Princeps und Gesellschaft: Senat, Volk, Militär


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

20 Seiten, Note: 2,4


Leseprobe

Inhalt

Einleitung
Thema der Arbeit
Aufbau der Arbeit

1. Der Senat
1.1 Augustus und die Einflussnahme auf die Senatszusammensetzung
1.2 Die senatorische Laufbahn

2. Das Volk
2.1 Die römischen Bürger (cives romani)
2.2 Die nichtrömische Reichsbevölkerung (peregrini)
2.3 Sklaven und Freigelassene (servi et liberti)

3. Das Militär

4. Schlusswort

Literatur

Quellen- und Quellensammlungen

Einleitung

Thema der Arbeit

„(...) Im Januar 27 v. Chr. [schloß] sich ein Kreis: Die Republik war an ihr Ende gekommen; was angeblich von dem Urgründer Romulus begonnen worden war, wurde von dem Neugründer Augustus in einen Zustandüberführt, in die republikanisch gekleidete Monarchie(...).“1

Welche Rolle spielte die Gesellschaft in dieser neuen Wirklichkeit? Welche Rolle kommt dem Senat zu? Diese Arbeit versucht das Verhältnis des Princeps zu den einzelnen Strukturen zu umreißen. Wie funktioniert der Senat und hat er sich verändert? Wie steht es mit der Bevölkerung um dem Militärwesen? Der Aufbau der Arbeit orientiert sich an diesen Fragen.

Aufbau der Arbeit

Die drei großen Kapitel Senat, Volk und Militär geben einen Einblick in die Strukturen des augusteischen Prinzipats. Der Senat, nun unter Kontrolle von Augustus, wird aufgeteilt in zwei Unterkapitel, die sowohl die Einflussnahme seitens Augustus, als auch die normierte senatorische Laufbahn umfassen. Die römische Gesellschaft wird in die großen Personengruppen unterteilt. Im Verlauf dieses Kapitels wird speziell auf die Akzeptanz des Princeps durch die Bevölkerung eingegangen. Kapitel drei beschäftigt sich schließlich mit dem Militär. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Neuerungen durch Augustus. Die Hierarchie und den genauen Aufbau des Militärs zu behandeln, würde den Rahmen sprengen. Aus diesem Grund wurde darauf verzichtet. Zu allen Kapiteln sind Quellen vorhanden, welche die Thematik anschaulicher machen und in den Kontext der Fragestellung rücken.

1. Der Senat

In den Zeiten der Republik bildeten die 600 Senatoren die höchste gesellschaftliche Schicht des Imperiums. Dies war auch in der Kaiserzeit der Fall. Dennoch hatte sich die Provinienz dieses Personenkreises stark verändert.

„(...) In den Proskriptionen, Bürgerkriegen und Senatssäuberungen des 1. Jahrhunderts v. Chr. waren diese [adelsstolzen Gestalten der Republik] weithin ausgelöscht und durch bereitwillige und zuverlässige Stützen des Prinzipats ersetzt worden(...)“2

1.1 Augustus und die Einflussnahme auf die Senatszusammensetzung

Augustus bildete nach Actium das neue Machtzentrum. Die Beschlüsse des Senats wurden unter anderen Rahmenbedingungen gefasst als zu Zeiten der Republik. Senat und Volksversammlung waren nicht mehr die Bühne, auf der die Fragen der politischen Führung ausgefochten wurden. Die Macht zentrierte sich in der Person des Princeps. Die Schwierigkeit, der sich Augustus gegenüber sah, lag darin, die Machtelite zur Anerkennung der neuen Machtverhältnisse zu bringen. Augustus musste seine Stellung innerhalb der legitimen Ordnung sichern und in Einklang mit der aristokratischen Republik bringen. Es war nötig, das Ansehen des Senats nach den Wirren des Bürgerkrieges wiederherzustellen und Augustus musste sich, durch Einflussnahme auf die Zusammensetzung des Senats, die Loyalität des Senatorenstandes sichern.3

Um sich der Loyalität der Senatsmitglieder gewiss zu sein, ließ Augustus ungeliebte Elemente aus dem Senat entfernen.4 Durch ein Auswahlverfahren, einer lectio senatus, erreichte Augustus eine Verkleinerung des Senats.5

Es wurde festgelegt, dass ein Senator über ein Mindestvermögen von einer Million Sesterzen verfügen musste. In den Senat konnte außerdem nur derjenige gelangen, der den latus clavus 6 trug. Damit wurde von Augustus eine festgesetzte und privilegierte Klasse geschaffen.7 Augustus hatte als reichster Mann im Imperium die Möglichkeit, Einfluss auf die Zusammensetzung des Senats zu nehmen. Personen, die ihm lieb waren, konnte er durch Geldzuwendungen in den Senat holen. Andererseits konnte er den latus clavus verleihen.8 Dies führte dazu, dass Augustus die Kontrolle über den Senatorenstand hatte.

„(...) So hatte der senatorische Stand die Autonomie seiner Regeneration eingebüßt, und er Kaiser war für ihn zu einem wichtigen regulierenden Faktor geworden (...)“9

Um die Söhne der Senatoren auf ihre spätere Laufbahn vorzubereiten, gestatte Augustus ihnen, an den Senatssitzungen teilzunehmen und den latus clavus zu tragen.10 Dadurch, und durch die Verleihung des Purpurstreifens an Personen seiner Wahl, konnte Augustus die Zahl der Kandidaten für die Ämter erweitern.

1.2 Die senatorische Laufbahn

Die senatorische Laufbahn begann für den Spross einer Senatorenfamilie mit dem Alter von 18 bis 20 Jahren. Zunächst musste sich der Anwärter im Vigintivirat beweisen. Insgesamt waren in diesem Abschnitt der Laufbahn 20 Posten zu vergeben, welche sich in unterschiedlichen Kommissionen befanden. Diese umfassten den juristischen Bereich, die Straßenverwaltung und die Münzprägung. Letztere war besonders beliebt.11

Nach einem Jahr wechselte der Bewerber als tribunus laticlavius in eine Legion. Dort sammelte er einige Jahre als Offizier Erfahrung, bevor er dann mit etwa 25 Jahren die Qu ä stur erreichte. Die Qu ä stur war schon mit einem Sitz im Senat verbunden.

Eine erste große Hürde mussten die Anwärter mit der Bewerbung um eine Stelle als Volkstribun oder als Ä dil zu nehmen. Denn dort waren nur 16 Stellen zu vergeben. Die Pr ä tur konnte ein Senator mit 30 Jahren erreichen. Für viele endete hier die senatorische Laufbahn, für einige jedoch bedeutete diese Stellung nur den ersten Höhepunkt. Eingesetzt wurden die Prätoren für mehrere Jahre in Führungspositionen in öffentlichen Angelegenheiten.12

Die nächste große Hürde stellte sich mit dem Amt des Konsuls ein. Jährlich konnten nur etwa acht bis zehn Personen diese Stellung erreichen. Des Weiteren mussten die Kansulatsbewerber auch ein gewisses Vertrauen seitens des Princeps genießen.13 Aufgrund der Aufgaben und Tätigkeiten waren die Senatoren an die Hauptstadt, an Rom gebunden.

Es wurden keine Rücksichten auf die wirtschaftlichen Interessen in den Provinzen genommen und auch nicht erbeten, denn die Anwesenheit der Senatoren in Rom galt als selbstverständlich. Schwierig wurde es erst, als auch Provinziale in den Senat kamen.

„(...)Erst als die provinzialen Eliten Einzug in den Senat hielten und ihre familiären,ökonomischen und politischen Verbindungen zu ihren Heimatorten nicht abrupt abbrechen konnten und wollten, ergaben sich Schwierigkeiten.(...)“ 14

Der Großgrundbesitz war die wichtigste wirtschaftliche Grundlage des Reichtums der Senatoren. Von den Senatoren wurden öffentliche Leistungen gefordert, welche sich in vielfältiger Weise bemerkbar machten.15 „(...) So beträchtlich der Reichtum der Senatoren und so bedeutend ihre

gesellschaftliche Stellung in der Regel waren, so stark nahm faktisch die politische Macht des Standes ab(...).“16 Im Grunde waren die Senatoren dem Wohlwollen des Princeps ausgesetzt. Denn er war es, der die Kontrolle über das senatorische Vermögen, Ämter und Sicherheit innehatte und die Senatoren passten sich diesen neuen Machtverhältnissen an.17

[...]


1 Brandt, Hartwin: Octavian/Augustus. S. 376

2 Christ, Karl: Die römische Kaiserzeit. S. 64

3 Bringmann, Klaus: Augustus und die Begründung des römischen Kaisertums. S. 61-62 vgl. dazu Dettenhofer, Maria: Herrschaft und Widerstand im augusteischen Prinzipat. S. 128

4 Sueton schreibt dazu : „(...)In den Senat waren haufenweise Leute von ungeschlachtem Charakter und ohne Disziplin hereingeströmt, und dadurch gab es mittlerweileüber tausend Senatoren, unterihnen einige nichtswürdige Gestalten(...).“ (Suet. 35,1 aus: C.Suetonius Tranquillus: Die Kaiserviten. De vita caesarum. Berühmte Männer. De viris illustribus. Hrsg. und übersetzt von Hans Martinet. S. 205)

5 Eine erste lectio senatus fand 29/28 v. Chr. statt. Dabei konnte die Anzahl der Senatoren nur unwesentlich verringert werden. Bei der zweiten lectio senatus im Jahre 18 v. Chr. verloren 300 Senatoren ihren Sitz. Bei Dettenhofer ist von drei lectio senatus die Rede. (Dettenhofer, Maria: Herrschaft und Widerstand im augusteischen Principat. S. 65) Vgl dazu: Suet. 35,1- 35,3

6 Der latus clavus war ein Purpurstreifen auf der Tunika, der die Zugehörigkeit zum Senatorenstand symbolisierte.

7 Heuss, Alfred: Römische Geschichte. S.277

8 Vgl dazu: Bringmann, Klaus: Augustus und die Begründung des römischen Kaisertums. S. 63- 64; Heuss, Alfred: Römische Geschichte. S. 277 und Cass. Dio 54, 13,1 - 14,5, sowie 55,13,3 u. 6

9 Heuss, Alfred: Römische Geschichte. S. 277

10 Vgl. dazu: Suet. Aug. 38,2

11 Christ, Karl: Die römische Kaiserzeit. S. 65

12 Zu den öffentlichen Arbeiten gehörten die Überwachung der Getreideverteilung, die Aufsicht über eine der großen Fernstraßen, die Verantwortung für die Staatskassen, die Verwaltung einer kleineren Provinz oder das Kommando über eine Legion.

13 Christ, Karl: Die römische Kaiserzeit. S. 65- 67

14 Dahlheim, Werner: Geschichte der römischen Kaiserzeit. S.45

15 Christ, Karl: Die römische Kaiserzeit. S. 66. Sueton schreibt dazu: „(...) A ber auch dir ü brigen f ü hrenden M ä nner forderte er h ä ufig auf, jeder von ihnen solle entsprechend seinen finanziellen Mitteln dir Stadt schm ü cken entweder durch neue Denkm ä ler oder indem man alte Denkm ä ler wieder aufbauen und herausputzen lasse.(...) so haben Marcius Philippus den Tempel des Hercules der Musen, L.Cornificius den Tempel der Diana (...) und M.Agrippa sogar eine Reihe au ß erordentlich sch ö ner Bauten errichtet(...). “ (Suet. Aug. 29,4- 29,5 aus: C.Suetonius Tranquillus: Die Kaiserviten. De vita caesarum. Berühmte Männer. De viris illustribus. Hrsg. und übersetzt von Hans Martinet. S. 193)

16 Christ, Karl: Die römische Kaiserzeit. S. 67

17 ebd. S. 67 vgl. dazu Bellen, Heinz: Grundzüge der römischen Geschichte. S. 4 „ (...)Nichtsdestoweniger hatte Augustus sorgf ä ltig darauf geachtet, da ß der Senat seine alte Funktion als Regierungsorgan behielt, auch wenn unter den gegebenen Verh ä ltnissen nur eine Mitregierung in Frage kam. Es lie ß sich also die Meinung vertreten, der Senat verk ö rpere weiterhin die libertas, dann mu ß te man aber eingestehen, da ß diese Freiheit nur den Spielraum neben dem Princeps bezeichnete(...). “ vgl. dazu : Dettenhofer, Maria: Herrschaft und Widerstand im auguteischen Prinzipat. S. 143- 144 „ (...)Augustus hatte den Senat mit Privilegien und Ehrungen weiter aufgewertet und dabei gleichzeitig seiner politischen Macht entkleidet(...). “

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Princeps und Gesellschaft: Senat, Volk, Militär
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Alte Geschichte)
Veranstaltung
Hauptseminar: Die augusteische Zeit
Note
2,4
Autor
Jahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V56143
ISBN (eBook)
9783638509138
Dateigröße
588 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Princeps, Gesellschaft, Senat, Volk, Militär, Hauptseminar, Zeit
Arbeit zitieren
Jasmine Weimann (Autor), 2005, Princeps und Gesellschaft: Senat, Volk, Militär, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56143

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