Managementprobleme bei international tätigen Medienkonzernen bezüglich kultureller Unterschiede am Beispiel Endemol


Hausarbeit, 2005

19 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1. Vorwort
1.2. Unternehmensvorstellung

2 Begriffsklärungen
2.1. Medienunternehmen
2.2. International operierend
2.3. Internationales Management
2.4. Kultur und Kulturphänomen

3 Hauptteil
3.1. Unternehmensintern/Interne Interaktionsbeziehungen
-Abbildung 1:Phasenmodel der Akquisition mit Erweiterung um Kulturanalyse
-Ethnozentrischer Führungsstil: "Home Country Attitude"
-Polyzentrischer Führungsstil: "Host Country Orientation"
-Geozentrischer Führungsstil: "World Oriented Orientation"
3.2. Unternehmensextern/Externe Interaktionsbeziehungen

4 Fazit

5 Quellenangaben

1 Einleitung

1.1. Vorwort

Bei dieser Hausarbeit werde ich am Beispiel der Produktionsfirma Endemol skizzieren, welche Managementprobleme sich für ein weltweit operierendes Medienunternehmen bezüglich der Unterschiedlichkeit von Kulturen ergeben können.

Nach einer kurzen Vorstellung des Unternehmens und einem Abriss der Unternehmenshistorie, komme ich zunächst einmal zu einer Klärung von Begriffen, die in der Fragestellung enthalten sind. Darunter fallen die Fachtermini „Medienunternehmen“, „international operierend“, „Internationales Management“, „Kultur und Kulturphänomen“.

Ich komme dabei vom Allgemeinen zum Speziellen und werde Parallelen zu Endemol ziehen. Im Besonderen, welche Probleme sind generell möglich, welche haben sich tatsächlich bei Endemol ergeben, könnten sich ergeben oder sind absehbar.

Der Rahmen wird etwas erweitert als in der Fragestellung erwähnt, damit auch Hinführungen bzw. Entwicklungen, die zum Verständnis wichtig sind, erwähnt werden.

1.2. Unternehmensvorstellung

1994 schließen sich der Niederländer Joop van den Ende, ein Theater-, Musical- und Fernsehproduzent, und der niederländische Fernsehproduzent John de Mol auf Basis der völligen Gleichberechtigung zusammen und gründen die Endemol Entertainment Holding.

Das Hauptziel dieses Zusammenschlusses ist es, weitere internationale Ausweitungen durch die Verbindung von Erfahrung und Know-how zu ermöglichen, aber auch neue Unternehmensaktivitäten zu entwickeln, einen starken Markennamen in der Unterhaltungsindustrie aufzubauen und Europas größter unabhängiger Fernsehproduzent im Bereich der Produktion von Programmen zu werden.

Dabei arbeiten beide Fernsehunternehmen unabhängig voneinander, um die herrschende Vielfalt der Programme zu sichern und die Kreativität beider Unternehmen anzuregen.

Nach dem Börsengang in Amsterdam, im November1996, folgen Erwerbungen und Teilhaberschaften in verschiedenen europäischen Ländern, wie Deutschland, Frankreich, England, Italien, Spanien, Belgien, Schweiz.[1]

Im Jahr 2000, auf dem Höhepunkt des Börsenbooms, stimmen van Ende und de Mol dem Übernahmeangebot des spanischen Telefonmonopolisten Telefonicas zu 97,4% der Aktien ihres Unternehmens für 5,5 Milliarden Euro abzugeben. Die Übernahme wird als Aktientausch abgewickelt. Telefonicas CEO Juan Villalonga hat die Vision eines globalen Phone-Cable-Internet-Powerhouse und möchte Endemol zur Bereitstellung von Inhalten für eine Multiplattform,[2] für das zu Telefonica gehörende Webportal Lycos gewinnen.[3]

Endemol bleibt allerdings ein eigenständiger Bereich in der Telefonica- Gruppe und weiterhin Muttergesellschaft für gegenwärtige Tochtergesellschaften.[4]

John de Mol wird größter privater Anteilseigner, Chairman[5] und CCO.[6] Das Kreativ- und Designzentrum befindet sich in den Niederlanden, wo er 20 Personen beschäftigt, die kreative Ideen für einen internationalen Markt entwickeln.[7]

Die Endemol Holding expandiert in den nächsten Jahren weiter und hat mittlerweile in 23 Ländern[8] Tochtergesellschaften, Beteiligungen, start-ups, für die über 15.000 Stunden Programm im Jahr gemacht wird. Somit ist Endemol eine der erfolgreichsten und profitabelsten Fernsehproduktionsfirmen der Welt.

Endemols heutiges Ziel ist, Weltmarktführer zu werden bei der Entwicklung, Produktion und Vertrieb von kreativen und vom Markt geforderten Inhalten für die Bereiche TV-, Telekommunikations- und Computerplattformen.[9]

Unbestritten ist die Marktführerschaft von Endemol bei der technischen Konzeption und Realisation von Real-Life-Formaten wie z.B. „Big Brother“, das mittlerweile in 33 Ländern im Rahmen von Lizenzrechtehandel produziert wurde bzw. wird.

Hier ein kleiner Auszug aus den knapp 700 Formaten, die für den Internationalen Markt entwickelt wurden und werden:

„Big Brother“, „Hire and Fire“, „Traumhochzeit”, „Wer wird Millionär?”, „Nur die Liebe zählt“, „Notruf“, „Fear Factor“, „Glücksspirale“, „Die Wache“, „Fame Academy“, „Deal or no Deal“, „Sound Mix Show“, „Big Diet“, etc.[10]

Endemol, nun seit fünf Jahren zur Telefonica- Gruppe gehörend, arbeitet profitabel.[11] Allerdings gibt es Gerüchte über einen möglichen Verkauf an Time Warner, da sich Telefonica seit der Entlassung von Villalonga unter seinem Nachfolger Cesar Alierta wieder mehr und mehr auf sein Kerngeschäft konzentriert und Endemol nicht mehr zum Unternehmen passt. Die Konvergenzbestrebungen Telefonicas, unter der Führung von Villalonga, endeten mit dem Börsencrash und seiner Entlassung.[12]

John de Mol ist seit Juli 2004 nicht mehr bei Endemol. In der von ihm entwickelten Show „Hire and Fire- der beste Job der Welt“ sucht er einen Creative Director als seinen Nachfolger bei Endemol.[13]

2 Begriffsklärungen

2.1. Medienunternehmen

Die Tätigkeit von Medienunternehmen wird charakterisiert als Befriedigung von Artikulationsbedürfnissen auf Kommunikatormärkten und Informationsbedürfnissen auf Rezipientenmärkten. Hauptaktivität ist die Erbringung von medienwirtschaftlichen Dienstleistungen wie Generierung von Inhalten, Produktion und Bereitstellung von Inhalten, Distribution, Generierung von finanziellen Ressourcen, Vermittlung von Verwertungsrechten und die Wahrnehmung von Werbeträgerfunktionen.

Wenn man die Kommunikator-Rezipienten-Beziehung dienstleistungstheoretisch interpretiert, kommt die Medienleistung erst durch die Mitwirkung des Rezipienten als externem Produktionsfaktor zustande.

Kommunikationstheoretisch gesehen, stellen dabei Medienbetriebe die Kanäle zur Überbrückung einer Raum-/ Zeitdistanz zwischen Kommunikator und Rezipient zur Verfügung.

Die Gründung und der Betrieb von Medienunternehmen erfolgen meist unter der besonderen Obhut einer Rechte und Pflichten definierenden staatlichen Medienpolitk.

Medienunternehmen arbeiten mit Kreativität und der Ungewissheit, ob ein Produkt später am Markt bestehen wird oder nicht.

Produkte und Inhalte können in den verschiedenen Medien vielfach genutzt und mehrmals verwendet werden.

Medienunternehmen sind quasi-öffentliche Unternehmen, weil sie öffentlich zugänglich sind und durch ihre gesellschaftliche Relevanz durch die Rezipienten kontrolliert werden.[14]

2.2. International operierend

Medienunternehmen neigen zur Konzentration, um mehr Marktbeherrschung zu erlangen. Größe ist im globalen Wettbewerb eine Überlebensstrategie. Durch Synergien wird der Zugriff auf gemeinsame Ressourcen und Know-how zur Erhöhung des Innovationspotenzials ermöglicht. Weitere Vorteile bieten sich durch die Reduktion der Fixkosten und Maximierung des Gewinns.

Zusätzliche Distributionskanäle schaffen Vorteile am Absatzmarkt. Dabei kann man vier Dimensionen der Ausdehnung unterscheiden.

Segment Scope

Bezeichnet den Ausdehnungsgrad hinsichtlich der Kundensegmente bzw. unterschiedliche Produkt- und Dienstleistungskategorien.

Industry Scope

Bezeichnet den Ausdehnungsgrad hinsichtlich der Branchen, in denen das Unternehmen tätig ist.

Vertical Scope

Bezeichnet den Ausdehnungsgrad hinsichtlich der vor- und nachgelagerten Funktionen, die das Unternehmen erfüllt.

Geographic Scope

Bezeichnet den geografischen Ausdehnungsgrad der Geschäftstätigkeit.[15]

Internationalisierung, definiert als jegliche grenzüberschreitende Erweiterung der Unternehmenstätigkeit, umfasst dabei den Export, Import, Lizenzrechtehandel, Franchising, Joint Ventures oder internationale strategische Allianzen.[16]

Eine einheitliche Abgrenzung der internationalen Unternehmung existiert in der Literatur nicht. Begriffe wie multinational, multidomestic, international, supranational, transnational, global und Weltunternehmung tragen nicht unbedingt zur Eindeutigkeit bei.[17] Ich werde deswegen auf eine eigene Definition verzichten.

Multinationale Unternehmen haben zwar ähnliche Organisationsstrukturen, arbeiten aber nicht alle in der gleichen Art und Weise. Es existieren vielfältige Möglichkeiten der Strukturierung und Entscheidungsfindung.[18]

[...]


[1] www.endemol.de

[2] Fernseh- und Online-Plattform.

[3] www.realitytvworld.com/index/articles/story.php?s=2126

[4] www.europa.eu.int/comm/competition/mergers/cases/decisions/m1943_en.pdf

[5] Vorsitzender des Vorstands.

[6] Chief Creative Officer. In Deutschland der Creativ Director.

[7] www.business.bond.edu.au/core11-130/general/assessment/exmfiles/pastexams/final/final023.doc

[8] Europa, Nordamerika, Südamerika, Afrika, Russland, Neuseeland, Australien.

[9] www.endemol.com

[10] www.endemol.de

[11] Handelsblatt.com vom 28.02.2005.

[12] www.wams.de/data/2004/11/07/357078.html?s=1. Von Karin Finkenzeller.

[13] Handelsblatt Nr. 128 vom 06.07.2004, Seite 16.

[14] Vgl. Altmeppen/ Karmasin, 2003, S.269.

[15] Vgl. Karmasin/Winter, 2002, S.202.

[16] Vgl. Stüdlin, 1997, S.61.

[17] Vgl. Kutschker/Schmidt,2005, S.236.

[18] Vgl. Barsauskas/Schafir, 2003, S.103.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Managementprobleme bei international tätigen Medienkonzernen bezüglich kultureller Unterschiede am Beispiel Endemol
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Veranstaltung
Medienmanagement/Medienwirtschaft
Note
1,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V56349
ISBN (eBook)
9783638510486
ISBN (Buch)
9783638782609
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Managementprobleme, Medienkonzernen, Unterschiede, Beispiel, Endemol, Medienmanagement/Medienwirtschaft
Arbeit zitieren
Nicole Erksmeier (Autor), 2005, Managementprobleme bei international tätigen Medienkonzernen bezüglich kultureller Unterschiede am Beispiel Endemol, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56349

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