Wolframs Titurel - Analyse einer Erzählstrategie - »Wegbereitende Vision oder kritische Ironie?«


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

29 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG
1.1 Begründung der Themenwahl
1.2 Präzisierung der Aufgabenstellung

2 AUTORSCHAFT IM MITTELALTER

3 ABWEICHUNGEN VON DER THEORIE
3.1 Reflexion - Neue Ansprüche an den Rezipienten
3.1.1 Dekonstruktion von Sinn
3.1.2 Die Bedeutung des ‘Logos’
3.2 Abkehr vom höfischen Roman
3.2.1 Selbstkritik des Erzählers
3.2.2 Erzählen vom Tod her

4 AUSWERTUNG
4.1 Zusammenfassung
4.2 Vergleich
4.3 Schlusswort

5 LITERATURVERZEICHNIS

1 Einleitung

1.1 Begründung der Themenwahl

Im Rahmen des mediävistischen Hauptseminars zum Thema Wolframs von Eschenbach ‘Titurel’ an der TU-Dresden ist die Suche nach der Interpretierbarkeit des in zwei Fragmenten überlieferten Stoffes in besonderem Maße in den Vordergrund getreten. Fragen nach dem Sinn wurden häufig mit der These beantwortet, dass Wolfram im ‘Titurel’ keine Antworten gegeben hat. Einzig der Aspekt vom fortschrittlichen Umgang mit dichterischen und rezeptiven Reflexionen in einer starren fiktiven höfischen Erzählkunst konnte als gemeingültig herausgearbeitet werden. Es ist das Anliegen dieser Hausarbeit, die Motivationsmöglichkeiten, welche sich hinter einer so destruktiven und revolutionären Erzählweise verbergen, sowohl in der Sekundärliteratur als auch in den alten Mustern mittelalterlicher Autorschaft zu entdecken. Nicht umsonst ist eine ‘öffentliche Reflexion’ des ‘Titurels’ durch Albrecht um 12651 eines der erfolgreichsten Werke im mittelalterlichen Rezeptionsprozess geworden. Dies stützt die These, dass der ‘Titurel’ einer nachträglichen Aufarbeitung bedarf, sei es durch das ‘triviale’ Schließen der inhaltlichen Lücken oder sei es im Verständnis um Wolframs Anliegen. So wie die Fragmente überliefert sind, bieten sie keine befriedigende Erkenntnis. Darum will diese Arbeit noch einmal nachfragen, was sich Wolfram von Eschenbach dabei gedacht haben könnte, denn dass er sich etwas gedacht hat, wird im Folgenden nicht in Frage gestellt.

1.2 Präzisierung der Aufgabenstellung

Nachdem eine Einführung in den Hintergrund des mittelalterlichen Autors gegeben wird, folgt nach kurzer Einordnung Wolframs in diesen Kontext die Analyse zweier Thesen zur Motivation seines Erzählstils im ‘Titurel’. Die Thesen, welche einmal eine Aufforderung Wolframs an einen ‘wachsenden’ Rezipienten und zum anderen die Unzufriedenheit mit den Zwängen fiktiver Gattungsschemata darstellen, werden jeweils durch zwei daraufhin ausgewählte Aufsätze renommierter Mediävisten repräsentiert. Nach der detaillierten Besprechung der Sekundärliteratur folgen eine kurze Zusammenfassung der Texte sowie der anschließende Versuch, diese auf die erhobenen Thesen hin zu vergleichen. In einem persönlichen Schlusswort zieht diese Hausarbeit noch einmal Bilanz und möchte abschließend vorsichtig ihre Erkenntnisse formulieren.

2 Autorschaft im Mittelalter

Autorschaft und die Zuordnung zu einem Werk gelten als Angelpunkt literarischer Individualisierung. Wolfram von Eschenbach ist einer der ersten mittelalterlichen Autoren, die mit der Macht und Funktion des Urhebers eines Textes weit mehr verbinden als eine Ordnungsfunktion im literarischen Kanon. Um die Bedeutung seines Spiels mit dem Publikum besser verstehen zu können, wird im Folgenden die Rolle des mittelalterlichen Autors einführend dargestellt.

Anders als MICHAEL FAUCAULT, welcher in der modernen Literaturwissenschaft mehr Anonymität des Autors fordert, um das Publikum wieder für eine genauere Auseinandersetzung mit dem Text zu gewinnen, lebt die mediävistische Forschung von der Autorität des Dichters. Wenn die Autorschaft älterer Werke ein Geheimnis wäre, würde die Basis der neueren Forschung einstürzen oder zumindest in weit undurchsichtigerer Form existieren als es heute der Fall ist. Diese Kontroverse beeinflusst stark die Annahme und Bewertung ehemals gesicherter Autoreninstanzen2. Um ein Verständnis für Interpretationen älterer Werke zu entwickeln, ist es zunächst aber wichtig, die Situation des Dichters in seiner Zeit zu kennen.

MAX WEHRLI gibt in seiner „poetologischen Einführung“3 einen Überblick über das Verhältnis von Dichter und Publikum im Mittelalter. Das Selbstverständnis des Dichters und wie er seinen Aufgabenbereich definiert, nimmt hierbei eine entscheidende Position ein. Auch die Prägung durch Publikum und Auftraggeber bestimmen seine Stellung und Auffassung zum Werk. Der mittelalterliche Dichter unterscheidet sich in erster Linie von den modernen Literaten durch seinen viel engeren Kontakt zum Rezipienten. Die direkte, vorwiegend akustische Kommunikation ist eine Notwendigkeit dieser Zeit, da viele Menschen noch nicht lesen können oder der Erwerb von Büchern zu kostspielig ist. Aus der Not heraus entwickelt sich eine gesellige Tradition, die noch nachhaltig den direkten Kontakt bevorzugt. Der fehlende professionelle Vertrieb und Büchermarkt führen zu einer privaten Motivation des Dichters Literatur zu schaffen. Er fühlt sich als Sprachrohr des Publikums, welches ihn zum Dank und Lohn seiner Arbeit anhört. Einen großen Einfluss auf die Auswahl des Stoffes hat der Auftraggeber. Nicht umsonst wird die mittelalterliche Dichtung als ‘Auftragsliteratur’ bezeichnet, denn ohne den Lohn eines Mäzen mussten die Autoren dieser Zeit betteln. Der Fürstenhof oder Klostergemeinschaften boten zwar eine gesicherte Existenz, gaben aber auch Spielraum für ‘künstlerische’ Konkurrenz. Wer zwischen Possenreißern, Spaßmachern und Schaustellern die Gunst des Brotgebers behalten wollte, konnte dies nur mit Einschränkungen an der eigenen kreativen Freiheit erreichen. Eine andere Möglichkeit etwas Geld zu verdienen, war die Widmung des Werks an einen hohen Gönner. Diese beliebte Variante diente neben dem Einkommen auch der ‘Absicherung’ und ‘Beglaubigung’ dichterischer Arbeiten.

In der frühen Periode des mittelalterlichen Literaturschaffungsprozesses war eine Autorennennung unüblich. Die Anonymität des Dichters verlieh ihm ein Dienstverhältnis zum Text, welchen er einem Handwerksberuf gleichkommend schaffte. Eine Identifizierung galt besonders in der weltlichen Literatur als unwichtig und sogar unziemlich. Jede Form von Innovation des geistigen Ideenguts bedurften einer besonderer Entschuldigung und Kennzeichnung4. Neben der schriftlich bewusst gesetzten Anonymität sind die mündlich tradierten Texte einem natürlichen Prozess von ‘Namenlosigkeit’ unterworfen. In der frühen Heldendichtung fühlt sich der Dichter als „reines“ Sprachrohr des kulturellen Gedächtnisses und erfüllt eine Funktion im Schema des kollektiven Rollenspiels. Bis ins 13. Jahrhundert werden in Deutschland die Autoren der altiu maere5 nicht benannt. Neben der Heldendichtung werden auch die vorwiegend mündlich vorgetragene Spielmannsdichtung und Sangspruchdichtung nicht durch Originalität sondern spezielle Erzählschablonen vor dem Publikum verantwortet.

Neben der mündlichen Erzähltradition des Spielmanns machte dem mittelalterlichen Dichter die universelle Verwendung dieses Titels zu schaffen. So konnte der hochangesehenste geistliche Dichter genauso wie ein Jahrmarkt-Schausteller als Spielmann bezeichnet werden. Dieses Problem der Berufsschriftsteller, welche an den mündlichen Vortrag gebunden waren, ist ein weiterer Grund für die Emanzipationswünsche des frühzeitlichen Dichters. Während in der höfischen Dichtung die Anonymität des Autors aus der Literatur immer weiter verdrängt wurde, konnte diese Entwicklung im Bereich der örtlichen Gebundenheit an ein Kloster oder weltliche Vortragsstätten wie Wirtshäuser und Markplätze erst später dokumentiert werden.

In der festlichen und geselligen Situation des höfischen Vortrags bildete sich der Wunsch nach persönlicher Anerkennung durch das ständisch überlegene Publikum viel schneller heraus. Gegenüber dem volkstümlichen Vortrag war der Auftritt vor dem Hof bereits abhängig von dem Ruf und Bekanntheitsgrad des Dichters.

Mit Beginn der neuen Schriftlichkeit werden dem Dichter die Möglichkeiten des direkten Austauschs mit dem Publikum und dessen unmittelbare Anerkennung entzogen. Von nun an muss er sich in seinem Werk mit einem fiktiven Publikum auseinandersetzen, um über seine Arbeit positiv reflektieren zu können. Die Ich-Rolle des Autorenbewusstseins, hinter welcher die konkrete Person verschwindet, entwickelt sich unterschiedlich. Die Grenzen zwischen Ich- Rolle und Autor sind schwimmend. Ein weiteres Problem für die autobiographische Forschung der germanistischen Mediävistik ist die neue Möglichkeit jedes Literaten, alle Gattungen zu bedienen. Die anonyme Maske der Schriftlichkeit birgt neben verlorenen direkten Privilegien die Chance, die eigenen gesellschaftlichen und dichterischen Grenzen zu überwinden. Da aber höfische Erwartungen erfüllt werden mussten, um Lohn und Anerkennung für seine Arbeiten zu erhalten, begann der Dichter, die Ich-Rolle des Erzählers zur Bestimmung und Erhaltung seines Selbstwertes ‘auszufüllen’.

Wichtige Aspekte im Individualisierungsprozess des mittelalterlichen Autors waren die Selbstnennung und die sogenannte ‘Demutsformel’. Die Selbstnennung und das explizite Aufzählen von Gönnern waren durch eine mögliche Fürbitte des dankbaren Publikums an den himmlischen Herrn motiviert. Später wurde die etablierte Nennung des Autors mit dem persönlichen Wunsch nach Ruhm verbunden. So beginnt Hartmann von Aue im ‘Armen Heinrich’ mit einer genauen Beschreibung eines inszenierten Autorenbildes seiner Selbst6. In den ersten 28 Versen beschreibt er einen Ritter, der gelêret was und möhte gelieben den liuten. Diesen Vorzug an Bildung und Anerkennung durch das Publikum möchte er sich entlohnen lassen, indem der Leser im bitende wese der sêle heiles ze gote. In diesem Prolog geht es einzig um den Ruhm und Nachruhm des Autors. Die Problematik der Authentizität autobiografischer Daten in dieser Erfüllung erwarteter Schemata setzt sich auch in der verbreiteten ‘Demutsformel’ fort. An den Anfang oder das Ende gesetzt dient die ‘Demutsformel’ einmal einer öffentlichen Inszenierung und zum anderen einer Auflösung in Bescheidenheit und Nichtigkeit7. Wie zuvor ist auch diese Form der Verbalisierung des dichterischen Selbst ein Versuch, das dichterische Anliegen zu legitimieren und einen Wahrheitsanspruch geltend zu machen. Der Balanceakt zwischen der eigenen Wichtigkeit und entschuldigender Nichtigkeit dient der Absicherung des Unternehmens.

Im 13. Jahrhundert haben sich die Dichter der Schriftlichkeit sowohl nach den verschiedenen sozial-gesellschaftlichen Ebenen als auch nach Literaturtypen neu organisiert. Man unterscheidet klar den ‘sesshaften Meister’ mit bürgerlichem Charakter8 und den ‘fahrenden Spruchdichter’, welcher sozial einer niederen Schicht angehört. Das Repertoire des fahrenden Sängers umfasst ein deutlich breiteres Spektrum als das des ‘Meisters’ mit seinem formal differenzierteren Anspruch an die Kunst.

Das Spätmittelalter schließlich verweist in starkem Maße auf den ‘neuen’ Autor. Zwar sind die Grenzen zwischen Autor und Ich-Rolle weiterhin undurchsichtig, aber der ‘Trend’ zur Rechtfertigung des dichterischen Schaffens mit der eigenen Autorität ist unübersehbar.

Souveränität und Selbstdarstellung des Dichters gelten auch bei hohen Herren nicht mehr als Affront gegen bestehende Normen und Ansprüche. Diese vom Autor mehr oder weniger erwartete Freiheit löst einen Hunger nach Selbstdarstellung aus, sodass zum Ende der mittelalterlichen Literaturperiode neben bemerkenswerter Dichtung auch viele eigenartig anmutende Literaturstücke entstehen. MAX WEHRLI nennt diese „letzte Spielart spätmittelalterlichen Autorenbewusstseins [...] kuriose Entartung“ und meint vornehmlich die Meistersingerei9. Trotzdem schließt die spätmittelalterliche Periode den Kreislauf vom anonymen Diener der Dichtkunst zum selbstbewussten Darsteller eigenen Gedankenguts.

3 Abweichungen von der Theorie

Wolfram von Eschenbach, welcher um 1200 lebte, ordnet sich in eine Epoche dichterischer Umbrüche ein. Als ‘sesshafter Meister’ ist er aufgrund lückenhafter Kenntnisse über seine lokalen Aufenthaltsorte nur schwer zu bezeichnen. Eschenbach bei Ansbach im Ostfränkischen, welchem er seinen Nachnamen verdankt, und Thüringen, welches er indirekt in einer Ehrung des Landgrafen Hermann von Thüringen am Ende des ‘Willehalm’ erwähnt, könnten zu seinen Heimatorten zählen10. Die zahlreichen Nennungen Wolframs und seiner Texte in Werken anderer Autoren lassen aber eine Einordnung in die Zeit des Übergangs zwischen mündlicher und schriftlicher Tradition zu. Somit zählt auch Wolfram zu den Autoren, welche sich mit dem neu gewonnenen Medium von Schrift und der Formelhaftigkeit alter Inhalte auseinandersetzten. In der Literatur wird Wolfram von Eschenbach oft als Dichter bezeichnet, der sich auf besondere und sehr kritische Weise mit der gewonnenen Erzählerrolle auseinandersetzt. Im Folgenden wird anhand von vier Theorien, die in zwei Thesen gruppiert wurden, eine Auswahl vorgestellt, welche die Besonderheiten seines Erzählstils hervorheben und erfassen wollen. Die zwei verschiedenen Begründungsstrategien dienen der speziellen Erörterung von Wolframs Erzählstrategie und versuchen, diese in ihrer Motivation zu verfolgen.

3.1 Reflexion - Neue Ansprüche an den Rezipienten

Diese These widmet sich der Vorstellung, dass Wolfram von Eschenbach ein neues Publikum wünscht, welches über die fiktionalen Grenzen der Epik hinaus eigene Reflexionen anstellt. Das Werk soll nicht mehr vom Dichter in seiner Bedeutung ‘vorüberlegt’ werden, sondern von Rezipienten zu Ende gedacht und bewertet werden. Die zwei nachfolgenden Studien verwenden unterschiedliche Begründungsstrategien, um die ‘wegbereitende Vision’ Wolframs zu erfassen. VOLKER MERTENS führt eine entstehungsgeschichtlich-formale Analyse des ‘Titurel’ durch, während ALBRECHT CLASSEN nachzuweisen versucht, dass Wolfram seine Rezipienten auf inhaltlichem Wege motivieren möchte.

3.1.1 Dekonstruktion von Sinn

Die Verschiebung vom mündlichen11 Vortrag hin zur Verschriftlichung nimmt eine zentrale Rolle in den Betrachtungen VOLKER MERTENS zur Erzählstrategie im ‘Titurel’ ein. Am Anfang stand die Person des Vortragenden für die Authentizität der Übermittlung und des Übermittelten. Dabei übernahm der Körper des Vortragenden zwei Funktionen: einmal die transpersonale Funktion als Medium menschlicher Erinnerung und zum anderen die reale Person, welche mit unmittelbarer Anwesenheit und Präsenz überzeugte. Mit der Verschriftlichung musste das Buch die verlorengegangene Faszination und Autorität des Sängers kompensieren. Es bildeten sich parallel zwei verschiedene Vortragsformen heraus: (1) der produzierende und (2) der reproduzierende Vortrag. Während die Heldendichtung weiterhin an dem Formel- und Situationsinventar der mündlichen Tradition festhielt, etablierte sich die sekundäre Vortragsweise mit „Vor“-Lesungen und memorierten Vorträgen. Die verschiedenen Fassungen des ‘Nibelungenliedes’ entgegen der Texttreue höfischer Dichtung bestätigen, dass beide Formen längere Zeit parallel existiert haben.

Aus der schriftlichen Fixierung höfischer Epik heraus verliert der Sänger sowohl seine transpersonale Funktion als auch die reale Authentizität an das Medium Buch. Mit der Person des Vortragenden geht aber auch die Begründungstrategie für das Erzählte verloren. Die individuelle Erinnerung der Vergangenheit als Rechtfertigung für den Wahrheitsanspruch entfällt und wird durch die Erkenntnis des Autors ersetzt. Jener hat die Wahrheit über eine Geschichte herausgefunden und verkündet sie jetzt. ‘Die Klage’ übernimmt die neue Poetologie des höfischen Romans12 und setzt einen bewussten Bezug zur ‘überdauernden Schriftlichkeit’. Zwar bleibt der Verfasser wie auch im ‘Nibelungenlied’ anonym, verweist aber auf das schriftliche Festhalten des alte mære (‘Klage’, Vers 17). VOLKER MERTENS interpretiert diese explizite Bedeutung von Schriftlichkeit als verlorenes Vertrauen in die Authentizität des Sängers und Rechtfertigungssuche in der chronikalen schriftlichen Überlieferung. Auch die Benennung des fiktiven Auftraggebers Bischof Pilgrim und des Schreibers Kuonrât dienen der poetologischen Wahrheit. Der geistliche Würdenträger symbolisiert die ‘Verwandtschaft’ zum Entstehungsort ‘der Klage’ und die Nähe zum geschriebenen ‘lateinischen’ Wort. Damit ergibt sich eine doppelte Legitimation der Sinnhaftigkeit. Zum einen wird die ‘veritas latine scripta’ hervorgehoben und zum anderen die mündliche Tradition des Bezugswerkes, wobei die Legitimation durch das ‘Nibelungenlied’ zweitrangig erscheint. Der Erzähler nimmt eine distanzierte Haltung zum Werk ein und spekuliert über andere mögliche Verläufe der Geschichte. Der Versuch, den heldenepischen

[...]


1 Vgl., WALTHER KILLY (Hrg.): Wolfram von Eschenbach. In: Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache (= Digitale Bibliothek Bd. 9), S. 358.

2 Vgl., RÜDIGER SCHNELL: „Autor“ und „Werk“ im deutschen Mittelalter. Forschungskritik und Forschungsperspektiven. In: Wolfram-Studien 15 (1998), S. 12-73.

3 MAX WEHRLI: Literatur im deutschen Mittelalter. Eine poetologische Einführung. Stuttgart 1998 (= UniversalBibliothek Nr. 8038), S. 68-94.

4 z.B.: Der ‘Waltharius’ wird vom Dichter selbst als ‘Grillengezirp’ bezeichnet. (Vgl. auch, MAX WERLI [wie Anm. 3], S.76.)

5 Vgl. z.B.: ‘Nibelungenlied’, Str. 1.

6 Vgl., Hartmann von Aue: ‘Der arme Heinrich’. Tübingen 2001 (= Altdeutsche Textbibliothek Nr. 3), S. 1-2.

7 Vlg., MAX WEHRLI [wie Anm. 3], S.74.

8 z.B.: Konrad von Würzburg in Basel (Vlg., MAX WEHRLI [wie Anm. 3], S.90).

9 MAX WEHRLI [wie Anm. 3], S.94.

10 Vgl., WALTHER KILLY [wie Anm. 1], S. 21794.

11 Vgl., VOLKER MERTENS: Konstruktion und Dekonstruktion heldenepischen Erzählens. ›Nibelungenlied‹ -›Klage‹ - ›Titurel‹. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur. 118 (1996), S. 359-378.

12 ‘Die Klage’ ist in höfischen Reimpaarversen verfasst.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Wolframs Titurel - Analyse einer Erzählstrategie - »Wegbereitende Vision oder kritische Ironie?«
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Haupseminar
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
29
Katalognummer
V56244
ISBN (eBook)
9783638509800
ISBN (Buch)
9783638688277
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wolframs, Titurel, Analyse, Erzählstrategie, Vision, Ironie, Haupseminar
Arbeit zitieren
Maxi Neumann (Autor), 2006, Wolframs Titurel - Analyse einer Erzählstrategie - »Wegbereitende Vision oder kritische Ironie?« , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56244

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