Fallstudie: Jobbörsen im Internet für IT-Berufe
In unserer heutigen Gesellschaft ist der Einsatz von Computersystemen nicht mehr wegzudenken. Im Gegenteil: Computersysteme dringen mehr und mehr in alle Bereiche unseres Lebens vor. Für den Betrieb von Computern kommt dabei der Software eine Schlüsselrolle zu. Sie ist, durch den Mikroprozessoreinsatz bedingt, ein wesentlicher Bestandteil industrieller Produkte und Anlagen, ein unverzichtbares Hilfsmittel in der Verwaltung, in Banken und im Versicherungswesen, im Handel sowie in anderen Branchen. Besonders in Bereichen wie z.B. Verkehr, Flugsicherung, Medizintechnik oder Energiewesen bestimmt die Software maßgeblich Sicherheit und Leben. 1996 wurden nach offiziellen Angaben 20 Todesfälle auf Grund von Softwarefehlern in amerikanischen Krankenhäusern gezählt. Es lassen sich etliche weitere Beispiele anführen, dass mangelnde Softwarequalität maßgeblich zu Schäden beigetragen hat oder unnötige Kosten bei der Fehlkorrektur entstehen. Abbildung 1 verdeutlicht den Zusammenhang zwischen möglichen Fehlerquellen, entdeckten Fehlern und entstandenen Korrekturkosten. Jobbörsen funktionieren wie der Stellenanteil einer Wirtschaftszeitung. Stellenanbieter und Stellensuchende können ergänzend über das Medium Internet zueinander finden. Die Jobbörsen in Deutschland haben sich im Wettbewerb mit den Printmedien um das Geschäft mit den Stellenanzeigen behauptet und sind als klare Sieger hervorgegangen. Die Prozesse zur Stellenbesetzung können teilweise automatisiert und beschleunigt werden, ein weiterer Grund sind geringere Kosten gegenüber den Printmedien. Die entscheidenden Qualitätsmerkmale von Jobbörsen sind unter anderem die Aktualität, der Angebotsumfang sowie die Benutzerfreundlichkeit. Der Markt teilt sich in allgemeine Angebote, die den gesamten Arbeitsmarkt abdecken und spezialisierte Angebote, die sich auf eine bestimmte Branche oder bestimmte Berufsbilder spezialisiert haben. Daneben existieren Metasuchmaschinen, die aus den Karriereseiten einzelner Arbeitgeber oder auch anderen Stellenbörsen die Angebote zusammenstellen und aufbereiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und begriffliches Instrumentarium
2 Anforderungsdefinition
2.1 Lastenheft
2.2 Pflichtenheft
2.3 Fallstudie
2.4 Software-Ergonomie
2.5 Testgrundlagen
3 Markterhebung
3.1 Marktstudie
3.2 Korrelation Anzahl Stellenanzeigen Popularität
3.3 Auswahl
4 Softwaretest
4.1 Testbericht
4.1.1 Allgemeine Anbieter
4.1.2 Spezialisierte Anbieter
5 Fazit / Bewertung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und bewertet betriebswirtschaftliche Anwendungssoftware am Beispiel von Internet-Jobbörsen, wobei der Fokus insbesondere auf deren Eignung für IT-Berufe liegt. Ziel ist es, durch die Definition von Anforderungen und die Durchführung systematischer Softwaretests die Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit verschiedener Jobportale gegenüberzustellen und Empfehlungen für den Auswahlprozess abzuleiten.
- Analyse und Definition von Anforderungsspezifikationen (Lasten- und Pflichtenheft) für Software.
- Markterhebung und Kategorisierung von Online-Stellenbörsen im deutschsprachigen Raum.
- Methodische Durchführung von Softwaretests basierend auf definierten Testgrundlagen.
- Bewertung von Anbietern hinsichtlich Suchfunktionalität, Benutzerführung und Profilabgleich.
- Gegenüberstellung von allgemeinen und spezialisierten Jobbörsen für die IT-Branche.
Auszug aus dem Buch
2 Anforderungsdefinition
Eine Anforderung ist eine Eigenschaft, die erfüllt sein muss, damit ein Vorgang gelingen kann. Zum Beispiel kann es sich darum handeln, welche Leistungen eine betriebswirtschaftliche Anwendungssoftware oder ein Computersystem erfüllen muss. In der Informatik beschreibt eine Anforderung ein Leistungsmerkmal von Software oder einer Dienstleistung. Die Analyse und Umsetzung von Anforderungen ist eine eigenständige Methode bzw. ein eigenes Prozessgebiet.
Die Anforderungsdefinition dient dazu einen Anforderungskatalog für das zu verändernde oder neu zu entwickelnde Anwendungssoftwaresystem anzufertigen, mit einer Schnittstellenübersicht und einer Beschreibung der Soll-Hauptfunktionen und der wichtigsten Datengruppen. Diese Phase wird schwerpunktmäßig vom Fachbereich durchgeführt. Der Anforderungskatalog ist das Phasenergebnis der Anforderungsdefinition und fachliche Teil des Projektantrages. Die Idee dahinter: Erste Stoffsammlung aus ganzheitlicher (anwendungs und DV-bezogener) Sicht als fachliche Grundlage des Projektantrages. Die systematische und schriftliche Zusammenstellung eines Dokumentes, in der sämtliche technische und betriebswirtschaftliche Anforderungen an ein System oder Software-Programm gestellt werden, bezeichnet man als Pflichtenheft.
Die erste Aufgabe im Rahmen dieser Fallstudie ist das eindeutige und vollständige Definieren des Ziels. Hierzu müssen, zusammen mit dem Auftraggeber, jeweils aufeinander aufbauend ein Anforderungskatalog, ein Pflichtenheft und eine Leistungsbeschreibung erarbeitet werden, wobei auch eventuell das spätere Änderungswesen vorzusehen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und begriffliches Instrumentarium: Dieses Kapitel erläutert die wachsende Bedeutung von Softwarequalität in der modernen Gesellschaft und führt in die Thematik der Internet-Jobbörsen ein.
2 Anforderungsdefinition: Hier werden die theoretischen Grundlagen zur Erstellung von Lasten- und Pflichtenheften erläutert und die spezifischen Anforderungen für die Fallstudie definiert.
3 Markterhebung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Markt der Jobbörsen und untersucht die Korrelation zwischen der Anzahl der Stellenanzeigen und der Popularität der Anbieter.
4 Softwaretest: Hier wird die praktische Testdurchführung beschrieben, bei der verschiedene allgemeine und spezialisierte Anbieter anhand eines definierten Kriterienkatalogs untersucht werden.
5 Fazit / Bewertung: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse aus der Untersuchung zusammen und bietet eine kritische Einschätzung zur Nutzung von Online-Jobbörsen.
Schlüsselwörter
Softwarequalität, Anforderungsdefinition, Lastenheft, Pflichtenheft, Internet-Jobbörsen, Softwaretest, IT-Berufe, Marktanalyse, Benutzerfreundlichkeit, Software-Ergonomie, Matchingfunktion, Online-Stellenanzeigen, Testbericht, Nutzwertanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Prüfung und Bewertung von betriebswirtschaftlicher Anwendungssoftware, konkret angewandt auf den Markt der Internet-Jobbörsen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Anforderungsmanagement, Software-Ergonomie, Marktanalysen von IT-Jobportalen sowie die methodische Durchführung von Softwaretests.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Qualität und Leistungsfähigkeit von verschiedenen Online-Jobbörsen mittels eines definierten Anforderungskatalogs objektiv zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das Vorgehen nach dem Wasserfallmodell genutzt, kombiniert mit einer empirischen Markterhebung und einem strukturierten Softwaretest-Verfahren auf Basis von 37 Testansätzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Anforderungen definiert, dann der Markt für Jobbörsen analysiert und anschließend ein detaillierter Vergleich der Anbieter anhand von Testergebnissen durchgeführt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Software-Qualitätssicherung, Pflichtenheft, IT-Jobbörsen, Anforderungskatalog, Testmethodik und Benutzerfreundlichkeit.
Warum wird zwischen allgemeinen und spezialisierten Anbietern unterschieden?
Die Unterscheidung ist notwendig, da sich allgemeine Portale an den breiten Arbeitsmarkt richten, während spezialisierte Anbieter zielgerichtet auf IT-Fachkräfte und spezifische Berufsprofile ausgerichtet sind.
Welche Rolle spielt die Software-Ergonomie in dieser Fallstudie?
Die Software-Ergonomie dient als Kriterium zur Überprüfung der Benutzerfreundlichkeit, um sicherzustellen, dass die Dialogprogramme effizient und fehlerfrei bedienbar sind.
Welches Fazit zieht der Autor zur Nutzung von Jobbörsen?
Der Autor empfiehlt, das Stellenprofil bei durchschnittlich drei ausgewählten Portalen zu pflegen, da dies ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Suchaufwand und optimalen Ergebnissen bietet.
- Quote paper
- Diplom-Kaufmann (FH) Tobias Schmitz (Author), 2006, Test und Bewertung eines betriebswirtschaftlichen Anwendungssoftware-Systems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56048