„(...) Im Januar 27 v. Chr. [schloß] sich ein Kreis: Die Republik war an ihr Ende gekommen; was angeblich von dem Urgründer Romulus begonnen worden war, wurde von dem Neugründer Augustus in einen Zustand überführt, in die republikanisch gekleidete Monarchie(...).“
Welche Rolle spielte die Gesellschaft in dieser neuen Wirklichkeit? Welche Rolle kommt dem Senat zu? Diese Arbeit versucht das Verhältnis des Princeps zu den einzelnen Strukturen zu umreißen. Wie funktioniert der Senat und hat er sich verändert? Wie steht es mit der Bevölkerung um dem Militärwesen? Der Aufbau der Arbeit orientiert sich an diesen Fragen.
Aufbau der Arbeit
Die drei großen Kapitel Senat, Volk und Militär geben einen Einblick in die Strukturen des augusteischen Prinzipats. Der Senat, nun unter Kontrolle von Augustus, wird aufgeteilt in zwei Unterkapitel, die sowohl die Einflussnahme seitens Augustus, als auch die normierte senatorische Laufbahn umfassen. Die römische Gesellschaft wird in die großen Personengruppen unterteilt. Im Verlauf dieses Kapitels wird speziell auf die Akzeptanz des Princeps durch die Bevölkerung eingegangen. Kapitel drei beschäftigt sich schließlich mit dem Militär. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Neuerungen durch Augustus. Die Hierarchie und den genauen Aufbau des Militärs zu behandeln, würde den Rahmen sprengen. Aus diesem Grund wurde darauf verzichtet. Zu allen Kapiteln sind Quellen vorhanden, welche die Thematik anschaulicher machen und in den Kontext der Fragestellung rücken.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Thema der Arbeit
Aufbau der Arbeit
1. Der Senat
1.1 Augustus und die Einflussnahme auf die Senatszusammensetzung
1.2 Die senatorische Laufbahn
2. Das Volk
2.1 Die römischen Bürger (cives romani)
2.2 Die nichtrömische Reichsbevölkerung (peregrini)
2.3 Sklaven und Freigelassene (servi et liberti)
3. Das Militär
4. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis des Princeps Augustus zu den zentralen gesellschaftlichen Strukturen des römischen Reiches, insbesondere zum Senat, zur Bevölkerung und zum Militär, um aufzuzeigen, wie Augustus seine Macht durch Integration und Loyalitätssicherung in einem republikanisch gekleideten Herrschaftssystem festigte.
- Strukturelle Veränderungen und Kontrolle des Senats unter Augustus
- Die hierarchische Gliederung der römischen Bevölkerung
- Rechte und Status von Bürgern, Provinzialen und Sklaven
- Integration und Professionalisierung des Militärwesens
- Die Rolle der sozialen Fürsorge für den gesellschaftlichen Konsens
Auszug aus dem Buch
Die senatorische Laufbahn
Die senatorische Laufbahn begann für den Spross einer Senatorenfamilie mit dem Alter von 18 bis 20 Jahren. Zunächst musste sich der Anwärter im Vigintivirat beweisen. Insgesamt waren in diesem Abschnitt der Laufbahn 20 Posten zu vergeben, welche sich in unterschiedlichen Kommissionen befanden. Diese umfassten den juristischen Bereich, die Straßenverwaltung und die Münzprägung. Letztere war besonders beliebt.
Nach einem Jahr wechselte der Bewerber als tribunus laticlavius in eine Legion. Dort sammelte er einige Jahre als Offizier Erfahrung, bevor er dann mit etwa 25 Jahren die Quästur erreichte. Die Quästur war schon mit einem Sitz im Senat verbunden.
Eine erste große Hürde mussten die Anwärter mit der Bewerbung um eine Stelle als Volkstribun oder als Ädil zu nehmen. Denn dort waren nur 16 Stellen zu vergeben. Die Prätur konnte ein Senator mit 30 Jahren erreichen. Für viele endete hier die senatorische Laufbahn, für einige jedoch bedeutete diese Stellung nur den ersten Höhepunkt. Eingesetzt wurden die Prätoren für mehrere Jahre in Führungspositionen in öffentlichen Angelegenheiten.
Die nächste große Hürde stellte sich mit dem Amt des Konsuls ein. Jährlich konnten nur etwa acht bis zehn Personen diese Stellung erreichen. Des Weiteren mussten die Kansulatsbewerber auch ein gewisses Vertrauen seitens des Princeps genießen. Aufgrund der Aufgaben und Tätigkeiten waren die Senatoren an die Hauptstadt, an Rom gebunden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Forschungsfrage aufgeworfen, wie sich das Verhältnis des Princeps zu den gesellschaftlichen Strukturen des Senats, des Volkes und des Militärs unter Augustus verändert hat.
1. Der Senat: Dieses Kapitel erläutert die Einflussnahme des Princeps auf die Zusammensetzung des Senats durch die lectio senatus und beschreibt die normierte senatorische Laufbahn.
2. Das Volk: Die römische Gesellschaft wird hier anhand ihrer rechtlichen Differenzierung in Bürger, nichtrömische Bevölkerung sowie Sklaven und Freigelassene analysiert.
3. Das Militär: Das Kapitel behandelt die Transformation des Militärs in eine professionalisierte Berufsarmee unter dem Oberbefehl des Augustus und dessen Sicherung durch neue Versorgungsstrukturen.
4. Schlusswort: Die Arbeit resümiert, dass die Stabilisierung der Alleinherrschaft durch die geschickte Integration dieser Gruppen in das neue augusteische Herrschaftssystem erreicht wurde.
Schlüsselwörter
Augustus, Prinzipat, Senat, Princeps, senatorische Laufbahn, römische Bürger, cives romani, peregrini, Sklaverei, Berufsarmee, Militär, Loyalität, Veteranenversorgung, Sozialpolitik, Machtstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den sozio-politischen Strukturen des römischen Reiches während der Regierungszeit des Augustus und wie er diese neu ordnete.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Organisation des Senats, der Gliederung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und der Umgestaltung des Militärwesens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu analysieren, wie Augustus die verschiedenen Machtgruppen des Reiches an seine neue Herrschaftsform, das Prinzipat, band.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse antiker Quellen und einschlägiger wissenschaftlicher Fachliteratur zur augusteischen Zeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Kapitel, die den Senat, die römische Gesellschaftsstruktur und das augusteische Militär detailliert beleuchten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Prinzipat, Senat, soziale Gliederung, Berufsarmee, Loyalität und augusteische Politik.
Welche Bedeutung hatte der latus clavus?
Der Purpurstreifen an der Tunika symbolisierte die Zugehörigkeit zum Senatorenstand und diente Augustus als Instrument zur Kontrolle dieses Standes.
Wie wurde die Loyalität der Soldaten gesichert?
Durch die Einführung einer Berufsarmee und die Einrichtung der Militärkasse (aerarium militare) zur Finanzierung der Veteranenversorgung schuf Augustus ein loyales Heer.
Warum war das „Brot und Spiele“-Prinzip für Augustus relevant?
Durch soziale Fürsorgemaßnahmen und Unterhaltung sicherte sich Augustus die Zustimmung der ansonsten politisch weitgehend entmachteten breiten Masse.
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- Jasmine Weimann (Author), 2005, Princeps und Gesellschaft: Senat, Volk, Militär, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56143