Das Museum in Wiesbaden


Seminararbeit, 1999

17 Seiten, Note: 1

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Geschichte des Museums
II.1. Von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg
II.2. Nach 1945

III. Abteilungen
III.1. Die Kunstsammlung
III.2. Die Sammlung Nassauischer Altertümer
III.3. Die naturwissenschaftliche Sammlung

IV. Konzepte zur Museumsarbeit im Wiesbadener Museum aus den 80er und frühen 90er Jahren

V. Charakter, Aktivitäten und Leistungen des Wiesbadener Museums in der Gegenwart

VI. Schlußfolgerung

VII. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Wiesbadener Museum. Natürlich gibt es enorm vielfältige Möglichkeiten, um sich diesem Thema zu nähern. Der Gegenstand dieser Arbeit wird sein, dem Leser das Wiesbadener Museum in den wichtigsten Bereichen vorzustellen und es auf seine Stellung in der gegenwärtigen Museumslandschaft hin zu untersuchen. Das Museum Wiesbaden repräsentiert durch seinen Standort in der Landeshauptstadt und die Trägerschaft des Landes Hessen zweifelsohne ein Stück weit mit das kulturelle Bild des Landes Hessen oder zumindest der Stadt Wiesbaden, so daß mit einiger Wahrscheinlichkeit Ansprüche von der Öffentlichkeit an das Museum bezüglich seiner Präsentation nach außen hin gestellt werden. Es gilt, diese aufzuzeigen und schließlich vorsichtig auszuwerten, inwiefern das Museum Wiesbaden diesen Ansprüchen gerecht wird beziehungsweise gerecht werden kann. Die Vorgehensweise wird dabei die folgende sein : Zunächst werden zur Heranführung an das Thema und als Basisinformation die Geschichte und die Sammlungen des Museums nähergebracht werden. Im Zuge dessen kann unter anderem schon geklärt werden, welche Forschungsschwerpunkte im Museum vorherrschen und durch welche Traditionen diese mitbegründet haben könnten. Anschließend werden einige theoretische Ansätze zur Museumsarbeit, die vor ca. zehn Jahren für die Fortentwicklung des Wiesbadener Museums angeregt wurden, dargelegt werden, um dann im nächsten Kapitel auf einige Ausschnitte der realen gegenwärtigen Situation im Museum Wiesbaden zu treffen. Letzten Endes wird dann nach Möglichkeit ein Fazit aus dieser Gegenüberstellung gezogen werden, so daß eventuelle Diskrepanzen zwischen Theorie und Praxis aufgedeckt werden können.

Die Grundlage der Ausarbeitung bildeten neben der angegebenen Literatur die informative und gut strukturierte Internetseite des Museums, die ebenfalls in Zitation vorliegt sowie ein Gespräch mit der stellvertretenden Museumsleiterin. Die beiden letztgenannten Informationsquellen wirkten unterstützend dabei mit, den nötigen aktuellen Bezug in der Arbeit herzustellen.

II. Geschichte des Museums

II.1. Von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg

Die Gründung der drei Wiesbadener Museumsabteilungen geht ursprünglich auf die ehemaligen herzöglich-nassauischen Gemäldesammlungen zurück, die zusammen mit Erwerbungen des Wiesbadener Privatsammlers Johann Isaac Freiherr von Gerning den Grundstock für die späteren Bestände bildeten.[1] Die Anregung zum Erwerb dieser Objekte war von Johann Wolfgang von Goethe ausgegangen, der während mehrerer Kuraufenthalte in Wiesbaden Kontakte zu einflußreichen Bürgern der Stadt geknüpft hatte und so das Renommee der seinerzeit aufstrebenden Kurstadt zu unterstützen versuchte.[2] Die Objekte wurden im ehemaligen Erbprinzenpalais in der Wilhelmstraße, dem heutigen Sitz der Industrie- und Handelskammer, untergebracht und durch die Eröffnung des Museums am 1. April 1825 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[3] In diesem ersten Museumsstandort waren außer der Gemäldegalerie auch die Sammlung nassauischer Altertümer und die naturwissenschaftliche Sammlung einquartiert, so daß sich erstmalig die drei im Grunde voneinander unabhängigen Museen unter einem Dach befanden – ein Arrangement, das bis heute beibehalten wurde.

Die Gemäldegalerie wurde 1847 „zur treuhänderischen Förderung, Wahrung und Mehrung“ in die Hände des Nassauischen Kunstvereins gegeben, wurde 1866 zur „Königlich – Preußischen Gemäldegalerie“, blieb aber weiterhin in der Treuhand des Nassauischen Kunstvereins.[4] Auch die beiden anderen Abteilungen wurden von Vereinen getragen, und zwar ehrenamtlich durch den Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung und den Nassauischen Verein für Naturkunde.[5] Durch die rege Sammel- und Erwerbstätigkeit ergaben sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts erhebliche Raumprobleme, so daß die Frage nach einer Alternative aufkam. 1899 übernahm die Stadt Wiesbaden die Verwaltung der Museumssammlungen und somit auch die Aufgabe, sich um einen geeigneten Neubau zu kümmern.[6] Im Jahre 1913 schließlich wurde mit dem Bau des heutigen Museumsgebäudes nach den Plänen des renommierten Architekten Theodor Fischer begonnen, der für das neue Stadtmuseum einen repräsentativen, sakral wirkenden Kuppelbau vorgesehen hatte. So entstand, bis zu seiner Fertigstellung im Jahre 1915, der letzte Großbau der Stadt Wiesbaden im Stil des Kurhauses oder der Landesbibliothek.[7] Der „Dreiteilung“ des Wiesbadener Museums wurde schon in der Planung des Neubaus Rechnung getragen. So wurde die Kunstsammlung im Mittelkomplex des Gebäudes und die beiden anderen Sammlungen, die 1920 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, in den Seitenflügeln des Hauses untergebracht.[8]

Um die Jahrhundertwende und besonders in den Zwanziger Jahren entwickelte der Nassauische Kunstverein eine rege Sammel- und Ausstellungstätigkeit und das Wiesbadener Museum konnte seine Bestände durch den Erwerb mehrerer Privatsammlungen erweitern. Zeitgenössische Fachzeitschriften berichten von der damals lebendigen Kunstszene in Wiesbaden, welche zahlreiche Künstler dazu veranlaßte, sich Wiesbaden als neue Wirkungsstätte zu wählen.[9] Eine besonders enge Zusammenarbeit des Museums entstand mit Alexej Jawlensky, der sich nach einem besonderen Erfolg seiner Ausstellungen 1921 in Wiesbaden niedergelassen hatte. Auf die Bedeutung Jawlenskys für das Wiesbadener Museum wird im weiteren Verlauf der Arbeit noch einzugehen sein.

Jedoch blieb auch Wiesbaden nicht von den Auswirkungen der nationalsozialistischen Kulturpolitik verschont. 1937 wurden große Teile der in den Zwanziger Jahren angelegten modernen Sammlung, die nach der Ideologie des Dritten Reiches als „entartet“ abgestuft wurde, beschlagnahmt und aus dem Museum entfernt[10], darunter allein 72 Werke Alexej Jawlenskys.[11]

Auch die Umstände des Zweiten Weltkrieges gingen am Museum Wiesbaden nicht spurlos vorüber. Die Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit stagnierte regelrecht, zudem wurden 1944 70 wertvolle Gemälde der Wiesbadener Kunstsammlung nach Dresden ausgelagert, um sie vor Bombenangriffen zu schützen. Erst 1988 wurde ein Großteil der Werke zurückgegeben und konnte nach seiner Restaurierung auch in einer Ausstellung präsentiert werden.[12]

[...]


[1] s. Museen in Hessen 1994. S. 232

[2] s. U. Schmidt: Kunstsammlungen. S.4

[3] s. www.museum-wiesbaden.de/html/information/geschichte.html, U. Schmidt: Kunstsammlungen. S. 5

[4] s. Museen in Hessen 1994. S. 232

[5] s. www.museum-wiesbaden.de/html/Information/geschichte.html

[6] s. U. Schmidt: Kunstsammlungen. S.8

[7] s. U. Schmidt: Kunstsammlungen. S.8

[8] s. Museen in Hessen 1987. S. 616

[9] s. U. Schmidt: Kunstsammlungen. S.21,24

[10] s. Museen in Hessen 1987. S. 616

[11] s. www.museum-wiesbaden.de/wdb.php3?action=preslow&ressort=Jawlensky

[12] s. www.museum-wiesbaden.de/html/ausstellungen/archiv.php3

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Das Museum in Wiesbaden
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Deutsche Volkskunde)
Veranstaltung
Seminar Museumskunde
Note
1
Jahr
1999
Seiten
17
Katalognummer
V564
ISBN (eBook)
9783638103831
Dateigröße
403 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Inkl. zweiseitigem Thesenblatt.
Schlagworte
Museum, Wiesbaden, Seminar, Museumskunde
Arbeit zitieren
Anonym, 1999, Das Museum in Wiesbaden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/564

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