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Die Zeichen der Natur in Adalbert Stifters Bergkristall

Title: Die Zeichen der Natur in Adalbert Stifters Bergkristall

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 2

Autor:in: Franziska Marschick (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Wißt ihr, warum euch die Käfer, die Butterblumen so glücken?
Weil ihr die Menschen nicht kennt, weil ihr die Sterne nicht seht!
Schauet ihr tief in die Herzen, wie könntet ihr schwärmen für Käfer?
Säht ihr das Sonnensystem, sagt doch, was wär euch ein Strauß?
Aber das mußte so sein; damit ihr das Kleine vortrefflich liefertet,
hat die Natur klug euch das Große entrückt. (Matz, 299)1


So lautete der Vorwurf Friedrich Hebbels gegenüber Adalbert Stifters Texten. Dieser antwortete Hebbel indirekt mit dem Verfassen der bekannten Vorrede zu den Bunten Steinen in der er seinen Standpunkt deutlich macht. In dieser Seminararbeit wird Stifters Erzählung Bergkristall auf die Zeichen der Natur hin betrachtet, in der sich zeigt, dass gerade die unscheinbaren kleinen Dinge von größter Wichtigkeit sein können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Die Bedeutung „kleiner Dinge“

I. Hinweg

1. Missdeutungen

1.1 Das Wetter

1.2 Meinung der Landleute

1.3 Bild der Natur

2. Zeichen auf dem Weg

2.1 Kälte

2.2 Unglückssäule

II. Rückweg

1. Anfängliche Freude

2. Allmähliche Desorientierung

2.1 Einschränkung der Sinne

2.1.1 Akustisch

2.2.2 Visuell

2.2. Verirrung

3. Völlige Desorientierung

3.1 Totale Orientierungslosigkeit

3.1.1 Visuell

3.1.2 Akustisch

3.2 Verlust jeglicher Orientierung

4. Rückzug der Natur

III. Rettung

1. Hoffnung

2. Rückkehr der Sinne

3. Gründe für die Rettung

3.1 Genaue Beobachtungsgabe

3.2 Zusammenwirken vieler Komponenten

3.3 Freiraum des Lesers

4. Veränderungen

Appell an die Beachtung des Lebensraumes

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Erzählung "Bergkristall" von Adalbert Stifter im Hinblick auf die in der Natur eingebetteten Zeichen. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie scheinbar unbedeutende kleine Dinge durch deren Missdeutung oder Vernachlässigung den Weg in die Katastrophe ebnen und wie letztlich das Zusammenwirken von Natur und menschlicher Gemeinschaft die Rettung der Protagonisten ermöglicht.

  • Die Funktion von Naturzeichen als Vorboten für Unglück und Rettung
  • Die psychologische und physische Desorientierung der Kinder in der Natur
  • Die Rolle der Wahrnehmung bei der Deutung natürlicher Phänomene
  • Das Spannungsfeld zwischen religiöser Deutung und natürlicher Erklärung
  • Die Entwicklung der kindlichen Charaktere durch die Grenzerfahrung

Auszug aus dem Buch

3.1 Genaue Beobachtungsgabe

[...] und als dann das Morgengrau anbrach, bemerkte ich an dem Wege, der von der rothen Unglüksäule links gegen den Schneeberg hinan führt, daß dort, wo man eben von der Säule weg geht, hin und wieder mehrere Reiserchen und Rütchen geknikt sind, wie Kinder gerne thun, wo sie eines Weges gehen – da wußte ich es – die Richtung ließ sie nicht mehr aus, weil sie in der Höhlung gingen, weil sie zwischen den Felsen gingen, und weil sie dann auf dem Grat gingen, der rechts und links so steil ist, daß sie nicht hinab kommen konnten. Sie mussten hinauf. (HKG 2,2, 237)

Sanna ist ebenfalls eine genaue Beobachterin. Sie ist es, die entdeckt, dass die Unglückssäule umgestürzt ist13. Bei oberflächlicher Betrachtung könnte man meinen, dass ihre Person für die Handlung nicht weiter wichtig ist. „Das Mädchen ist passiv, stimmt zu, lässt mit sich geschehen, lässt denken und stellt höchstens ab und zu eine Frage“ (Schacherreiter, 78).

Zusammenfassung der Kapitel

Die Bedeutung „kleiner Dinge“: Einleitende Betrachtung zur Bedeutung scheinbar nebensächlicher Details in Stifters Werk.

I. Hinweg: Analyse der einleitenden Szenen, in denen Naturzeichen von den Charakteren missdeutet werden, was den Weg zum Unglück ebnet.

II. Rückweg: Detaillierte Schilderung der allmählichen Desorientierung und des Sinnesverlusts der Kinder in einer zunehmend unlesbaren Naturlandschaft.

III. Rettung: Untersuchung der Faktoren, die zur Rettung führen, einschließlich der Rückkehr der Sinne, menschlicher Beobachtung und der Ambivalenz zwischen natürlicher und göttlicher Deutung.

Appell an die Beachtung des Lebensraumes: Abschließende Reflexion darüber, dass die Deutung von Naturzeichen für das harmonische Zusammenleben von Mensch und Umwelt essenziell ist.

Schlüsselwörter

Adalbert Stifter, Bergkristall, Naturzeichen, Desorientierung, Katastrophe, Rettung, Wahrnehmung, Gschaid, Millsdorf, Symbolik, Literaturanalyse, Kindheit, Lebensraum, Interpretation, Interpretation der Natur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Erzählung "Bergkristall" von Adalbert Stifter unter besonderer Berücksichtigung der Naturdarstellung und der Zeichen, die das Schicksal der Protagonisten bestimmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Bedeutung von kleinen Naturphänomenen, der Prozess der Desorientierung, das Verhältnis von Mensch und Natur sowie die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten der Rettungsgeschichte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie die Vernachlässigung natürlicher Zeichen zu einer lebensbedrohlichen Situation führt und inwiefern Stifters Text als Appell für einen achtsamen Umgang mit der Umwelt verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der historisch-kritischen Gesamtausgabe (HKG) sowie verschiedenen fachwissenschaftlichen Sekundärquellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Phasen des Hinwegs, des verhängnisvollen Rückwegs und der Rettung der Kinder, wobei die stufenweise Einschränkung der Sinne und die Deutung der Landschaft im Vordergrund stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Naturzeichen, Desorientierung, Wahrnehmung, symbolische Deutung und den Appell an den Lebensraum charakterisiert.

Wie wird das "Verschwinden" der Orientierungspunkte beschrieben?

Das Verschwinden erfolgt schleichend: Durch Witterungseinflüsse wie Schneefall verlieren die Kinder visuelle und akustische Referenzpunkte, was zu einer "zeichenlosen Welt" und schließlich zur Orientierungslosigkeit führt.

Welche Rolle spielt die "Unglückssäule"?

Die umgestürzte Unglückssäule fungiert als ein entscheidendes, verloren gegangenes Zeichen in der Natur, das maßgeblich dazu beiträgt, dass die Kinder den falschen Weg wählen und in die Gefahr geraten.

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Details

Title
Die Zeichen der Natur in Adalbert Stifters Bergkristall
College
LMU Munich
Grade
2
Author
Franziska Marschick (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V56101
ISBN (eBook)
9783638508896
ISBN (Book)
9783638765879
Language
German
Tags
Zeichen Natur Adalbert Stifters Bergkristall Wetter Landschaft Orientierungslosigkeit Friedrich Hebbel Bild Unglückssäule Rettung Lebensraum visuell akustisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Marschick (Author), 2005, Die Zeichen der Natur in Adalbert Stifters Bergkristall, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56101
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