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Das Denkbare wäre ohne das Undenkbare undenkbar

Eine Annäherung an den letzten Gedankengang in Wittgensteins "Tractatus"

Title: Das Denkbare wäre ohne das Undenkbare undenkbar

Term Paper , 2004 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Magister Artium Norbert Krüßmann (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit versucht gleichsam Wittgensteins Haltung zur Ethik aus seiner Auffassung des Mystischen zu erhellen. Das Mystische wird hierbei als der zentrale Punkt des gesamten Tractatus gesehen.
Die Arbeit besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil versuche ich, eine Einteilung des Tractatus in drei Abschnitte zu begründen. Diese Einteilung geht einher mit der Einordnung der zu behandelnden Sätze in die Gesamtstruktur des Tractatus und bildet somit die Basis für die Ausdifferenzierung meines weiteren Gedankenganges.
Der zweite Teil widmet sich der Ethik, wie Wittgenstein sie von Satz 6.4 an thematisiert. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Spannungsverhältnis zwischen Unsagbarkeit einerseits und Existenz und Wichtigkeit der Ethik andererseits.
Der dritte Teil schließlich, der sich mit dem von Wittgenstein so genannten Mystischen beschäftigt, bemüht sich zu zeigen, wie sich dieses Spannungsverhältnis auflöst, indem alle Gegensätze und Unterscheidungen in einer unio mystica zusammenfließen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung des Themas in den Aufbau des Tractatus

2.1 Sieben Sätze

2.2 Drei Teile

3. Das Ethische

3.1 Sätze der Ethik als Wenn-Dann-Relation

3.2 Die Anschauung der Welt sub specie aeternitatis

3.3 Konsequenzen

3.4 Die Motivation der Ethik

3.5 Gott

3.6 Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“

3.7 Exclaven der Sprachlosigkeit

4. Das Mystische

4.1 Die Existenz ist das Mystische

4.2 Mystische Sprache

4.3 Die Entgrenzung

4.4 Die unio mystica

5. Schluß

6. Bibliographie

6.1 Verwendete Wittgenstein-Ausgaben

6.2 Sonstige Quellen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den letzten Gedankengang in Ludwig Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus (Sätze 6.4 bis 7) und stellt die These auf, dass Wittgensteins ethische Haltung durch seine Auffassung des Mystischen erhellt werden kann. Dabei wird analysiert, wie sich das Spannungsverhältnis zwischen dem Sagbaren und dem Unsagbaren in der Konfrontation mit dem Mystischen auflöst.

  • Strukturierung des Tractatus in drei Abschnitte
  • Untersuchung der Ethik als Bereich des Unsagbaren und Unsinnigen
  • Analyse des mystischen Gefühls als Voraussetzung für die ethische Perspektive
  • Die Rolle von Gott und dem "Sinn des Lebens" als außersprachliche Phänomene
  • Auflösung der Grenzen zwischen sinnvoll, sinnlos und unsinnig

Auszug aus dem Buch

3.1 Sätze der Ethik als Wenn-Dann-Relation

Die erste Begründung ergibt sich aus dem Vergleich eines Satzes der Ethik mit einem Aussagesatz. Bei der Bewertung eines Aussagesatzes (aRb) ist die Ermittlung eines Wahrheitswertes denkbar einfach. Es läßt sich für dieses aRb etwas einsetzen, beispielsweise: Anton küßt Berta. Der Satz ist genau dann wahr, wenn Anton Berta küßt. In allen anderen Fällen ist er falsch.

Es läßt sich also ermitteln, was der Fall ist, wenn aRb wahr ist. Dies genau bedeutet, den Satz zu verstehen.

Genau dies aber ist bei einem Satz der Ethik nicht möglich. Beispielsweise der Satz „Du sollst nicht lügen“ läßt sich nicht als wahr oder falsch bewerten. Er wird nicht dadurch falsch, daß jemand doch lügt. Eher ist er als Handlungsmaxime, als Imperativ zu verstehen. Wittgenstein schlägt in Satz 6.422 vor, er könnte als Wenn-Dann-Relation ausdrückbar sein.

Da der Satz aber keine Aussage über das Dann dieser Relation trifft, kann ihm auch kein Wert zugeordnet werden. Wir wissen nicht, unter welchen Voraussetzungen der Satz wahr oder falsch ist. Und wir wissen nicht, was der Fall ist, wenn er wahr ist.

Natürlich ließe sich auch hier wieder verfahren wie mit unserem Aussagesatz. Es ließe sich einfach etwas einsetzen. Man könnte den Satz z.B. dahingehend erweitern, zu sagen: „Du sollst nicht lügen ist dann wahr, wenn alle, die nicht lügen, ein Schokoladeneis bekommen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie Wittgensteins Haltung zur Ethik aus seiner Auffassung des Mystischen verstanden werden kann.

2. Einordnung des Themas in den Aufbau des Tractatus: Es wird eine alternative Dreiteilung des Tractatus vorgeschlagen, um den Aufbau und die logische Gewichtung der Sätze besser nachvollziehen zu können.

3. Das Ethische: Dieses Kapitel erörtert, warum ethische Sätze als unsinnig gelten, und untersucht die ethische Perspektive sowie die Rolle von Gott und dem Sinn des Lebens.

4. Das Mystische: Der Autor erläutert den Begriff des Mystischen bei Wittgenstein als dasjenige, was sich in der Existenz der Welt zeigt, und thematisiert die Grenzen der Sprache.

5. Schluß: Eine abschließende Reflexion über die Methode der Arbeit und mögliche Anknüpfungspunkte an andere mystische Traditionen wie Augustinus oder den Zen-Buddhismus.

6. Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus, Ethik, Mystik, unsinnige Sätze, Welt, Sinn des Lebens, unio mystica, Sprachlosigkeit, Existenz, Gott, Logik, sub specie aeternitatis, Sagbares, Unsagbares.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den letzten Sätzen (6.4 bis 7) von Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus und versucht, die ethischen Aussagen durch den Begriff des Mystischen zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Bereiche Ethik, Logik, Mystik, Sprachphilosophie und die ontologische Bedeutung der Existenz der Welt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu zeigen, wie sich das Spannungsverhältnis zwischen der Unsagbarkeit der Ethik und deren Wichtigkeit auflöst, indem alle Unterscheidungen im Mystischen zusammenfließen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe Analyse und Interpretation des Tractatus sowie einen Abgleich mit Tagebuchnotizen und Briefen Wittgensteins.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Einordnung des Tractatus, eine tiefgehende Analyse ethischer Sätze, das Verhältnis zur Welt (sub specie aeternitatis), die Bedeutung Gottes und die Natur des Mystischen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Ethik, Mystik, Tractatus, Unsagbares, Sinn des Lebens, Existenz, Logik und unio mystica.

Wie unterscheidet der Autor zwischen einer "Frage" und einem "Problem"?

Eine Frage ist für den Autor ein versprachlichter Fragenkomplex, der eine Antwort erfordert, während ein Problem intuitiver Natur ist und nach einer Lösung sucht, bei der das Problem im Idealfall verschwindet.

Warum hält der Autor die Sätze der Ethik für unsinnig?

Da sich Sätze der Ethik nicht als wahr oder falsch bewerten lassen und sich der logischen Konstruktion entziehen, können sie innerhalb der Logik keine Bedeutung tragen und sind somit für Wittgenstein unsinnig.

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Details

Title
Das Denkbare wäre ohne das Undenkbare undenkbar
Subtitle
Eine Annäherung an den letzten Gedankengang in Wittgensteins "Tractatus"
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,7
Author
Magister Artium Norbert Krüßmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V56501
ISBN (eBook)
9783638511599
ISBN (Book)
9783638664615
Language
German
Tags
Denkbare Undenkbare
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Norbert Krüßmann (Author), 2004, Das Denkbare wäre ohne das Undenkbare undenkbar, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56501
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