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Darstellung und Funktion von Tierfiguren im Werke Franz Kafkas - exemplarisch aufgezeigt an ausgewählten Erzählungen

Title: Darstellung und Funktion von Tierfiguren im Werke Franz Kafkas - exemplarisch aufgezeigt an ausgewählten Erzählungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Tiere haben nicht nur in unserem alltäglichen Leben, sondern auch in der Literatur einen festen Platz. Sie tauchen häufig in Erzählungen und Werken auf, doch in den seltensten Fällen haben sie tatsächlich eine Wirkung oder einen Einfluss auf den Verlauf des Geschehens. Meist sind sie nur „Beiwerk“, um die Geschichte realistischer zu gestalten.

Im Gegensatz dazu stehen Kafkas Tierfiguren in vielen seiner Erzählungen im Mittelpunkt. Ohne sie wäre die Aussage, die er treffen möchte, nicht möglich. Dabei sind seine tierischen Darstellungen allerdings nicht immer direkt zu verstehen und einfach einer Funktion zuzuordnen. Der Autor vereint in seinen Erzählungen Elemente der Fabel mit denen der Parabel und schafft eine mysteriöse Gegenwelt zum rein Menschlichen, mit der er die Leser in seinen Bann zieht. Den geistigen Hintergrund bildet meiner Meinung nach vor allem die Industrialisierung, bei der die Arbeit, die Produktivität und die damit einhergehende Entindividualisierung des Menschen das neue Zentrum der Gesellschaft bilden. Auf diesen Gegensatz und die daraus resultierende Spannung bauen Kafkas Werke. Die Tiere helfen ihm dabei, die gewünschte Wirkung zu erzielen. Besser wahrscheinlich, als Menschenfiguren dies jemals könnten.

In der vorliegenden Arbeit möchte ich nun zunächst die allgemeine Rolle der Tierfiguren in der Literatur am Beispiel der Fabel und Parabel analysieren und ihre Funktion herausfinden. Im Anschluss sollen einzelne Erzählungen Kafkas, die tierische Elemente enthalten, eben auf die Funktion ihrer Hauptfiguren untersucht und eine mögliche Deutung aufgezeigt werden. Dabei werde ich mich hauptsächlich auf die im Seminar behandelten Texte mit tierischem Inhalt konzentrieren, um diese möglichst umfassend behandeln zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tiere als Träger menschlicher Eigenschaften am Bsp. der Fabel

3. Die Tiere Franz Kafkas

3.1 Tier und Mensch innerhalb einer Erzählung

3.1.1 „Die Verwandlung“

3.1.2 „Schakale und Araber“

3.2 Die reinen Tiererzählungen

3.2.1 “Josefine, die Sängerin, oder das Volk der Mäuse“

3.2.2 “Der Bau”

4. Der Hintergrund in Kafkas Leben

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische Funktion von Tierfiguren in ausgewählten Erzählungen Franz Kafkas, um aufzuzeigen, wie diese zur Darstellung des menschlichen „wahren Selbst“ und zur Bewältigung innerer Zerrissenheit eingesetzt werden.

  • Die Rolle von Tierfiguren in Fabel und Parabel als Mittel zur Reflexion menschlicher Eigenschaften.
  • Die symbolische Bedeutung der Tierwerdung in Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“.
  • Die Problematik der Existenz und des Kunstbegriffs in den reinen Tiererzählungen.
  • Der Einfluss von Kafkas persönlicher Biografie auf die Gestaltung seiner Tierfiguren.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 „Die Verwandlung“

Dass Tierrollen eine befreiende Funktion innerhalb einer Erzählung haben können, lässt sich exemplarisch anhand der Interpretation von Kafkas „Die Verwandlung“ aufzeigen, wo der Protagonist Gregor Samsa des Nachts zu einem „ungeheuren Ungeziefer“ verwandelt wird. Diese Transformation geschieht einfach mit ihm und wird nicht von Samsa selbst herbeigesehnt, oder auch nur gewünscht. Deshalb ist er auch sehr befremdet, als er als insektenartiges Wesen erwacht. Gregor realisiert das Geschehen nicht in seiner gesamten Reichweite und akzeptiert seinen Zustand in keiner Weise. So ist es nicht verwunderlich, dass er weiterhin über berufliche Belange nachdenkt und sogar eine Geschäftsreise plant. Bereits hier wird dem Leser deutlich gemacht, dass Samsa mit seinem Beruf äußerst unzufrieden ist (sehr typisch für Kafkas menschliche Hauptcharaktere).

Daraus resultierten auch die „unruhigen Träume[n]“ in der Nacht. Er jammert über seinen Job und kalkuliert, wie er am schnellsten aus der Firma aussteigen und sich selbstständig machen kann. Was er jedoch anstelle dessen machen will, bleibt unklar. So ist hier die Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation erkennbar, die schnellstmöglich beseitigt werden soll, doch in Anbetracht der andersartigen Zukunft tritt nur Verwirrung und Planlosigkeit..

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Stellenwert von Tieren in der Literatur und führt in die spezifische Fragestellung ein, welche Funktion Kafkas Tierfiguren als Spiegel des menschlichen „wahren Selbst“ einnehmen.

2. Tiere als Träger menschlicher Eigenschaften am Bsp. der Fabel: Dieses Kapitel erörtert, warum die Fabel Tierfiguren nutzt, um menschliche Charaktereigenschaften und Moralvorstellungen in einem objektiveren Abstand zu problematisieren.

3. Die Tiere Franz Kafkas: Hier erfolgt eine vertiefende Analyse, wie Kafka durch tierische Projektionen das verdrängte Unterbewusstsein seiner menschlichen Protagonisten externalisiert.

3.1 Tier und Mensch innerhalb einer Erzählung: Untersuchung von Texten, in denen die Koexistenz von Mensch und Tier eine psychologische Selbsterkenntnis erzwingt.

3.1.1 „Die Verwandlung“: Analyse der Verwandlung Gregor Samsas als Ausdruck seiner beruflichen Entfremdung und der verdrängten Bedürfnisse.

3.1.2 „Schakale und Araber“: Untersuchung der Unvereinbarkeit natürlicher Triebe und moralischen Handelns am Beispiel der Begegnung zwischen Schakalen und dem Reisenden.

3.2 Die reinen Tiererzählungen: Betrachtung von Texten, in denen der Mensch vollständig durch tierische Protagonisten ersetzt wird, um eine neue Ebene der Bewusstseinsdarstellung zu erreichen.

3.2.1 “Josefine, die Sängerin, oder das Volk der Mäuse“: Interpretation der Figur Josefine als Kritik am damaligen Kunstbegriff und dem Streben nach einem Sonderstatus.

3.2.2 “Der Bau”: Darstellung der Erzählung als psychologische Untersuchung der inneren Zerrissenheit und der Sehnsucht nach einem „inneren“ Zuhause.

4. Der Hintergrund in Kafkas Leben: Untersuchung biografischer Parallelen, insbesondere Kafkas Verhältnis zur Arbeit und seinem Vater, im Kontext seiner literarischen Tierdarstellungen.

5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse, die Kafkas Werk als Grundlage für eine tiefgreifende Selbstreflexion des Lesers charakterisiert.

Schlüsselwörter

Franz Kafka, Tierfiguren, Fabel, Die Verwandlung, Schakale und Araber, Josefine die Sängerin, Der Bau, Selbsterkenntnis, Entfremdung, Industrialisierung, Psychologie, Literaturanalyse, Existenz, Wahres Selbst, Instinkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die spezielle Funktion von Tierfiguren im literarischen Werk Franz Kafkas und wie diese dazu dienen, menschliche Charaktereigenschaften sowie psychologische Konflikte darzustellen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Funktion der Fabel, der psychologischen Deutung von Kafkas Erzählungen, dem Gegensatz zwischen Naturtrieben und Moral sowie dem Einfluss von Kafkas Biografie auf seine literarische Symbolik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifische symbolische „Gegenwelt“ der Tiere bei Kafka zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese Figuren den Lesern helfen, menschliche Entfremdung und das verborgene „wahre Selbst“ zu erkennen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt durch Sekundärliteratur (insbesondere Wilhelm Emrich), um ausgewählte Erzählungen und Werke Kafkas interpretativ zu erschließen.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Untersuchung?

Der Hauptteil gliedert sich in Erzählungen, in denen Menschen und Tiere aufeinandertreffen (wie „Die Verwandlung“), und reine Tiererzählungen (wie „Der Bau“), deren Bedeutung für die menschliche Existenz detailliert erörtert wird.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Selbsterkenntnis, Entfremdung, Instinkt, Industrialisierung sowie das Spannungsfeld zwischen der menschlichen Gesellschaft und dem ursprünglichen „Ich“.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen „Die Verwandlung“ und „Der Bau“?

Während in „Die Verwandlung“ die Insektenform als fremde, äußere Instanz die unterdrückte Innenwelt des Menschen aufbricht, thematisiert „Der Bau“ die existenzielle Zerrissenheit und die unstillbare Sehnsucht nach einem sicheren „inneren“ Zuhause in einer Welt voller Gefahren.

Inwiefern spielt Kafkas Biografie bei der Deutung eine Rolle?

Die Arbeit vergleicht Kafkas eigenes, als lästig empfundenes Berufsleben mit dem seiner Figuren und deutet seine Schriftstellerei als einen „Bau“, in den er sich – wie seine Tierfiguren – zurückzieht, um Sicherheit und Geborgenheit zu finden.

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Details

Title
Darstellung und Funktion von Tierfiguren im Werke Franz Kafkas - exemplarisch aufgezeigt an ausgewählten Erzählungen
College
University of Göttingen  (Universität)
Course
Hauptseminar "Kafka und die Moderne"
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V56459
ISBN (eBook)
9783638511247
ISBN (Book)
9783656833673
Language
German
Tags
Darstellung Funktion Tierfiguren Werke Franz Kafkas Erzählungen Hauptseminar Kafka Moderne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2006, Darstellung und Funktion von Tierfiguren im Werke Franz Kafkas - exemplarisch aufgezeigt an ausgewählten Erzählungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56459
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