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Adalbero von Laons Dreiteilungstheorie im 'Carmen ad Rotbertum regem'

Title: Adalbero von Laons Dreiteilungstheorie im 'Carmen ad Rotbertum regem'

Term Paper , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Felix Brenner (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Adalbero von Laon leistete zu Beginn des 11. Jahrhunderts mit seinem „Carmen ad Rotbertum regem“ einen wesentlichen Beitrag zur Propagierung der funktionalen Dreiteilung in der gesamten westlichen Christenheit. Mit dem Gedicht beabsichtigte er, König Robert an seine Pflicht zu erinnern, die gottgegebene Gesellschaftsform beizubehalten.
Nach einer Ansprache, in welcher der Bischof auf spöttische Weise das Schwinden der Ordnung darstellte, erklärte er, wie die Einteilung der Gesellschaft tatsächlich beschaffen sein sollte. Drei Stände, ein betender, ein kämpfender und ein arbeitender würden sich gegenseitig ergänzen. Indem sich jede Gruppe innerhalb ihrer Grenzen bescheide, werde Harmonie und Frieden aufrechterhalten. Aufgabe des Königs sei es, auf das Gleichgewicht der Dreiheit zu achten.
Diese Thesen stützte Adalbero mit den Schriften des Pseudo- Dionysius Areopagita, Augustins und Gregors des Großen.
Der Areopagit ist Adalberos Argumentation insofern dienlich, als er auch auf das himmlische Vorbild verweist, nach welchem das Leben auf der Erde zu gestalten sei. Die Ungleichheit zwischen den Ständen ergäbe sich durch unterschiedliche Stadien der Frömmigkeit.
Augustin stimmt mit Adalbero von Laon darin überein, dass er die Ordnung der Gesellschaft als Grundlage für den Frieden sieht und daraus folgert, dass sich jeder die ihm zugewiesene Stellung einzunehmen habe.
Der Bischof von Laon widerspricht zwar der These Gregors des Großen, Arbeit sei eine Gottesstrafe. Ansonsten argumentieren beide jedoch recht ähnlich. Wie auch Adalbero erklärt Gregor der Große die gesellschaftlichen Unterschiede als von Gott gegeben und zieht einen Vergleich zum Himmelreich, wo auch Ungleichheit herrsche.
Somit fand Adalbero von Laon in den Schriften der drei besprochenen Theoretiker wertvolle Unterstützung für die Verteidigung der funktionalen Dreiteilung, die er gefährdet sah. Das von ihm seinem König Robert unterbreitete Gesellschaftsmodell prägte nicht nur die Staatsphilosophie seiner Zeit, sondern hatte großen Einfluss auf die gesamte politische Entwicklung in den ehemaligen karolingischen Herrschaftsgebieten, wo seine Schrift als eine Grundlage für die nationale Monarchie als ideale Staatsform betrachtet wurde. Damit leistete der Bischof einen wesentlichen Beitrag zur Verbreitung dieser Ideologie.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Adalbero von Laons Dreiteilungstheorie im „Carmen ad Rotbertum regem“

1. Entstehungssituation des Werks

2. Aufbau des Gedichts

3. Adalberos Erklärung seines Gesellschaftsmodells

4. Adalbero von Laons Quellen

4.1 Die beiden Schriften des Pseudo-Dionysius Areopagita

4.2 Augustins „De ordine“

4.3 Die „Moralia“ Gregors des Großen

III. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Hausarbeit verfolgt das Ziel, das von Bischof Adalbero von Laon im frühen 11. Jahrhundert entwickelte Deutungsschema der funktionalen Dreiteilung der Gesellschaft zu erläutern und in seinen historischen sowie theoretischen Kontext einzuordnen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie Adalbero sein Gesellschaftsmodell begründete, welche historischen Quellen er als Vorbilder heranzog und wie diese seine Argumentation stützten.

  • Die Entstehung und der politische Kontext des „Carmen ad Rotbertum regem“ um 1025.
  • Die triadische Ständelehre: Oratores, Bellatores und Laboratores als göttlich gewollte Ordnung.
  • Die Analyse der maßgeblichen philosophischen und theologischen Einflüsse auf Adalbero von Laon.
  • Die Bedeutung der Ständetheorie für die Entwicklung der nationalen Monarchie im Mittelalter.

Auszug aus dem Buch

Die Dreiteilung der Gesellschaft

„Die Gesellschaft der Gläubigen bildet nur einen Leib; der Staat aber umfasst drei. Denn das andere Gesetz, das Gesetz der Menschen, unterscheidet noch zwei weitere Klassen: Adlige und Hörige unterstehen nicht demselben Gesetz. (…) Die einen sind die Krieger, die Beschützer der Kirchen; sie sind die Verteidiger des Volkes. (…). Die andere Klasse ist die der Hörigen. Diese armen Tröpfe besitzen nur, was sie sich um den Preis der Mühsal erwerben.

Wer könnte, das Rechenbrett in der Hand, all ihre Plagen, ihre langen Märsche, ihre harten Arbeiten zusammenzählen? Geld, Kleidung, Nahrung, all das beschaffen die Hörigen für alle Welt; kein freier Mann könnte ohne die Hörigen sein Leben fristen. (…) Wir sehen Könige und Prälaten sich zu Hörigen ihrer Hörigen machen; der Herr wird vom Hörigen ernährt, er, der vorgibt, ihn zu ernähren. Und der Tränen und Seufzer des Hörigen ist kein Ende abzusehen.

Das Haus Gottes, das man für eins hält, ist also in drei geteilt: Die einen beten, die anderen kämpfen, die dritten schließlich arbeiten. Diese drei Teile, die miteinander leben, dürfen nicht auseinandergerissen werden; die Dienste des einen sind die Voraussetzungen für die Werke der anderen beiden. Jeder verpflichtet sich für seinen Teil das Los der Gesamtheit zu erleichtern. So ist diese dreifache Einheit darum doch nicht weniger einheitlich und so hat das Gesetz obsiegen und die Welt sich des Friedens erfreuen können.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Ausgangslage der Dreiteilungstheorie ein und stellt die Relevanz des „Carmen ad Rotbertum regem“ für die mittelalterliche Ständegesellschaft dar.

II. Adalbero von Laons Dreiteilungstheorie im „Carmen ad Rotbertum regem“: Dieser Hauptteil analysiert die Entstehung des Werks, den Aufbau des Gedichts und die inhaltliche Struktur des von Adalbero propagierten Trifunktionalitätsmodells.

1. Entstehungssituation des Werks: Hier wird der politische Hintergrund um das Jahr 1025 und die Rolle Adalberos als Bischof im kapetingischen Reich beleuchtet.

2. Aufbau des Gedichts: Dieses Kapitel beschreibt die formale Gliederung des Textes in Monologe und Zwiegespräche zwischen dem Bischof und König Robert.

3. Adalberos Erklärung seines Gesellschaftsmodells: Der Abschnitt erläutert die Beschreibung der gestörten Ordnung und den Appell an den König, die Stände wieder in ihr göttlich gewolltes Gleichgewicht zu bringen.

4. Adalbero von Laons Quellen: Dieses Kapitel untersucht die theoretischen Grundlagen der Argumentation des Bischofs anhand antiker und patristischer Vorbilder.

4.1 Die beiden Schriften des Pseudo-Dionysius Areopagita: Analyse des Einflusses der himmlischen Hierarchie auf das irdische soziale Modell Adalberos.

4.2 Augustins „De ordine“: Erläuterung der Bedeutung der augustinischen Ordnungstheorie für Adalberos Ständebegriff.

4.3 Die „Moralia“ Gregors des Großen: Untersuchung der pastoralen Ansätze Gregors und deren Übertragung auf die soziale Hierarchie bei Adalbero.

III. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Thesen zusammen und würdigt den Einfluss des Werks auf die politische Entwicklung in den karolingischen Herrschaftsgebieten.

Schlüsselwörter

Adalbero von Laon, Carmen ad Rotbertum regem, Dreiteilungstheorie, Ständegesellschaft, Mittelalter, Trifunktionalität, Oratores, Bellatores, Laboratores, Gesellschaftsmodell, Kirchengeschichte, Pseudo-Dionysius Areopagita, Augustinus, Gregor der Große, politische Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das „Carmen ad Rotbertum regem“ des Bischofs Adalbero von Laon und dessen einflussreiche Theorie über die dreigeteilte Gesellschaft im Mittelalter.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die mittelalterliche Sozialordnung, den Einfluss klerikaler Ideologien auf die politische Herrschaft sowie die Rezeption antiker und patristischer Texte im 11. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Aufbau von Adalberos Gesellschaftsmodell zu erläutern und aufzuzeigen, wie er durch historische Quellen die soziale Hierarchie legitimierte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf einer Auswertung von Primärquellen und einer umfassenden Sichtung fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsgeschichte des Gedichts, seine innere Struktur und die spezifischen Quellen (Pseudo-Dionysius, Augustinus, Gregor der Große), auf die sich Adalbero stützte.

Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Dreiteilungstheorie, Ständegesellschaft, Adalbero von Laon und mittelalterliche politische Ideologie identifizieren.

Warum kritisierte Adalbero von Laon die Cluniaszenser?

Adalbero kritisierte die Mönche von Cluny, weil diese Adligen Verhaltensregeln auferlegen wollten, die nur für Kleriker vorgesehen waren, was aus seiner Sicht die notwendige Trennung der Stände untergrub.

Inwiefern unterscheidet sich Adalberos Sichtweise von der Gregors des Großen?

Während Gregor der Große die Arbeit der Untergebenen als Gottesstrafe für Sünden interpretierte, lehnte Adalbero diese Sichtweise ab und betonte stattdessen die positive Notwendigkeit der Arbeit für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

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Details

Title
Adalbero von Laons Dreiteilungstheorie im 'Carmen ad Rotbertum regem'
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte)
Course
PS: Kirche und Gesellschaft
Grade
1,4
Author
Felix Brenner (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V56581
ISBN (eBook)
9783638512282
ISBN (Book)
9783638792325
Language
German
Tags
Adalbero Laons Dreiteilungstheorie Carmen Rotbertum Kirche Gesellschaft Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Brenner (Author), 2006, Adalbero von Laons Dreiteilungstheorie im 'Carmen ad Rotbertum regem', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56581
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