In dieser Hausarbeit möchte ich einige phonologische Unterschiede zwischen der formellen Hochsprache mit ihrer deutschen Hochlautung (im Folgenden als DH abgekürzt), der deutschen Umgangssprache und der deutschen Dialekte erörtern. Ich tue dies anhand der Kategorien und Untersuchungen von Barbour/Stevenson 1998. Dabei beziehe ich mich vor allem auf einen Abschnitt ihres Buches, in dem sie phonetische und besonders die hier im Weiteren zu besprechenden phonologischen Varianten des Deutschen behandeln. Wenn die Regeln der DH verletzt werden, weicht die Umgangssprache von der Hochsprache ab. Dies geschieht durch den Ersatz bestimmter Laute durch andere, durch die Einebnung von Kontrasten in der DH sowie durch die Errichtung von Kontrasten an solchen Stellen, an denen in der DH Identität der Laute herrscht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Zur phonetischen Akzent-Differenz
1.2 Auffällige Typen phonetischer Akzent-Differenz
2.1 Zur phonetischen Dialekt-Differenz
2.2 Auffällige Typen phonetischer Dialekt-Differenz
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht phonologische Variationen im Deutschen, wobei insbesondere Unterschiede zwischen der formellen Hochsprache, der Umgangssprache und den Dialekten anhand der Kategorien von Barbour/Stevenson analysiert werden. Ziel ist es, die Systematik und die Auswirkungen dieser Abweichungen auf die Verständlichkeit und soziale Wahrnehmung aufzuzeigen.
- Phonologische Akzent-Differenzen
- Phonologische Dialekt-Differenzen
- Abweichungen von der deutschen Hochlautung (DH)
- Verständnisschwierigkeiten und semantisches Potential
- Soziolinguistische Bewertung von Sprachvariationen
Auszug aus dem Buch
1.2 Auffällige Typen phonetischer Akzent-Differenz
(i) Der Buchstabe “g” in Wörtern wie Tag, Teig und sagte repräsentiert der DH gemäß einen /k/-Laut. Dieser wird in nord- und mitteldeutschen Formen durch die Reibelaute /x/ oder /c/ ersetzt, welche der DH gemäß einem geschriebenen “ch” entsprechen. Diese phonologische Akzent-Differenz der standardnahen und dialektnahen Umgangssprache führt kaum zu Verständnisschwierigkeiten und ist kaum mit Stigma behaftet, wird jedoch in gehobenen Registern weitgehend zugunsten der DH vermieden.
(ii) Die Buchstabenfolgen “sp” und “st” am Wortanfang und im Anlaut von Kompositionseinheiten repräsentieren der DH gemäß die Lautverbindungen /sp/und /st/. Der palatoalveolare Reibelaut /s/ wird in allen anderen Positionen als “sch” geschrieben. Diese Lautverbindungen werden im Norddeutschen durch /sp/ und /st/ ersetzt, z. B. in Spiel, Spaß, Buchstabe, Stunde sowie in Er stolperte über einen spitzen Stein. Diese Abweichung wird ambivalent aufgenommen. Manche stigmatisieren und vermeiden sie in gehobenen Registern, andere sehen sie als Zeichen der Loyalität zum Norden und mit Prestige behaftet (Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt z. B. pflegt diese phonologische Akzent-Differenz exzessiv). Es handelt sich um eine phonologische Akzent-Differenz, da weder hochsprachliche Unterscheidungen neutralisiert werden, noch Verständnisschwierigkeiten daraus resultieren. Die Abweichung tritt sowohl in dialektsprachlichen, als auch in umgangssprachlichen Varietäten auf.
(iii) Eine Ersetzung gespannter (langer) Vokale in der DH durch ungespannte (kurze) Vokale in norddeutschen Formen findet statt, wenn dem Vokal zwei Konsonanten folgen oder dem letzten Vokal eines Wortes ein einziger Konsonant vorangeht. Z. B. wird sagt anstatt als /za:kn/ (DH) als /zaxt/ (norddeutsch) und Bad anstatt als /ba:t/ (DH) als /bat/ (norddeutsch) ausgesprochen. Auch bei dieser phonologischen Akzent-Differenz werden keine hochsprachlichen Kontraste neutralisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der phonologischen Variationen im Deutschen ein und legt den Fokus auf die Kategorisierung von Abweichungen zwischen Hochsprache, Umgangssprache und Dialekten.
1.1 Zur phonetischen Akzent-Differenz: Hier wird erläutert, dass phonologische Akzent-Differenzen Abweichungen der Umgangssprache darstellen, die meist keine Kontraste neutralisieren oder zu Verständnisproblemen führen.
1.2 Auffällige Typen phonetischer Akzent-Differenz: Dieses Kapitel stellt konkrete, markante Beispiele für Abweichungen in der Aussprache dar, wie etwa die Behandlung von "g", "sp/st"-Verbindungen oder Vokallängen.
2.1 Zur phonetischen Dialekt-Differenz: Dieses Kapitel definiert phonologische Dialekt-Differenzen als stärkere Abweichungen vom Standard, die häufiger zu Neutralisierungen führen und negativ bewertet werden können.
2.2 Auffällige Typen phonetischer Dialekt-Differenz: Hier werden spezifische Beispiele für dialektale phonologische Abweichungen in verschiedenen Regionen und deren Potenzial für Missverständnisse analysiert.
Schlüsselwörter
Phonologie, Standardsprache, Umgangssprache, Dialekt, Deutsche Hochlautung, Akzent-Differenz, Lautveränderung, Sprachvariation, Sprachsystem, Kontrastneutralisierung, Verständlichkeit, Soziolinguistik, Norddeutsch, Süddeutsch, Barbour und Stevenson
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit phonologischen Unterschieden zwischen der formellen Hochsprache, der Umgangssprache und verschiedenen deutschen Dialekten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind phonologische Akzent-Differenzen sowie phonologische Dialekt-Differenzen und deren systematische Einordnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Vielfalt und die Eigenschaften dieser gesprochenen Variationen anhand der Kategorien von Barbour und Stevenson zu verdeutlichen und auf ihre Auswirkungen auf die Verständigung zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine linguistische Analyse, die auf einer theoretischen Kategorisierung und der Auswertung bestehender Untersuchungen zur Phonetik und Phonologie basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und beispielhafte Erläuterung der phonologischen Akzent-Differenzen sowie der phonologischen Dialekt-Differenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Phonologie, Sprachvariation, Standardsprache, Umgangssprache und Dialekt geprägt.
Warum wird die Aussprache von "Stadtgarten" in Karlsruhe thematisiert?
Das Beispiel dient der Veranschaulichung einer phonologischen Dialekt-Differenz, bei der die Anlautopposition aufgehoben wird und zu einer für Außenstehende verwirrenden Aussprache führt.
Welche Bedeutung haben die Beispiele prominenter Politiker?
Politiker wie Helmut Schmidt oder Helmut Kohl werden angeführt, um zu illustrieren, wie regionale phonologische Eigenarten in der Öffentlichkeit als Zeichen von Identität oder Prestige genutzt werden.
- Quote paper
- Monika Plucinska (Author), 2006, Zu phonologischen Variationen im Deutschen - Standardsprache - Umgangssprache - Dialekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56082