Die Angst spielt in unserem Leben eine allgegenwärtige Rolle. Sie begleitet uns ein Leben lang und nimmt deshalb einen großen Teil unseres Lebens ein. Nimmt sie jedoch einen zu großen Teil in unserem Leben ein, kann die Angst uns einengen, quälen und krank machen. Das bedeutet, jeder von uns hat Angst, doch es ist wichtig für unser Wohlbefinden, zu wissen wie wir damit umgehen können. Wenn es uns gelingt eine Angstsituation zu bewältigen fühlen wir uns stark und erfolgreich. Kinder haben auch Ängste, jedoch ist es für sie auch nicht immer einfach ihre Ängste zu bewältigen. Sie brauchen oftmals unterschiedliche Hilfestellungen zur Angstbewältigung und das Gefühl der Geborgenheit um mit ihren Ängsten umgehen zu können.
Die vorliegende Diplomarbeit, mit dem Titel „Ängste von Grundschulkindern und deren Aufarbeitung mit themenspezifischer Kinderliteratur“, befasst sich mit verschiedenen Kinderängsten, deren Entstehung und Erscheinungsformen, sowie mit
unterschiedlichen kindlichen Bewältigungsstrategien. Hauptaugenmerk wird auf die pädagogische Bewältigungsstrategie von Kinderängsten durch themenspezifische Kinderliteratur gelegt.
Die Kenntnis der Hintergründe von unterschiedlichen Ängsten der Kinder stellt eine grundlegende Voraussetzung dar, um einem Kind angemessene Hilfestellung geben zu können. Daher liegt es bei der Lehrperson sich über die Ursachen und Symptome sowie die möglichen Bewältigungsstrategien von Kinderängsten zu informieren, wenn diese die Thematik von Kinderängsten im Unterricht bearbeiten möchte.
Die Arbeit gliedert sich in zwei Bereiche:
Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Phänomen und dem Begriff der Angst. Dabei wird auf die Entwicklung im frühen Kindesalter eingegangen, um zu zeigen welche Bedeutung das kindliche Aufwachsen in den ersten Lebensjahren für den Umgang mit Angst hat. Es werden entwicklungs- und erziehungsbedingte Auslösemechanismen von Angst durchleuchtet.
Weiters werden die Entstehung, Erscheinungsformen und mögliche Ursachen und Auswirkungen von Kinderängsten beschrieben.
Außerdem sollen unterschiedliche kindliche Bewältigungsstrategien für Kinderängste vorgestellt werden.
Im zweiten Teil der Diplomarbeit möchte ich herausfinden, in welcher Form sich die deutschsprachige Kinderliteratur mit den Ängsten der Kinder auseinander setzt, und welche Bedeutung man der Kinderliteratur für die Bewältigung von Kinderängsten zukommen lassen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Angst
2.1 Das Phänomen Angst
2.2 Definition der Angst
2.3 Angsttheorien
2.3.1 Psychoanalytische Theorie nach Sigmund Freud
2.3.2 Behavioristische Theorie
2.3.3 Kognitionstheoretische Theorie
3. Kinderängste
3.1 Entwicklungsbedingte Kinderängste
3.1.1 Ängste im Säuglingsalter
3.1.2 Ängste im Kleinkind- und Kindergartenalter
3.1.3 Ängste im Grundschulalter
4.1 Definition Schulangst und Schulphobie
4.2 Mögliche Ursachen für die Entstehung von Schulangst
4.2.1 Soziokulturelle Bedingungen für die Entstehung von Schulangst
4.2.2 Familiäre Bedingungen für die Entstehung von Schulangst
4.2.3 Bedingungen, die die Persönlichkeit des Kindes betreffen
4.2.4 Die Schule als Auslöser von Schulangst
4.3 Mögliche Auswirkungen von Schulangst
5. Kindliche Angstbewältigungstechniken
6. Kinderliteratur und ihre Bedeutung bei der Angstbewältigung
6.1 Allgemeine Ausführungen zur Kinderliteratur
6.2 Themenrelevante Gattungen der Kinderliteratur
6.2.1 Das Bilderbuch
6.2.2 Das realistische Kinderbuch
6.2.3 Das phantastische Kinderbuch
6.3 Der Einfluss des Kinderbuches auf die Entwicklung des
6.4 Die Bedeutung des Lesens
6.4.1 Die Wirkung des Lesens aus kommunikations- und lerntheoretischer Sicht
6.4.2 Die Wirkung des Lesens aus psychoanalytischer Sicht
6.4.3 Mechanismen, die beim Lesen von Kinderbüchern wirken
6.5 Kinderliteratur als Hilfsmittel zur Angstbewältigung
6.5.1 Verbalisieren von Kinderängsten durch das Kinderbuch
6.5.2 Angebot von Angstverarbeitungsstrategien durch das Kinderbuch
6.6 Ängste die in Kinderbüchern häufig thematisiert werden
6.7 Überlegungen zur Auswahl von Kinderbüchern zum Thema Angst
7. Ausgewählte Kinderliteratur zum Thema
7.1 „Kannst du nicht schlafen, kleiner Bär?“ von Martin
7.2 „Rosi in der Geisterbahn“ von Philip Waechter
7.3 „Michael hat einen Seemann“ von Wolf Harranth
7.4 „Schule beißt nicht“ von Christoph Mauz
7.5 Abschließende Bemerkungen zu den untersuchten
8. Schlusswort
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen kindlicher Ängste in verschiedenen Entwicklungsphasen und analysiert, wie pädagogische Fachkräfte durch den gezielten Einsatz themenspezifischer Kinderliteratur Hilfestellung bei der Angstbewältigung leisten können.
- Theoretische Fundierung des Angstbegriffs und der Entstehung von Kinderängsten.
- Ursachen und Erscheinungsformen von Schulangst bei Grundschulkindern.
- Methodische Techniken zur kindlichen Angstbewältigung durch Literatur.
- Literarische Analyse ausgewählter Kinderbücher hinsichtlich ihrer Eignung für den Unterricht.
Auszug aus dem Buch
Textprobe:
„Ich fürchte mich“, sagte der kleine Bär. „Warum fürchtest du dich, kleiner Bär?“, fragte der große Bär. „Ich mag die Dunkelheit nicht“, sagte der kleine Bär. „Was für eine Dunkelheit?“ fragte der große Bär. „Die Dunkelheit rundherum“, sagte der kleine Bär. „Aber ich hab dir doch zwei Laternen gebracht“, sagte der große Bär. „Eine kleine und eine größere.“ „Viel größer ist die nicht“, sagte der kleine Bär. „Und die Dunkelheit ist noch immer sehr groß.“ Der große Bär dachte nach. Dann ging er zum Laternenschränkchen und nahm die allergrößte Laterne heraus, die mit den zwei Handgriffen und einem Stückchen Kette zum Aufhängen. Er hängte die Laterne über das Bett des kleinen Bären. „Ich hab dir die allergrößte Laterne gebracht, kleiner Bär“, sagte er. „Mit der wirst du dich nicht mehr fürchten.“ „Danke, großer Bär“, sagte der kleine Bär, kuschelte sich in die Kissen und sah zu wie die Schatten auf den Wänden tanzten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Angstbewältigung bei Kindern ein und skizziert das Forschungsziel, die Rolle von Kinderliteratur als pädagogisches Hilfsmittel zu untersuchen.
2. Angst: Das Kapitel behandelt das Phänomen der Angst aus psychologischer und pädagogischer Sicht, beleuchtet theoretische Konzepte (Freud, Lerntheorien) und definiert den Angstbegriff.
3. Kinderängste: Hier werden entwicklungsbedingte Ängste von der frühen Kindheit bis zum Grundschulalter analysiert und deren Bedeutung für die Ich-Identität hervorgehoben.
4. Schulangst: Dieser Abschnitt widmet sich den Ursachen, Definitionen und Auswirkungen von Schulangst und Schulphobie im Kontext des schulischen Umfelds.
5. Kindliche Angstbewältigungstechniken: Das Kapitel stellt verschiedene Strategien vor, wie Kinder Ängste durch Gespräche, Malen, Spiel oder Geschichten aktiv bewältigen können.
6. Kinderliteratur und ihre Bedeutung bei der Angstbewältigung: Es wird erörtert, wie Literatur (Bilderbücher, realistische und phantastische Erzählungen) als Hilfsmittel fungiert und welche psychischen Mechanismen wie Identifikation und Projektion dabei wirken.
7. Ausgewählte Kinderliteratur zum Thema: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte literarische Analyse von vier exemplarischen Kinderbüchern und evaluiert deren Einsatzmöglichkeiten im Unterricht.
8. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse, dass Kinderliteratur ein wertvolles, wenngleich kein Allheilmittel zur Stärkung des kindlichen Selbstvertrauens darstellt.
Schlüsselwörter
Kinderängste, Schulangst, Angstbewältigung, Kinderliteratur, Bilderbuch, pädagogische Strategien, Identifikation, Projektion, Grundschule, emotionale Entwicklung, Angsttherapie, Leseerziehung, Angst, Kindheit, Resilienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Grundschulkinder mit Ängsten umgehen und inwieweit Kinderliteratur als pädagogisches Werkzeug zur Bewältigung dieser Ängste eingesetzt werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit deckt die Angsttheorie, die spezifischen Ängste im Kindesalter, die Problematik der Schulangst sowie die didaktischen Potenziale der Kinderliteratur ab.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrpersonen und Eltern durch den gezielten Einsatz ausgewählter Bücher Kindern helfen können, Ängste besser zu verstehen und zu verarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer qualitativen Analyse exemplarischer Kinderbücher zur Angstthematik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Angst, eine detaillierte Auseinandersetzung mit kindlichen Ängsten und Schulangst sowie eine fundierte Analyse zur Funktion und Auswahl von Kinderliteratur.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kinderängste, Schulangst, Angstbewältigung, Kinderliteratur, Identifikation und Projektion.
Warum spielt die „magische Phase“ bei Kinderängsten eine so große Rolle?
In dieser Phase besitzt das Kind eine sehr aktive Phantasiewelt, die zwar Ängste vor Irrealem (Geister, Monster) befördert, aber gleichzeitig ein wichtiges Spielfeld zur Bewältigung von Ängsten bietet.
Wie unterstützen Kinderbücher konkret bei der Bewältigung von Schulangst?
Sie ermöglichen es Kindern, ihre eigenen Sorgen in den Protagonisten wiederzuerkennen, bieten Vorbilder für Angstbewältigung und enttabuisieren das Thema in einem geschützten Rahmen.
- Quote paper
- Eva Gabris (Author), 2006, Ängste von Grundschulkindern und deren Aufarbeitung mit themenspezifischer Kinderliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56229