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Lebensweltorientierter Politikunterricht

Einführung in die Didaktik der Politischen Bildung

Title: Lebensweltorientierter Politikunterricht

Seminar Paper , 2000 , 9 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Torsten Halling (Author)

Didactics - Politics, Political Education
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die Orientierung an der Lebenswelt der Schüler ein unverzichtbarer Bestandteil eines modernen Politikunterrichts sein sollte oder ob dieser Ansatz eher abzulehnen ist, da er möglicherweise das Fach Politik "unpolitisch" werden ließe und dadurch die Daseinsberechtigung des Faches in Frage stellen könnte. Hierfür werden zunächst allgemeine Überlegungen zu den beiden Begriffen "Lebenswelt" und "Politik" angestellt, wobei konstatiert wird, dass beide Ebenen zu Unrecht von vielen als vollkommen voneinander getrennte Sphären angesehen werden, was häufig zu Desinteresse an politischen Fragen führt. Anschließend wird die didaktische Umsetzung eines lebensweltorientierten Politikunterrichts diskutiert. Hierbei wird hervorgehoben, dass ein solcher Unterricht auf die Schüler in hohem Maße motivierend wirken kann, wobei jedoch zu beachten ist, dass der Unterricht nie bei den lebensweltlichen Problemen verharren darf, sondern immer den Bezug zur "großen" Politik herstellen muss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Das Verhältnis von Lebenswelt und Politik

2.2 Die Verknüpfung von Lebenswelt und „großer“ Politik im Unterricht

3. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Lebensweltorientierung im Politikunterricht, um zu klären, ob sie ein unverzichtbarer Bestandteil ist oder das Risiko einer Entpolitisierung des Faches birgt. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie die Brücke zwischen der subjektiven Alltagswelt der Schüler und der Makrowelt der Politik geschlagen werden kann.

  • Verhältnisbestimmung von Lebenswelt und Politik
  • Motivation durch lebensweltnahe Themen wie Drogen oder Umwelt
  • Gefahren der sogenannten "Betroffenheitspädagogik"
  • Anforderungen an die didaktische Planung durch den Lehrer
  • Bedeutung der Reflexion für den politischen Lernprozess

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Verhältnis von Lebenswelt und Politik

Der Begriff „Lebenswelt“ bezeichnet die „Gesamtheit der uns immer schon umgebenden Sinn- und Handlungszusammenhänge“ und bezieht sich vor allem auf das Alltagsleben. Dabei wird „Lebenswelt“ oder „Alltagswelt“ häufig als Gegenbegriff zu „Politik“ gebraucht, da das Politische sich im subjektiven Empfinden der meisten Menschen immer mehr aus ihrem Lebensalltag hinausverlagert hat und lediglich als abgetrennte Sondersphäre existiert. Es gelingt den Menschen immer weniger, politische Zusammenhänge in ihrem Alltagsleben, welches als privater und politikfreier Raum wahrgenommen wird, zu entdecken.

Besonders bei Heranwachsenden ist zu erkennen, dass sie Politik als eine Ebene empfinden, die von ihrer Lebenswelt weit entfernt ist, und dass sie sich in der Regel nur für die Menschen in ihrer Umgebung und für Aufgaben und Probleme, die unmittelbar mit ihrem Alltag verbunden sind, interessieren. Diese subjektiv empfundene Entpolitisierung des Alltagslebens ist bei objektiver Betrachtung als Trugschluss zu bewerten, da Politik in der Lebenswelt der Menschen im Grunde allgegenwärtig ist. Politische Inhalte sind nicht nur in Systemen und Institutionen, sondern auch in der Lebenswelt zu finden, in welcher das öffentliche und das private Leben in vielen Bereichen, wie etwa in der Schule, beim Konsum oder im Umgang mit Sexualität und Schwangerschaft, miteinander vernetzt sind. Die Vorstellung, dass die Begriffe „Lebenswelt“ und „Politik“ ein Gegensatzpaar darstellen, geht also eindeutig an der Realität vorbei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Politikverdrossenheit von Schülern und formuliert die Forschungsfrage, ob Lebensweltorientierung für einen modernen Politikunterricht unerlässlich oder potenziell schädlich ist.

2. Hauptteil: Dieser Abschnitt analysiert das Spannungsfeld zwischen der wahrgenommenen "Sondersphäre" Politik und der Lebenswelt der Schüler und diskutiert didaktische Strategien zur Verknüpfung beider Bereiche.

3. Fazit: Das Fazit schließt die Untersuchung mit der Erkenntnis ab, dass ein erfolgreicher Politikunterricht die Lebenswelt als Fundament nutzen muss, dabei jedoch die Reflexion auf die Makrowelt der Politik nicht vernachlässigen darf.

Schlüsselwörter

Lebensweltorientierung, Politikunterricht, politische Bildung, Alltagsleben, Politikverdrossenheit, Didaktik, Lernmotivation, politische Sozialisation, Makrowelt, Mikrowelt, politische Mündigkeit, Unterrichtsplanung, Betroffenheitspädagogik, Reflexion, politisches Lernen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie man Politikunterricht so gestalten kann, dass er für Schüler relevant ist, ohne dabei seinen inhaltlichen Kern als Fach zu verlieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Lebenswelt und Politik, die Bedeutung von Alltagsnähe für die Schülermotivation und die methodischen Herausforderungen beim Übergang zur politischen Abstraktion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, dass eine Orientierung an der Lebenswelt der Schüler unverzichtbar für politisches Lernen ist, sofern der Lehrer den Brückenschlag zur "großen Politik" aktiv moderiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer didaktischen Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze der politischen Bildung zusammenführt und kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird erst das theoretische Verhältnis der beiden Begriffe geklärt, bevor praktische Möglichkeiten und Risiken einer lebensweltorientierten Unterrichtsgestaltung aufgezeigt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lebensweltorientierung, Politikunterricht, politische Bildung, Alltagsleben, Politikverdrossenheit und der Brückenschlag zwischen Mikro- und Makrowelt.

Warum wird im Text vor der "Betroffenheitspädagogik" gewarnt?

Der Autor warnt davor, dass ein ausschließliches Verweilen in der Lebenswelt der Schüler zu einer moralisierenden Betrachtungsweise führt, bei der komplexe politische Strukturen und Institutionen ignoriert werden.

Wie kann eine indirekte politische Betroffenheit bei trockenen Themen erzeugt werden?

Wenn ein Thema keinen direkten Lebensweltbezug hat, sollte der Lehrer laut Arbeit auf eine "Betroffenheit aus Empathie" setzen, um ein Desinteresse der Schüler zu verhindern.

Ist die Lebensweltorientierung in jeder Unterrichtssituation sinnvoll?

Nein, der Autor räumt ein, dass sie bei hochabstrakten Themen, etwa der Funktionsweise staatlicher Organe, schwerer umzusetzen ist und dort eine sehr sorgfältige Unterrichtsplanung erfordert.

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Details

Title
Lebensweltorientierter Politikunterricht
Subtitle
Einführung in die Didaktik der Politischen Bildung
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut (Politik- und Sozialwissenschaften))
Course
Proseminar "Einführung in die Didaktik der Politischen Bildung"
Grade
1.0
Author
Torsten Halling (Author)
Publication Year
2000
Pages
9
Catalog Number
V56193
ISBN (eBook)
9783638509473
ISBN (Book)
9783640865307
Language
German
Tags
Lebensweltorientierter Politikunterricht Proseminar Einführung Didaktik Politischen Bildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torsten Halling (Author), 2000, Lebensweltorientierter Politikunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56193
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