Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Wiesbadener Museum. Natürlich gibt es enorm vielfältige Möglichkeiten, um sich diesem Thema zu nähern. Der Gegenstand dieser Arbeit wird sein, dem Leser das Wiesbadener Museum in den wichtigsten Bereichen
vorzustellen und es auf seine Stellung in der gegenwärtigen Museumslandschaft hin zu untersuchen. Das Museum Wiesbaden repräsentiert durch seinen Standort in der Landeshauptstadt und die Trägerschaft des Landes Hessen zweifelsohne ein Stück weit mit
das kulturelle Bild des Landes Hessen oder zumindest der Stadt Wiesbaden, so daß mit einiger Wahrscheinlichkeit Ansprüche von der Öffentlichkeit an das Museum bezüglich seiner Präsentation nach außen hin gestellt werden. Es gilt, diese aufzuzeigen und schließlich
vorsichtig auszuwerten, inwiefern das Museum Wiesbaden diesen Ansprüchen gerecht wird beziehungsweise gerecht werden kann. Die Vorgehensweise wird dabei die folgende sein :
Zunächst werden zur Heranführung an das Thema und als Basisinformation die Geschichte und die Sammlungen des Museums nähergebracht werden. Im Zuge dessen kann unter anderem schon geklärt werden, welche Forschungsschwerpunkte im Museum vorherrschen
und durch welche Traditionen diese mitbegründet haben könnten. Anschließend werden einige theoretische Ansätze zur Museumsarbeit, die vor ca. zehn Jahren für die Fortentwicklung des Wiesbadener Museums angeregt wurden, dargelegt werden, um dann im
nächsten Kapitel auf einige Ausschnitte der realen gegenwärtigen Situation im Museum Wiesbaden zu treffen. Letzten Endes wird dann nach Möglichkeit ein Fazit aus dieser Gegenüberstellung gezogen werden, so daß eventuelle Diskrepanzen zwischen Theorie und
Praxis aufgedeckt werden können.
[...]
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Geschichte des Museums
II.1. Von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg
II.2. Nach 1945
II. Abteilungen
III.1. Die Kunstsammlung
III.2. Die Sammlung Nassauischer Altertümer
III.3. Die naturwissenschaftliche Sammlung
III. Konzepte zur Museumsarbeit im Wiesbadener Museum aus den 80er und frühen 90er Jahren
IV. Charakter, Aktivitäten und Leistungen des Wiesbadener Museums in der Gegenwart
VI. Schlußfolgerung
VII. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wiesbadener Museum hinsichtlich seiner Rolle als kulturelle Institution der Landeshauptstadt, analysiert seine historische Entwicklung sowie aktuelle Konzepte und bewertet, inwieweit das Museum den öffentlichen Ansprüchen und theoretischen Anforderungen gerecht wird.
- Historische Entwicklung des Museums von den Anfängen bis zur Nachkriegszeit.
- Strukturelle Analyse der drei Museumsabteilungen.
- Evaluation theoretischer Konzepte zur Museumsarbeit aus den 80er und 90er Jahren.
- Untersuchung der aktuellen Museumsangebote, Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoring-Strukturen.
- Kritische Reflexion der Diskrepanz zwischen musealer Theorie und gelebter Praxis.
Auszug aus dem Buch
II.1. Von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg
Die Gründung der drei Wiesbadener Museumsabteilungen geht ursprünglich auf die ehemaligen herzöglich-nassauischen Gemäldesammlungen zurück, die zusammen mit Erwerbungen des Wiesbadener Privatsammlers Johann Isaac Freiherr von Gerning den Grundstock für die späteren Bestände bildeten. Die Anregung zum Erwerb dieser Objekte war von Johann Wolfgang von Goethe ausgegangen, der während mehrerer Kuraufenthalte in Wiesbaden Kontakte zu einflußreichen Bürgern der Stadt geknüpft hatte und so das Renommee der seinerzeit aufstrebenden Kurstadt zu unterstützen versuchte. Die Objekte wurden im ehemaligen Erbprinzenpalais in der Wilhelmstraße, dem heutigen Sitz der Industrie- und Handelskammer, untergebracht und durch die Eröffnung des Museums am 1. April 1825 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In diesem ersten Museumsstandort waren außer der Gemäldegalerie auch die Sammlung nassauischer Altertümer und die naturwissenschaftliche Sammlung einquartiert, so daß sich erstmalig die drei im Grunde voneinander unabhängigen Museen unter einem Dach befanden – ein Arrangement, das bis heute beibehalten wurde.
Die Gemäldegalerie wurde 1847 „zur treuhänderischen Förderung, Wahrung und Mehrung“ in die Hände des Nassauischen Kunstvereins gegeben, wurde 1866 zur „Königlich – Preußischen Gemäldegalerie“, blieb aber weiterhin in der Treuhand des Nassauischen Kunstvereins. Auch die beiden anderen Abteilungen wurden von Vereinen getragen, und zwar ehrenamtlich durch den Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung und den Nassauischen Verein für Naturkunde. Durch die rege Sammel und Erwerbstätigkeit ergaben sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts erhebliche Raumprobleme, so daß die Frage nach einer Alternative aufkam. 1899 übernahm die Stadt Wiesbaden die Verwaltung der Museumssammlungen und somit auch die Aufgabe, sich um einen geeigneten Neubau zu kümmern.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, das Wiesbadener Museum vorzustellen, seine gegenwärtige Stellung zu untersuchen und Diskrepanzen zwischen theoretischen Ansprüchen und der praktischen Umsetzung aufzuzeigen.
II. Geschichte des Museums: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung des Museums von der Gründung 1825, über die Sammlungsgenese im 19. Jahrhundert, bis hin zu den Auswirkungen der nationalsozialistischen Kulturpolitik und der Nachkriegszeit.
II.1. Von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg: Der Fokus liegt auf der frühen Museumsgeschichte, der Etablierung unter verschiedenen Vereinen und der Errichtung des Museumsgebäudes 1913–1915.
II.2. Nach 1945: Dieser Abschnitt beschreibt die Sonderrolle des Museums als „Central Art Collecting Point“ der amerikanischen Militärregierung nach dem Zweiten Weltkrieg.
II. Abteilungen: Hier werden die drei tragenden Säulen des Museums – Kunstsammlung, Sammlung Nassauischer Altertümer und naturwissenschaftliche Sammlung – detailliert vorgestellt.
III.1. Die Kunstsammlung: Das Kapitel beleuchtet den Schwerpunkt des Museums auf der Gemäldegalerie, insbesondere die bedeutende Jawlensky-Sammlung und die moderne Kunst.
III.2. Die Sammlung Nassauischer Altertümer: Hier wird die Präsentation der kulturhistorischen Funde von der Steinzeit bis zum 19. Jahrhundert sowie die moderne Neugestaltung der Ausstellungsbereiche thematisiert.
III.3. Die naturwissenschaftliche Sammlung: Dieser Teil befasst sich mit der geologischen und zoologischen Sammlung sowie der Notwendigkeit einer konzeptionellen Überholung der veralteten Ausstellungsform.
III. Konzepte zur Museumsarbeit im Wiesbadener Museum aus den 80er und frühen 90er Jahren: Das Kapitel reflektiert Debatten zur Attraktivitätssteigerung, zur Rolle des Museums als „Denkfabrik“ und die spezifischen Planungen der Museumsleitung.
IV. Charakter, Aktivitäten und Leistungen des Wiesbadener Museums in der Gegenwart: Hier wird der aktuelle Museumsbetrieb, inklusive Sponsoring, Besucherangeboten, Kooperationen mit Fördervereinen und der Öffentlichkeitsarbeit, kritisch betrachtet.
VI. Schlußfolgerung: Die Schlussfolgerung bewertet die Museumsarbeit kritisch und stellt fest, dass trotz Fortschritten wie der Internetpräsenz und Gebäudesanierungen erhebliche Defizite im Bereich der Ausstellungsangebote und der pädagogischen Arbeit bestehen.
VII. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit herangezogenen Fachliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Museum Wiesbaden, Kulturgeschichte, Kunstsammlung, Jawlensky, Museumspädagogik, Ausstellungskonzeption, Stadtmuseum, Sammeltätigkeit, Museumsarbeit, Kulturpolitik, Förderverein, Sponsoring, Museumsgeschichte, Nachkriegsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Wiesbadener Museum als kulturelle Institution, beleuchtet seine historische Entwicklung und untersucht, wie aktuelle Museumskonzepte in die Praxis umgesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Museumsgeschichte, der Analyse der drei Sammlungsbereiche, der Auswertung theoretischer Museumskonzepte der 80er/90er Jahre sowie einer Bestandsaufnahme der aktuellen Aktivitäten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Museum in der aktuellen Museumslandschaft zu verorten und aufzuzeigen, ob die Institution den öffentlichen Anforderungen an eine Landeshauptstadt gerecht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive sowie kritisch-analytische Auswertung von Fachliteratur, museumsinternen Dokumenten und Internetquellen, ergänzt durch ein Experteninterview.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung, eine detaillierte Vorstellung der drei Abteilungen sowie eine Analyse gegenwärtiger Strukturen wie Sponsoring und Besucherservice.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Museum Wiesbaden, Sammlungsgeschichte, Museumskonzept, Jawlensky, Öffentlichkeitsarbeit und die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis beschreiben den Kern der Untersuchung.
Welche Bedeutung hatte das Museum in der Nachkriegszeit?
Das Museum diente als „Central Art Collecting Point“ der US-Militärregierung und fungierte als zentrale Sammelstelle für ausgelagertes Berliner Kunstgut.
Wie bewertet der Autor den aktuellen Zustand der nicht-kunstbetonten Sammlungen?
Der Autor kritisiert insbesondere den überalterten Zustand der naturwissenschaftlichen Sammlung und bemängelt eine zu starke Akzentuierung auf den Kunstbereich zu Lasten anderer Abteilungen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 1999, Das Museum in Wiesbaden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/564