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Interkulturelles Lernen in der Grundschule

Title: Interkulturelles Lernen in der Grundschule

Examination Thesis , 2005 , 74 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Mehtap Özkaya (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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Aufgrund der vielfältigen Begegnungen mit anderen Sprachen und Kulturen an den Schulen ist es von besonderer Bedeutung, Kindern und Jugendlichen eine Erziehung zu ermöglichen, welche Toleranz, Anerkennung, Verständnis und Mitgefühl gegenüber Menschen anderer Herkunft erzielen soll. Durch beispielsweise verschiedene Religionen, andere Hautfarben, fremde Sprachen, andere Mentalitäten u.ä. können ungewollte Angstzustände hervorgerufen werden, die dann vermutlich zu Vorurteilen und Rassismus gegen Ausländer führen. Die Bildungseinrichtungen aber auch die Gesellschaft müssen dem entgegenwirken und versuchen, für ein friedliches Miteinander in diesem multikulturellen Land zu sorgen.
Da besonders Kinder im Grundschul- und Vorschulalter viel aufnahmefähiger sind als Erwachsene ist es wichtig, dass interkulturelle Erziehung so früh wie möglich, das heißt vor allem in den Grundschulen und auch in den Kindergärten, immer mehr Gewicht erhalten sollte.
Auf welchen Problemen und Begebenheiten die Konzepte der interkulturellen Pädagogik beruhen und wie das Bildungssystem versucht, allen Kindern eine Erziehung zu Toleranz und Humanität zu ermöglichen, soll in dieser Arbeit analysiert und dargelegt werden.
Bevor ich auf die wesentlichen Merkmale der interkulturellen Bildung und Erziehung eingehe, erscheint es notwendig, einige Begriffe und Tatsachen bezüglich der Interkulturalität näher zu erläutern.
Der Interkulturalität (ebenso wie der Multikulturalität) liegt der Begriff der Kultur zu Grunde. Deshalb ist es wichtig, diesen einleitend zu klären, bevor auf das Thema der interkulturellen Erziehung näher eingegangen wird. Aber nicht nur die Definition, auch die Bedeutung von Kultur für Kinder und Erwachsene werde ich versuchen darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Kultur

1.1. Der Kulturbegriff

1.2. Die Bedeutung von Kultur für Kinder und Erwachsene

2. Migration

2.1. Begriffliche Erläuterung von Migration

2.1.1. Migrationsgeschichte

2.1.2. Migration in Deutschland seit der Nachkriegszeit (seit 1960er Jahren)

2.2. Multikulturalität in unserer heutigen Gesellschaft

2.3. Der Integrationsbegriff

2.3.1. Die Bereitschaft von Ausländern zur Integration

2.4. Migration und ihre damaligen Folgen für die Schule

2.4.1. Zur heutigen Situation von Migrationskindern in deutschen Schulen

3. Deutsch als Zweitsprache für Ausländerkinder

3.1. Probleme der Zweisprachigkeit bei Ausländerkindern in Deutschland

3.2. Muttersprachlicher Unterricht

4. Ausländerfeindlichkeit – eine begriffliche Annäherung

4.1. Fremdverstehen und Perspektivwechsel

4.2. Ethnische Vorurteile und Rassismus

4.3. Ethnozentrismus

5. Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Erziehung

6. „Interkulturelles Lernen und Interkulturelle Erziehung“

6.1. Zur Begrifflichkeit der Interkulturalität

6.2. Gegenwärtige Ansätze von interkulturellem Lernen in der Grundschule

6.3. Was kann der Kindergarten im Bereich der interkulturellen Erziehung leisten?

6.4. Welche Möglichkeiten gibt es für interkulturelle Erziehung in den Grundschulen?

6.5. Spielend interkulturell Lernen

6.5.1. Zum Begriff „Spiel“

6.5.2. Argumente für den Einsatz von Spielen bei der interkulturellen Erziehung in der Grundschule

7. Interkulturelles Lernen am Beispiel des Projekts „Weihnachten überall auf der Welt“

7.1. Die Bedeutung von Festen und Feiern

7.2. Weihnachten gibt’s nicht überall

7.3. Der Projektunterricht

7.4. Bedingungsanalyse

7.5. Projektziele

7.6. Eine Möglichkeit der Projektdurchführung

8. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und praktischen Konzepte interkulturellen Lernens in der Grundschule vor dem Hintergrund einer durch Migration geprägten Gesellschaft. Das zentrale Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Bildungseinrichtungen durch Toleranz, Perspektivwechsel und gezielte pädagogische Ansätze zur Integration beitragen und Vorurteile abbauen können.

  • Bedeutung des Kulturbegriffs und der Identitätsentwicklung
  • Herausforderungen der Migration und Integration in Schulen
  • Förderung von Deutsch als Zweitsprache und muttersprachlicher Unterricht
  • Ursachen und Überwindung von Ausländerfeindlichkeit und Ethnozentrismus
  • Spielpädagogische Ansätze und projektorientiertes Lernen

Auszug aus dem Buch

4.1. Fremdverstehen und Perspektivwechsel

Die Konfrontation mit fremden Menschen ist in unserer heutigen Gesellschaft etwas ganz Natürliches. Ob beim Einkaufen, bei der Arbeit, in den Schulen, im Sportstudio oder –vereinen, im Kino und Fernsehen; egal wo wir uns befinden, sind wir von fremden Menschen umgeben. Doch sollte nicht vergessen werden, dass wir für Menschen, die wir als fremd empfinden, ebenfalls als Fremde gelten.

Haag beschreibt das Fremde „mit anderem Aussehen, anderen Lebensformen, anderer Religion und anderer Kultur“ (vgl. Haag 1996, S.161). Dennoch ist die Wahrnehmung jedes Individuums sehr unterschiedlich. Manche begegnen der Andersartigkeit mit Vorurteilen und Hass, andere dagegen mit viel Anerkennung, Toleranz und auf eine offene Art, einige Menschen wiederum verhalten sich teilnahmslos. Das Fremde muss also nicht unbedingt ein Gefühl der Bedrohung auslösen. Vor allem südeuropäische oder orientalische Verhaltensweisen können von anderen Menschen als herzlich empfunden werden.

Die Konfrontation mit dem Fremden kann eine gewisse „Reflexion der eigenen Wahrnehmungsmuster“ hervorrufen. Dies bedeutet also, dass beim Versuch des Fremdverstehens eine Möglichkeit besteht, auch die eigene Persönlichkeit zu begreifen. Denn das Urteil, das wir gegenüber fremden Menschen fällen, bezeichnet Holzbrecher als eine Art Spiegelbild unserer Eigenheit. Demnach ist unsere Beurteilung des Fremden auch eine Beurteilung der eigenen Person.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung interkultureller Erziehung in Grundschulen als Reaktion auf die durch Migration bedingte gesellschaftliche Heterogenität.

1. Kultur: Dieses Kapitel klärt den Kulturbegriff und dessen Einfluss auf die Identitätsbildung von Kindern und Erwachsenen.

2. Migration: Es werden die geschichtlichen Hintergründe der Migration nach Deutschland sowie die daraus resultierenden Integrationsherausforderungen für das Schulsystem analysiert.

3. Deutsch als Zweitsprache für Ausländerkinder: Das Kapitel behandelt die sprachlichen Hürden und die Notwendigkeit des muttersprachlichen Unterrichts zur Unterstützung des Zweitspracherwerbs.

4. Ausländerfeindlichkeit – eine begriffliche Annäherung: Hier werden Ursachen für Vorurteile, Rassismus und Ethnozentrismus untersucht und pädagogische Strategien zum Fremdverstehen entwickelt.

5. Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Erziehung: Die Entwicklung weg von einer auf Assimilation ausgerichteten Ausländerpädagogik hin zu einem ganzheitlichen interkulturellen Ansatz wird dargestellt.

6. „Interkulturelles Lernen und Interkulturelle Erziehung“: Das Kapitel definiert den interkulturellen Bildungsbegriff und diskutiert Ansätze für Kindergarten und Grundschule sowie die Bedeutung des spielerischen Lernens.

7. Interkulturelles Lernen am Beispiel des Projekts „Weihnachten überall auf der Welt“: Ein konkreter Projektentwurf illustriert, wie interkulturelle Themen im Unterricht praktisch umgesetzt werden können.

8. Schlusswort: Das Fazit unterstreicht die Verantwortung der Schule und der Politik bei der Förderung eines friedlichen Zusammenlebens in einer multikulturellen Welt.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Erziehung, Migration, Integration, Kulturbegriff, Grundschule, Fremdverstehen, Perspektivwechsel, Deutsch als Zweitsprache, Rassismus, Ethnozentrismus, Spielpädagogik, Projektunterricht, Identitätsbildung, Toleranz, Multikulturalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und Umsetzung von interkulturellem Lernen in der Grundschule, um ein friedliches Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind Migrationsgeschichte, der Erwerb von Deutsch als Zweitsprache, der Abbau von Vorurteilen sowie methodische Ansätze wie der Projektunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, pädagogische Konzepte aufzuzeigen, die Kinder zur Toleranz befähigen und die Integration ausländischer Kinder durch eine interkulturelle Öffnung der Schule erleichtern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit erziehungswissenschaftlicher Literatur und der Entwicklung eines praktischen Projektkonzepts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kultur und Migration, sprachliche Aspekte, Ursachen von Ausländerfeindlichkeit sowie eine methodische Anleitung für ein interkulturelles Schulprojekt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Interkulturelle Erziehung, Integration, Migration, Perspektivwechsel, Grundschule und interkulturelle Kompetenz.

Warum spielt der Kindergarten für die interkulturelle Erziehung eine wichtige Rolle?

Der Kindergarten ist laut Autorin organisatorisch besser auf Heterogenität eingestellt und erreicht Kinder in einem Alter, in dem sie noch ohne tiefsitzende Vorurteile agieren.

Wie kann das Projekt „Weihnachten überall auf der Welt“ zur Integration beitragen?

Es verknüpft unterschiedliche kulturelle Erfahrungen und feierliche Bräuche, um Gemeinsamkeiten hervorzuheben und das gegenseitige Verständnis der Kinder zu stärken.

Excerpt out of 74 pages  - scroll top

Details

Title
Interkulturelles Lernen in der Grundschule
College
Bielefeld University
Grade
2,0
Author
Mehtap Özkaya (Author)
Publication Year
2005
Pages
74
Catalog Number
V56545
ISBN (eBook)
9783638511995
ISBN (Book)
9783640676422
Language
German
Tags
Interkulturelles Lernen Grundschule Migration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mehtap Özkaya (Author), 2005, Interkulturelles Lernen in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56545
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