Es soll auf die verschiedenen Entwicklungsphasen der Dorferneuerung im zeitlichen Kontext, die Maßnahmen und Ziele eingegangen werden. Somit können im Rahmen der Ursachenforschung Raumordnungsprobleme (HEINEBERG 2004: 252) wie beispielsweise Gentrificationsprozesse im ländlichen Raum, Veränderung der Gewerbe- und Wohnkultur in Dörfern, als auch Veränderung der örtlichen Grundversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, lösungsorientiert behandelt werden. Um Aussagen über zukünftige Entwicklungsprozesse in den Gemeinden des ländlichen Raums Deutschlands deuten zu können, ist es Ziel dieser Arbeit die Grundlinien eines elementaren staatlichen Förderinstrumentes - der Dorferneuerung, welche mit Hilfe gesetzlicher Vorgaben durchgeführt wird, zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Zwei Phasen der Dorferneuerung
2.1 Erste Phase (bis 1975)
2.2 Zweite Phase (ab 1975)
3 Gesetzliche Grundlage der Dorferneuerung
4 Ablauf und Phasen der Dorferneuerung
4.1 Vorphase
4.2 Startphase
4.3 Klärungsphase
4.4 Umsetzungsphase
4.4.1 Umsetzungsphase I
4.4.2 Umsetzungsphase II
5 Sektorale Unterteilung der Dorferneuerungsförderung
5.1 Landwirtschaft
5.2 Verkehr
5.3 Gewerbe und private Dienstleistungen
5.4 Dorfstraßen und Plätze
5.5 Kommunale Grundausstattung
5.6 Begrünung und Gewässer
5.7 Bauliche Ordnung und Denkmalpflege
5.8 Gemeinschaftsleben
6 Ziel der Dorferneuerung
7 Fazit
8 Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die grundlegenden Mechanismen, Entwicklungsphasen und Ziele staatlicher Förderinstrumente zur Dorferneuerung in Deutschland. Ziel ist es, auf Basis gesetzlicher Vorgaben die strukturellen Veränderungsprozesse im ländlichen Raum zu analysieren und Wege aufzuzeigen, wie dörfliche Lebensqualität nachhaltig gesichert werden kann.
- Historische Entwicklung der Dorferneuerung in zwei Phasen
- Gesetzliche Rahmenbedingungen und Verwaltungsvorschriften
- Phasenmodell der praktischen Projektdurchführung
- Sektorale Förderbereiche von der Landwirtschaft bis zum Gemeinschaftsleben
- Bedeutung der Bürgerbeteiligung und Strukturverbesserung
Auszug aus dem Buch
0 Ablauf und Phasen der Dorferneuerung
Der Ablauf der Dorferneuerung kann wie in Abb. 1 zu erkennen ist in unterschiedlichen Phasen unterteilt werden. Die in der Abb. 1 angegebenen vier Hauptphasen und deren Verlaufszeiten wurden vom Land Hessen nach Erfahrungswerten in einer Informationsbroschüre herausgegeben und sollen für die Betroffenen eine Richtungsvorgaben sein. Da die Dorferneuerung im Wesentlichen ein Instrument der Länder in der BRD darstellt, können diese voneinander abweichen. Zudem ist es kaum möglich durch den jeweils individuellen Charakter der Maßnahmen konkrete Vorgaben für Abläufe und Zeiten anzugeben.
Es ist Notwendig in der VORPHASE die in der Verwaltungsvorschrift angegebenen Antragsfrist und -form genauestens zu beachten. So müssen beispielsweise in Rheinland-Pfalz die sog. bewilligungsreifen Anträge für kommunale Vorhaben nach besonderem Muster bis zum 1. August eines Kalenderjahres bei der zuständigen Kreisverwaltung eingereicht werden (Art. 7.3.2 VV-Dorf RLP). Für private Vorhaben sieht die Verwaltungsvorschrift allerdings keine genauen Fristen vor (Art. 7.3.3 ff. VV-Dorf RLP). Im Wesentlichen ist davon auszugehen, dass i. d. R. die Bestimmungen der Verwaltungsvorschriften auf Länderebene zur Dorferneuerung in der BRD ähnlich sind. Es ist bereits in dieser Phase zu beachten, dass die Dorfbewohner über die anstehende Dorferneuerung informiert werden (HENKEL 2004: 311).
In der Startphase, welche die Dauer von zwei Monaten nicht überschreiten sollte, findet die Definition der Aufgabenschwerpunkte statt.
In der sechsmonatigen KLÄRUNGSPHASE sollen Arbeitskreise der Bürger gebildet werden. Hierbei sollen die wichtigsten dörflichen Bereiche wie am Fallbeispiel der Gemeinde Ludenhausen in Abb. 2 zu erkennen ist wie Vereine, Landwirtschaft, Frauen und die ältere Bevölkerung repräsentiert sein. Diese sollen während der planerischen Entscheidungen Stellung beziehen (KONIECZNY und ROLLI 1982: 40 ff.). Nicht zuletzt deshalb sollen örtliche Entwicklungsziele in den jeweiligen Arbeitskreisen definiert werden, welche zu einem Leitbild für die Gemeinde anwachsen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" und begründet die anthropogeographische Relevanz der strukturellen Entwicklung ländlicher Räume in Deutschland.
2 Zwei Phasen der Dorferneuerung: Dieses Kapitel unterteilt die Entwicklung der Dorferneuerung in zwei Zeitabschnitte, wobei die erste Phase bis 1975 technische Aspekte betonte und die zweite Phase ab 1975 ökologische und strukturelle Defizite in den Fokus rückte.
3 Gesetzliche Grundlage der Dorferneuerung: Hier wird erläutert, dass Fördermaßnahmen primär durch Verwaltungsvorschriften der Länder geregelt werden, die sich an Rahmengesetzen wie dem BauGB oder dem GAKG orientieren.
4 Ablauf und Phasen der Dorferneuerung: Das Kapitel strukturiert den komplexen Prozess der Dorferneuerung in vier Hauptphasen: Vorphase, Startphase, Klärungsphase und die in zwei Stufen unterteilte Umsetzungsphase.
5 Sektorale Unterteilung der Dorferneuerungsförderung: Hier werden die verschiedenen Handlungsfelder wie Landwirtschaft, Verkehr, Infrastruktur und Gemeinschaftsleben detailliert beschrieben, in denen gezielte Fördermaßnahmen greifen.
6 Ziel der Dorferneuerung: Das Kapitel definiert als Hauptziel die nachhaltige und zukunftsbeständige Entwicklung des Dorfes als eigenständiger Lebens- und Wirtschaftsraum durch strukturverbessernde Maßnahmen.
7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Dorferneuerung ein politisches Steuerungselement ist, das vor allem durch die aktive Partizipation der Bürger und die Einbindung junger Generationen erfolgreich gestaltet werden kann.
Schlüsselwörter
Dorferneuerung, Ländlicher Raum, Strukturwandel, Baugesetzbuch, Förderinstrumente, Dorfentwicklungsplan, Bürgerbeteiligung, Infrastruktur, Landwirtschaft, Stadt-Land-Kontrast, Nachhaltigkeit, Ortskernbelebung, Sozialraum, Dorfmoderation, Planungsrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Dorferneuerung als staatliches Förderinstrument in Deutschland, um den strukturellen Wandel in ländlichen Gemeinden besser zu verstehen und zu steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die gesetzlichen Grundlagen, die historische Entwicklung in Phasen, das praktische Phasenmodell der Umsetzung sowie die sektoralen Förderbereiche.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Grundlinien und Mechanismen der Dorferneuerung zu untersuchen, um Aussagen über zukünftige Entwicklungsprozesse in ländlichen Gemeinden treffen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis bestehender Literatur, Gesetzestexte, Verwaltungsvorschriften und Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die zeitliche Entwicklung, die rechtliche Basis, den Ablauf des Planungsprozesses und eine detaillierte Aufschlüsselung der verschiedenen Fördersektoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Dorferneuerung, Strukturwandel, Bürgerbeteiligung und nachhaltige Dorfentwicklung.
Welche Rolle spielt die Bürgerbeteiligung in der Klärungsphase?
Die Bürgerbeteiligung ist essenziell, da durch die Bildung von Arbeitskreisen die spezifischen Bedürfnisse der Bevölkerung in ein Leitbild einfließen, das die Akzeptanz der Maßnahmen sichert.
Was macht das Beispiel Tiflingerode so besonders?
Tiflingerode dient als Musterbeispiel, da es zeigt, dass auch ohne direkte Dorferneuerung durch engagierte lokale Strukturprogramme erfolgreich junge Familien angesiedelt und die Lebensqualität erhalten werden kann.
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- Christian Kah (Author), 2005, Warum wird eine Dorferneuerung benötigt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56517