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Der schwarze Tod. Die Pest von 1348 in England

Title: Der schwarze Tod. Die Pest von 1348 in England

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 29 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Magistra Artium Daniela Herbst (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Der schwarze Tod, Geißel Gottes oder Pest, egal unter welchem Namen man diese dunkle Zeit Europas anspricht, sie löst sowohl Grauen als auch eine Form makaberen Interesses aus. Keine anderen Ereignisse stellen in der Menschheitsgeschichte solche gravierenden Einschnitte dar wie epidemische Katastrophen und nicht selten gehen diese auch mit gesellschaftlichen Umbrüchen einher. Mit einer der grausamsten Heimsuchungen dieser Art, der Pest von 1348 mit speziellem Hinblick auf ihre Auswirkungen in England, befasst sich die vorliegende Arbeit.
Für die Analyse eines Phänomens ist zunächst wichtig wo und in welcher Zeit dieses seinen Ursprung nahm. Die zeitliche Einordnung spielt besonders insofern eine Rolle als sie Rückschlüsse auf die Reaktion der Menschen auf die Krankheit zulässt. Betrachtet man allerdings die vorliegenden Fakten, so ergibt sich eine gewisse Diskrepanz, denn obwohl die Pest als sie 1348 auf dem europäischen Kontinent wütete schon mehr als 2500 Jahre bekannt gewesen sein sollte, regierte die Bevölkerung mit Panik und Hilflosigkeit darauf, als sei sie aus dem Nichts gekommen. Diese anscheinende Unstimmigkeit, wie auch die Frage nach der Ausbreitung über Europa und insbesondere über England soll hier ausführlich geklärt werden.
Doch steht eigentlich nicht die Krankheit selbst im Mittelpunkt dieser Arbeit, sondern ihre Auswirkungen auf das Land und die Menschen. Dazu gehört selbstverständlich ein genauerer Blick auf die Situation Englands vor Ausbruch des schwarzen Todes, denn wie sollte man Veränderungen aufspüren können, wenn man die Ausgangslage nicht kennt. Ein außergewöhnlich aussagekräftiger Punkt in diesem Zusammenhang sind die Schutzmaßnahmen, die getroffen wurden, denn sie sagen viel über über den „Boden“ aus, auf den die giftige Saat fiel. Als Konsequenz daraus führt der nächste Schritt zu den unmittelbaren und langfristigen Folgen für die Gesellschaft.
Abschließend soll eine Betrachtung Englands nach der Epidemie noch einmal kurz beleuchten welche Spuren sie tatsächlich hinterlassen hat, aber auch wie schnell sich das Land eigentlich erholte. Den Abschluss bildet ein Vergleich mit der darauffolgenden Pestwelle 1361 und ein weiterer Ausblick.
In beträchtlichem Maß stützt sich die gesamte Darstellung dabei auf das „Chronicon Henrici Knighton vel Cnitthon Monarchi Leycestresis“ des Henry Knighton, Kanoniker der St Mary´s Abbey von Leicester, da dieses Werk als eines der Aussagekräftigsten auf diesem Gebiet zu gelten hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Ankunft der Pest von 1348 in England

1.1. Über den Ursprung und Verbreitung der Pest

1.2. Die Verbreitung der Pest über England

1.3. Die Situation Englands vor dem Jahr 1348

1.4. Die Schutzmaßnahmen angesichts der Bedrohung

2. Das Wüten des „Schwarzen Todes“ in England

2.1. Das Sterben der Bevölkerung und seine unmittelbaren Folgen

2.2. Das Sterben der Bevölkerung und seine langfristigen Folgen

2.3. Exkurs: Ein Blick auf Gesamteuropa

3. Die Zeit nach der ersten Pestwelle

3.1. Die Zustände nach der Epidemie.

3.2. Die zweite Pestwelle von 1361

3.3. Weiterer Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen des „Schwarzen Todes“ auf England in der Mitte des 14. Jahrhunderts, wobei der Fokus auf der Analyse der unmittelbaren und langfristigen sozialen, wirtschaftlichen und kirchlichen Konsequenzen des Massensterbens liegt. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, inwiefern die Pest eine neue Ära einleitete oder lediglich bestehende Dynamiken verstärkte, gestützt auf zeitgenössische Berichte wie das Chronicon von Henry Knighton.

  • Ankunft und Verbreitung der Pest in England
  • Unmittelbare Auswirkungen auf Bevölkerung, Wirtschaft und Kirche
  • Langfristige gesellschaftliche Veränderungen und technische Innovationen
  • Vergleich der Auswirkungen in England mit der Situation in Gesamteuropa
  • Analyse der Rolle von Aberglaube und Schutzmaßnahmen in der Krise

Auszug aus dem Buch

1.3. Die Situation Englands vor dem Jahr 1348

Um die Jahrhundertwende betrug die Bevölkerungszahl Europas nach Schätzungen etwa achtunddreißig Millionen. Vor dem Ausbruch der Pest hatte sich diese Zahl nochmals annähernd verdoppelt, wobei für England gesondert betrachtet in dieser Zeit eine Steigerung auf beinahe das Dreifache der ursprünglichen Einwohner zu verzeichnen war. Am Vorabend des schwarzen Todes lebten annähernd 3,7 Millionen Menschen in englischen Landen.

Dieses Wachstum ging einher mit einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung. Es kam verstärkt zur Gründung neuer Städte wie auch zum Aufblühen der Alten, weiterer Siedlungsraum wurde erschlossen, Ackerbauflächen erweitert und der Handel gedieh durch vermehrte Kontakte mit dem restlichen Europa. Auch auf politischem Terrain ging langsam die Saat auf, die man gestreut hatte. Das Parlament gewann zusehends an Bedeutung. Gleichzeitig saß mit Edward III (R:1227-77) ein König auf dem Thron, der aufgrund seiner Fähigkeiten sowohl in Regierungs-angelegenheiten wie auch auf dem Schlachtfeld, seinen Titel zurecht trug – anders als beispielsweise sein verhaßter Vater Edward II (R:1307-1327).

Die Mitte des 14.Jahrhunderts war allerdings gleichzeitig eine Phase der Krisen. Zwei verheerende Missernten führten in den Jahren 1315 und 1317 zu großen Hungersnöten. Die Viehseuchen, die England in der Folgezeit heimsuchten, ließen die Preise ins Bodenlose fallen und erschütterten die Wirtschaft. Zudem verschlang der Krieg gegen Schottland bereits unter dem alten, wenig erfolgreichen, Herrscher Unsummen an Steuergeldern. Zwar erwies sich sein Sohn in diesen langandauernden Auseinandersetzungen als wesentlich siegreicher, doch verschärfte der Krieg mit Frankreich (1337-1453) zusätzlich die Situation und somit auch die Kosten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Ankunft der Pest von 1348 in England: Dieses Kapitel behandelt die Ursprünge der Pest, ihre Ausbreitung über den Kontinent bis nach England sowie das sozio-politische Umfeld Englands vor der Epidemie und erste Schutzmaßnahmen.

2. Das Wüten des „Schwarzen Todes“ in England: Hier werden die verheerenden unmittelbaren und langfristigen Folgen des Sterbens für die Bevölkerung, das Wirtschafts- und Rechtssystem sowie die Kirche analysiert, ergänzt durch einen Exkurs zur Lage in Gesamteuropa.

3. Die Zeit nach der ersten Pestwelle: Das Kapitel untersucht die Zustände nach dem Abklingen der ersten Welle, die Auswirkungen der zweiten Pestwelle von 1361 sowie einen weiteren Ausblick auf die langfristigen gesellschaftlichen Veränderungen.

Schlüsselwörter

Schwarzer Tod, Pest, England, 1348, Bevölkerungssterben, Henry Knighton, Spätmittelalter, Pestwelle, Auswirkungen, Wirtschaftsgeschichte, Gesellschaftswandel, Seuche, Chronicon, Faktorensubstitution, Renaissance

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Ausbruch, dem Verlauf und den vielfältigen Folgen der Pestepidemie von 1348 in England sowie deren Bedeutung als Krisenereignis für die spätmittelalterliche Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Verbreitungswege der Seuche, die demografischen Auswirkungen, die Reaktionen von Bevölkerung und Obrigkeit, sowie die wirtschaftlichen und sozialen Transformationsprozesse in Folge des Massensterbens.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, wie die Pest die englische Gesellschaft beeinflusste, welche unmittelbaren und langfristigen Konsequenzen entstanden und ob die Seuche als Auslöser für eine neue Ära oder als Katalysator bereits bestehender Entwicklungen zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine tiefgehende Analyse zeitgenössischer Quellen, insbesondere des „Chronicon Henrici Knighton vel Cnitthon Monarchi Leycestresis“, kombiniert mit einer Auswertung aktueller historischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ankunft der Pest, das Sterben und die unmittelbaren sozialen Folgen, die langfristigen wirtschaftlichen und strukturellen Veränderungen sowie die zweite Pestwelle von 1361 und die Auswirkungen auf die Lebenserwartung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schwarzer Tod, Pest, England, 1348, Bevölkerungssterben, Henry Knighton, Spätmittelalter und sozialer Wandel charakterisieren.

Warum spielt die Person Henry Knighton eine so wichtige Rolle?

Henry Knighton war ein Kanoniker in Leicester und schrieb aus dem Brennpunkt des in Mittelengland besonders schwer wütenden Pestausbruchs, wodurch seine Chronik eine unmittelbare und bedeutende Quelle für die Rekonstruktion jener Krisenjahre darstellt.

Welche Rolle spielten die Erdbeben für die Wahrnehmung der Zeitgenossen?

Die Pestzeit war von einer tiefen Furcht und Hilflosigkeit geprägt; Erdbeben wurden als schlechte Omen interpretiert, die in Kombination mit der Seuche das Bedürfnis der Menschen nach spirituellem Beistand und Aberglauben intensivierten.

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Details

Title
Der schwarze Tod. Die Pest von 1348 in England
College
University of Sheffield
Course
Hauptseminar
Grade
1,7
Author
Magistra Artium Daniela Herbst (Author)
Publication Year
2004
Pages
29
Catalog Number
V56506
ISBN (eBook)
9783638511643
ISBN (Book)
9783638683180
Language
German
Tags
Pest England Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Daniela Herbst (Author), 2004, Der schwarze Tod. Die Pest von 1348 in England, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56506
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