Gewalt an öffentlichen Schulen mit dem Schwerpunkt Hauptschule


Hausarbeit, 2006

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserläuterungen
2.1 Gewalt
2.2 Aggression

3 Problem

4 Ursachen
4.1 Entstehungseinflüsse von Gewalt an Schulen
4.1.1 Einfluss des Geschlechts
4.1.2 Einfluss des Anteils an ausländischen Schülern
4.1.3 Weitere Einflussgrößen
4.2 Erklärungstheorien
4.2.1 Triebtheorie
4.2.2 Frustrationstheorie
4.2.3 Lerntheorie
4.2.4 Anomietheorie
4.2.5 Etikettierungstheorie

5 Ziel

6 Präventionsmaßnahme

7 Fragebogen
7.1 Allgemeine Erläuterungen zum Fragebogen
7.2 Anleitung zum Fragebogen

8 Zeit- und Arbeitsplan

9 Kostenplan

10 Literaturverzeichnis
10.1 Literaturquellen
10.2 Internetquellen

11 Anlagenverzeichnis
11.1 Dimensionen des Gewaltbegriffs
11.2 Multikausales Erklärungsmodell für Gewalt an Schulen
11.3 Prozessmodell aggressiver Handlungen
11.4 Präventionsmaßnahme
11.5 Fragebogen vor Einführung der Präventionsmaßnahme
11.6 Fragebogen nach Einführung der Präventionsmaßnahme
11.7 Zeit- und Arbeitsplan
11.8 Kostenplan

1. Einleitung

Die immer wieder dramatisierenden Medienberichte über spektakuläre Einzelfälle von schwerer Gewalt an deutschen Schulen vermitteln täglich den Eindruck, dass Aggression und Kriminalität an der Tagesordnung sind. Neben einer stetig wachsenden Zahl von Gewaltfällen ist eine zunehmende Brutalisierung der tätlichen Auseinandersetzungen zu beobachten.[1]

Dieses zeigen auch die jüngsten Vorfälle an amerikanischen Highschools und deutschen Schulen, wie dem Erfurter Gutenberg-Gymnasium.

Prügeleien und Bedrohungen zwischen Schülern stellen ein weitreichendes Problem dar, wogegen es leider keine Patentrezepte gibt. Damit Gewalttaten und Aggressionen sich nicht fest in den Schulalltag etablieren, muss man die Ursachen erkennen und Lösungsvorschläge realisieren.

Die Lehrer sind aber nicht machtlos. Ein Klima, welches auf Fairness, Toleranz, Kameradschaft und einheitlich festgelegten Regeln basiert, bildet die Grundlage für eine gewaltarme Schule. Es kann nur ein Entwicklungsprozess in Gang gesetzt werden, an dem alle Lehrer und Schüler beteiligt sind. Oftmals sind es nur mangelnde Kommunikation und Konfliktbearbeitung, die den Nährboden für Gewalt bereiten.[2]

„Lehrer sollten nicht weghören und weggucken, sollten Warnsignale der Schüler nicht übersehen, sondern sensibel beachten und sich Zeit zum Zuhören nehmen.“[3]

Diese Semesterarbeit befasst sich mit der Gewalt an öffentlichen Schulen. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei auf Hauptschulen, da hier das größte Gewaltpotential vorhanden ist. Hierzu werden bestimmte Begrifflichkeiten, Probleme, Ursachen und Ziele erläutert, sowie eine geeignete Präventionsmaßnahme mit zugehörigem Fragebogen vorgestellt. Die Aufstellung eines Kosten-, Zeit- und Arbeitsplans bildet den Schlussteil der Arbeit.

2. Begriffserläuterungen

2.1 Gewalt

Es ist sehr schwierig diesen Begriff mit wenigen Worten zu beschreiben. Genauso ihn zu erklären, ohne den Begriff der Aggression dabei zu verwenden.

In vielen Literaturquellen werden beide Begriffe mit derselben Bedeutung erklärt und anderswo werden diese sehr differenziert betrachtet.

So versteht man unter Gewalt nur jene Aggressionen, die mit relativer Macht einhergehen.[4]

Der Gewaltbegriff wird im rechtlichen, politischen und dem soziologischen Bereich genutzt. Die politische Seite unterscheidet die Institutionen der Exekutive, Judikative und Legislative. Durch die Gewaltenteilung wird ein funktionierendes Zusammenspiel dieser einzelnen Bereiche garantiert, so dass die Freiheit und Rechte der Bevölkerung gewahrt werden und keine Institution über zu große Macht verfügt.

Aus Sicht der Soziologie dient die Gewalt als Mittel, welches zur Durchsetzung von Macht genutzt wird, damit andere etwas tun oder einen fremden Willen aufgezwungen bekommen.[5]

Des weiterem lässt sich der Gewaltbegriff in verschiedene Formen unterteilen.

Hierzu gehören die physische Form, die sich im Schädigen durch Kraft und Stärke widerspiegelt und die psychische Gewaltanwendung. Eine oft auftretende psychische Gewaltanwendung ist das Mobbing.

Mobbing äußert sich in Belästigungen, Verleumdungen, Drohungen oder verletzendes Handeln gegenüber einer anderen Person.

Als weitere Form lässt sich die strukturelle Gewalt nennen. Diese ist eine durch die Gesellschaft verursachte Behinderung oder Veränderung, wodurch man in seiner Entwicklung gestört werden kann.[6]

Gewalt darf jedoch nicht immer als etwas Negatives gesehen werden.

Die Selbstverteidigung ist auch eine Art der Gewaltanwendung, allerdings zum Schutz des eigenen Lebens oder eines Nächsten.

Wenn in der Natur ein Tier das andere tötet, um es daraufhin zu verspeisen, so ist dieses ebenfalls eine Anwendung von Gewalt.

Somit ist auch die Ansicht vertretbar, dass „die Ausübung von Gewalt ein natürliches

Mittel ist, das bei Konflikten verwendet wird, um die eigenen Interessen zu schützen.“[7]

2.2 Aggression

Es wurde bereits erwähnt, den Aggressionsbegriff von dem der Gewalt zu trennen.

Ohne negative Wertung kann diese als Fähigkeit des Menschen betrachtet werden, wodurch er auf Dinge oder Personen zugeht und mit ihnen Kontakt aufnimmt. Das hat nicht in jedem Fall mit einem Ausbruch von Gewalt zu tun, da man beispielsweise von Sportlern ein aggressiveres Verhalten verlangt, was kein Aufruf zu Schlägereien oder den Austausch von Beleidigungen sein soll.

Durch die negative Wirkung des Gewaltbegriffes wurde auch die Bedeutung der Aggression dementsprechend abwertend eingestuft.[8]

Aggression wird in unserer Zeit nahezu immer als ein Angriff oder ein auf Angriff ausgerichtetes Verhalten gesehen.

Daraus resultiert die Gewalt in physischer und psychischer Form.

Das Besondere an der Aggression ist ihre Zielgerichtetheit auf bestimmte Dinge oder Personen. Das gewalttätige, nicht durch Aggression veranlasste Verhalten erfolgt meist ungerichtet gegen die Umwelt.

Eine detaillierte Beschreibung zu den “Dimensionen des Gewaltbegriffes“ befindet sich im Anlagenverzeichnis (11.1).

3. Problem

„Spätestens seit Ende der 80er Jahre ist Gewalt ein Thema, das verstärkt in unterschiedlichen Bereichen der Öffentlichkeit als Problem diskutiert wird. Wesentlicher Auslöser der Diskussion war und ist die Annahme, die Gewaltbereitschaft unter Kindern habe insgesamt und in erheblichem Maße zugenommen.“[9]

Die Gewalt an Schulen ist ein Phänomen, welches schon sehr lange existiert.

Schon zu den Schulzeiten unserer Eltern gab es Auseinandersetzungen auf dem Schulareal, wie dem Klassenzimmer oder dem Pausenhof. Zu Großvaters Zeiten waren die Schulen gefürchtet. Wer nicht spurte, machte Bekanntschaft mit dem Rohrstock. Heutzutage sind die Lehrer keine Schreckenspersonen mehr, sondern haben immer mehr Verständnis. Dieses führt dazu, dass die Autoritäten ins Wanken geraten. Zudem ist es den Lehrern aufgrund der Rechtslage heute kaum noch möglich, sich effektiv gegen gewaltbereite und verhaltensauffällige Kinder zu stellen.

Viele Jugendliche versuchen durch gewalttätige Handlungen ihr Selbstwertgefühl zu stärken und die Aufmerksamkeit der Außenwelt auf sich zu lenken, um überhaupt beachtet zu werden. Zudem hören sie nicht auf die Erwachsenen, weil die nach Ansicht der Jugendlichen sowieso keine Ahnung haben.

Die Zahl der Gewalttaten an Schulen hat in den letzten Jahren nicht zugenommen. Die Kinder sind aber brutaler geworden. Sie schlagen länger aufeinander ein und treten noch einmal nach, wenn das Opfer schon am Boden liegt. Aus einer Rauferei kann meistens schnell eine heftige Prügelei werden.[10]

In der nachfolgenden Tabelle wurden Raufunfälle und Raufunfallraten 2003 nach Schularten zusammengefasst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vgl. http://www.unfallkassen.de/files/510/Gewalt_an_Schulen.pdf, abgerufen am 20.12.2005.

Hieraus ist zu entnehmen, dass Gewalt generell vorhanden ist und die größte Gewaltbereitschaft bei den Hauptschulen liegt.

Die Gewalt hat sich als fester Bestandteil in den Schulalltag integriert. Es ist ein Phänomen, mit dem die Schüler und Lehrer täglich konfrontiert werden. Dieses ist ein bestehendes Problem, welches unbedingt bekämpft werden muss.

Aufgrund von größeren Gewaltpotentialen an Hauptschulen ist es sinnvoll, die ausgewählte Präventionsmaßnahme an einer derartigen Schule durchzuführen.

[...]


[1] Vgl. http://www.unfallkassen.de/files/510/Gewalt_an_Schulen.pdf, abgerufen am 20.12.2005.

[2] Vgl. http://www.sn.schule.de/~ci/800/download/me_md_zusammenstellung_gewalt.pdf, abgerufen

am 20.12.2005.

[3] Vgl. http://www.kultus-mv.de, abgerufen am 20.12.2005.

[4] Vgl. Brunner, Martin (1994): Gewalt von Schülern ... und was die Schule damit zu tun haben könnte, S. 37; Projuventute Verlag Zürich, 1994.

[5] Vgl. http://www.mut-gegen-gewalt.de/definition.htm, abgerufen am 20.12.2005.

[6] Vgl. Melzer, Wolfgang / Schubarth, Wilfried / Ehninger, Frank (2004): Gewaltprävention und Schul- entwicklung: Analysen und Handlungskonzepte, S. 44; Julius Klinkhardt Verlag Bad Heilbrunn, 2004.

[7] Vgl. http://www.aikidonet.de/Gewalt.html, abgerufen am 20.12.2005.

[8] Vgl. http://www.sport.uni-hamburg.de/infodoc/digitalepublikationen/tiedemann/GewaltWS05-06.pdf,

abgerufen am 20.12.2005.

[9] Vgl. http://www.diepold.de/barbara/aggression_und_gewalt.pdf, abgerufen am 20.12.2005.

[10] Vgl. http://www.spiegel.de/unispiegel/schule/0,1518,347930,00.html, abgerufen am 20.12.2005.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Gewalt an öffentlichen Schulen mit dem Schwerpunkt Hauptschule
Hochschule
Hochschule Wismar  (University of Technology, Business and Design )
Veranstaltung
Evaluation
Note
1,3
Autoren
Jahr
2006
Seiten
30
Katalognummer
V56292
ISBN (eBook)
9783638510165
ISBN (Buch)
9783656620594
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Probleme, Ursachen, Prävention, Fragebogen
Schlagworte
Gewalt, Schulen, Schwerpunkt, Hauptschule, Evaluation
Arbeit zitieren
Andreas Niejahr (Autor)Andreas Kopsch (Autor)Mario Lange (Autor)David Wenzel (Autor)Andries Noculak (Autor), 2006, Gewalt an öffentlichen Schulen mit dem Schwerpunkt Hauptschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56292

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