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Das Kaffeehaus in Europa als Form der Geselligkeit im 18. und 19. Jahrhundert

Title: Das Kaffeehaus in Europa als Form der Geselligkeit im 18. und 19. Jahrhundert

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 28 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Farida Latrach (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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1. Einleitung

Schon im Mittelalter gab es Kaffee als Getränk und das Café als Ort der Begegnung in der arabischen Welt und bei den Osmanen; von dort begab es sich nach Europa. Venedig war die erste Hafenstadt Europas wo 1647 ein Café gegründet wurde. Die Importware Kaffee und Kaffeehäuser gelangen nach und nach in andere Hafenstädte Europas, von wo sie weiter in die Binnenländer vordrangen. Am Anfang handelte es sich nicht um Kaffeehäuser, sondern vielmehr um eine oder mehrere Stuben oder Tavernen, in denen Kaffee serviert wurde. Es etablierten sich auch der ambulante Kaffeeausschank und die fliegenden Kaffeestände. Nach und nach entstanden aus den bestehenden Gasthäusern, Kaffeehäuser. „In Europa trank das Bürgertum seinen Kaffee erstmal nur in Kaffeehäusern; bis er in die häusliche Sphäre eindrang, verging noch ein halbes, in Deutschland fast ein ganzes Jahrhundert.“ Was also seinen Weg in der Öffentlichkeit, als öffentliches Getränk begann, wanderte später in die Privatsphäre und wurde ein häusliches Getränk. Die Räume der Kaffeehäuser wurden erst mit der Zeit an die wachsenden Bedürfnisse angepasst. Zuerst trank man seinen Kaffee im Stehen, dann saß man am Tresen oder an Tischen, die unregelmäßig im Raum angeordnet waren und je nach Bedürfnis verrückt wurden. Mit der Zeit veränderte sich auch das Aussehen des Cafés.

Ich werde versuchen in dieser Arbeit auf alle diese Punkte einzugehen. Hauptsächlich werde ich mich im Allgemeinen auf die Kaffeehäuser in Europa beziehen. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf Frankreich; aber auch einige Kaffeehäuser in Spanien, Italien, England und Österreich und deren Entwicklung werden erläutert. Aber ich möchte nicht nur auf die Geschichte und auf das Aussehen der Kaffeehäuser der damaligen Zeit und der Rolle von Politik, Journalismus, Kunst und Spiele eingehen, sondern werde auch auf die Entwicklung vom Strassenausschank hin zum Kaffeehaus eingehen. Auch werde ich versuchen, an die Diskussionen im Seminar anzuknüpfen und weitere Gedankengänge zu erläutern. Auch der Frage, wie es möglich war, das ein neues `Modegetränk` eine neue Art der Geselligkeitsform hervorbringen konnte, werde ich versuchen nachzugehen; denn das Kaffeehaus im 17. und 18. Jahrhundert war nicht nur ein Lokal der bürgerlichen Öffentlichkeit, sondern auch ein Ort an dem das Bürgertum kommerziell sowie kulturell neue Formen entwickelte. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DER WEG VOM STRASSENAUSSCHANK ZUM KAFFEEHAUS

3. DIE BÜRGERLICHE GESELLIGKEIT

4. DAS AUSSEHEN UND DIE AUSSTATTUNG VON KAFFEEHÄUSERN

4.1. BELEUCHTUNG UND KAFFEEHAUSUHR

4.2. BESTUHLUNG UND VERSPIEGELUNG

5. KAFFEEHAUSBESUCHER

6. DIE UNTERSCHIEDLICHEN KAFFEEHAUSTYPEN

6.1. DAS KÜNSTLERCAFÉ

6.2. DAS LUXUS-CAFÉ

6.3. DAS CAFÉ-CONCERT

6.4. DAS CAFÉ-POPULAIRE UND WEITERE KAFFEEHAUSTYPEN

7. UNTERHALTUNGSFORMEN IM CAFÉ

8. VON DER KUNST ZUR POLITIK

- DAS BÜRGERLICHE VERSTÄNDNIS VON GESCHÄFTSLEBEN-

8.1. KUNST UND LITERATUR

8.2. JOURNALISMUS

8.3. POLITISCHE KAFFEEHÄUSER

9. RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Kaffeehauses in Europa während des 18. und 19. Jahrhunderts als zentralen Ort für neue Formen der bürgerlichen Geselligkeit und kulturellen Produktion. Sie analysiert, wie ein aus dem Orient importiertes Modegetränk zur Etablierung sozialer Räume beitrug, die über Standesgrenzen hinweg den Austausch von Informationen, Kunst und politischem Gedankengut ermöglichten.

  • Evolution vom ambulanten Kaffeeausschank zum institutionellen Kaffeehaus.
  • Rolle des Kaffeehauses als Ort der bürgerlichen Emanzipation und Meinungsbildung.
  • Unterschiedliche Kaffeehaustypen und ihre soziale Funktionalität.
  • Bedeutung für Journalismus, Literatur und politisches Leben.
  • Wandel der Kaffeehauskultur und deren Einfluss auf den privaten Bereich.

Auszug aus dem Buch

3. Die Bürgerliche Geselligkeit

Einer der Vorzüge von Kaffeehäusern war, dass man den ganzen Tag und auch in der Nacht unter Leuten aus allen Klassen sitzen konnte. Normalerweise war es nicht möglich, dass sich eine gesellschaftliche Begegnung zwischen Bürgertum und Adel ergab, aber in einem Kaffeehaus war dies leicht möglich. Relativ zwanglos, ohne die Fessel der Etikette zu spüren, konnte man hier miteinander und gegeneinander reden. Waren Stände und Schichten ihren Freizeitvergnügen bisher streng getrennt voneinander nachgegangen, so bot das Kaffeehaus die Möglichkeit, dass sich Aristrokat, Bürger, Ausländer und Nichtbürger unter Umständen am selben Ort zur selben Zeit versammelten. Aber in den meisten Fällen war es jedoch eher so, dass a. verschiedene Gruppen unterschiedliche Kaffeehäuser bevorzugten oder b. verschiedene Gruppen zu unterschiedlichen Tageszeiten ein und dasselbe Café besuchten.

Besonders fortgeschritten waren neben den Niederlanden vor allem Frankreich und Spanien, wo man feststellen konnte, dass das Kaffeehaus als öffentliche Institution den Prozess der Konstituierung des Bürgertums und seine Emanzipation von Adel und Klerus wesentlich unterstützte. Offenkundig wurde hierbei auch die Bedeutung des Kaffeehauses als Öffentlicher Ort für die Entstehung des Pressewesens, für die Verbürgerlichung von Wissenschaft, Literatur und Kunst, für die Entstehung einer eigenen Musikkultur und nicht zuletzt für die Entwicklung des politischen Verstands. Es handelte sich also beim Kaffeehaus nicht nur um ein Medium, sondern es war auch eine Produktionsstätte. Für die Entstehung der bürgerlichen Ideologie war das Kaffeehaus nicht die Voraussetzung, die Bedeutung lag vor allem in der Rolle als öffentlicher, gesellschaftlicher Treffpunkt, den es in dieser Form bisher nicht gegeben hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung gibt einen Überblick über die historische Herkunft des Kaffees und die Entwicklung der Kaffeestuben zum Kaffeehaus in Europa sowie die Forschungsabsicht der Arbeit.

2. DER WEG VOM STRASSENAUSSCHANK ZUM KAFFEEHAUS: Dieses Kapitel beschreibt die Anfänge des Kaffeeausschanks durch Ausländer und die sprachliche sowie architektonische Entwicklung zur festen Institution des Cafés.

3. DIE BÜRGERLICHE GESELLIGKEIT: Hier wird das Kaffeehaus als sozialer Begegnungsort analysiert, der die gesellschaftliche Durchmischung förderte und die Emanzipation des Bürgertums unterstützte.

4. DAS AUSSEHEN UND DIE AUSSTATTUNG VON KAFFEEHÄUSERN: Das Kapitel erläutert die ästhetische Gestaltung und den wachsenden Luxus der Kaffeehäuser als Gegenpol zur einfachen Taverne.

4.1. BELEUCHTUNG UND KAFFEEHAUSUHR: Es wird die Bedeutung von Lichtquellen und Chronometern als Symbole für den modernen Betrieb und das Zeitmanagement behandelt.

4.2. BESTUHLUNG UND VERSPIEGELUNG: Fokus liegt auf dem Einfluss des Thonetstuhls und der Spiegel als prägende Elemente der Inneneinrichtung und Kommunikation.

5. KAFFEEHAUSBESUCHER: Dieses Kapitel identifiziert die verschiedenen Gästegruppen wie Intellektuelle, Exilanten und das Bürgertum, die das Kaffeehaus als "intime Öffentlichkeit" nutzten.

6. DIE UNTERSCHIEDLICHEN KAFFEEHAUSTYPEN: Hier werden Differenzierungen zwischen Künstler-, Luxus- und Arbeiter-Cafés sowie die Typisierung der Kaffeehauslandschaft vorgenommen.

6.1. DAS KÜNSTLERCAFÉ: Fokus auf das Café als Ort des literarischen Schaffens und der intellektuellen Diskussion.

6.2. DAS LUXUS-CAFÉ: Beschreibung der prachtvollen Inszenierung des bürgerlichen Reichtums in palastartigen Kaffeehäusern.

6.3. DAS CAFÉ-CONCERT: Untersuchung des Unterhaltungsaspekts durch Varieté-Darbietungen und gesellschaftskritische Chansons.

6.4. DAS CAFÉ-POPULAIRE UND WEITERE KAFFEEHAUSTYPEN: Beleuchtung des "Arbeiter-Cafés" als Ort sozialer Vernetzung und weiterer Gastronomie-Mischformen.

7. UNTERHALTUNGSFORMEN IM CAFÉ: Zusammenfassung der Spielkultur, von Brett- und Kartenspielen bis hin zum Billard als zentralem Bestandteil der Kaffeehausunterhaltung.

8. VON DER KUNST ZUR POLITIK: Einführung in die thematische Verschränkung von kultureller Produktion und politischem Diskurs im bürgerlichen Geschäftsleben.

- DAS BÜRGERLICHE VERSTÄNDNIS VON GESCHÄFTSLEBEN-: Einordnung des wirtschaftlichen und sozialen Kontextes der bürgerlichen Kaffeehauskultur.

8.1. KUNST UND LITERATUR: Analyse der Rolle des Kaffeehauses als "zweite Heimat" und Produktionsstätte für Literaten und Künstler.

8.2. JOURNALISMUS: Untersuchung der engen Bindung zwischen Kaffeehaus und Pressewesen sowie der Verbreitung von Informationen.

8.3. POLITISCHE KAFFEEHÄUSER: Analyse der politischen Relevanz des Kaffeehauses als Ort der Opposition und revolutionärer Bestrebungen.

9. RESÜMEE: Das Fazit fasst die zentrale Rolle des Kaffeehauses als wegweisende Geselligkeitsform für alle sozialen Schichten zusammen.

Schlüsselwörter

Kaffeehaus, Geselligkeit, Bürgertum, Europa, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, Kaffeehauskultur, Literatencafé, Politische Öffentlichkeit, Journalismus, Café-Populaire, Soziabilität, Urbanität, Aufklärung, Kaffeegeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und die soziale Funktion des Kaffeehauses in Europa während des 18. und 19. Jahrhunderts als Ort der Geselligkeit und kulturellen Innovation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Architektur der Kaffeehäuser, deren Ausstattung, die verschiedenen Besuchergruppen, die Rolle der Unterhaltung sowie die Bedeutung für Journalismus, Literatur und Politik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Kaffeehaus als öffentliche Institution wesentlich zur Emanzipation des Bürgertums und zur Etablierung neuer Kommunikationsformen beigetragen hat.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine kulturhistorische Analyse, die verschiedene historische Quellen und literarische Zeugnisse zur Entwicklung der Kaffehauskultur zusammenführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die architektonische Ausstattung, eine Typologisierung verschiedener Café-Formen, die Rolle des Kaffeehauses als Ort für Kunst und Literatur sowie dessen Bedeutung als politischer Diskursraum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Kaffeehaus, Geselligkeit, Bürgertum, Europäische Kulturgeschichte und Öffentlichkeit.

Welche Rolle spielten Frauen im historischen Kaffeehaus?

Frauen war der Zutritt in vielen frühen Kaffeehäusern zunächst verwehrt, da diese als Männerdomäne galten; erst später wandelte sich dies, insbesondere in Luxus-Cafés und bei speziellen Anlässen.

Warum wird das Kaffeehaus als "Produktionsstätte" bezeichnet?

Weil das Kaffeehaus nicht nur ein Ort des Konsums war, sondern aktiv die Entstehung von Zeitungen, literarischen Werken, künstlerischen Ideen und politischem Gedankengut förderte.

Was genau versteht man unter dem Begriff "Politisches Kaffeehaus"?

Dies bezeichnet Kaffeehäuser, die als Foren für oppositionelle oder revolutionäre Ideen fungierten und in denen regelmäßig über politische Ereignisse debattiert wurde, was oft zum Misstrauen der Obrigkeit führte.

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Details

Title
Das Kaffeehaus in Europa als Form der Geselligkeit im 18. und 19. Jahrhundert
College
University of Kassel
Course
Geselligkeit und Literatur in Spanien und Frankreich im 18. und 19. Jahrhundert
Grade
2,0
Author
Farida Latrach (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V56074
ISBN (eBook)
9783638508674
ISBN (Book)
9783656402282
Language
German
Tags
Kaffeehaus Europa Form Geselligkeit Jahrhundert Geselligkeit Literatur Spanien Frankreich Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Farida Latrach (Author), 2006, Das Kaffeehaus in Europa als Form der Geselligkeit im 18. und 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56074
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