Tax Due Diligence - Inhalt, Vorgehensweise, Zweckmäßigkeit


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

29 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2. Grundlagen der Tax Due Diligence
2.1 Begriff der Tax Due Diligence
2.2 Ziele der Tax Due Diligence

3. Interessen von Käufer und Verkäufer bei einem Unternehmens(ver)kauf unter Berücksichtigung steuerlicher Gesichtspunkte
3.1 Ziele des Käufers
3.2 Ziele des Verkäufers

4. Vorgehensweise bei einer Tax Due Diligence
4.1 Vorbereitungsphase
4.2 Durchführungsphase
4.3 Auswertungsphase

5. Analyse potentieller Steuerwirkungen
5.1 Steuerwirkungen aus dem Zeitraum vor dem Akquisitionsvorgang und deren Berücksichtigung durch die Tax Due Diligence
5.1.1 Die Aufdeckung von Fehldeklarationen des Verkäufers
5.1.2 Steuerrechtskonformes Verkäuferverhalten
5.2. Aus der Akquisition resultierende Steuerwirkungen
5.2.1 Kaufpreisaufteilung
5.2.2 Wirkungsweise verschiedener Steuerarten

6. Bewertung der Zweckmäßigkeit der Tax Due Diligence
6.1 Möglichkeiten der Tax Due Diligence
6.2 Grenzen der Tax Due Diligence

7. Schlußwort

Anhang

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Mögliche Teilreviews einer Due Diligence

Abb. 2: Idealtypischer Ablauf einer Tax Due Diligence und wesentliche

Inhalte der Prozeßphasen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Entschließt sich der Eigentümer bzw. das Management eines Unternehmens seine Tätigkeit zu beenden und besteht das Interesse das vorhandene Eigentum auf andere natürliche oder juristische Personen zu übertragen, bieten sich dafür mehrere Nachfolgealternativen.[1] Darin besteht zugleich die Schwierigkeit, nämlich die Entscheidung über die jeweils geeignete Unternehmensnachfolge.

Eine häufig anzutreffende Nachfolgeform ist hierbei der Kauf bzw. Verkauf eines bereits bestehenden Unternehmens.

In diesem Zusammenhang wird in Literatur- und Praxisbeiträgen zur Unternehmensnachfolge, insb. zum Unternehmens(ver)kauf[2] vielfach auf die Notwendigkeit der Durchführung einer (Tax) Due Diligence[3] verwiesen, die das (nicht selten vorkommende) Scheitern der Unternehmensnachfolge aufgrund der Nichtberücksichtigung von v. a. betriebswirtschaftlichen (insb. steuerlichen) und rechtlichen Aspekten vermeiden helfen soll.[4] Dennoch findet man nur wenige Autoren, die sich mit der Thematik der Tax Due Diligence auseinandersetzen und der ihr zugesprochenen Bedeutung somit letztlich Rechnung tragen.[5]

Ziel dieser Arbeit ist es daher, den Inhalt und die Vorgehensweise der Tax Due Diligence vor dem Hintergrund der Unternehmensnachfolge näher zu beleuchten sowie die Zweckmäßigkeit einer Tax Due Diligence zu diskutieren. Dabei sollen Antworten auf die Fragen der Notwendigkeit ihrer Durchführung und ihrer Leistungsfähigkeit gegeben werden. Weiterhin soll ihre Abhängigkeit von den Interessen bzw. den äußeren Einflüssen der Beteiligten herausgestellt werden.

1.2 Gang der Untersuchung

Um diese Fragen beantworten zu können, wird zunächst im grundlegenden 2. Kapitel eine Begriffsklärung und auf die Ziele einer Tax Due Diligence eingegangen. Damit soll dem Leser ein erster Überblick über die Einordnung und den Stellenwert der Tax Due Diligence im Kontext der Unternehmensnachfolge gegeben werden. Im Kapitel 3 gilt es die mit einem Unternehmenskauf bzw. -verkauf verbundenen Interessen der beteiligten Parteien aufzuzeigen. Hierbei sollen mögliche Interessenskonflikte zwischen Verkäufer und Käufer dargestellt und erste mögliche inhaltliche Ansatzpunkte für die Tax Due Diligence gefunden werden. Das 4. Kapitel zielt auf den zeitlichen Ablauf und die Vorgehensweise der Tax Due Diligence ab. Diese Darlegung dient der Beschreibung der Leistungsfähigkeit und zeigt welche Instrumente eine Tax Due Diligence zur Zielerreichung einsetzt. Um den Umfang zu berücksichtigender Problemfelder einer Tax Due Diligence vor dem Hintergrund eines Unternehmenskaufs zu verdeutlichen, widmet sich anschließend das 5. Kapitel konkreten Beispielen der Analyse verschiedener Steuerwirkungen. Abschließend stellt das Kapitel 6 eine bewertende Gegenüberstellung der Möglichkeiten und Grenzen einer Tax Due Diligence dar. Dies soll zusammenfassend die Notwendigkeit einer Tax Due Diligence vergegenwärtigen.

2. Grundlagen der Tax Due Diligence

2.1 Begriff der Tax Due Diligence

Der Begriff der Due Diligence entstammt dem US-amerikanischen Kapitalmarkt- und Anlegerschutzrecht (security laws) und bezeichnet einen Sorgfaltsmaßstab für die i. R. von Wertpapieremissionen involvierten Personen.[6] In Literatur und Praxis hat sich in den letzten Jahren zwar ein umfassenderes Begriffsverständnis entwickelt – eine verbindliche Definition des Begriffes liegt jedoch nicht vor.[7]

Im Rahmen dieser Arbeit wird die Due Diligence als detaillierte und systematische Analyse eines Transaktionsobjektes (hier: Unternehmen bzw. Unternehmensanteile) i. R. einer beabsichtigten Transaktion (hier: Kauf eines Unternehmens bzw. von Anteilen an diesem) verstanden, die insb. darauf abzielt, die mit der Transaktion ver-bundenen Chancen und Risiken aufzudecken, um sie für die Entscheidung über die Vorteilhaftigkeit der zur Diskussion stehenden Transaktion nutzen zu können.[8]

Entsprechend der Vielzahl von Aspekten, die bei einer solchen Analyse des Ziel-unternehmens zu berücksichtigen sind bzw. in Abhängigkeit von den mit der Due Diligence verfolgten Untersuchungszielen können verschiedene Due Diligence Arten bzw. Teilreviews unterschieden werden: Neben der Tax Due Diligence, die zusammen mit der Financial und Legal Due Diligence regelmäßig zu den Bestand-teilen einer Due Diligence zählt,[9] stellen Market, Organisation, Human Resources, Technical und Environmental Due Diligence weitere mögliche Gegenstandsbereiche der Analyse dar (siehe Abb. 1).[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Mögliche Teilreviews einer Due Diligence[11]

Den Schwerpunkt der folgenden Ausführungen bildet die steuerliche bzw. Tax Due Diligence, d. h. – der obigen Definition der Due Diligence folgend – die Analyse eines Zielunternehmens unter steuerlichen Gesichtspunkten.[12] Dabei wird vom Regelfall einer käuferseitig initiierten Due Diligence ausgegangen[13].

2.2 Ziele der Tax Due Diligence

Im Wesentlichen werden mit der Durchführung einer Tax Due Diligence zwei Ziele verfolgt: Zum einen soll sie dem potentiellen Käufer des Zielunternehmens als Schutz vor steuerlichen Risiken (Steuernachzahlungen) im Zuge der Akquisition dienen. Zum anderen soll sie dabei helfen, den Akquisitionsvorgang möglichst steueroptimal zu gestalten.[14] Als mögliche Gestaltungsparameter seien dabei die zeitliche Struktur des Transaktionsvorhabens, insb. aber auch die Deal Struktur, d. h. die Wahl der Erwerbsform genannt. Hierbei ist zu differenzieren zwischen dem Asset Deal (Vermögenserwerb) und dem Share Deal (Anteils- oder Beteiligungserwerb), die jeweils mit unterschiedlichen steuerlichen Konsequenzen bzw. Wirkungen einhergehen.[15]

3. Interessen von Käufer und Verkäufer bei einem Unternehmens(ver)kauf unter Berücksichtigung steuerlicher Gesichtspunkte

Beiden Vertragsparteien ist an einer Steuervermeidung bzw. -minimierung gelegen,[16] d. h. daran, ihre Absichten mit möglichst geringem Steueraufwand zu realisieren und ihre individuelle Situation steuerlich optimal zu gestalten[17]. Im Rahmen der Tax Due Diligence ist nun aber zu berücksichtigen, daß dies unterschiedliche bzw. gegen-sätzliche Interessen von Käufer und Verkäufer bedingt, die insb. den Inhalt des Kauf-vertrags und die Frage nach einer geeigneten Erwerbsform betreffen.

3.1 Ziele des Käufers

Im Zuge des Unternehmenskaufs besteht ein wesentliches Ziel des Käufers darin, alle mit dem Erwerb einhergehenden Risiken – v. a. Steuernachzahlungen aufgrund künftiger Betriebsprüfungen – zu vermeiden bzw. so gering wie möglich zu halten. Daher ist er daran interessiert, den Verkäufer zur Abgabe möglichst umfangreicher Garantien i. R. des Kaufvertrages zu bewegen, um sich vertraglich gegen eine In-anspruchnahme für Steuernachzahlungen an die Finanzverwaltung abzusichern.[18]

Zudem ist der potentielle Käufer an der Zahlung eines möglichst geringen Kauf-preises interessiert,[19] für den er gleichzeitig aber möglichst viel beleihungsfähiges Vermögen vom Verkäufer erwerben möchte.[20]

Die mit dem Kaufpreis verbundenen Anschaffungskosten ist er bestrebt so schnell wie möglich in Abschreibungsvolumen umzusetzen,[21] was die Wahl des Asset Deals als bevorzugte Erwerbsform nahe legt.[22] Denn beim Asset Deal wird nicht das Steuersubjekt selbst, sondern die Wirtschaftsgüter auf den Erwerber übertragen. Dies hat für ihn den Vorteil, daß die erworbenen Wirtschaftsgüter einerseits sein Abschreibungsvolumen erhöhen, er aber andererseits nicht Steuerschuldner wird.[23]

Die Steuerschuldnerschaft bedingt die Übertragung eines Steuersubjekts, was aber bei einem Asset Deal nicht der Fall ist.[24]

[...]


[1] Vgl. zur Unternehmensnachfolge (z. B. Stiftung, Kauf bzw. Verkauf, Vererbung oder Schenkung) ausführlich Hering, T. und Olbrich M., Unternehmensnachfolge, 2003.

[2] Die Begriffe Unternehmenskauf, -erwerb und -akquisition werden im folgenden synonym verwendet.

[3] Eine Klärung wichtiger Begriffe erfolgt im 2. Kapitel.

[4] Vgl. Marx, F. J. und Löffler, C., StuB 2000, S. 333.

[5] Vgl. hierzu insb. die i. R. dieser Arbeit zitierten Autoren.

[6] Vgl. hierzu sowie zu einer ausführlichen Bestimmung der Herkunft des Begriffes der Due Diligence Berens, W. und Strauch, J., Begriff Due Diligence, 2002, S. 6 ff.

[7] Zu einem Überblick verschiedener in der Literatur genutzter Begriffsdefinitionen vgl. beispielhaft die Ausführungen von Berens, W. und Strauch, J., Begriff Due Diligence, 2002, S. 10 ff.

[8] Vgl. Schiffers, J., GmbH-StB 2004, S. 239. Aus informationsökonomischer Sicht geht es also letztlich darum, bestehende Informationsasymmetrien zwischen potentiellem Käufer und Verkäufer des Zielunternehmens zu Gunsten des potentiellen Käufers abzubauen und die Entscheidungsträger mit transaktionsrelevanten Informationen auszustatten.

[9] Vgl. Stratz, R.-C. und Klug, K., Due Diligence, 2004, S. 94 oder auch Berens, W. und Strauch, J., Begriff Due Diligence, 2002, S. 15.

[10] Vgl. Berens, W. und Strauch, J., Begriff Due Diligence, 2002, S. 14. Zu einer vertiefenden Darstellung der einzelnen Teilreviews vgl. die entsprechenden Beiträge im Sammelband von Berens, W., Brauner, H. U. und Strauch, J. (Hrsg.) (Unternehmensakquisitionen, 2002) oder in einer ähnlichen Abgrenzung Vgl. Kranebitter, G., Due Diligence, 2002, S. 49 ff.

[11] Eigene Darstellung.

[12] Vgl. Löffler, C., Tax Due Diligence, 2002, S. 69.

[13] Auftraggeber einer Due Diligence kann jedoch auch der Verkäufer eines Unternehmens sein. Vgl. zu diesem zumeist als Vendor Due Diligence bezeichneten Fall ausführlicher Nawe, D. und Nagel, F., Vendor Due Diligence, 2002, S. 509 ff.

[14] Vgl. Natusch, I., Due Diligence, 2002, S. 548 oder Berens, W., Hoffjan, A. und Strauch J., Due Diligence, 2002, S. 150 oder auch Kranebitter, G., Due Diligence, 2002, S. 81.

[15] Vgl. Weigl, G., BB 2001, S. 2188. In steuerlicher Hinsicht kommen Share Deal und Asset Deal bei Personen- und Kapitalgesellschaften in Betracht. Vgl. Hötzel, O., Unternehmenskauf, 1997, S. 8 f. Bei Einzelunternehmen ist nur der Asset Deal die zulässige Erwerbsform. Vgl. Seiler, K., Unternehmensverkauf, 2000, S. 151.

[16] Vgl. Hering, T. und Olbrich M., Unternehmensnachfolge, 2003, S. 20.

[17] Vgl. Hörtnagl, R., Steuerrecht, 2004, S. 433. Zudem bevorzugen die Beteiligten eine zeitliche Streckung bzw. Ausdehnung der sie belastenden Steuerwirkungen, um Zinseffekte nutzen zu können. Vgl. Hötzel, O., Unternehmenskauf, 1997, S. 61 f.

[18] Vgl. Hörtnagl, R., Steuerrecht, 2004, S. 437.

[19] Vgl. Hörtnagl, R., Steuerrecht, 2004, S. 436.

[20] Vgl. Seiler, K., Unternehmensverkauf, 2000, S. 149.

[21] Vgl. Rödder, T., Unternehmenskauf, 1999, S. 1304.

[22] Vgl. Weigl, G., BB 2001, S. 2188 f.

[23] Vgl. hierzu Schiffers, J., GmbH-StB 2004, S. 240.

[24] Bei Anteilen an einer Kapitalgesellschaft erwirbt der Käufer das Steuersubjekt bspw. in

Bezug auf die Umsatz- und Gewerbesteuer sowie auch bezüglich der Körperschaftsteuer

und des Solidaritätszuschlags (Vgl. Löffler, C., Tax Due Diligence, 2002, S. 162).

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Tax Due Diligence - Inhalt, Vorgehensweise, Zweckmäßigkeit
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Aktuelle Probleme der Unternehmensnachfolge
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
29
Katalognummer
V56267
ISBN (eBook)
9783638509954
ISBN (Buch)
9783638664486
Dateigröße
640 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diligence, Inhalt, Vorgehensweise, Zweckmäßigkeit, Aktuelle, Probleme, Unternehmensnachfolge
Arbeit zitieren
Sebastian Sohn (Autor), 2005, Tax Due Diligence - Inhalt, Vorgehensweise, Zweckmäßigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56267

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