„Für Romeo und Julie war ich am meisten bange und hätte es beinahe wegelassen“. Mit diesen Worten kommentierte Keller am 16. April 1856 in einem Brief an seinen Freund Hermann Hettner sein Werk „Romeo und Julia auf dem Dorfe“. Und auch Jahre später empfindet Keller seine Novelle als eine „verhängnisvolle Dorfgeschichte“, die ihm „wie ein gestutzter Pudel durch das Leben nachläuft“ (Breitenbruch, B. 1981, S.84). Das persönliche Urteil des Literaten über eines seiner Werke, welches einige Jahre später verfilmt wurde und noch heute in Schulen als Unterrichtslektüre herangezogen wird.
Der folgende Beitrag wird sich mit verschiedenen Aspekten zur Person Kellers und seiner Novelle beschäftigen, die 1956 im ersten Band der „Leute von Seldwyla“ erschien. In Bezug auf den Menschen Keller sollen die Fragen „Wer war Gottfried Keller?“ und „Mit welchen Werken errang er einen Platz im literarischen Kanon?“ beantwortet werden.
Eine kritisch-analysierende Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Werkes soll als Einführung in den Hauptteil des Beitrages dienen. Kritisch hinterfragt werden wird das Motiv sowie der Titel der Novelle mit Blick auf William Shakespeares Drama „Romeo und Julia“. Lassen sich hier Züge „epigonalen“ (vgl. Meyer-Sickendiek, B. 2001, S.16) Schreibens aufzeigen oder dient die Wiederaufnahme verschiedener Aspekte der Bewusstmachung dieser?
Nach einem kurzen Abriss des inhaltlichen Verlaufs der Erzählung wird sich der analysierende Teil der Arbeit anschließen. In diesem werden zunächst die Hauptpersonen charakterisiert werden. Anschließend werden die Symbole der Erzählung eine erläuternde Darstellung finden. Angemerkt werden muss hier, dass sich der analysierende Teil ausschließlich auf die beiden oben genannten Aspekte konzentrieren wird. Die Fülle an Literatur, welche sich bereits mit der Interpretation der vorliegenden Novelle beschäftigte zeigt, dass es weitaus mehr zu interpretierende Bereiche gäbe, doch müssen diese auf Grund des vorgegebenen Rahmens unbeachtet bleiben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Gottfried Keller: Sein Leben
- Die Werke
- „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ - Shakespeare mit anderen Worten?
- „Romeo und Julia auf dem Dorfe“
- Was geschah? - Zum Inhalt der Novelle
- Interpretation der Novelle
- Charakteristik der Hauptpersonen
- Die Frauen der Bauern
- Manz
- Sali
- Marti
- Vrenchen
- Zur Funktion der Symbole
- Der wilde Acker
- Die Steine
- Der schwarze Geiger
- Bilder des Hauses
- Die Todessymbolik
- Charakteristik der Hauptpersonen
- Schlusswort
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Beitrag befasst sich mit Gottfried Keller und seiner Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“. Er analysiert Kellers Leben und Werk und untersucht, ob die Novelle Anleihen bei Shakespeares „Romeo und Julia“ aufweist. Der Beitrag beleuchtet den Inhalt der Novelle und untersucht die Charakterisierung der Hauptpersonen sowie die Funktion von Symbolen im Text.
- Gottfried Keller: Leben und Werk
- Die Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ als literarische Adaption
- Charakterisierung der Hauptpersonen
- Analyse von Symbolen im Text
- Die Bedeutung des Motivs in der Novelle
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Novelle ein und stellt den Autor Gottfried Keller vor. Sie beleuchtet die biografischen Hintergründe und die literarische Entwicklung Kellers.
Kapitel 2 befasst sich mit Kellers Leben und seinen Werken. Es beschreibt seine Kindheit, seine Ausbildung, die prägenden Stationen seines Lebens und seinen Werdegang als Schriftsteller.
Kapitel 3 analysiert die Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ im Hinblick auf William Shakespeares Tragödie.
Kapitel 4 fasst den Inhalt der Novelle zusammen und stellt die wichtigsten Handlungsstränge und Ereignisse dar.
Kapitel 5 interpretiert die Novelle. Es analysiert die Charakterisierung der Hauptpersonen und beleuchtet die Funktion von Symbolen im Text.
Schlüsselwörter
Gottfried Keller, "Romeo und Julia auf dem Dorfe", Novelle, Literatur des 19. Jahrhunderts, Shakespeare, Tragödie, Charakterisierung, Symbole, Motiv, Analyse, Interpretation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Gottfried Kellers Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“?
Die Novelle erzählt die tragische Liebesgeschichte von Sali und Vrenchen, deren Väter sich über einen Acker zerstreiten, was die Verbindung der Kinder unmöglich macht und in den Tod führt.
Wie bezieht sich Keller auf William Shakespeare?
Keller übernimmt das Motiv der verfeindeten Familien und der unmöglichen Liebe, überträgt es jedoch in ein realistisches, dörfliches Milieu der Schweiz des 19. Jahrhunderts.
Welche Bedeutung hat das Symbol des „wilden Ackers“?
Der Acker ist der zentrale Streitpunkt zwischen den Bauern Manz und Marti. Er symbolisiert den sozialen Abstieg und die moralische Verwilderung der Familien.
Wer ist der „schwarze Geiger“?
Der schwarze Geiger ist eine symbolische Figur, die den rechtmäßigen, aber besitzlosen Erben des Ackers darstellt. Er verkörpert das schlechte Gewissen der Bauern und das Außenseitertum.
Wie charakterisiert Keller die Hauptfiguren Sali und Vrenchen?
Die Arbeit analysiert Sali und Vrenchen als unschuldige Opfer des väterlichen Hasses, die in einer Welt ohne sozialen Halt keine Zukunft für ihre Liebe finden.
- Quote paper
- Christina Schulz (Author), 2006, Gottfried Keller: "Romeo und Julia auf dem Dorfe", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56026