Die vorliegende Arbeit soll dem Leser einen Überblick über den Aufbau, die Funktionen und den Nutzen der zukünftigen Business Process Platform der SAP vermitteln. Ziel ist vor allem, die zahlreichen, oft ungenauen Teilinformationen aus Presse und anderen Medien über die neue Architektur in einer Arbeit zusammenhängend darzustellen. Dabei werden die einzelnen Architekturen und Produkte näher betrachtet und deren Nutzen für anwendende Unternehmen erläutert. Es wird vor allem verdeutlicht, wie sie eine zügige Adaption der Geschäftsprozesse auf das IT-System ermöglichen und die system- und unternehmensübergreifende Interoperabilität unterstützen.
Des weiteren soll eine Analyse der einzelnen Tätigkeiten in der IT-Beratung und dem Vertrieb mögliche Veränderungen im Rahmen des zukünftigen Modells für Unternehmen aufzeigen.
Diese Arbeit dient als Kompendium des Geschäftsprozessmanagements, der zukünftigen Geschäftsprozessplattform (Business Process Platform) und der damit einhergehenden Auswirkungen auf IT-Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Aktuelle Bedeutung des Themas
1.2. Zielsetzung der Diplomarbeit
1.3. Aufbau der Diplomarbeit
2. Geschäftsprozessmanagement
2.1. Überblick
2.1.1. Prozesse in der Unternehmensorganisation
2.1.2. Grundlagen des Prozessmanagements
2.2. Prozessmodellierung und -analyse
2.2.1. ARIS-Konzept
2.2.2. Modellierung mit „Ereignisgesteuerten Prozessketten“
2.2.3. Schwachstellenanalyse
2.3. Business Reengineering und Geschäftsprozessoptimierung
2.3.1. Business Process Reengineering
2.3.2. Business Engineering
2.3.3. Prozessorientierte Software- Implementierung
2.3.4. Continuous (System) Engineering (CSE)
2.3.5. Change Management
2.4. Prozesskontrolle und -steuerung
3. Business Process Platform (BPP) der SAP AG
3.1. Allgemeines
3.1.1. SAP AG
3.1.2. Betriebliche Standardsoftware
3.1.3. Notwendigkeit flexiblerer Systeme
3.2. Konzepte und Technologien zur Realisierung der BPP
3.2.1. Service Oriented Architecture (SOA)
3.2.2. Webservices
3.2.3. SAP Enterprise Services Architecture (ESA)
3.2.4. SAP NetWeaver
3.2.5. mySAP Business Suite
3.2.6. SAP xApps Composite Applications
3.3. Ausblick auf die BPP
4. Veränderungen des Software-Geschäfts der SAP und ihrer Partner
4.1. Partner der SAP
4.2. Szenario
4.3. Veränderungen der IT-Beratung
4.3.1. SOA-Migration
4.3.2. Entwicklung und Implementierung
4.3.3. Service und Support
4.4. Veränderungen des Vertriebs
4.4.1. Zielgruppe Mittelstand
4.4.2. Qualitätssicherung und -gewährleistung
4.4.3. Lizenz- und Preisgestaltung
4.4.4. Vermarktung
4.5. Zukünftige Software-Beratung als Prozess
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht den Paradigmenwechsel in der IT-Industrie hin zu flexibleren Software-Modellen, getrieben durch die Business Process Platform (BPP) der SAP AG. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Geschäftsprozesse durch Service-orientierte Architekturen (SOA) agiler gestalten können und welche massiven Auswirkungen diese Umstellung auf Entwicklung, Vertrieb und IT-Beratung bei Software-Anbietern und deren Partnern hat.
- Grundlagen des modernen Geschäftsprozessmanagements
- Technologische Treiber: SOA, Webservices und Enterprise Services Architecture (ESA)
- Transformation des Software-Vertriebs und der IT-Beratung
- Rolle von SAP-Partnern bei der Entwicklung individueller Branchenlösungen
- Herausforderungen und Chancen für den Mittelstand durch neue Lizenz- und Einsatzmodelle
Auszug aus dem Buch
1.1. Aktuelle Bedeutung des Themas
In der Presse sowie auf Partner- und Kundenveranstaltungen der SAP AG dominiert im Moment ein Thema, die neue Business Process Platform. Sie verspricht die Systemflexibilität, die Unternehmen heute benötigen. Globalisierung, steigender Wettbewerbs- und Kostendruck, zunehmende Fusionen, geschäftliche Verbindungen zwischen Unternehmen und deren Geschäftspartnern, sowie schnell wechselnde Geschäftszyklen zwingen Unternehmen zu ständiger Neuentwicklung und Anpassung ihrer Geschäftsprozesse. In Zukunft werden vorrangig die erfolgreich sein, die ihre Prozesse zügig an interne und externe Veränderungen anpassen und ihre Prozesskosten minimieren können. Diese Reaktionsnotwendigkeit bremsten allerdings bisher starre, komplexe und hoch integrierte IT-Systeme, durch deren Funktionalitäten der Geschäftsablauf bestimmt war. Zukünftig sollen die Geschäftsprozesse den Aufbau des IT-Systems bestimmen. Analysten sprechen von einem Paradigmenwechsel im IT-Sektor weg von der reinen „Application Integration“ hin zur „Business Process Integration“.
Möglich wird dies durch das Aufbrechen der monolithischen Software-Systeme in kleine Komponenten, die anhand offener Standards zu flexiblen Prozessen verbunden werden.
Dieses vollkommen neue Software-Modell bringt auch Veränderungen für das gesamte Softwaregeschäft der IT-Unternehmen mit sich. In Zukunft kauft und installiert der Kunde nicht mehr ein Komplettpaket zu einem festen Preis, sondern erwirbt nur die für ihn nötigen Komponenten. Sowohl in der Entwicklung als auch im Vertrieb dieser Komponenten müssen IT-Anbieter ihr Geschäft dem neuen Modell anpassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Erläutert die Relevanz flexibler IT-Architekturen aufgrund steigenden Wettbewerbsdrucks und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Geschäftsprozessmanagement: Vermittelt Grundlagen zur Prozessmodellierung (ARIS, EPK) und Ansätze zur Optimierung wie Business Process Reengineering und Business Engineering.
3. Business Process Platform (BPP) der SAP AG: Detaillierte Betrachtung der technologischen Basis der SAP, insbesondere SOA, Webservices, NetWeaver und der mySAP Business Suite.
4. Veränderungen des Software-Geschäfts der SAP und ihrer Partner: Analysiert die Auswirkungen auf IT-Beratung, Vertriebsstrategien, Qualitätssicherung sowie Lizenz- und Preismodelle im Zuge der BPP-Einführung.
5. Resümee: Führt die Erkenntnisse zusammen und bewertet den Wandel zu offenen, modularen IT-Systemen als zwingend notwendigen Schritt für die Zukunftssicherheit von Unternehmen.
Schlüsselwörter
Business Process Platform, SAP, SOA, Webservices, Geschäftsprozessmanagement, Software-Architektur, Business Process Reengineering, IT-Beratung, NetWeaver, Enterprise Services Architecture, Mittelstand, TCO, Prozessmodellierung, EPK, Composite Applications
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den technologischen und organisatorischen Wandel durch die Business Process Platform (BPP) der SAP AG und dessen Einfluss auf die Software-Entwicklung und den Vertrieb.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Themen sind das Geschäftsprozessmanagement, moderne Software-Technologien wie SOA und Webservices, sowie die strategischen Konsequenzen für IT-Beratung und Vertriebspartner.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist, dem Leser einen zusammenhängenden Überblick über die neue SAP-Architektur zu geben und zu analysieren, wie IT-Unternehmen ihre Beratungs- und Vertriebstätigkeiten an das neue, komponentenbasierte Modell anpassen müssen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Untersuchung von Modellen und Konzepten aus der Wirtschaftsinformatik, wie etwa die ARIS-Architektur und verschiedene Prozessmodellierungstechniken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einführung ins Geschäftsprozessmanagement, die Erläuterung der SAP-Technologie-Plattform (NetWeaver, ESA) und eine kritische Analyse der Veränderungen für SAP-Partner im Beratungs- und Vertriebsgeschäft.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Business Process Platform (BPP), Service Oriented Architecture (SOA), Prozessorientierung und Composite Applications geprägt.
Welche Rolle spielt der Mittelstand für das neue SAP-Modell?
Der Mittelstand stellt eine zentrale Zielgruppe dar, für die das Modell bisher zu komplexe und teure ERP-Pakete durch kostengünstigere, maßgeschneiderte Prozesskomponenten ersetzt werden sollen.
Warum ist eine Migration hin zu einer service-orientierten Architektur (SOA) für Kunden sinnvoll?
Eine SOA ermöglicht eine höhere Flexibilität, eine schnellere Adaption an Marktveränderungen und senkt langfristig die Total-Cost-of-Ownership (TCO), da nur benötigte Komponenten implementiert werden müssen.
- Quote paper
- Diplom-Betriebswirtin Sylvia Berghänel (Author), 2005, Konzept zur Veränderung von Software-Entwicklung und Vertrieb bei IT-Unternehmen durch die Business Process Platform der SAP AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56138