Religion ist ein allgemeines menschliches Phänomen. Wahrscheinlich ist der Menschheit eine Uroffenbarung in die Wiege gelegt worden. Die ursprüngliche Religion ist monotheistisch. Erkenntnismöglichkeiten transzendenter Dinge werden erörtert. Unser Verstand ist nicht unser Gott. Der Auferstehungsglaube ist der Angelpunkt des Christentums. Paradiesesgeschichte und Erbsündenlehre werden nach der Botschaft Jesu vom gütigen Gottvater neu interpretiert.
Die Bibelkritik verlangt ihrerseits Kritik. Sie leugnet eine Reihe von Schilderungen im. N.T. Es werden z.T. Texte, die zu ihren Aussagen nicht passen, ausgelassen oder ignoriert. Das wird am Johannesevangelium, an der „Flucht nach Ägypten“ und dem Kindermord von Bethlehem ausgeführt. Die Jungfrauengeburt ist nicht zentrales Thema des Christentums. Die Frage, warum Jesus leiden musste, sollte besser lauten, „warum hat Jesus gelebt?“ Dann erfährt der Opfergedanke eine tiefere Sinngebung. Jesu Einstellung zur Gewalt wird dargelegt. Die Fragen Teufel oder „die Macht des Bösen“ werden erörtert, mit den vielfältigen Strategien, die diese Macht mit unheimlicher Logik und erfolgreich anwendet. Unter „Papst und Kirche“ zeigt sich, dass Petrus tatsächlich in Rom war und der Bischof von Rom das Petrusamt hat. Das Papsttums ist unverzichtbar. Es gibt keinen Grund, Frauen vom Priestertum auszuschließen. Ohne Liebe verbleiben die Behandlung der Geschiedenen und Wiederverheirateten, der Priester, die am Zölibat scheiterten und das Schicksal der Priesterkinder. Das Thema „Wie konnte Gott das alles zulassen“ wird erörtert und die Fragestellung aufgesplittert. Menschliche Freiheit und deren Einschränkungen werden erörtert. Die Angriffe auf die Heiligenverehrung werden mit den Worten von Augustinus zurückgewiesen. Die katholische Lehre über Sexualität, Ehe und Familie wird kritisch unter die Lupe genommen. Sexuelle Begehrlichkeit ist keine Strafe für die Erbsünde, sondern ein Gottesgeschenk. Die naturrechtliche Lehre über den Zweck der Ehe geht auf Aristoteles zurück, ist also heidnischen Ursprungs, vorwiegend animalisch und ignoriert die Sonderstellung des Menschen und seine Würde. Das Beharren auf dieser Lehre und die angegebenen Lieblosigkeiten haben viele Menschen von der Kirche entfremdet.
Inhaltsverzeichnis
Einführung:
Holländischer Katechismus
Vorbemerkungen
Religion haben?
Gibt es Gott überhaupt?
Ist Gott ein persönlicher Gott?
Über Erkenntnismöglichkeiten in transzendenten, religiösen Dingen
Welche Religion?
Auferweckung JESU? Ein leeres Grab?
Folgen der Anerkennung der Auferweckung JESU für den Glauben
Die Paradiesesgeschichte
Das Johannesevangelium und seine sieben Zeichen (Wunder)
Was ist denn nun Sache?
Die Jungfrauengeburt (Lk.1, 26-38 und Matth. 1, 18-24)
Warum musste JESUS leiden?
JESUS und das Schwert
Teufel, Satan, Macht des Bösen, Pforten der Unterwelt, Hölle
Papst und Kirche
Autoritäre Macht und Demokratie bei Papst und Kirche jetzt.
„Wie konnte Gott das alles zulassen?”
Freiheit…. und göttliches Vorherwissen, …. und Gene, .… und Hormone, …. und Rechtfertigungsproblematik
Heiligenverehrung
Sexualität, Ehe und Familie
Und wie bietet sich die katholische Lehre heute dar?
Gebet
JESUS ja, Kirche nein?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine kritische Standortbestimmung des christlichen Glaubens aus der Perspektive eines modernen, naturwissenschaftlich gebildeten Katholiken vorzunehmen. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit fundamentalen Glaubensfragen und deren Infragestellung durch moderne wissenschaftliche Erkenntnisse sowie gesellschaftliche Strömungen, um den Kern der christlichen Botschaft Jesu Christi neu zu erschließen.
- Analyse der Grundlagen des Glaubens (Existenz Gottes, Auferstehung, Jungfrauengeburt)
- Kritische Reflexion kirchlicher Lehren und Strukturen
- Diskussion aktueller Herausforderungen durch moderne Wissenschaften
- Auseinandersetzung mit der Rolle der Kirche und des Papsttums
- Positionierung des Christentums gegenüber anderen Weltanschauungen
Auszug aus dem Buch
Die Paradiesesgeschichte
Diese ist eng mit der Erbsündenlehre verbunden und gibt vielen Menschen Rätsel auf, teils wegen der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und der Menschen, teils wegen der Deutung der Erbschuld. Dass der Mensch in einem irdischen Paradies lebte und nie sterben mußte, in dem das Gesetz von Fressen und Gefressenwerden nicht galt, diese Anschauung ist nicht haltbar. Natürlich ist es eine herrliche Vision im Alten Testament, wenn vom zukünftigen Paradies die Rede ist, in dem der Löwe neben dem Lamm weidet. Dennoch ist die Geschichte im Kern richtig. Sie besagt nämlich, dass der Mensch (hebräisch Adam), die Menschheit, in vollkommener Harmonie mit Gott und der von diesem geschaffenen Natur lebte, die göttlichen Gesetze, die in sein Herz gelegt waren, als selbstverständlich befolgte und den Tod daher nicht als Schrecknis empfand sondern als natürlichen Übergang. Insofern gewinnt die oben geschilderte Theorie von der Uroffenbarung, die dem Menschen gewissermaßen mit der Menschwerdung ins Herz und Hirn mitgegeben wurde, besondere Bedeutung.
Worin der Sündenfall bestand, darüber wird immer wieder gerätselt. Diese Angelegenheit muß ebenfalls im Lichte der Botschaft gesehen werden, die JESUS von Gottvater uns vermittelt hat. Mit der Schilderung des gerechten barmherzigen Gottes, der alle Menschen liebt, ist es m. E. nicht vereinbar, dass, weil die ersten beiden Menschen gesündigt haben, alle anderen Menschen, d.h. zigmillionen, bestraft wurden, eine schwere Erbschuld mit sich tragen, die jeden einzelnen persönlich so belastet, dass, wer ungetauft stirbt bzw. gestorben ist, wenn schon nicht verdammt wird, so doch nicht die vollkommene Seligkeit erlangen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Der Autor reflektiert über die Aktualität seiner ursprünglichen Schrift von 2006 im Kontext einer zunehmend atheistisch geprägten Gesellschaft und der Notwendigkeit einer Re-Evangelisierung.
Religion haben?: Es wird argumentiert, dass Religion ein allgemeines menschliches Phänomen ist und die Hinwendung zu einer transzendenten Bindung für ein erfülltes Menschsein notwendig bleibt.
Gibt es Gott überhaupt?: Der Autor begründet die Existenz Gottes anhand philosophischer Überlegungen, insbesondere durch die menschliche Sehnsucht nach Sinn und das Kausalitätsprinzip.
Ist Gott ein persönlicher Gott?: Basierend auf der Sehnsucht nach Kontakt und der Identifikation von Gott mit dem Guten und der Liebe wird die Überzeugung von einem persönlichen Gott hergeleitet.
Über Erkenntnismöglichkeiten in transzendenten, religiösen Dingen: Hier werden die Grenzen menschlicher Erkenntnis diskutiert und die komplementäre Bedeutung von Verstand und Glauben betont.
Welche Religion?: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Religionen, wobei das Christentum als diejenige hervorgehoben wird, die den Menschen am vollkommensten mit Gott verbindet.
Auferweckung JESU? Ein leeres Grab?: Die Auferstehung wird als entscheidendes Argument für den christlichen Glauben betrachtet, wobei die Glaubwürdigkeit der Zeugenberichte gegen moderne wissenschaftliche Skepsis verteidigt wird.
Folgen der Anerkennung der Auferweckung JESU für den Glauben: Die Anerkennung der Auferstehung wird als Schlüssel zur Lösung hermeneutischer Probleme der Heiligen Schrift und zur zeitgemäßen Auslegung von Gottes Offenbarung gesehen.
Die Paradiesesgeschichte: Die Erzählung wird als Ausdruck des Verlustes der ursprünglichen Harmonie zwischen Mensch und Gott gedeutet, nicht als historisches Ereignis.
Das Johannesevangelium und seine sieben Zeichen (Wunder): Die Wunder werden als „Zeichen“ verstanden, die auf die göttliche Herrlichkeit Jesu hinweisen und eine tiefergehende, geistige Bedeutung haben.
Was ist denn nun Sache?: Der Autor kritisiert einseitige Bibelkritik und fordert eine differenziertere Sichtweise, die sowohl den historischen Hintergrund als auch die religiöse Intention berücksichtigt.
Die Jungfrauengeburt (Lk.1, 26-38 und Matth. 1, 18-24): Die Jungfrauengeburt wird als Symbol für die besondere Schöpfungstat Gottes gedeutet, wobei die historische Debatte um das Wort „Jungfrau“ in den Hintergrund tritt.
Warum musste JESUS leiden?: Das Leiden Jesu wird nicht als gottgewolltes Sühneopfer, sondern als konsequente Folge seines Lebens von Liebe und Gewaltlosigkeit in einer grausamen Welt interpretiert.
JESUS und das Schwert: Die Lehre Jesu von der Gewaltlosigkeit wird gegen historische Missbräuche (wie Kreuzzüge) verteidigt; das „Schwert“-Wort wird im Kontext der damaligen Zeit symbolisch verstanden.
Teufel, Satan, Macht des Bösen, Pforten der Unterwelt, Hölle: Das Böse wird als real existierende Macht diskutiert, ohne notwendigerweise an eine Personifikation in Form eines Teufels zu glauben; der Fokus liegt auf der strategischen Analyse des Bösen.
Papst und Kirche: Die Bedeutung des Papsttums als moralische Autorität wird betont, während gleichzeitig eine kritische Auseinandersetzung mit klerikalen Strukturen und Machtmissbrauch erfolgt.
Autoritäre Macht und Demokratie bei Papst und Kirche jetzt.: Der Autor plädiert für demokratische Mitspracherechte innerhalb der Kirche, ohne die zentrale Rolle des Papstes infrage zu stellen.
„Wie konnte Gott das alles zulassen?”: Die Gottesfrage angesichts von Leid und Massenverbrechen wird als eine Frage der menschlichen Freiheit und Verantwortung neu gerahmt.
Freiheit…. und göttliches Vorherwissen, …. und Gene, .… und Hormone, …. und Rechtfertigungsproblematik: Die Wechselwirkung von göttlichem Wissen, menschlicher Freiheit und biologischen Determinanten wird aus theologischer und psychologischer Sicht untersucht.
Heiligenverehrung: Heiligenverehrung wird gegen den Vorwurf des Götzendienstes verteidigt und als Ausdruck menschlicher Sehnsucht nach Vorbildern und Verbindung zu Verstorbenen eingeordnet.
Sexualität, Ehe und Familie: Eine kritische Bestandsaufnahme der kirchlichen Sexualmoral erfolgt, mit dem Ziel, eine Brücke zwischen traditioneller Lehre und den Erkenntnissen moderner Humanwissenschaften zu schlagen.
Und wie bietet sich die katholische Lehre heute dar?: Zusammenfassung der Position zur katholischen Ehelehre und der Notwendigkeit einer Korrektur überkommener, unhaltbarer Vorstellungen.
Gebet: Das Gebet wird als zentraler Akt der Kontaktaufnahme mit Gott und des Dankes beschrieben.
JESUS ja, Kirche nein?: Der Autor schließt mit dem Fazit, dass ein „Jesu-Glaube“ ohne die Gemeinschaft der Kirche, trotz aller Mängel derselben, theologisch nicht haltbar ist.
Schlüsselwörter
Glaube, Kirche, Jesus Christus, Papsttum, Auferstehung, Gottesfrage, Paradies, Sündenfall, Heiligenverehrung, Sexualmoral, Freiheit, christliche Ethik, Bibelkritik, Transzendenz, Theologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?
Das Buch ist eine Standortbestimmung eines kritischen Katholiken, der Glaubensfragen im Kontext moderner Erkenntnisse neu bewertet und den Kern der christlichen Botschaft verteidigt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen theologische Grundsatzfragen, die Rolle der Kirche und des Papstes, ethische Probleme der Sexualmoral sowie die Auseinandersetzung mit dem Bösen in der Welt.
Welches Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass ein gläubiger Christsein auch als moderner, naturwissenschaftlich gebildeter Mensch schlüssig möglich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich nicht um ein rein theologisches oder philosophisches Fachbuch, sondern um eine persönliche Auseinandersetzung, die biblische Exegese mit historischem Wissen und reflektierter Lebensanschauung verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zentrale Glaubenssätze wie Auferstehung, Jungfrauengeburt und das Leid Jesu kritisch-theologisch hinterfragt sowie die Rolle der Kirche in der heutigen Zeit analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Glaube, Vernunft, Kirche, Jesus Christus, Freiheit, Gottesbild und christliche Ethik.
Wie bewertet der Autor das Papsttum?
Er sieht den Papst als notwendige moralische Autorität, kritisiert aber gleichzeitig die mitunter autoritäre Machtausübung und fordert mehr demokratische Strukturen innerhalb der Kirche.
Warum hält der Autor die kirchliche Sexualmoral für überarbeitungsbedürftig?
Er sieht darin eine unzeitgemäße Vermischung von theologischem Anspruch und einem auf antiken, teilweise animalischen Vorstellungen beruhenden Naturrecht, das der Lebenswirklichkeit der Menschen nicht gerecht wird.
Was ist das Fazit zur Einstellung „Jesus ja, Kirche nein“?
Der Autor lehnt diese Haltung ab und argumentiert, dass eine individuelle Nachfolge Jesu ohne die Gemeinschaft der Kirche, die von Jesus gewollt sei, nicht möglich ist.
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- Dr.med. Ewald Fettweis (Author), 2016, Was heißt hier schon gläubig. Standortbestimmung eines kritischen Katholiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56427