Die Kooperation von Schule und Jugendhilfe


Hausarbeit, 2005

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Ausgangssituation

3. Probleme der Schule

4. Probleme der Jugendhilfe

5. Unterschiede in der Schule und Jugendhilfe

6. Maßnahmen für eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe

7. Beispiele für die Zusammenarbeit
7.1 Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Schule am Zentrum für Erziehungshilfe der Stadt Frankfurt am Main
7.2 Projekte zur „Öffnung von Schule“ in Rüsselsheim

8. Zusammenfassung

9. Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Diese Hausarbeit untersucht die Kooperation von Jugendhilfe und Schule. Zunächst wird die derzeitige Ausgangssituation betrachtet; gibt es eine Zusammenarbeit zwischen diesen Bereichen, was für Schwierigkeiten existieren.

Die Veränderungen der Gesellschaft haben natürlich auch Auswirkungen auf die Kinder und Jugendliche. Schule und Jugendhilfe müssen zusammenarbeiten, um ihre Adressaten auf das zukünftige Leben vorzubereiten. Es wird aufgezeigt, wo Schule und Jugendhilfe Probleme haben, sei es eine geringe Akzeptanz in der Gesellschaft oder eine mangelnde finanzielle Unterstützung.

Die Unterschiede in den Methoden und Zielen dieser beiden Bereiche müssen hinsichtlich einer Zusammenarbeit beachtet werden. Welche Kompetenzen und Aufgaben haben die Systeme und wo liegen ihre Schwächen?

Geeignete Maßnahmen zu einer erfolgreichen Teamarbeit werden aufgezeigt und analysiert.

Da es schon zahlreiche erfolgreiche Beispiele für eine gemeinsame Arbeit von Jugendhilfe und Schule gibt, sollen diese nicht unbeachtet bleiben.

An zwei dieser Beispiele wird deutlich gemacht, dass es bereits positive Ansätze gibt und wie Jugendhilfe und Schule kooperieren und sich gegenseitig unterstützen können.

2. Die Ausgangssituation

Schule und Jugendhilfe gelten als schwierige Partner und sehen sich häufig als Konkurrenten, obwohl es um die gleichen Adressaten geht, um Kinder und Jugendliche und deren veränderten Bedingungen des Aufwachsens in der heutigen Gesellschaft.[1]

Der gesellschaftliche Wandel in den vergangenen Jahrzehnten führte zu einer grundlegend veränderten Sozialisationsbedingung der Kinder und Jugendlichen. Besonders im Bereich der Familie erfolgten tief greifende Veränderungen. Diese betreffen auch die Schule. Es wird deutlich, dass Einzelkinder im Schulalter immer häufiger auf die Schule angewiesen sind, um Freundinnen und Freunde zu finden. Die Schule wird zum zentralen Ort für Freundschaften und Kontakten der Kinder und Jugendlichen.

Die Familie ist nicht mehr allein der Platz für die Thematisierung von Problemen und der Suche nach Lösungen. Die Schule „empfindet dieses Hineintragen der Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern oft als Behinderung und Störung des schulischen Lernalltags“[2]. Die Schule sieht sich vor großen erzieherischen und konzeptionellen Herausforderungen, z.B. der Umgang mit Norm- und Wertevorstellungen, mit verbaler und physischer Gewalt, mit Verweigerungshaltungen und mit Suchtproblematiken.[3]

In der Jugendhilfe sind ebenfalls Veränderungen zu bemerken. Es müssen verstärkt Handlungsmöglichkeiten, Selbstverständnis und notwendige Ressourcen diskutiert werden. Zunehmend werden sozialräumliche, mobile und flexible Jugendarbeitskonzepte benötigt.

Jugendhilfe und Schule werden mit den Folgen dieser Veränderungen konfrontiert und reagieren zum Teil hilflos oder suchend nach geeigneten Handlungskonzepten. Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule gerät ins Wanken, die Schule wird immer häufiger Brennpunkt der aus den gesellschaftlichen Entwicklungen resultierenden Konflikte.

Von der Jugendhilfe wird gefordert, „…die Folgen dieser Wandlungsprozesse durch sozial-pädagogisches Handeln zu mildern und Auffangpositionen gegen das soziale Abgleiten…“[4] der Kinder und Jugendlichen zu schaffen.

Beide tragen neben der Familie einen großen Teil der Erziehungsverantwortung für Kinder und Jugendliche, das bedeutet, sie müssen neue Wege der Zusammenarbeit finden. Sie arbeiten beide „mit und für dieselben Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien“[5].

Das Ziel muss sein, „auf den Wandel in der Gesellschaft, insbesondere auf Umbrüche im Alltags- und Berufsleben angemessener reagieren zu können“[6].

3. Probleme der Schule

Für die Probleme und beschwerlichen Lagen in den Schulen gibt es mehrere Faktoren zur Erklärung. „Das eigendynamische und kräftige Neben- und Gegeneinander der einzelnen Sozialisationsfaktoren, Familie und Schule, Medien und Konsum, Gleichaltrige und Jugendkultur mit Lebensstilangeboten.“[7]

Die Medien schwächen die Monopolstellung der Schule in der Weltaneignung und dem Wissenstransfers. Die „Video-Clip-Kultur“[8] erzeugt eine veränderte Wahrnehmung und Verarbeitung, Gewalt und Egoismus werden als Mittel zur Lösung von Konflikten gezeigt. Die Medien erzeugen eine Sensationserwartung, die die Schülerinnen und Schüler auch für ihr eigenes Leben erwarten.

Weiterhin stoßen die Kinder und Jugendliche sehr früh auf Leistungsanforderungen, denen sie dann permanent ausgesetzt sind. Die Schule hat mehr eine Ausschluss- statt Zuweisungsfunktion.[9]

Die Jugendlichen sind in der heutigen Gesellschaft „…umworbene, selbstbewusste Markt-teilnehmer in der Konsumentenrolle, auf der Suche nach Sinnlichkeit, Erfahrung in der gesellschaftlichen Hochkonjunktur von „Erleben“, Lust und Gehenlassen.“[10]

Die Familie verliert ihre Bedeutung im Sinne von Halt und Orientierung für die Schülerinnen und Schüler, sei es durch Trennung, der Entwertung von elterlichen Lebensentwürfen, Existenzbedrohungen oder Arbeitslosigkeit. Es erfolgt ein Konkurrenz-, Konsum- und Erlebnisdruck, sowie eine generationsbezogene Grenzverwischung und Rollenunsicherheit. Die Überforderung wird besonders in Benachteiligungsmilieus, bei Alleinerziehenden und in aufstiegsorientierten Szenen deutlich.[11]

[...]


[1] Vgl. Dr. C. Kubina: Arbeiten Schule und Jugendhilfe als Partner oder Konkurrenten?, S.1

[2] ebd.

[3] Vgl. Kooperation Jugendhilfe-Schule, ein Wegweiser durch Angebote und Maßnahmen der Jugendhilfe in Marburg, S.5

[4] D. Friedrichs: Wo stehen wir?, S.9

[5] Kooperation Jugendhilfe-Schule, ein Wegweiser durch Angebote und Maßnahmen der Jugendhilfe in Marburg, S.5

[6] ebd.

[7] K. Thimm: Kooperation von Schule und Jugendhilfe, S.19

[8] ebd. S.20

[9] Vgl. ebd. S.20

[10] ebd., S.20

[11] ebd., S.20

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Kooperation von Schule und Jugendhilfe
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Empirische Forschung in der Jugendhilfe
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V56234
ISBN (eBook)
9783638509732
ISBN (Buch)
9783638797153
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kooperation, Schule, Jugendhilfe, Empirische, Forschung
Arbeit zitieren
Susanne Fritsch (Autor), 2005, Die Kooperation von Schule und Jugendhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56234

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