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Bronislaw Malinowski - Gefangen in seiner Kultur

Title: Bronislaw Malinowski - Gefangen in seiner Kultur

Term Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Kirsten Rackow (Author)

Cultural Studies - East European Studies
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Summary Excerpt Details

Das erste Kapitel beschäftigt sich zunächst mit der von Bronislaw Malinowski durchgeführten Feldforschung in British Neuguinea, während der er eine neue Feldforschungstechnik, die „teilnehmende Beobachtung“ in die Praxis umsetzen wollte. Seine neue Feldforschungstechnik wird, in denen für die Arbeit relevanten Kriterien, erläutert, sowie seine damit verbundenen Hoffnungen. Die nach seinem Aufenthalt veröffentlichen Forschungen lassen ein Gelingen der Vorsätze erkennen. Kapitel 2 befasst sich mit der Diskrepanz, die bei dem Vergleich des für die Öffentlichkeit gedachten Forschungswerkes Malinowski, den „Argonauten des westlichen Pazifik“ und seinem privaten Tagebuch, auftritt.
Schockierende Offenbarungen seiner Aufzeichnungen zeigen vor allem einen psychisch kranken Menschen, dessen Vorsätze in der Praxis gescheitert sind. Ebenfalls, dass er in vielem Ablenkung suchte um sich so von der Arbeit und seiner Umwelt zu distanzieren.
Eine Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit scheint sich beim Vergleich seiner öffentlichen und privaten Aufzeichnungen aufzutun.
Da sich Malinowski in einer Ausnahmesituation befand, scheint es auf der Hand zu liegen, in der Situation der Fremde, die Begründung für seine offensichtlich schlechte psychische Verfassung zu suchen.
Kapitel 3 stellt die für einen „Kulturschock" relevanten Symptome, wie Einsamkeit und kulturelle Schwierigkeiten fest.
Kapitel 4 stellt eine andere Sichtweise dar, die eng verknüpft mit dem Begriff der Kultur ist und die davon ausgeht, dass Malinowskis Persönlichkeit und seine unbewussten Vorurteile einen entschiedenen Beitrag geleistet haben.
Es wird sich zeigen, dass Malinowski ein Mensch war, der für einen objektiven Feldforscher, wiedererwartend tiefe Vorurteile gegenüber der einheimischen Bevölkerung hegte.
Die Arbeit zeigt zudem auf, dass Malinowski ein Gefangener seiner eigenen Kultur war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Bronislaw Kasper Malinowskis Feldforschung

2. Malinowskis privates Tagebuch und dessen Offenbarungen

2. 1. Lädierte Psyche

2. 2. Scheitern seiner Vorsätze

2. 3. Weltflucht

3. Der Wert des Tagebuchs

4. Ein „Kulturschock ?

4. 1. Einsamkeit

4. 2. Kulturelle Schwierigkeiten

4. 3. Gefangener seiner Kultur

4. 4. Malinowskis Beitrag

4. 4. 1. Vorurteile

4. 4. 1. Verdrängung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen Bronislaw Malinowskis methodischem Anspruch der „teilnehmenden Beobachtung“ in seiner öffentlichen Forschung und den privaten Realitäten seines Feldforschungsaufenthaltes in Papua-Neuguinea. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, inwiefern Malinowskis eigene Persönlichkeit, psychische Belastungen und tief verwurzelte kulturelle Vorurteile sein wissenschaftliches Vorhaben beeinflussten und behinderten.

  • Die Implementierung der „teilnehmenden Beobachtung“ als neue ethnologische Feldforschungstechnik.
  • Die Analyse Malinowskis privater Tagebuchaufzeichnungen und die darin offenbarten psychischen Krisen.
  • Die Untersuchung der sogenannten „Kulturschock“-Symptome während der Feldforschung.
  • Die Rolle von Vorurteilen und die vergebliche Flucht aus der eigenen kulturellen Prägung.

Auszug aus dem Buch

2. 1. Lädierte Psyche

„Der hochangesehene Ethnologe entpuppt sich als ein mit sich selbst beschäftigter Hypochonder, gequält von regelmäßigen Depressionen, heimgesucht von Phantasien über europäische und trobriandische Frauen und ständig darum ringend, Fassung zu bewahren und sich zusammenzureißen.“ Malinowski litt offensichtlich an einer Depression, worauf seine beschriebene Lustlosigkeit und seine Neigung sich hängen zu lassen deuten. Seine Arbeit bereitet ihm häufig kein Vergnügen.

„Montag, 26. Gestern hatte ich, wie man zu sagen pflegt, einen Fieberanfall, einen Anflug von Fieber. Körperliche und geistige Trägheit. Gestern hatte ich zum Beispiel nicht den Wunsch, und ich war auch nicht kräftig genug, einen Spaziergang zu machen, nicht einmal um die Insel. Auch habe ich nicht die Energie mich an die Arbeit zu machen, nicht einmal Briefe an E.R.M. zu schreiben oder meine ethnographischen Aufzeichnungen durchzusehen.

Auch physisch fühlt sich Malinowski nicht wohl. Dies könnte jedoch ebenfalls Resultat einer lädierten Psyche sein. Es berichten so auffallend viele Textstellen von unterschiedlichen Krankheitssymptomen, dass davon ausgegangen werden kann, dass Malinowski während seiner Feldforschunghypochondrisch war.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel erläutert das Ziel der Arbeit, die Diskrepanz zwischen Malinowskis öffentlichem Forschungswerk und seinem privaten Tagebuch aufzuzeigen und den Einfluss seiner Persönlichkeit auf die Feldforschung zu analysieren.

1. Bronislaw Kasper Malinowskis Feldforschung: Hier wird der historische Kontext der Ethnologie und Malinowskis Einführung der „teilnehmenden Beobachtung“ in British Neuguinea beschrieben.

2. Malinowskis privates Tagebuch und dessen Offenbarungen: Dieses Kapitel thematisiert die Entdeckung und Veröffentlichung der privaten Aufzeichnungen, die eine psychisch labile Seite des Forschers enthüllen.

2. 1. Lädierte Psyche: Die Untersuchung von Malinowskis Depressionen, seiner Hypochondrie und der allgemeinen Lustlosigkeit während der Feldforschung steht hier im Fokus.

2. 2. Scheitern seiner Vorsätze: Es wird analysiert, warum Malinowskis methodischer Anspruch einer vorurteilfreien Feldforschung aufgrund seiner ablehnenden Haltung gegenüber den Einheimischen scheiterte.

2. 3. Weltflucht: Die Fluchtmechanismen des Forschers, insbesondere exzessives Lesen von Romanen, werden als Beweis für seine Distanzierung von der Feldforschungssituation angeführt.

3. Der Wert des Tagebuchs: Dieses Kapitel beleuchtet die Bedeutung der Tagebücher als Mittel zur Selbstdisziplinierung und als zensierende Instanz des Forschers.

4. Ein „Kulturschock ?: Hier werden die Symptome von Einsamkeit und die kulturelle Herausforderung, die Malinowski als „Kulturschock“ erlebt, reflektiert.

4. 1. Einsamkeit: Die doppelte Außenseitersituation Malinowskis, sowohl gegenüber den Einheimischen als auch den dort lebenden Europäern, wird dargelegt.

4. 2. Kulturelle Schwierigkeiten: Dieses Kapitel untersucht die Konfrontation mit fremder Körperlichkeit und Malinowskis Versuche, Triebregungen zu unterdrücken.

4. 3. Gefangener seiner Kultur: Die These, dass Malinowskis kulturelle Prägung eine objektive Feldforschung unmöglich machte, bildet den Kern dieses Abschnitts.

4. 4. Malinowskis Beitrag: Es wird erörtert, wie Malinowskis persönliche Enttäuschung und seine Reaktion darauf zum Scheitern seiner distanzlosen Beobachtung beitrugen.

4. 4. 1. Vorurteile: Die Rolle des Kulturbegriffs bei der Förderung von Vorurteilen und Hierarchisierungen durch Malinowski wird analysiert.

4. 4. 1. Verdrängung: Dieses Kapitel beschreibt, wie Malinowski seine eigenen Vorurteile verdrängte und diese stattdessen auf andere Gruppen, wie etwa Missionare, projizierte.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Malinowski trotz seiner methodischen Innovationen ein Gefangener seiner eigenen Kultur blieb, was ihn letztlich vor einem Selbstverlust schützte.

Schlüsselwörter

Bronislaw Malinowski, Feldforschung, teilnehmende Beobachtung, Kulturschock, Ethnologie, Tagebuch, Identität, Vorurteile, Kultur, Psyche, Depression, Weltflucht, Distanzierung, Selbstbeobachtung, Papua-Neuguinea

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das private Tagebuch von Bronislaw Malinowski im Vergleich zu seinen publizierten ethnologischen Forschungsergebnissen, um das Bild des „objektiven Feldforschers“ zu hinterfragen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die psychische Verfassung des Forschers, das Scheitern methodischer Vorsätze durch persönliche Vorurteile, die Erfahrung eines Kulturschocks und die Rolle kultureller Prägung bei ethnographischer Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Malinowskis Persönlichkeit, seine Depressionen und tiefsitzenden Vorurteile die angestrebte „teilnehmende Beobachtung“ in der Praxis behinderten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die primär auf Malinowskis privaten Aufzeichnungen sowie einer Auswahl ethnologischer und soziologischer Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der psychischen Krisen, die Analyse der Distanzierung durch Fluchtmotive und die theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Kultur und Vorurteil.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die „teilnehmende Beobachtung“, der „Kulturschock“, die „lädierte Psyche“, „kulturelle Prägung“ sowie „Vorurteile“ und „Verdrängung“.

Warum spielt das Tagebuch eine so zentrale Rolle für die Untersuchung?

Das Tagebuch dient als „echte“ Quelle, die das im Kontrast dazu stehende, stilisierte Bild des heldenhaften Forschers in den offiziellen Publikationen dekonstruiert.

Welche Rolle spielt der Begriff „Gefangener seiner Kultur“?

Dieser Begriff verdeutlicht Malinowskis Unfähigkeit, seine eigene kulturelle Konditionierung abzuschütteln, was es ihm letztlich unmöglich machte, den „Anderen“ vorurteilsfrei zu begegnen.

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Details

Title
Bronislaw Malinowski - Gefangen in seiner Kultur
College
University of Paderborn
Course
Kulturschock
Grade
2.0
Author
Kirsten Rackow (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V56010
ISBN (eBook)
9783638508162
ISBN (Book)
9783656792901
Language
German
Tags
Bronislaw Malinowski Gefangen Kultur Kulturschock
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kirsten Rackow (Author), 2003, Bronislaw Malinowski - Gefangen in seiner Kultur , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56010
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