Das deutsche Sprachgebiet ist mit dem französischen seit dem Bestehen des Frankenreichs eng verbunden. Das Französische hatte auf das Mittelhochdeutsche einen großen Einfluss. Durch die politische Neuordnungen blieben die beiden Gebiete auch später aufs engste miteinander verknüpft. Die politischen Areale z.B. stimmten nicht immer mit der Sprachgrenze überein. Heute belegt dies noch Belgien mit einem flämisch sprechendem Flandern und eine französisch sprechendem Teil. Wichtige Verkehrsadern wie z.B. der Rhein und auch Handelsstraßen wie die von Paris über Reims, Verdun, Metz nach Mainz verbanden die beiden Sprachgebiete. In der Wissenschaft, insbesondere der Theologie, und Kunst (Gotik) prägte das französische Beispiel die Deutschen.
Das französische Rittertum war Vorbild für Deutschland. So ist auch die französische mittelalterliche Literatur ein Vorbild für die deutsche höfische Epik.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Verbalsuffix –ieren
1. Der romanische Einfluss auf das Deutsche – geschichtlicher Hintergrund
2. Stammt das Verbalsuffix –ieren aus dem Französischen?
2.1 Abstammung aus dem Burgundischen
2.2 Abstammung aus dem Altfranzösischen
2.3 Die Herkunft der –ieren Verben
3. Das Verbalsuffix –ieren von deutschen Wortstämmen?
3.1 Das Verbalsuffix –ieren in deutschen Mundarten
4. Resümee
2. Lehnwörter
1. Definition
2. Wortbeispiele aus verschiedenen Sprachen
2.1 Lateinische Lehnwörter
2.2 Griechische Lehnwörter
2.3 Arabische Lehnwörter
2.4 Hebräische Lehnwörter
2.5 Italienische Lehnwörter
2.6 Französische Lehnwörter
2.7 Englische Lehnwörter
3. Die unterschiedlichen Entlehnungsformen
3.1 Lehnwort
3.2 Lehnbedeutung
3.3 Lehnbildung
3.3.1 Lehnübersetzung
3.3.2 Lehnübertragung
3.3.3 Lehnschöpfung
3.4 Scheinentlehnung
3.5 Xenismen
3. Scheinentlehnungen
1. Definition
2. Beispiele aus verschiedenen Sprachen
3. Entstehung von Scheinentlehnungen
4. Probleme durch Scheinentlehnungen
5. Pseudo-Anglizismen / Denglisch
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachhistorische Entwicklung und die strukturelle Integration von Fremdwörtern im Deutschen. Der Fokus liegt dabei auf dem Verbalsuffix "-ieren", der differenzierten Klassifizierung von Lehnwörtern sowie dem Phänomen der Scheinentlehnungen und ihrer Auswirkungen auf die gegenwärtige deutsche Sprachpraxis.
- Historische Einflüsse auf die deutsche Sprache (Romanisch, Lateinisch, Griechisch).
- Etymologische Herleitung des Suffixes "-ieren".
- Systematische Einordnung von Lehnwörtern, Lehnbedeutungen und Lehnbildungen.
- Analyse von Scheinentlehnungen und deren Entstehungsursachen.
- Phänomene des "Denglischen" und ihre Auswirkungen auf die deutsche Sprachkultur.
Auszug aus dem Buch
2.1 Abstammung aus dem Burgundischen
Das Verbalsuffix -ieren läßt sich unterteilen in die deutsche Infinitivendung -en und das französische Bindeglied -ier-. Häufig wird behauptet die auf -ieren endenden Verben hätten ihren Ursprung im französischen Sprachraum, genauer im Burgundischen. Gegen diese Auffassung spricht jedoch, dass das Burgundische mit dem Ursprung von französischen Wörtern im Mittelhochdeutschen in keinem Zusammenhang steht. Die Hypothese hat sich wahrscheinlich deswegen so hartnäckig und so lange gehalten, weil sie von bedeutenden Forschern vertreten wurde und andere diese Ansicht übernommen haben. Die einfache Theorie, das Verbalsuffix -ieren von den französischen Verben abzuleiten, muss differenziert betrachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Verbalsuffix –ieren: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Einfluss des Französischen auf die deutsche Sprache und untersucht kritisch die Herleitung des Suffixes "-ieren" von französischen Stämmen sowie dessen Vorkommen in deutschen Mundarten.
2. Lehnwörter: Hier werden Definitionen und Kategorien von Lehnwörtern dargelegt, illustriert durch zahlreiche Beispiele aus verschiedenen Sprachräumen und unter Einbeziehung unterschiedlicher Entlehnungsformen.
3. Scheinentlehnungen: Dieses Kapitel widmet sich Wörtern, die zwar fremdsprachig klingen, aber in der vermeintlichen Ursprungssprache nicht oder mit anderer Bedeutung existieren, und analysiert die soziolinguistischen Folgen dieser Entwicklung.
Schlüsselwörter
Verbalsuffix, -ieren, Lehnwort, Fremdwort, Scheinentlehnung, Etymologie, Sprachgeschichte, Denglisch, Pseudo-Anglizismus, Lehnbildung, Lehnübersetzung, Xenismen, Mittelhochdeutsch, Sprachwandel, Sprachkontakt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einflüsse fremder Sprachen auf das Deutsche, speziell die Geschichte des Suffixes "-ieren" und die verschiedenen Formen der Wortübernahme.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die morphologische Entwicklung von Verben, die Typologie der Lehnwörter sowie die Problematik von Scheinentlehnungen und Anglizismen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Herkunft und die Integration fremder sprachlicher Elemente in das Deutsche wissenschaftlich einzuordnen und die Auswirkungen dieses Prozesses aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine linguistische Analyse, die auf historischen Sprachdaten, Wörterbüchern und existierender sprachwissenschaftlicher Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Suffixes "-ieren", die Systematik von Lehnwörtern und eine vertiefende Analyse zu Scheinentlehnungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lehnwort, Scheinentlehnung, Sprachwandel, Etymologie und Denglisch charakterisiert.
Wie unterscheidet sich ein Lehnwort von einem Fremdwort?
Ein Lehnwort ist an die Lautung, Schreibung und grammatische Struktur des Deutschen angepasst, während ein Fremdwort als fremd empfunden wird und seine ursprüngliche Form beibehält.
Was genau ist ein Pseudo-Anglizismus?
Ein Pseudo-Anglizismus ist ein Wort, das zwar englisch klingt, aber im englischen Sprachraum nicht oder mit einer anderen Bedeutung existiert, wie beispielsweise das Wort "Handy".
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- Sandra Schweiker (Author), Astrid Schmieder (Author), Lisa Freydenberger (Author), 2004, Das Verbalsuffix -ieren, Lehnwörter und Scheinentlehnungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56613