Begriffe: Definition der zentralen Konzepte wie Sozialisation und der Einordnung autoritärer sowie rechtsextremer Einstellungen.

3. Adornos „Studien zum autoritären Charakter“: Historische Herleitung des Begriffs des autoritären Charakters und Darstellung der zugrunde liegenden empirischen Studien.

4. Ursachen rechtsextremer Einstellungen aus heutiger Sicht: Analyse moderner Erkenntnisse über die Rolle von Erziehung, Beziehungsqualität und Jugendsozialisation.

5. Die Besonderheit in den neuen Bundesländern: Auseinandersetzung mit der spezifischen Situation in den neuen Bundesländern und dem Einfluss der DDR-Sozialisation.

6. Kritik und Zusammenfassung: Kritische Reflexion der Reichweite des sozialisationstheoretischen Ansatzes und Resümee der zentralen Ergebnisse.

7. Das Aktionsprogramm „für Toleranz und Demokratie“: Kritische Einschätzung staatlicher Maßnahmen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Rechtsextremismus, Autoritarismus, autoritärer Charakter, Ideologie, Persönlichkeitsstruktur, Erziehung, Kindheit, Fremdenfeindlichkeit, Sozialisationstheorie, Gewalt, politische Bildung, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht rechtsextreme Einstellungen unter einem sozialisationstheoretischen Aspekt und analysiert, wie frühkindliche und familiale Erfahrungen die Persönlichkeitsstruktur prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der autoritäre Charakter, der Einfluss familialer Erziehung, die Bedeutung emotionaler Bindungen sowie die Herausforderungen durch rechtsextreme Einstellungen in der heutigen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erläuterung der Ursachen rechtsextremer Einstellungen durch eine Analyse individualpsychologischer Faktoren der Sozialisation.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Literaturanalyse durchgeführt, die auf klassischen sozialwissenschaftlichen Studien wie denen von Adorno sowie neueren Untersuchungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung autoritärer Persönlichkeiten, dem Einfluss der Kindheit auf die spätere politische Einstellung und der kritischen Diskussion über Erziehungsmuster.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialisation, Autoritarismus, Rechtsextremismus, Erziehung, Persönlichkeitsstruktur und ideologische Prägung.

Welche Rolle spielt der „autoritäre Charakter“ in der Analyse?

Er dient als zentrales Modell, um zu erklären, wie traumatische Kindheitserfahrungen und rigide Erziehung zu einer Unterordnung unter Autoritäten führen können.

Wie bewertet der Autor politische Maßnahmen wie das „Aktionsprogramm für Toleranz und Demokratie“?

Der Autor würdigt zwar die gute Absicht, hinterfragt aber, ob eine rein finanzielle Therapie eines so komplexen sozialen Problems ohne ganzheitliche Ansätze wirksam sein kann.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sozialisationstheoretischer Zugang zur Ursache rechtsextremer Einstellungen
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Fachbereich Politikwissenschaften)
Note
1,2
Autor
Felix Hessmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
13
Katalognummer
V5599
ISBN (eBook)
9783638134286
ISBN (Buch)
9783638841801
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtsextremismus Sozialisationstheorie Autoritäre Persönlichkeit Adorno Hopf Christel Bedeutung der Beziehung Verfassungsschutz Horkheimer masochistischer Charakter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felix Hessmann (Autor:in), 2002, Sozialisationstheoretischer Zugang zur Ursache rechtsextremer Einstellungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5599
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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