Das Rechtsinstitut der Betriebsaufspaltung ist ein Geschöpf der Finanzverwaltung und der Rechtssprechung und unterliegt keinen eigens geplanten
Gesetzesregelungen. Trotz einer enormen Anzahl kontroverser Diskussionen in der Literatur, ob das Rechtsinstitut Betriebsaufspaltung nach Fortschreiten der Unternehmenssteuerreformen steuerlich noch rentabel ist, ist dieses als steuerliches Gestaltungsmittel weiterhin sehr beliebt. Im Bereich der mittelständischen Wirtschaft erscheint die Rechtsform besonders interessant, da sie Unternehmen u.a. eine frühzeitige Beteiligung der Folgegeneration und durch Pachtzinsen eine Alters-/ Witwenversorgung zusichert, die Vorteile aus Kap- und PersG vereint und eine Trennung des Grundvermögens vom sonstigen BV, sowie die Ausgliederung von Teilbetrieben ermöglicht.
Im Folgenden soll ein knapper Überblick über Grundlagen, Entstehung und Beendigung der Betriebsaufspaltung, wie über die laufende Besteuerung während der Aufspaltung und mögliche Vor- und Nachteile verschafft werden.
Inhaltsverzeichnis
IV. Rechtsformwahl: Betriebsaufspaltung
1. Grundlagen
1.1 Definition: Betriebsaufspaltung
1.2 Erscheinungsformen der Betriebsaufspaltung
2. Steuerliche Voraussetzungen der Betriebsaufspaltung und deren Begründung
2.1 Sachliche Verflechtung der Unternehmen
2.2 Personelle Verflechtung der Unternehmen
2.2.1 Stimmrechte der Gesellschafter
2.2.2 Besonderheiten bei nahen Angehörigen
2.3 Entstehung und Begründung der Betriebsaufspaltung
3. Laufende Besteuerung des Besitzunternehmens und seiner Gesellschafter bei der typischen Betriebsaufspaltung
3.1 Besteuerung im Rahmen der Einkommensteuer
3.1.1 Die Gesellschafter
3.1.2 Das Besitzunternehmen
3.2 Besteuerung im Rahmen der Gewerbesteuer
3.3 Die umsatzsteuerliche Organschaft
4. Laufende Besteuerung des Betriebunternehmens und seiner Gesellschafter bei der typischen Betriebsaufspaltung
4.1 Besteuerung im Rahmen der Einkommensteuer
4.1.1 Die Gesellschafter
4.1.2 Das Betriebsunternehmen
4.2 Besteuerung im Rahmen der Gewerbesteuer
4.3 Die gewerbesteuerliche Organschaft
5. Beendigung der Betriebsaufspaltung
5.1 Sachliche und personelle Entflechtung
5.2 Rechtsfolgen der Auflösung
5.3 Vermeidung der Gewinnrealisation
6. Vergleich zwischen Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft und Betriebsaufspaltung
6.1 Steuerliche Vor- und Nachteile der Betriebsaufspaltung
6.1.1 Gegenüber der reinen Personengesellschaft
6.1.2 Gegenüber der reinen Kapitalgesellschaft
6.1.3 Allgemeine Vor- und Nachteile der Betriebsaufspaltung
6.2 Steuerbelastungsvergleich
7. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert das Rechtsinstitut der Betriebsaufspaltung als Instrument der steuerlichen Gestaltung für mittelständische Unternehmen, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, unter welchen steuerlichen Voraussetzungen und Bedingungen eine Betriebsaufspaltung im Vergleich zu anderen Rechtsformen vorteilhaft ist.
- Steuerliche Grundlagen und Voraussetzungen der Betriebsaufspaltung
- Laufende Besteuerung von Besitz- und Betriebsunternehmen
- Beendigung und Auflösungsfolgen der Betriebsaufspaltung
- Vergleich der steuerlichen Belastung gegenüber Personen- und Kapitalgesellschaften
Auszug aus dem Buch
1.2 Erscheinungsformen der Betriebsaufspaltung
Die Betriebsaufspaltung ist neben etwaigen steuerlichen Gesichtspunkten v.a. wegen Haftungsbeschränkungen interessant. Diese Rechtsform öffnet ein großes Spektrum an Wahlmöglichkeiten für ihre Erscheinungsformen. Je nach Entstehungsart, ob ein einheitliches Unternehmen in zwei geteilt wird oder ob von Anfang an zwei eigenständige Unternehmen gegründet und anschließend miteinander verbunden werden, spricht man von der echten oder unechten Betriebsaufspaltung. Zudem ist eine Aufteilung bzw. Verbindung mehrer Unternehmen möglich, denen unterschiedlichste Funktionen zugeschrieben werden können, wie z.B. bei einer Dreiteilung in Besitz-, Betriebs- und Vertriebsgesellschaft.
Speziell in der rechtsförmlichen Ausgestaltung sind unterschiedlichste Möglichkeiten denkbar: für das Besitzunternehmen kommt die GbR, GmbH & Co. KG wie jede andere PersG oder eine natürliche Person in Frage. Das Betriebsunternehmen kann in jeder Form der Körperschaft, soweit nicht körperschaftsteuerbefreit, oder der gewerblich geprägten PersG auftreten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen: Definition und Erläuterung der verschiedenen Erscheinungsformen der Betriebsaufspaltung.
2. Steuerliche Voraussetzungen der Betriebsaufspaltung und deren Begründung: Analyse der notwendigen sachlichen und personellen Verflechtungen zwischen den Unternehmen.
3. Laufende Besteuerung des Besitzunternehmens und seiner Gesellschafter bei der typischen Betriebsaufspaltung: Darstellung der einkommen- und gewerbesteuerlichen Behandlung sowie der umsatzsteuerlichen Organschaft beim Besitzunternehmen.
4. Laufende Besteuerung des Betriebunternehmens und seiner Gesellschafter bei der typischen Betriebsaufspaltung: Erläuterung der Besteuerung beim Betriebsunternehmen, inklusive der Behandlung von verdeckten Gewinnausschüttungen.
5. Beendigung der Betriebsaufspaltung: Untersuchung der Entflechtungstatbestände, Rechtsfolgen der Auflösung und Möglichkeiten zur Vermeidung der Gewinnrealisation.
6. Vergleich zwischen Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft und Betriebsaufspaltung: Analyse der Vor- und Nachteile gegenüber anderen Rechtsformen sowie ein quantitativer Steuerbelastungsvergleich.
7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung der Attraktivität und Notwendigkeit stetiger Anpassungen der Betriebsaufspaltung.
Schlüsselwörter
Betriebsaufspaltung, Besitzunternehmen, Betriebsunternehmen, sachliche Verflechtung, personelle Verflechtung, Gewerbesteuer, Einkommensteuer, verdeckte Gewinnausschüttung, Steuerbelastung, Körperschaftsteuer, Umwandlungssteuergesetz, Rechtsformwahl, Betriebsvermögen, stille Reserven, Organschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Rechtsinstitut der Betriebsaufspaltung aus betriebswirtschaftlicher und steuerlicher Sicht, insbesondere als Gestaltungsmittel für mittelständische Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Voraussetzungen für die Anerkennung der Betriebsaufspaltung, deren laufende Besteuerung, die Folgen einer Beendigung sowie ein steuerlicher Vergleich zu anderen Rechtsformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über die steuerlichen Vor- und Nachteile sowie die Rahmenbedingungen der Betriebsaufspaltung im Kontext der Unternehmenssteuerreformen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Literatur, einschlägiger Rechtsprechung (BFH, BVerfG) und steuerrechtlichen Gesetzesvorschriften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Voraussetzungen der Verflechtung, die steuerliche Behandlung von Besitz- und Betriebsunternehmen, Strategien zur Beendigung und einen detaillierten Steuerbelastungsvergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Betriebsaufspaltung, Besitz- und Betriebsunternehmen, Verflechtung, Steuerbelastung und verdeckte Gewinnausschüttung.
Wie kann eine verdeckte Gewinnausschüttung in diesem Kontext vermieden werden?
Vermeidung gelingt vor allem durch im Vorhinein klare vertragliche Vereinbarungen bei Nutzungsentgelten und die Prüfung der Angemessenheit von Pachtzinsen und Geschäftsführergehältern.
Welchen Einfluss hat das BVerfG auf die personelle Verflechtung bei Ehegatten?
Das BVerfG hat die automatische Zusammenrechnung von Anteilen bei Ehegatten für verfassungswidrig erklärt, weshalb bei Getrennt-Haltung der Anteile (Wiesbadener Modell) oft keine Betriebsaufspaltung vorliegt.
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- Eva Reiter (Author), 2004, Rechtsformwahl: Betriebsaufspaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56149