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Der Sieg Theoderichs des Großen über Odoaker

Title: Der Sieg Theoderichs des Großen über Odoaker

Term Paper , 2006 , 15 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Felix Brenner (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Odoaker, der 476 Romulus Augustulus abgesetzt hatte und von seinen Soldaten zum König ausgerufen worden war, sorgte für Stabilität und Frieden im Weströmischen Reich. Obwohl er die Oberhoheit Zenons niemals angezweifelt hatte, misstraute ihm dieser. Nachdem Odoaker in einen Konflikt mit den Rugiern geraten war, beauftragte der byzantinische Kaiser den ostgotischen König Theoderich, den Skiren abzusetzen und an seiner Stelle zu regieren, bis er selbst nach Italien kommen könne. Welche Motive Theoderich hatte, von dem vermutlich die Initiative ausging, ist ungeklärt: Während die meisten Historiker seinen Ehrgeiz in den Mittelpunkt stellen, führt Demandt als Grund Lebensmittelknappheit an.
Nach mehreren Niederlagen gegen Theoderichs Heer, das Unterstützung durch Truppen des westgotischen Königs Alarich II. bekommen hatte, musste sich Odoaker nach mehreren Niederlagen nach Ravenna zurückziehen. Durch die Lage der Stadt in den Sümpfen war der Skire dort einerseits vor Angriffen sicher, andererseits zur Unbeweglichkeit verdammt. Nach zweijähriger Belagerung gelang es den Goten, die Lebensmittelzufuhr zu blockieren. Der ravennatische Bischof Johannes vermittelte daraufhin, um die Bevölkerung der Stadt zu retten.
Odoaker und Theoderich einigten sich schließlich darauf, das weströmische Reich gemeinsam zu regieren. Nach zehn Tagen ermordete der Gote jedoch seinen Gegner mit eigenen Händen und wurde damit zum alleinigen Herrscher. Wegen der besonderen Blutrünstigkeit, mit der Theoderich auch Odoakers Anhänger und Verwandte umbringen ließ, werden mehr Motive als seine eigene Machtgier vermutet. So könnte der Ostgotenkönig Blutrache für mit ihm verwandte Rugier genommen haben, die von dem Skiren getötet worden waren.
In der Sagengeschichte wurde Odoaker als Bösewicht dargestellt und geriet bald in Vergessenheit. Theoderich dagegen ging als dessen Opfer in die Sagengeschichte ein und prägte diese bis in die frühe Neuzeit.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Der Sieg Theoderichs des Großen über Odoaker

1. Zenons Auftrag an Theoderich

1.1 Zenons Misstrauen

1.2 Theoderichs Auftrag

2. Von der ersten Schlacht zu Odoakers Ermordung

2.1 Rabenschlacht

2.2 Verhandlungen und Ermordung

3. Sagengeschichte

C. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und Motive des Feldzuges von Theoderich dem Großen gegen Odoaker im 5. Jahrhundert n. Chr. Ziel ist es, den Usurpationskonflikt, die kaiserliche Legitimation sowie den dramatischen Wandel der Herrschaftsverhältnisse unter Berücksichtigung verschiedener historischer Quellen nachzuzeichnen.

  • Die politische Rolle und das Misstrauen des oströmischen Kaisers Zenon gegenüber Odoaker.
  • Die verschiedenen Motive und Legitimationsstrategien für Theoderichs Italienfeldzug.
  • Der militärische Verlauf des Konflikts, insbesondere die Belagerung von Ravenna.
  • Die Friedensverhandlungen, der Verrat durch Theoderich und die systematische Ermordung Odoakers.
  • Die Rezeption der Ereignisse und die Darstellung der Akteure in der späteren Sagengeschichte.

Auszug aus dem Buch

Von der ersten Schlacht zu Odoakers Ermordung

Am 28.August 489 traf Theoderichs Heer zum ersten Mal direkt auf Odoakers Truppen. Der Skire konnte nicht verhindern, dass die Goten den Isonzo überqueren, und floh mit seinen Soldaten nach Verona. Dort kam es zu der Schlacht, die in der Heldensage später eng mit Theoderich verbunden wurde. Während ein großer Teil seiner Krieger in der Etsch ertrank, gelang Odoaker am 30.September die Flucht nach Ravenna.

Die Ostgoten, die inzwischen Verstärkung von den Westgoten unter König Alarich II. erfahren hatten, begannen im Pinienhain von Classis mit der Belagerung Ravennas, die letztlich drei Jahre dauern sollte und in der Heldensage „Rabenschlacht“ genannt wird. Die Stadt war zwar auf flachem Land gelegen, jedoch einerseits durch die von Valentinian III. ausgebauten Befestigungsanlagen geschützt, andererseits durch ihre natürliche Lage, nämlich durch das Podelta und andere Flussmündungen sowie durch das Meer, dessen seichter Strand wegen seiner Untiefen Landungen von Schiffen erschwerte. Zudem befanden sich noch die Nachbarstädte Cesena und Rimini in der Gewalt Odoakers. Nur nach Süden bestand ein leicht zu verteidigender Zugang durch eine Küstenstraße.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfragen zur Usurpation Odoakers, zum Eingreifen Zenons sowie zu Theoderichs Motiven und erläutert die methodische Vorgehensweise anhand relevanter historischer Biografien und Quellen.

B. Der Sieg Theoderichs des Großen über Odoaker: Dieses Hauptkapitel analysiert das politische Spannungsfeld zwischen Konstantinopel und dem Skiren Odoaker, den Auftrag Zenons, den militärischen Verlauf der Kämpfe, die verhängnisvollen Friedensverhandlungen sowie den finalen Mordanschlag.

1. Zenons Auftrag an Theoderich: Untersucht die diplomatischen Gründe für den Feldzug, insbesondere das Misstrauen Zenons gegenüber Odoakers Loyalität und Bestrebungen.

1.1 Zenons Misstrauen: Analysiert die Hintergründe der kaiserlichen Skepsis und Odoakers Bemühungen um eine formelle Anerkennung als Herrscher Italiens.

1.2 Theoderichs Auftrag: Beleuchtet die unterschiedlichen Quellenberichte über Theoderichs Beweggründe, wie Nahrungsmangel in Thrakien oder der Wunsch nach einer kaiserlichen Legitimation.

2. Von der ersten Schlacht zu Odoakers Ermordung: Beschreibt den militärischen Konflikt ab 489, die Belagerung Ravennas und die diplomatischen Bemühungen um ein Ende der Feindseligkeiten.

2.1 Rabenschlacht: Dokumentiert den ersten Zusammenstoß bei Verona und die langwierige, durch die Geografie begünstigte Belagerung von Ravenna.

2.2 Verhandlungen und Ermordung: Schildert die Friedensvereinbarung, den nachfolgenden Verrat beim Gastmahl und die systematische Vernichtung von Odoakers Umfeld.

3. Sagengeschichte: Führt aus, wie die historische Auseinandersetzung in literarischen Stoffen wie den Gesta Theoderici Regis und der Dietrichepik umgewandelt wurde.

C. Schluss: Fasst die Ereignisse zusammen und betont die historische Bedeutung der Machtübernahme durch Theoderich und die veränderte Wahrnehmung in der Sagenbildung.

Schlüsselwörter

Theoderich der Große, Odoaker, Kaiser Zenon, Weströmisches Reich, Ostgoten, Usurpation, Rabenschlacht, Ravenna, Spätantike, Jordanes, Anonymus Valesianus, Sagengeschichte, Friedensverhandlungen, Attentat, Machtpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Übergang der Macht im Weströmischen Reich im 5. Jahrhundert, speziell mit dem Konflikt zwischen Odoaker und Theoderich dem Großen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die Usurpation Odoakers, die diplomatischen Beziehungen zum oströmischen Kaiser Zenon sowie die Hintergründe und Folgen des gotischen Feldzuges nach Italien.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, warum es zum Konflikt zwischen Odoaker und Theoderich kam, welche Rolle der oströmische Kaiser dabei spielte und welche Motive den Ausschlag für den gewaltsamen Ausgang gaben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine chronologische Analyse historischer Quellen (wie Jordanes und Anonymus Valesianus) sowie auf den Vergleich aktueller biographischer Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Vorgeschichte (Zenons Misstrauen), den militärischen Verlauf (Rabenschlacht, Belagerung Ravennas) sowie die diplomatische Einigung und den anschließenden Mord an Odoaker.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Machtlegitimation, Blutrache, Usurpation und die literarische Verklärung in der Sagengeschichte beschreiben.

Warum ließ Zenon Odoaker zunächst zwölf Jahre lang gewähren?

Odoaker stellte zunächst keine unmittelbare wirtschaftliche Bedrohung für Konstantinopel dar und Zenon war durch innenpolitische Probleme gebunden, bis eine Intervention gegen den vermeintlichen Usurpator opportun wurde.

Welche Rolle spielt die „Rabenschlacht“ für die historische Bewertung?

Die „Rabenschlacht“ markiert in der historischen Überlieferung und in der späteren germanischen Heldensage einen Wendepunkt, an dem Theoderich als zentraler Akteur gegen Odoaker in den Vordergrund tritt.

Wie bewertet der Autor den Mord an Odoaker?

Der Autor ordnet den Mord als einen heimtückischen Akt ein, der über reine Machtgier hinausging und möglicherweise durch das Motiv der Blutrache für zuvor von Odoaker getötete Rugierherrscher legitimiert wurde.

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Details

Title
Der Sieg Theoderichs des Großen über Odoaker
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Alte Geschichte)
Course
PS: Das Ende des Weströmischen Reiches im 5.Jh. n. Chr
Grade
1,5
Author
Felix Brenner (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V56580
ISBN (eBook)
9783638512275
ISBN (Book)
9783638792318
Language
German
Tags
Sieg Theoderichs Großen Odoaker Ende Weströmischen Reiches
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Brenner (Author), 2006, Der Sieg Theoderichs des Großen über Odoaker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56580
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