No Compromise With Slavery - William Lloyd Garrisons Rede vom 4. Juli 1854


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

22 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. William Lloyd Garrison

3. „No Compromise With Slavery”
3.1 Die Aussagen der Unabhängigkeitserklärung der USA und ihre
Widersprüchlichkeit gegenüber der Sklaverei
3.2 Die Rolle und Mitschuld von Regierung, Parteien und Kirche
3.3 Die freiheitliche Ordnung in Europa und besonders in England
3.4 Gleichheit und Freiheit aller Menschen als Kinder Gottes
3.5 Der Sklave als Mensch
3.6 Die Dominanz des Südens und die Unterordnung des Nordens
3.7 Die Ausbreitung der Sklaverei und die Unvereinbarkeit derselben mit der
Freiheit jedes Menschen
3.8 Der Kompromiss des Nordens zur Erhaltung der Union – Ein Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Amerikanische Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 stellte für die noch junge amerikanische Nation eine folgenreiche Zäsur dar. Innerhalb der Vereinigten Staaten hatte sich über Jahrzehnte hinweg ein Nebeneinander zweier verschiedener Lebensweisen und Kulturen entwickelt. Der zuletzt unüberwindbar wirkende ideelle Gegensatz zwischen den Nordstaaten und den Südstaaten der USA gipfelte schließlich in einem politischen Antagonismus, der zum Krieg führte. Nach vier Jahren erbitterter Feindschaft und über 600.000 Toten war der Süden geschlagen und die Teilung des Landes überwunden. Die Einheit war gerettet, doch die Nation eine andere als zuvor. Mit Gewalt wurde der Eigenheit des Südens getrotzt und dessen Kultur verändert. Die nachfolgende jahrelang andauernde Besatzung durch nordstaatliche Truppen unterstrich dies deutlich.

Eine dieser Eigenheiten und kulturellen Elemente des „Alten Süden“ vor dem Bürgerkrieg war die Sklaverei. An ihr war der Konflikt gebunden, der die Nation zunehmend entzweite. Zerbrach die Einheit des Landes zwar grundsätzlich an der Verteidigung bundesstaatlicher Souveränität seitens des Süden und somit an verfassungsrechtlichen Fragen, so ist die Sklavenfrage doch auslösendes Moment und vorherrschender Streitpunkt gewesen.

Die sich im 19. Jahrhundert stark etablierende publizistische Kultur verhalf der Antisklaverei-Bewegung im Norden der USA zu neuer Stärke und vermochte es die Öffentlichkeit mehr denn je zu politisieren und gegen Sklaverei zu mobilisieren. Ihren Ursprung findet sie bereits in der die menschliche Individualität betonenden Philosophie des 18. Jahrhunderts und den damit einhergehenden Antisklaverei-Gesetzen in England. Bereits 1772 verbot der oberste Richter hier den Rechtsstatus des Sklaven. Bis 1833 wurden dann der Sklavenimport und schließlich die Sklavenhaltung selbst im gesamten Empire verboten.[1] Während ebenso die Nordstaaten der USA bis 1804 mit der schrittweisen Freilassung ihrer Sklaven begannen, erhöhte sich die Anzahl der unter Zwang arbeitenden Schwarzen im Süden immer mehr.[2] Der lukrative Baumwollanbau als wichtigster Wirtschaftsfaktor des Südens ließ sich nur mit der Institution der Sklaverei aufrechterhalten, welche nun zum festen Bestandteil der südstaatlichen Gesellschaft geworden war.[3] Als nun der sogenannte Abolitionismus als organisierte und radikalere Anti-Sklaverei-Bewegung in den Nordstaaten ab den 1820er Jahren schnell an Auftrieb gewann, waren die Grundlagen für das Handeln der Abolitionisten bereits gelegt.[4] Sie entwickelten die bereits bestehenden Argumente gegen die Sklaverei weiter und konnten sie dank vorhandener Drucktechniken und Strukturen im Pressewesen wirksam verbreiten. Während bewaffnete Aufstandsversuche, wie sie 1822 und 1831 versucht wurden, kläglich scheiterten, sollte sich die Forderung der Abolitionisten nach sofortiger Freilassung der Sklaven durch Zuhilfenahme der Printmedien als langfristiger und erfolgreicher erweisen.[5] Einen bedeutenden Schritt in dieser Weise ging William Lloyd Garrison als er am ersten Januar 1831 die erste Ausgabe des „Liberator“ in Boston veröffentlichte. Mit ihm leitete er eine neue intensivere Anti-Slaverei-Bewegung ein, welche im Abolitionismus eine Vielzahl von Kritikern, „schwarze“ wie „weiße“, vereinte. Somit war Garrison bei weitem nicht der Einzige, welcher nun verstärkt gegen die „peculiar institution“ des Südens vorging, jedoch gilt er weithin als der bedeutendste Abolitionist dieser Zeit.[6]

Diese Arbeit stellt sein Engagement in den Mittelpunkt. Nach einem seine Person betrachtenden Abschnitt soll dann in ausführlicherer Weise Garrisons Rede „No Compromise With Slavery“[7] von 1854 behandelt werden. Sie stellt seine Ansichten umfassend und exemplarisch dar und eignet sich daher gut, die Beweggründe und Überzeugungen dieses hervortretenden Abolitionisten zu erfassen.[8]

2. William Lloyd Garrison

William Lloyd Garrison ist eine der zentralen Persönlichkeiten der abolitionistischen Bewegung und hatte mit seinem Streben und Wirken erheblichen Einfluss im Kampf gegen die Sklaverei. Ganz unprivilegiert wurde er 1805 in Newburyport, Massachusetts, geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Der Vater, ein trunkener Seemann, verließ die Familie als Garrison erst drei Jahre alt war. Seine Mutter war gezwungen als Hausdienerin zu arbeiten, so dass die Familie frühzeitig getrennt wurde. Auf sich gestellt, arbeitete Garrison zunächst als Druckerlehrling und erwarb Kenntnisse im Zeitungswesen, so dass er mit 21 Jahren seine erste Zeitung unter dem Namen „Newburyport Free Press“ publizierte. In dieser Stellung traf er 1828 auf den Publizisten Benjamin Lundy, dessen Assistent er wurde und mit dem er zusammen ein Jahr später das Blatt „The Genius of Universal Emancipation“ herausgab. Garrison machte sich nun mit emanzipatorischen und freiheitlichen Gedanken vertraut und agitierte ab sofort immer entschlossener gegen die Sklaverei.[9] So wurde er beispielsweise wegen Verleumdung eines sklaventransportierenden Kapitäns für einige Wochen inhaftiert.[10] Mit öffentlichen Reden und weiterem Engagement begann eine Karriere, die angesichts der nur begrenzten Bildung des jungen Garrison umso erstaunlicher war. Im Selbststudium eignete er sich amerikanische Geschichte und vor allem die Zeit der Amerikanischen Revolution an und machte sich mit den entsprechenden historischen Dokumenten vertraut. In Boston veröffentlichte er dann 1831 zusammen mit Isaac Knapp den neue Maßstäbe setzenden „Liberator“.[11] In ihm gab Garrison kund, was ihn bewegte und konnte seine Forderungen einer breiten Öffentlichkeit nahe bringen. Das Blatt trug maßgeblich dazu bei, dass sich die bisher vorherrschende Anti-Sklaverei-Bewegung in einen militanteren und radikaleren Abolitionismus verwandelte, der nun die sofortige, bedingungs- und entschädigungslose Befreiung der Sklaven forderte. Dabei verfolgte Garrison zugleich, wie viele andere Abolitionisten auch, einen gewaltfreien Kampf, der durch Worte überzeugen sollte.[12] Im Mittelpunkt seiner Kritik und Argumentation stand vor allem die Unvereinbarkeit von Sklaverei und den vertretenden demokratischen Werten, wie sie unter anderem die Unabhängigkeitserklärung der USA ausdrückt.[13]

In verschiedenen Städten der östlichen Nordstaaten aktiv begannen sich die führenden Abolitionisten, von Garrison dominiert, in Gesellschaften zu organisieren. Bereits 1831 fanden sich 15 aktive Sklaverei-Gegner in Boston zusammen und gründeten die „New England Anti-Slavery Society“.[14] Zwei Jahre später waren es schon 62 Aktivisten, die die Gründung der umfassenderen „American Anti-Slavery Society“ in Philadelphia bewirkten. In ihr versammelten sich Abolitionisten unterschiedlicher Prägung und nicht alle folgten Garrisons radikaler Haltung.

[...]


[1] Vgl. Adams, Willi Paul, Die USA vor 1900, Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 28, München 2000, S. 80.

[2] Vgl. ebd.

[3] Vgl. Thompson, C. Bradley (Hrsg.), Antislavery political writings, 1833-1860. A Reader, New York 2004, Einleitung S. xiii.

[4] Vgl. Franklin, John Hope/ Moss, Alfred A.,Jr., From Slavery to Freedom. A history of African Americans, 8. Ausgabe, New York 2002, S. 193.

[5] Vgl. Adams, Die USA vor 1900, S. 81f.

[6] Vgl. Thompson, Antislavery political writings, Einleitung S. xiii und vgl. Lowance, Mason I., Jr, (Hrsg.), A house divided. The antebellum slavery debates in America, 1776-1865, Princeton 2003, S. 327 sowie vgl. Franklin/ Moss, From Slavery to Freedom, S. 194.

[7] Als Quellengrundlage dient der in Thompson, Antislavery political writings, S. 230-245 aufgeführte Rede-Text, welcher bereits gekürzt, aber dennoch recht ausführlich ist.

[8] Vgl. Thompson, Antislavery political writings, S. 230.

[9] Vgl. Lowance, A house divided, S. 325 und vgl. Thompson, Antislavery political writings, S. 41.

[10] Vgl. Franklin/ Moss, From Slavery to Freedom, S. 194 und vgl. Lowance, A house divided, S. 333.

[11] Vgl. Lowance, A house divided, S. 326.

[12] Vgl. Thompson, Antislavery political writings, Einleitung S. xv.

[13] Vgl. Lowance, A house divided, S. 325.

[14] Vgl. Franklin/ Moss, From Slavery to Freedom, S. 196.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
No Compromise With Slavery - William Lloyd Garrisons Rede vom 4. Juli 1854
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Der Süden der USA von der Kolonialzeit bis zum Bürgerkrieg
Note
1,7
Jahr
2006
Seiten
22
Katalognummer
V56385
ISBN (eBook)
9783638510677
Dateigröße
4623 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Compromise, With, Slavery, William, Lloyd, Garrisons, Rede, Juli, Süden, Kolonialzeit, Bürgerkrieg
Arbeit zitieren
Anonym, 2006, No Compromise With Slavery - William Lloyd Garrisons Rede vom 4. Juli 1854, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56385

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