In dieser Arbeit wird zunächst die steuerliche Problematik internationaler Verrechnungspreise aufgegriffen und auf den Grundsatz des Fremdvergleichs abgestellt. Darauf aufbauend werden verschiedene Methoden zur Verrechnungspreisermittlung und damit zusammenhängende Probleme dargestellt. Abschließend beschäftigt sich diese Seminararbeit mit den aktuellen Dokumentationsvorschriften gemäß den oben genannten Normen.
Rund 85 Prozent der betroffenen Unternehmen bezeichnen die Gestaltung der internationalen Verrechnungspreise als das wichtigste steuerliche Thema. Deshalb ist es von besonderem Interesse, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Verrechnungspreise und deren Ermittlungsmethoden
2.1 Begriffsabgrenzungen
2.2 Angemessenheit der Verrechnungspreise
2.3 Standardmethoden
2.3.1 Preisvergleichsmethode
2.3.2 Wiederverkaufspreismethode
2.3.3 Kostenaufschlagsmethode
2.4 Gewinnorientierte Methoden
2.4.1 Geschäftsvorfallbezogene Nettomargenmethode
2.4.2 Geschäftsvorfallbezogene Gewinnaufteilungsmethode
2.4.3 Gewinnvergleichsmethode
2.5 Preisbestimmung bei Bandbreiten
3 Dokumentation von Verrechnungspreisen
3.1 Allgemeine und erhöhte Mitwirkungspflichten
3.2 Spezielle Aufzeichnungspflichten
3.3 Sachverhaltsdokumentation
3.3.1 Allgemeine Unternehmensinformationen
3.3.2 Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Personen
3.3.3 Funktions- und Risikoanalyse
3.4 Angemessenheitsdokumentation
4 Ausblick und Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die steuerliche Problematik internationaler Verrechnungspreise und analysiert die gesetzlichen Anforderungen an deren Ermittlung sowie Dokumentation, um dem Risiko von Gewinnverlagerungen und daraus resultierenden Steuerausfällen entgegenzuwirken.
- Grundlagen und Definitionen von Verrechnungspreisen
- Ermittlungsmethoden nach dem Fremdvergleichsgrundsatz
- Gewinnorientierte Ansätze zur Preisbestimmung
- Dokumentationspflichten gemäß AO und GAufzV
- Umgang mit Bandbreiten bei der Preisfindung
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Wiederverkaufspreismethode
Die Wiederverkaufspreismethode („resale price method“) findet dann Anwendung, wenn die Bedingungen für die Anwendung der Preisvergleichsmethode nicht gegeben sind und Waren geliefert werden, die vom Abnehmer nicht oder nur leicht verändert werden. Ausgegangen wird bei dieser Methode von jenem Preis, „der einem fremden Dritten für eine bei einem Nahestehenden gekaufte Ware in Rechnung gestellt wurde“.
Aus diesem Wiederverkaufspreis wird im nächsten Schritt der Verrechnungspreis ermittelt, indem markt- und branchenübliche Abschläge für Funktion, Kosten und Risiko des Wiederverkäufers abgezogen werden. Ebenso ist bei den Abschlägen zu berücksichtigen, ob der Händler die Ware in irgendeiner Weise bearbeitet oder verändert hat.
Besonders geeignet ist die Wiederverkaufspreismethode um Aussagen über Transaktionen zwischen einer Produktionsgesellschaft und einer Vertriebsgesellschaft treffen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung internationaler Verrechnungspreise ein und erläutert die steuerliche Problematik sowie das Ziel der Arbeit.
2 Verrechnungspreise und deren Ermittlungsmethoden: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffsabgrenzungen vorgenommen und verschiedene Methoden zur Ermittlung angemessener Verrechnungspreise detailliert dargestellt.
3 Dokumentation von Verrechnungspreisen: Dieser Abschnitt befasst sich mit den gesetzlichen Mitwirkungs- und Dokumentationspflichten, denen Steuerpflichtige zur Vermeidung von Steuernachteilen unterliegen.
4 Ausblick und Fazit: Das abschließende Kapitel diskutiert aktuelle Entwicklungen auf EU-Ebene sowie zukünftige Schwerpunkte bei der steuerlichen Behandlung von Funktionsverlagerungen.
Schlüsselwörter
Verrechnungspreise, Fremdvergleichsgrundsatz, Dokumentationspflichten, Finanzverwaltung, Gewinnabgrenzung, Steuerrecht, internationale Konzerne, Betriebsstätten, Preismethoden, Gewinnverlagerung, Risikomanagement, Funktionsanalyse, Bandbreiten, AO, GAufzV
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die steuerliche Problematik internationaler Verrechnungspreise, insbesondere die Anforderungen an deren Bemessung und Dokumentation im Konzernverhältnis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Fremdvergleichsgrundsatz, verschiedene Ermittlungsmethoden für Verrechnungspreise sowie die gesetzlichen Aufzeichnungspflichten der Finanzverwaltung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung der steuerlichen Problematik bei grenzüberschreitenden Transaktionen und die Erläuterung der aktuellen regulatorischen Vorgaben zur Dokumentation.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit geltenden Gesetzen, Verwaltungsgrundsätzen, Fachliteratur und einschlägiger Rechtsprechung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Ermittlungsmethoden (Standard- und gewinnorientierte Methoden) und die Erläuterung der Dokumentationspflichten gemäß Abgabenordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Verrechnungspreise, Fremdvergleich, Dokumentationspflichten, Gewinnabgrenzung und internationale Steuerlehre.
Warum ist die Dokumentation der Unmöglichkeit wichtig?
Sie belegt das ernsthafte Bemühen des Geschäftsleiters, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, selbst wenn fremdvergleichskonforme Daten in der Praxis nicht zu beschaffen sind.
Welche Rolle spielt die Bandbreite bei der Preisbestimmung?
Da es keinen exakten Preis gibt, akzeptiert die Finanzverwaltung eine Bandbreite; innerhalb dieser kann der Steuerpflichtige einen für sich günstigen Preis wählen.
- Quote paper
- Dipl.-Betriebswirt (FH) Christian Thiede (Author), 2006, Verrechnungspreise und deren Dokumentation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56247