Unterrichtsstunde: Religion: Maria – Eine Mutter liebt ihr Kind (1.und 2. Klasse)


Unterrichtsentwurf, 2001
22 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Gliederung

1. Analyse der Lernvoraussetzungen
1.1. Vorstellung der Schule
1.2. Vorstellung der Klasse

2. Sachanalyse

3. Didaktische Analyse
3.1. Stellung des Themas im Lehrplan
3.2. Die Bedeutung des Themas für die SchülerInnen

4. Lernziele
4.1. Grobziele
4.2. Feinziele

5. Methodische Überlegungen

6. Strukturskizze

7. Literaturangaben

8. Anhang

1. Analyse der Lernvoraussetzungen

1.1. Vorstellung der Schule

Die Grundschule Großsachsen befindet sich direkt an der Bergstrasse zwischen Weinheim und Heidelberg. Großsachsen ist etwa 5 Kilometer von der nächst größeren Stadt Weinheim entfernt. Die Schule liegt auf einer Anhöhe, am Ortsrand.

1973 wurde die schule eingeweiht. An ihr unterrichten insgesamt 10 Lehrer und Lehrerinnen. Die 1. Klasse ist einzügig, ab der 2. Klasse zweizügig. Im Schulgebäude befinden sich insgesamt sieben Klassenzimmer, ein Musikraum, ein Raum für Kunst- und Sachunterricht mit Schulküche und die Gemeindebücherei Großsachsen mit schulinterner Ausleihe. Im Aussenbereich befindet sich ein Biotop, ein Obstgarten und ein Schulgarten mit Pflanzenbeeten für jede Klasse. Der Schulhof ist sehr weitläufig und grün. Die Schule bietet auch ihm dreimal die Woche Spielpausen mit Kleinspielgeräten an. Jedes Jahr findet ein Schulfest statt.

Die Grundschule hat auch einen Chor, welcher sich aus 50 Kindern von der 1. bis zur 4. Klasse zusammen setzt. Ausserdem kooperiert die Grundschule auch mit dem evangelischen Kindergarten in Großsachsen, mit dem TVG Großsachsen, mit dem Männergesangsverein, und mit ihrer eigenen Partnerschule in Frankreich.

Ich finde, dass die Grundschule sehr kindgemäß ausgestattet und angelegt ist. Die Klassenzimmer sind hell, freundlich und bunt. An den Wänden im Klassenzimmer sind verschiedene Arbeiten der Kinder aufgehängt, was die Motivation der Ss steigert und das Klassenzimmer bunter und schöner erscheinen lässt. Auch im Gang kann man Arbeiten von Ss finden, die so der ganzen Schule zugänglich sind. Auch das Lehrerkollegium ist sehr freundlich und aufgeschlossen.

1.2. Vorstellung der Klasse

Die Religionsklasse besteht aus den Klassen 1 und 2. Insgesamt sind zwölf SchülerInnen in der Klasse. Davon sind vier Jungen und acht Mädchen. Die geringe Schülerzahl macht das Unterrichten in der Klasse angenehmer und effektiver. Im allgemeinen ist die Klasse sehr aufmerksam und für den Religionsunterricht zu motivieren. Die Jungen in der Klasse sind eher etwas zurückhaltender, was die Mitarbeit betrifft. Sie sind sehr schnell gelangweilt und lassen sich oft vom Unterrichtsgeschehen ablenken. Vor allem, wenn sie nebeneinander im Stuhlkreis sitzen, werden sie oft unruhig, lenken sich gegenseitig ab und machen Blödsinn. Wenn ihnen der Unterricht zu langweilig erscheint, beschäftigen sie sich mit anderen Dingen. Tilmann und Sebastian sind auch sehr aufmüpfig, vor allem uns Studenten gegenüber. Es ist nicht immer einfach mit diesem Verhalten richtig umzugehen. Dennoch können sie, wenn sie von der Lehrerin ins Unterrichtsgeschehen aktiv mit einbezogen werden Interesse am Unterricht gewinnen. Probleme entstehen auch oft im Stuhlkreis, da die Mädchen und die Jungen sich in dieser Altersphase noch sehr distanziert gegenüberstehen. Sie haben immer wieder Schwierigkeiten sich neben einander zu setzen. Die Mädchen der Klasse sind im allgemeinen eher zurückhaltend und ruhig. Nadja ist allerdings eine Ausnahme. Sie ist eine verhaltensauffällige Schülerin, der es oft schwer fällt, sich ruhig zu verhalten. Meist zappelt sie oder schaukelt mit ihrem Stuhl. ´Wenn es ihr langweilig wird, liest sie auch oft während der Stunde in Heften oder malt. Sie hat Probleme sich mit ihren spontanen Äußerungen zurück zu halten und sich erst zu melden. Allerdings kann auch sie motiviert werden, indem man sie öfter ins Unterrichtsgeschehen mit einbezieht. Lisa ist eine sehr leistungsstarke und aufmerksame Schülerin, die sehr oft durch ihre produktiven Beiträge im Unterricht auffällt. Auch die anderen Mädchen beteiligen sich gut am Unterricht. Selina und Juliana sind die einzigen Erstklässlerinnen in der Religionsklasse. Selina ist ein sehr ruhiges Kind, die sich fast nicht meldet. Sie wirkte auf mich gerade im Stuhlkreis sehr anhänglich. Eine richtige Klassengemeinschaft ist nicht direkt erkennbar. Grund dafür ist sicherlich, dass die Religionsklasse aus der 1. und 2. Klasse besteht. Es bilden sich zum Teil kleine Grüppchen. Auch die Jungen sind ziemlich isoliert, und wollen mit den Mädchen noch nicht allzu viel zu tun haben.

2. Sachanalyse

In den Evangelien spielt Maria zunehmend eine wichtige Rolle. Dennoch wird sie nie isoliert betrachtet, sondern immer im Zusammenhang mit Jesus. Sie hat eine große und wichtige Rolle im Leben ihres Sohnes gespielt. Sie wurde von Gott auserwählt, den Sohn Gottes auf die Welt zu bringen (Lk 1,26-56; 2,1-40). Der älteste Evangelist Markus erwähnt Maria nur kurz. Matthäus, Lukas und vor allem Johannes gehen näher auf die Person Maria ein (Lk 2,41-52 ; das Verbleiben des 12jährigen Jesus in Jerusalem / Joh 19,25ff ; Leidensweg Jesu).

Maria begleitete ihren Sohn Jesus durch sein ganzes Leben hindurch. Immer stand sie ihm zur Seite, auch wenn sie nicht immer seiner Meinung war, und sein Handeln nicht immer verstand. Dennoch vertraute sie ihrem Sohn und blieb bei ihm bis zu seinem Tod am Kreuz. Somit lässt sich sagen, dass sie neben seiner Mutter, auch noch eine gläubige Jüngerin war.[1]

Die Mariafigur soll nicht vom menschlichen Leben abgehoben dargestellt werden. Maria ist die Schwester im Glauben, die von Gott zur Mutter Jesu auserkoren wurde. Somit stellt sie ihr ganzes Leben ihrem Sohn Jesus, und auch Gott, zur Verfügung. Maria wird somit auch oft als ein Urbild des glaubenden und auf Gott vertrauenden Menschen gesehen.

Biblische Erzählung : Der zwölfjährige Jesus im Tempel (Lk 2,41-52)

In der Bibel gibt es nur wenige Hinweise zur Kindheit Jesu. Eine davon ist die Erzählung vom zwölfjährigen Jesus im Tempel. In der Textstelle wird erzählt, dass Maria und Josef jedes Jahr zum Osterfest nach Jerusalem gezogen sind. Dort beteten sie zusammen mit ihren Verwandten im Tempel. Als Jesus zwölf Jahre alt wird, darf er zum ersten Mal mit seinen Eltern nach Jerusalem pilgern. Dort zogen sie in den Tempel, wo die Schriftgelehrten die Heiligen Schriften vorlesen. Nachdem sich Maria und Josef wieder auf den Heimweg machen bemerken sie, dass Jesus nicht bei ihnen ist. Maria und Josef machen sich sehr große Sorgen um ihn. Erst nach drei Tagen finden sie ihn im Tempel zwischen den Schriftgelehrten. Jesus hörte ihnen zu und stellte ihnen Fragen. Maria und Josef fragten Jesus, warum er nicht mit nach Hause gekommen ist. Er antwortete ihnen : “Hier ist das Haus meines Vaters. Hier muss ich sein.” Seine Eltern verstanden sein Handeln nicht, aber sie vertrauten ihm und gingen wieder zurück nach Nazaret.

Maria ist immer bei ihrem Sohn Jesus, und begleitet ihn bis zu seinem Tod am Kreuz. Sie geht den Weg Jesu in Höhen und Tiefen mit, sie ist ihm eine treue Begleiterin, auch wenn sie ihn und seinen Weg nicht immer begreifen kann. Auch sie hat sich um ihn gesorgt und ihn behütet. Auch Jesus war einmal ein Kind und schutzbedürftig. Diese Tatsache soll den Ss vermittelt werden. Maria als Mutter, und Jesus als Kind. Genauso wie sie selbst jetzt noch Kind sind.

Die Bedeutung der Mutterfigur

Für ein Kind steht die Mutter an erster Stelle. Naturgemäß ergibt sich diese besondere Bindung bzw. Beziehung aus der Schwangerschaft. Auch in den ersten Lebensjahren spielt in der Regel die Mutter die Hauptrolle im Leben eines Kleinkindes. Die Mutter ist ein Symbol für Liebe, Wärme, Fürsorge, Geborgenheit und Zuneigung. Die Beziehung zwischen Mutter und Kind ist eine ganz besondere. Das Kind vertraut der Mutter und fühlt sich in ihrer Nähe geborgen und sicher. Meist sind es auch die Mütter, die ihren Kindern die Sorgen schon von Gesicht ablesen können. Vor allem für Kleinkinder ist die Mutter die erste und wichtigste Bezugsperson. Leider wird der Mutter für ihre vielen Erziehungsaufgaben nicht immer richtig gedankt. Der Muttertag ist die Ausnahme. An diesem Tag steht die Mutter im Mittelpunkt und wird von ihren Kindern beschenkt und verwöhnt.

Die Symbolsprache der Mutter hat auch Eingang in die Religionen gefunden. In vielen Kulturen wurden Muttergottheiten verehrt und angebetet. Diese Muttergottheiten hatten sowohl eine Beziehung zur Erde, in dem sie die Fruchtbarkeit darstellten, aber auch zum Mond, der parallel zum Zyklus der Frau gesehen wird.

In der jüdisch-christlichen Überlieferung finden wir im Alten Testament vor allem ein patriarchalisches Gottesbild. Nur an weinigen Stellen im AT lassen sich auch mütterliche Züge an Gott erkennen (vgl. Jesaja 66,13 “Wie eine Mutter...). Im Neuen Testament wird dies dann fast völlig, durch die Bezeichnung Gott als Abba, überdeckt.

Die meisten Theologen deuten deshalb die Marienverehrung als Kontrapunkt zum androgenen Reden von Gott.[2]

3. Didaktische Analyse

3.1. Die Stellung des Themas im Lehrplan

Das Thema der Unterrichtsstunde “Maria - Eine Mutter liebt ihr Kind” ist in der Lehrplaneinheit 10 unter dem Titel “Maria, die Mutter Jesu” zu finden. Dieses Thema ist für die 1. Klasse vorgesehen.

Der Bildungsplan für die Grund- und Hauptschule schreibt zu der Lehrplaneinheit : „Maria, die Mutter Jesu, begleitet ihren Sohn auf seinem Lebensweg. Sie hört und vertraut auf Gott und ist uns Vorbild im Glauben. In Lied und Gebet wird Maria als Mutter Jesu und als unsere Mutter verehrt.“[3] In dem Thema der Stunde „Maria – Eine Mutter liebt ihr Kind“, soll vor allem die Geborgenheit, Fürsorge, das Vertrauen, Trösten, Verzeihen, Freude bereiten und die Zärtlichkeit jeder Mutter in den Vordergrund gerückt werden.

[...]


[1] Alfred Assel / Günther Biemer (Hrsg.) : Religionsunterricht im 1. Schuljahr. Lehrerkommentar zur Religionsfibel ”Unterwegs zu Dir1”, Freiburg , Basel, Wien 1982, Seite 326

[2] Esther Dreiner / Hermann-Josef Frisch : Lebenswege 2. Religion in der Grundschule – Kommentar, Düsseldorf 2000, Seite 242 - 243

[3] Ministerium für Kultus und Sport Baden – Württemberg (Hrsg.) : Bildungsplan für die Grundschule 2/1994, Seite 62

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Religion: Maria – Eine Mutter liebt ihr Kind (1.und 2. Klasse)
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg  (Didaktik der Theologie)
Veranstaltung
Fachpraktikum I
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
22
Katalognummer
V5655
ISBN (eBook)
9783638134675
Dateigröße
608 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Religion, Maria, Eine, Mutter, Kind, Klasse), Fachpraktikum
Arbeit zitieren
Miriam Englert (Autor), 2001, Unterrichtsstunde: Religion: Maria – Eine Mutter liebt ihr Kind (1.und 2. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5655

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