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Am Ende der blauen Magie. Das lyrische Spätwerk Else Lasker-Schülers am Beispiel des blauen Klaviers

Title: Am Ende der blauen Magie. Das lyrische Spätwerk Else Lasker-Schülers am Beispiel des blauen Klaviers

Term Paper , 1999 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Artium Norbert Krüßmann (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Else Lasker-Schüler, die große deutsch-jüdische Dichterin, Erzählerin orientalischer Phantasien, und Dramaturgin stimmungsvoller Bilder, Berliner Bohemienne und Lebenskünstlerin, veröffentlichte 1943, aus Deutschland vertrieben im Jerusalemer Exil, einen Gedichtband voll von Trotz und Trauer, der mit zu dem dichtesten und schönsten gehört, was in deutscher Sprache je geschrieben wurde. Er trägt den Titel eines der Gedichte, die er enthält: „Mein blaues Klavier“, das selbst zumindest als Fragment bereits 1936 entstanden sein muß und das inzwischen als Synonym für Exildichtung an sich gehandhabt wird.
In diesem Gedicht spiegeln sich, ähnlich wie auch in dem ersten und dem letzten Text („An meine Freunde“, „An mich“), wie in einem funkelnden Diamanten alle Themen des gesamten Buches, das man aus diesem Grund wohl mit vollem Recht als Zyklus bezeichnen kann. Das Gedicht schlüsselt ihn, und schlüsselt sich durch ihn gewissermaßen auf. Daher hat die vorliegende Arbeit das Gedicht „Mein blaues Klavier“ zum Inhalt und hofft über dessen Analyse auch ein Stück weit dem dazugehörigen Zyklus näherzukommen.
Um das Gedicht angemessen zu interpretieren, ist es unumgänglich, zunächst auf die Bedeutung der Farbe Blau einzugehen, die innerhalb des Textes inklusive des Titels drei mal auftaucht und die daher den Grundton des Textes bestimmt. Hierbei wird sich zeigen, daß in dieser Farbnennung Literatur, Malerei und Musik sich vereinen. Im musikalischen Bereich wird der Vergleich zur Bluesmusik zu ziehen sein, in der Malerei der zum Blauen Reiter anhand der von Wassily Kandinsky verfaßten Schrift „Über das Geistige in der Kunst“. Literarisch böte sich selbstredend der Vergleich zu Gottfried Benn an, der jedoch nur angedeutet wird, da die relevanten Konnotationen, die sich aus der Bennschen Dichtung ergeben, auch aus dem lyrischen Werk Else Lasker-Schülers selbst belegbar sind. Die vorliegende Arbeit wird sich daher darauf beschränken, einen Versuch einer Chronologie des Blau in der Lasker-Schülerschen Poesie zu zeichnen.
Nach der solchermaßen erfolgten Analyse des Gedichtes wird es aus den erläuterten Gründen nötig sein, die einzelnen miteinander verwobenen Kontrastpaare des Textes herauszuarbeiten, um zu verfolgen, wie sie durch den Zyklus hindurch variiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1.1 Das Blau im Gesamtwerk Else Lasker-Schülers

2.1.2 Der Blaue Reiter

2.1.3 Die blue notes

2.2 „Mein blaues Klavier“

2.3.1 „An meine Freunde“

2.3.2 „Abends“

2.3.3 „Ich liebe Dich“

2.3.4 „An Apollon“

2.3.5 „An mich“

3. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das lyrische Spätwerk von Else Lasker-Schüler, insbesondere den Gedichtband „Mein blaues Klavier“, um die zentrale Rolle der Farbe Blau als Chiffre für Dichtung, Liebe und Exilerfahrung zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Lasker-Schüler in einer von Verrohung und Vertreibung geprägten Zeit versucht, durch das poetische Wort eine neue Sinnhaftigkeit und eine transzendente Verbindung zur Welt oder zum Göttlichen aufzubauen.

  • Die symbolische und künstlerische Bedeutung der Farbe Blau im Gesamtwerk der Autorin.
  • Die Analyse des titelgebenden Gedichts „Mein blaues Klavier“ als Schnittpunkt von Musik, Malerei und Literatur.
  • Die Auseinandersetzung mit den Themen Exil, Heimatlosigkeit und Identitätsverlust.
  • Die formale und inhaltliche Verwobenheit des Gedichtbandes als geschlossener Zyklus.
  • Die Entwicklung eines neuen, auf Leid basierenden Auserwähltheitsstatus der Dichterin.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Das Blau im Gesamtwerk Else Lasker-Schülers

Bezeichnend für die gesamte Literatur Else Lasker-Schülers ist, daß es ihr immer wieder gelingt, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, wie sie es z.B. bereits 1908 in ihrem ersten Theaterstück, der Wupper, meisterhaft getan hatte. Bei dem vorliegenden Gedichtband, ihrer letzten und reifsten Arbeit wird dieser Anspruch bereits im Titel programmatisch aufgestellt. „Mein blaues Klavier“ verbindet über die Nennung der Farbempfindung Blau die Malerei mit der Musik, die sich als Instrument des Klaviers manifestiert. Beide Künste aber vereinigen sich in der von der Poetin verwendeten Poesie, die sozusagen den allgegenwärtigen Hintergrund bildet. Im folgenden wird darauf einzugehen sein, inwiefern es der Autorin gelingt, Malerei und Musik mit in ihr lyrisches Werk einzubeziehen und was diese Konnotationen bedeuten, was innerhalb dieser Arbeit nur anhand des titelgebenden Gedichtes zu leisten sein wird. Besonders der Farbe Blau wird hierbei besondere Aufmerksamkeit zu widmen sein, da alle drei Künste in besonderer Weise in ihr kulminieren.

Diese Farbe, die in ihrem Spätwerk besondere Bedeutung erlangt, hatte Else Lasker-Schüler bereits ihr ganzes Leben lang begleitet, und dabei sowohl an Häufigkeit des Vorkommens als auch an Vielschichtigkeit der Bedeutung zugenommen. So erscheint sie bereits in dem 1902 veröffentlichten Gedichtband „Styx“, wenn auch nur ein einziges Mal, in dem Peter Hille gewidmeten Gedicht „Der gefallene Engel“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird der theoretische Rahmen gesteckt und die zentrale Bedeutung des Gedichtbandes „Mein blaues Klavier“ als Exillyrik sowie die methodische Herangehensweise (Farbsymbolik, interdisziplinäre Bezüge) erläutert.

2.1.1 Das Blau im Gesamtwerk Else Lasker-Schülers: Dieses Kapitel beleuchtet die Entwicklung der Farbsymbolik Blau vom Frühwerk bis zum Spätwerk und verknüpft sie mit den zentralen Motiven Gott, Kindheit und Liebe.

2.1.2 Der Blaue Reiter: Hier wird die Korrespondenz zwischen der Lasker-Schülerschen Lyrik und der Kunsttheorie des Expressionismus, insbesondere durch Wassily Kandinsky und Franz Marc, untersucht.

2.1.3 Die blue notes: Dieses Kapitel widmet sich den musikalischen Aspekten im Werk und zieht Parallelen zwischen der formalen Gestaltung des Gedichts und dem Blues als Ausdrucksform von Leid und Trauer.

2.2 „Mein blaues Klavier“: Das Kapitel bietet eine detaillierte Interpretation des titelgebenden Gedichts und analysiert das Spannungsfeld zwischen künstlerischem Unvermögen, Exilerfahrung und Selbstbehauptung.

2.3.1 „An meine Freunde“: Eine Analyse des ersten Textes des Zyklus, der die Kontraste von Gegenwart und Vergangenheit sowie das Motiv des Urvertrauens einführt.

2.3.2 „Abends“: Untersuchung der Ambivalenz von Singen und Weinen sowie der Frage nach der Bedeutung des Schmerzes in der jüdischen Tradition.

2.3.3 „Ich liebe Dich“: (Kurze inhaltliche Einordnung dieses Abschnitts gemäß der Struktur des Bandes).

2.3.4 „An Apollon“: Analyse der Resignation und der endgültigen Distanzierung von der eigenen künstlerischen Schaffenskraft als Ausdruck von Schutzlosigkeit.

2.3.5 „An mich“: Betrachtung des letzten Textes des Bandes, der als eine Art Bilanz der eigenen Dichtung und Abschied vom Mythos des Wunderkindes verstanden wird.

3. Schluß: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die methodischen Grenzen der Untersuchung angesichts der Vielschichtigkeit von Lasker-Schülers Lyrik.

Schlüsselwörter

Else Lasker-Schüler, Mein blaues Klavier, Exillyrik, Farbsymbolik, Blau, Expressionismus, Wassily Kandinsky, Blues, Identität, Kindheit, Auserwähltheit, Leid, Lyrik, Gottfried Benn, Exil.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das lyrische Spätwerk der deutsch-jüdischen Dichterin Else Lasker-Schüler, mit einem Fokus auf dem Gedichtband „Mein blaues Klavier“ als ein komplexes, zyklisches Gesamtkunstwerk.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die symbolische Bedeutung der Farbe Blau, die Rolle der Musik (Blues) und Malerei in der Dichtung, sowie die Bewältigung des Exils, des Leids und der Verlust der eigenen Identität durch die Vertreibung aus Nazi-Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die interne Logik und Symbolik des Bandes „Mein blaues Klavier“ zu entschlüsseln und zu zeigen, wie die Dichterin ihr persönliches Leid in ein neues Begründungsmuster für ihre Auserwähltheit umwandelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die semantische Textuntersuchungen mit kunstgeschichtlichen und musiktheoretischen Vergleichen verbindet und den Kontext des Gesamtwerks sowie biographische Hintergründe einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Bedeutung des Blaus, die Korrespondenz zum „Blauen Reiter“, musikalische Einflüsse (Blue Notes) und interpretiert zentrale Gedichte des Bandes im Hinblick auf ihre Spannungsfelder zwischen Hoffnung, Resignation und künstlerischem Selbstverständnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Else Lasker-Schüler, Exillyrik, Farbsymbolik, Expressionismus und der Auseinandersetzung mit dem jüdischen Schicksal im 20. Jahrhundert beschreiben.

Wie spielt das Motiv des "blauen Klaviers" eine Rolle?

Das Klavier fungiert als Metapher für die Dichtung und die menschliche Seele selbst, wobei dessen "Unbespielbarkeit" den Zustand der Dichterin im Exil versinnbildlicht.

Warum spielt das Leid eine solch zentrale Rolle in den späteren Gedichten?

In der Spätphase des Exils dient das Leid der Dichterin als neue Quelle ihrer Auserwähltheit und Identität, nachdem sie den Glauben an die rein transformatorische Kraft ihrer früheren Liebessprache verloren hat.

Was bedeutet die "Klaviatür" im Gedichtkontext?

Der Neologismus „Klaviatür“ verweist auf das Zerbrechen der Klaviatur und damit auf die Unmöglichkeit der Rückkehr in die schöpferische Welt der Dichtung – das Klavier ist nun nicht mehr nur Instrument, sondern eine verschlossene Tür.

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Details

Title
Am Ende der blauen Magie. Das lyrische Spätwerk Else Lasker-Schülers am Beispiel des blauen Klaviers
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Germanistisches Seminar II)
Course
Else Lasker-Schüler
Grade
1,0
Author
Magister Artium Norbert Krüßmann (Author)
Publication Year
1999
Pages
30
Catalog Number
V56496
ISBN (eBook)
9783638511544
ISBN (Book)
9783638664578
Language
German
Tags
Ende Magie Spätwerk Else Lasker-Schülers Beispiel Klaviers Else Lasker-Schüler
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Norbert Krüßmann (Author), 1999, Am Ende der blauen Magie. Das lyrische Spätwerk Else Lasker-Schülers am Beispiel des blauen Klaviers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56496
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