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Lawrence Kohlberg - Das Stufenmodell zur Entwicklung des moralischen Urteilens

Title: Lawrence Kohlberg - Das Stufenmodell zur Entwicklung des moralischen Urteilens

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Susanne Fritsch (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Zeit seines Lebens hat Lawrence Kohlberg an seiner Theorie der moralischen Urteilsentwicklung gearbeitet und sie beständig revidiert und erweitert.
Im Rahmen dieser Abhandlung wird seine Theorie der moralischen Entwicklung näher betrachtet. Zunächst erfolgt eine Untersuchung der Grundlagen, die Kohlberg für sein Stufenmodell verwendet hat. Er stützte sich u. a. auf Arbeiten von Piaget, Dewey aber auch auf Kants Theorien. Insbesondere werden die Beobachtungen und daraus resultierenden Ergebnisse bezüglich der moralischen Urteile bei Kindern von Piaget detaillierter analysiert.
Bei der Beschreibung des Stufenmodells wird auf die bekannteste Version von 1969 eingegangen. Spätere Ergänzungen und Änderungen, wie das Einführen der Stufe 0 und die spätere Reduzierung auf 5 Stufen werden nicht aufgezeigt.
Kohlberg verwendete zahlreiche moralische Dilemmata für sein Verfahren. Diese werden bezüglich ihres Aufbaus und den Unterschied zu realen Problemen näher beleuchtet.
Zur Messung der Fähigkeit des moralischen Urteilens haben Kohlberg und seine Mitarbeiter unterschiedliche Messmethoden genutzt. Bei zwei Messmethoden wird auf die Arbeitsweise und Qualität hinsichtlich zuverlässiger Ergebnisse näher eingegangen.
Zahlreiche Kritiker beurteilen das Stufenmodell der moralischen Entwicklung von Kohlberg als unzureichend und nicht anwendbar. Ihre Aussagen werden im letzten Abschnitt dieser Hausarbeit vorgestellt. Drei der größten Kritikpunkte, die Regression, der kulturelle Einfluss auf die moralische Urteilsfähigkeit und die Geschlechtsunterschiede beim moralischen Urteilen stehen dabei im Mittelpunkt der Betrachtung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Vorwort

2. Die kognitive Entwicklungstheorie von Lawrence Kohlberg

3. Die Stufen der Entwicklung des moralischen Urteils

3.1 Präkonventionelle Ebene

3.1.1 Stufe 1: Die Orientierung an Bestrafung und Gehorsam

3.1.2 Stufe 2: Die instrumentell-relativistische Orientierung

3.2 Konventionelle Ebene

3.2.1 Stufe 3: Die Orientierung an personengebundener Zustimmung

3.2.2 Stufe 4: Die Orientierung an Recht und Ordnung

3.3 Postkonventionelle Ebene

3.3.1 Stufe 5: Die legalistische Orientierung

3.3.2 Stufe 6: Die Orientierung an allgemeingültigen ethischen Prinzipien

4. Die moralischen Dilemmata

4.1 Aufbau der moralischen Dilemmata

4.2 Die Messung der Entwicklung des moralischen Urteilens

4.2.1 Aspect Scoring

4.2.2 Issue Scoring

5. Kritiken an dem Stufenmodell Kohlbergs

5.1. Das Regressionsphänomen

5.2 Kulturelle Einflüsse auf die moralische Urteilsfähigkeit

5.3 Geschlechtsunterschiede beim moralischen Urteilen

6. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit dem Stufenmodell der moralischen Entwicklung nach Lawrence Kohlberg auseinander, wobei das primäre Ziel darin besteht, die theoretischen Grundlagen, die Erfassungsmethoden moralischer Urteilskompetenz sowie die wesentlichen wissenschaftlichen Kritikpunkte an dem Modell detailliert zu untersuchen.

  • Darstellung der theoretischen Wurzeln von Kohlbergs Stufenmodell unter Einbezug von Piaget und Kant.
  • Detaillierte Analyse der sechs Entwicklungsstufen des moralischen Urteils.
  • Untersuchung der moralischen Dilemmata als zentrales Erhebungsinstrument.
  • Vergleichende Analyse der Messmethoden Aspect Scoring und Issue Scoring.
  • Kritische Beleuchtung zentraler Kontroversen wie dem Regressionsphänomen, kulturellen Einflüssen und der Geschlechterproblematik.

Auszug aus dem Buch

4.1 Aufbau der moralischen Dilemmata

Ein besonders bekanntes Beispiel für ein solches Dilemma stellt das „Heinz-Dilemma“ dar: „Irgendwo in Europa stand eine krebskranke Frau kurz vor dem Tode. Es gab ein Medikament, dass sie hätte retten können, eine Radiumverbindung, die ein Apotheker in jener Stadt vor kurzem entdeckt hatte. Der Apotheker verlangte dafür 2000 Dollar, das Zehnfache dessen, was ihn die Herstellung des Medikaments kostete. Der Mann der kranken Frau, Heinz, bat alle seine Bekannten, ihm Geld zu borgen, aber er konnte nur etwa die Hälfte des Preises zusammenbringen. Er sagte dem Apotheker, dass seine Frau im Sterben liege, und bat ihn, ihm das Medikament billiger zu verkaufen oder ihn später bezahlen zu lassen. Aber der Apotheker sagte: ‚Nein’. In seiner Verzweiflung brach der Ehemann in die Apotheke ein und stahl das Medikament für seine Frau. Sollte er das tun? Warum?“

Zur Analyse dieser Dilemmata wird die von Dörner entworfene allgemeine Problemlösungstheorie angewendet. Probleme lassen sich allgemein durch drei Komponenten charakterisieren:

1. ein unerwünschter bzw. unbefriedigender Anfangszustand;

2. ein erwünschter Endzustand;

3. eine Barriere, die die Transformation des Anfangs- in den Endzustand im Moment verhindert.

In der Realität sind Probleme in ihrer Struktur meist wesentlich komplexer als moralische Dilemmata. In einem moralischen Dilemma müssen die drei Problemkomponenten, Anfangszustand, Barriere, Endzustand, genau bekannt sein. Die Barriere bei einem moralischen Dilemma hat eine konstruktive Besonderheit. Das Dilemma impliziert ein Problem, das entweder gar nicht oder zumindest nicht optimal lösbar ist. Wenn man alle drei Komponenten kennt, weiß man, dass es keine optimale Lösung gibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Vorwort: Einführung in die Thematik der moralischen Entwicklungstheorie nach Kohlberg und Ausblick auf die in der Arbeit behandelten Kritikpunkte.

2. Die kognitive Entwicklungstheorie von Lawrence Kohlberg: Erläuterung der theoretischen Fundierung durch Dewey und Piaget sowie der Grundannahmen moralischer Entwicklung.

3. Die Stufen der Entwicklung des moralischen Urteils: Systematische Darstellung der drei moralischen Ebenen und der zugehörigen sechs Entwicklungsstufen.

4. Die moralischen Dilemmata: Analyse der Struktur moralischer Dilemmata und der Methoden zur Erfassung moralischer Stufen.

5. Kritiken an dem Stufenmodell Kohlbergs: Auseinandersetzung mit dem Regressionsphänomen, kulturvergleichenden Einwänden und der Kritik an der Geschlechtsneutralität des Modells.

6. Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und abschließende Bewertung der Relevanz des Stufenmodells.

Schlüsselwörter

Lawrence Kohlberg, moralisches Urteil, Stufenmodell, kognitive Entwicklung, moralische Dilemmata, Heinz-Dilemma, Aspect Scoring, Issue Scoring, Regressionsphänomen, kulturelle Einflüsse, Geschlechtsunterschiede, Moralentwicklung, Ethik, Theorie der Gerechtigkeit, Carol Gilligan.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Stufenmodell zur Entwicklung des moralischen Urteilens nach Lawrence Kohlberg und analysiert dessen theoretische Grundlagen, Erhebungsmethoden sowie die maßgebliche fachliche Kritik.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Betrachtung?

Die zentralen Felder sind die kognitive Entwicklungstheorie, der Aufbau moralischer Dilemmata, verschiedene Auswertungsverfahren sowie kontroverse Forschungsergebnisse bezüglich Regression, Kulturabhängigkeit und geschlechtsspezifischer moralischer Stimmen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis des Kohlbergschen Modells zu vermitteln und die Validität der zugehörigen Messmethoden in Bezug auf die geäußerten kritischen Gegenpositionen zu prüfen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung des Stufenmodells sowie der verschiedenen Auswertungssysteme für moralische Dilemmata, wie Aspect Scoring und Issue Scoring.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Stufentheorie, die methodische Analyse der Dilemmata und eine kritische Auseinandersetzung mit den Grenzen des Modells anhand der Regressionsproblematik, kultureller Einflüsse und geschlechtsspezifischer Ansätze von Carol Gilligan.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Moralentwicklung, Kohlberg-Stufenmodell, moralische Dilemmata, Gerechtigkeitsethik und der kritische Diskurs über kulturelle und geschlechtsspezifische Faktoren.

Was besagt das Regressionsphänomen laut Kohlbergs Theorie?

Das Regressionsphänomen beschreibt den empirischen Befund, dass Probanden teilweise hinter eine bereits erreichte höhere Stufe der moralischen Argumentation zurückfallen, was Kohlbergs Invarianz-Annahme herausfordert.

Warum spielt die Kritik von Carol Gilligan eine Rolle im Modellvergleich?

Gilligan kritisiert, dass Kohlbergs Modell eine männliche Perspektive der Gerechtigkeit priorisiert und die weibliche Stimme der Fürsorge unterdrückt oder abwertet, was die Universalität des Stufenmodells in Frage stellt.

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Details

Title
Lawrence Kohlberg - Das Stufenmodell zur Entwicklung des moralischen Urteilens
College
http://www.uni-jena.de/  (Theologische Fakultät)
Course
Die 10 Gebote und ihre Entsprechungen in nichtjüdischen Religionen
Grade
1,3
Author
Susanne Fritsch (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V56235
ISBN (eBook)
9783638509749
ISBN (Book)
9783638664455
Language
German
Tags
Lawrence Kohlberg Stufenmodell Entwicklung Urteilens Gebote Entsprechungen Religionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Fritsch (Author), 2005, Lawrence Kohlberg - Das Stufenmodell zur Entwicklung des moralischen Urteilens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56235
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