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Einfluss des Hochhauses auf die nachbarschaftliche Kommunikation

Title: Einfluss des Hochhauses auf die nachbarschaftliche Kommunikation

Term Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: bestanden

Autor:in: M. A. Joanna Kodzik (Author)

Sociology - Habitation and Urban Sociology
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Mit der vorliegenden Arbeit soll die Grundthese, dass ein Hochhaus als ein Spektrum von spezifischen Merkmalen, die sich von den übrigen Wohnformen unterscheiden, eine besondere soziale Umwelt darstellt, die Einfluss auf die nachbarschaftliche Kommunikation ausübt. Die Dependenz zwischen der nachbarschaftlichen Kommunikation und der Hausform - in diesem Fall Hochhaus - rückt damit in den zentralen Punkt dieser Arbeit. Dabei ist das Hochhaus durch seine räumliche Gestaltung, Wohndichte und hohe Einwohnerzahl ein spezifisches System der sozialen Interaktion. Von Interesse ist die grundlegende Frage; welche Einflüsse von der hohen Konzentration einer großen Zahl von Wohnungen und damit einer großen Zahl von Einwohner auf einer geringen Fläche auf die soziale Interaktion zwischen den Nachbarn ausgehen. Um dies zu bestimmen, wird der Begriff der Nachbarschaft abgegrenzt und erläutert. Es folgt eine Aussage zur Entstehung von Nachbarschaft, die einen Vergleich unter den spezifischen Rahmenbedingungen der hochhäuslichen Umwelt ermöglichen. Damit eine Basis für die Untersuchung der für einen Hochhaus charakteristischen kommunikativen Aktivitäten von Nachbarn gebildet wird, soll die Typisierung der nachbarschaftlichen Verhaltensformen nach H. Klages dargestellt werden. Weiterhin ist die Auseinandersetzung mit der sozialen Wirklichkeit eines Hochhauses notwendig. Was macht das Hochhaus spezifisch im Vergleich zu anderen Wohnformen? Lässt sich eine Typologie der Hochhauseinwohner erstellen? Wie lassen sich die sozialen Netzwerke eines Hochhauses bestimmen? Zwar ist das Wort Nachbarschaft der Herkunft nach von dem Nachbar in älterer Form „Nachbur“, dem nahen Bauer, denjenigen der nahe baut abzuleiten, doch es findet sich schon in der definitorischen Bestimmung der Nachbarschaft von Zedler die Handlungskomponente der nachbarlichen Interaktion und Aktivität , indem es heißt: „Nachbarschaft, heißt in diesen rechten überhaupt entweder den Stand (...) oder auch mehrere zu nächst aneinander stoßenden Häuser, Gebäude, oder Güter oder auch bisweilen die daher entstehenden Gerechtsame und Dienstleistungen derer so genannten Nachbarn, des einen gegen den anderen...“ (http://mdz.bibbvb.de/digbib/lexika/zedler/) Später finden wir auch im Grimmschen Wörterbuch die Nachbarschaft unter anderem als „Verhältnis der Nachbarn zueinander und die damit verbundene Pflichten“. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Nachbarschaft

2. Hochhaus- soziale Wirklichkeit

2.1 Begriff und Geschichte - Spezifika des Hochhauses

2.2 Hochhauseinwohner

3. Das Hochhaus als ein nachbarliches Kommunikationsfeld

4. Einfluss der Nachbarschaft auf die Wohnzufriedenheit der Hochhauseinwohner

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der spezifischen räumlichen und sozialen Bedingungen von Hochhäusern auf die Kommunikation zwischen den Bewohnern. Dabei wird analysiert, inwiefern Architektur, Wohndichte und Anonymität soziale Interaktionen prägen und wie sich dies auf die subjektive Wohnzufriedenheit auswirkt.

  • Soziologische Definition und Abgrenzung des Begriffs Nachbarschaft
  • Charakterisierung des Hochhauses als spezifische Wohnform
  • Analyse nachbarschaftlicher Interaktionsformen im Hochhauskontext
  • Einfluss von Architektur und Anonymität auf die soziale Kommunikation
  • Zusammenhang zwischen Wohnform und Wohnzufriedenheit

Auszug aus dem Buch

Grußgewohnheiten

Bei der Bestimmung der Grüßgewohnheiten ist die hohe Zahl der Hochhauseinwohner der einflussausübende Faktor. Obwohl die Grußkonvention allen selbstverständlich erscheint, wird dies von der Tatsache, dass man nicht jeden gar vom Sehen her kennt, gehindert. Mit der steigenden Zahl der Wohnparteien und damit auch der Einwohner nimmt die Entfremdung zu. Die Hochhausbewohner können oft den Nachbarn von einem Fremden nicht unterscheiden.

Diese Unüberschaubarkeit macht es fast unmöglich alle Hausbewohner zu grüßen. „In Häusern mit 30 bis 40 Parteien grüßen sich 80 % mit allen bzw. fast allen; wenn jedoch die Zahl der Parteien auf über 90 ansteigt, grüßt sich nur noch knapp die Hälfte der Parteien mit fast allen anderen Familien im Haus“ (Herlyn 1970, S. 148) Die Grußgewohnheit, die eine Nachbarschaft abgrenzt, erfüllt eine sicherheitserhöhende Funktion. Aus dem öffentlichen, wie der Hochhaus ihn darstellt, wird zumindest ein halböffentlicher Raum.

Das Grüßverhalten der Nachbarn ist von der Wohnungsart abhängig. Die Inhaber von Eigentumswohnungen die meist eine stärkere Ortsbezogenheit gegenüber den Mietern aufweisen, sind stärker daran interessiert die nachbarlichen Kontakte zu pflegen. „Durchschnittlich 5 % der Mieter stehen 2,3% der Eigentümer gegenüber, die angeben, keinen nachbarlichen Kontakte zu besitzen.“ (Vierecke 1972, S. 43) Doch wie die Untersuchungen zeigen (Herlyn, Vierecke) begünstigt die Spezifika des Hochhauses durch die zunehmende Parteienzahl pro Haus eine hohe Anonymität der Bewohner, was positiv bezüglich der Sicherung der Privatsphäre bzw. negativ hinsichtlich der Sicherheit der Bewohner gewertet werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Nachbarschaft: Die Einleitung legt die Grundthese dar, dass das Hochhaus als spezifische soziale Umwelt die nachbarschaftliche Kommunikation beeinflusst, und führt in die theoretischen Grundlagen des Begriffs Nachbarschaft ein.

2. Hochhaus- soziale Wirklichkeit: Dieses Kapitel definiert das Hochhaus aus bauaufsichtlicher und funktionaler Sicht und untersucht die Heterogenität sowie die sozialen Strukturen der Bewohnerschaft.

3. Das Hochhaus als ein nachbarliches Kommunikationsfeld: Hier werden verschiedene Typen von Nachbarn analysiert und spezifische Interaktionsformen wie Grußgewohnheiten, Informationsaustausch und Hilfeleistungen im Kontext der Anonymität des Hochhauses betrachtet.

4. Einfluss der Nachbarschaft auf die Wohnzufriedenheit der Hochhauseinwohner: Dieses Kapitel beleuchtet, ob Nachbarschaft bei der Wohnungswahl eine Rolle spielt und wie Anonymität einerseits als Störung und andererseits als Schutz der Privatsphäre wahrgenommen wird.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass das Hochhaus ein ambivalentes Umfeld für Kommunikation darstellt, in dem soziale Distanz von Bewohnern häufig bewusst zur Wahrung der Anonymität angestrebt wird.

Schlüsselwörter

Hochhaus, Nachbarschaft, Kommunikation, soziale Interaktion, Anonymität, Wohnzufriedenheit, Wohnform, Architektur, Soziologie, Großstadt, Privatsphäre, Bewohnerstruktur, Urbanität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die soziologische Bedeutung des Wohnens in Hochhäusern und analysiert, wie diese spezifische Wohnform die zwischenmenschliche Kommunikation und das nachbarschaftliche Verhalten beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition der Nachbarschaft, die architektonischen und sozialen Besonderheiten von Hochhäusern sowie die Analyse von Kommunikationsformen und der Wohnzufriedenheit unter Bedingungen hoher Wohndichte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Hochhaus als ein System der sozialen Interaktion fungiert und welchen Einfluss die räumliche Gestaltung und die Bewohnerzahl auf die Intensität nachbarschaftlicher Kontakte ausüben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Auswertung soziologischer Fachliteratur und Studien basiert, um Hypothesen zur Interaktion in Hochhäusern zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Hochhäusern, die Typisierung der Bewohner, die Analyse von Kommunikationsmustern wie Grußverhalten und gegenseitiger Hilfe sowie die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Nachbarschaft und Wohnzufriedenheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Nachbarschaft, Hochhaus, Anonymität, soziale Interaktion und Wohnzufriedenheit.

Welche Rolle spielt der Fahrstuhl für die Kommunikation?

Die Rolle des Fahrstuhls wird kontrovers diskutiert: Während er einerseits als kontaktfeindlich gilt, da er den Aufenthalt verkürzt, wird er andererseits als Raum erzwungener Begegnung angesehen, der zumindest ein kurzes gegenseitiges Wahrnehmen ermöglicht.

Wie unterscheidet sich das Verhalten von Mietern und Eigentümern im Hochhaus?

Die Arbeit weist darauf hin, dass Eigentümer meist eine stärkere Ortsbezogenheit zeigen und an der Pflege nachbarschaftlicher Kontakte stärker interessiert sind als Mieter.

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Details

Title
Einfluss des Hochhauses auf die nachbarschaftliche Kommunikation
College
University of Hagen
Grade
bestanden
Author
M. A. Joanna Kodzik (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V56541
ISBN (eBook)
9783638511964
ISBN (Book)
9783656807506
Language
German
Tags
Einfluss Hochhauses Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Joanna Kodzik (Author), 2005, Einfluss des Hochhauses auf die nachbarschaftliche Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56541
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